Natascha Kampuschs Worte werden verlesen

Natascha Kampuschs Erklärung

Ich bin stark

Der Entführungsfall der Natascha Kampusch bewegt die Öffentlichkeit. Dabei ist ein anschwellendes Geplapper von Psycho-Experten zu vernehmen. Dagegen setzt sich die ihrem Entführer entkommene Wienerin klug zur Wehr.

Lesermeinungen zum Beitrag

07. September 2006 13:30

On Being "Unsane" in "Sane" Places

Sophia Orti (rum)

Es ist bekannt. Heute sind die Depressiven weniger traurig, die Maniker weniger heiter, die Schizophrenen schwärmen weniger. Sie dürfen es einfach nicht.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
07. September 2006 11:05

On Being Sane in Unsane Places

Thomas Möltgen (ThomasMoeltgen)

In einer psychologischen Untersuchung in den Siebzigern wird ein psychich gesunder Mensch zu Testzwecken in die Psychiatrie eingewiesen: Keiner der behandelnden Therapeuten fand heraus, dass er gesund war. Eine wunderbare Studie zur Verdeutlichung von professionellen Vorurteilen (Kunstfehlern!) bei psychologischen Berufen.

Eine gute Therapie beruht auf der Begegnung, ja besser noch auf einer gestalteten Beziehung zwischen Zweien.
Im Fall von Frau Kampusch sollte professionell arbeitende psychologische Therapeuten vielleich erst einmal darüber staunen, was sie sehen, um dann die richtigen Fragen formulieren zu können, was ja bekanntlich schon seit je her der Beginn der Weisheit war.
-Erst recht, nachdem man voller Hochachtung gestern Frau Kampuschs Interview im ORF mitverfolgen durfte.

Dank an Herrn Geyer für den spitzen Beitrag!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
07. September 2006 05:41

Eine phantastische junge Frau!

Etienne Corbeille (Etienne6)

Eine phantastische junge Frau, die nun ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Wenn sie jetzt noch die Armada los wird, die sich an dem Runden Tisch noch so barvourös in Szene setzte (ausser den beiden Psychiatern, die als einzige glaubhaft wirkten), dann kann sie ein normales Leben beginnen. Viel Glück für Frau Kampusch, ihre Foundation und auf das ihre Wünsche in Erfüllung gehen.

Zu den selbsternannten Experten kann ich nur sagen - an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten, Sie bringen mit ihren ungefragten Dummheiten die Psychologie einmal mehr in Verruf. Ernst zu nehmende Psychologen würden sich nie so phrasenhaft äussern. Sie äussern sich schon gar nicht, ohne das Frau Kampusch ihre Klientin ist. Welcher von den Wichtigtuern meine Zielen auch immer liest: wenn Sie je einen Hörsaal von innen gesehen haben, versuchen Sie sich bitte daran zu erinnern, was man - offensichtlich erfolglos - versucht hat, Ihnen beizubringen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
30. August 2006 23:55

ultimativ gut

Reinold Hütter (reinold)

mangels österreichischer qualitätszeitungen bin ich ein absoluter faz.net - fan.
mit dem "anschwellenden psychogeplapper" hat faz.net einmal mehr den nagel auf den kopf getroffen.
schade dass sie nicht mehr über die ösis berichten, dann könnte ich auf unsere qualitätszeitungen und den boulevard gänzlich verzichten.

Reinold Hütter
Wien

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
30. August 2006 14:36

gestörte Selbstwahrnehmung ?

Max Schub (Max_Schub)

"Sie ist so ein starkes Kind";
"Alles mit Angst vor Einsamkeit verbunden";
"Anscheinend sexueller Kontakt zum Entführer";
"Die Zuneigung des Opfers zum Täter";
"Eltern überglücklich: "Papa, ich hab´dich lieb"

Bildzeitung ? Nö, diese und viele weitere Überschriften werden angezeigt, wenn man bei faz.net auf "Zum Thema" klickt - und nicht nur das - es gibt auch ein Wiedersehen mit "Kinderschänder Dutroux".

Deshalb klingt der Artikel für mich ein wenig so, als würde Michael Schuhmacher sich darüber beschweren, daß bei den Rennen alle immer so rasen.

Überdies:
Daß sich auf eine solche Berichterstattung hin selbsternannte Experten zu Wort melden, ist zwingend.
Auch halte ich die Erklärungen von Frau Kampusch trotz allem Wohlwollen Ihr gegenüber nicht für durchweg geschickt.
Aussagen wie "Ich habe nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben" laden natürlich zu Spekulationen ein, denn jeder weiß, daß sie unendlich viel verpasst hat.

Ich wünsche Frau Kampusch alles Gute.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
30. August 2006 07:25

Verdrehte Rollen ...

Patrick Helmig (Phelmig)

Vielleicht bedarf es einer jungen Frau, die acht Jahre lang von der Außenwelt getrennt lebte um uns vor Augen zuführen wie pervers unser Gaffertum geworden ist. Man bedenke, der einzige "Kontakt" zur Außenwelt von Fr. Kampusch war ihr Fernseher, wie abstoßend mag man diese Welt da nach einigen Jahren empfinden?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
29. August 2006 21:41

Starker Beitrag

Anselm Sickmann (asic)

Eine treffende Analyse, die ich mit Genuß gelesen habe.
Anselm Sickmann, Bonn

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
29. August 2006 20:39

Dummschwätzertum wird thematisiert!

Bernhard Henn (Annenheider)

Danke, dass nicht nur hier, sondern in zunehmendem Maße Journalisten Dummschwätzerinnen und Dummschwätzer unter "Experten" und Politikern aufgreifen und entlarven. Weiter so!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 8 von 8 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche