Bombenstimmung: Szene aus “Tal der Wölfe“

Kinobesuch

Blutrache am Westen

Ein antiamerikanischer, antichristlicher, ein türkisch-nationalistischer und promuslimischer Film: Wenn der Action-Streifen „Tal der Wölfe“ im Kino läuft, schaut die ganze türkische Familie zu. Ein Kinobesuch in Berlin-Neukölln.

Lesermeinungen zum Beitrag

19. Februar 2006 00:41

Wenn geistiges und fleischliches Alter sich scheiden...

Jonathan Beck (fasleser77)

@ Frau Marschall-Kunz:

Selbstverständlich sei Herrn Rathgeb die eigene Meinung zugestanden; das ändert allerdings nichts daran, dass sie, weniger den Film sondern eher die Beschreibung der Kinosituation betreffend, sublim rassistisch und damit kritikwürdig ist. Vor allem hätte die FAZ diese Meinung nicht hundertausendfach vervielfachen sollen.

Übrigens wurde mein letzter Satz - Allah sei Dank, denn der Satz war übermässig böse zu Herrn Rathgeb - von der Redaktion gestrichen. Ich habe darin die (FAZ-zensierte) Meinung vertreten, dass ich Herrn Rathgebs Worte angesichts seines unerwartet jungen Alters umso unwürdiger finde!

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18. Februar 2006 15:02

Harmlos?

Cornelius Ludwig (CLudwig)

„Genau wie in den früheren Filmen ist dies nicht die Abbildung der Realitaet (…) genausowenig wie Rambo Realitaet war“, hat Volker Schmid geschrieben… Schön wär’s, wenn, wie von einem anderen Teilnehmer behauptet, der Film so unglaubwürdig wäre, daß von ihm keine Gefahr ausginge. Das gilt vielleicht für den reflektierenden Kinobesucher, der das Strickmuster eines solchen Actionthrillers erkennt und dazu verinnerlicht hat, daß Realität und Fiktion zwei Paar Stiefel sind. Ich rate aber jedem, der glaubt, daß auch alle anderen „Tal der Wölfe“ mit diesen kritischen Augen sehen werden, in der Suchmaschine den Filmtitel einzugeben und auf einer x-beliebigen Seite die Zuschauerkommentare zu lesen. Da sieht man sehr schnell, was für ein Geschichtsbild diejenigen haben, die diesen Film gut finden: Eine christlich-jüdische Weltverschwörung versucht, das Ehrgefühl der islamischen Völker zu brechen. Christen und Juden haben in erster Linie eins im Sinn: möglichst viele Muslime zu töten. Da wird über zionistische Weltverschwörung und Auslöschung Amerikas raisoniert, zum Dschihad aufgerufen, Zarkawi als wahrer Muslim gelobt (filmz.de). Folgender Kommentar von „Nessi2006“ ist noch der harmloseste: „Der Film ist einfach super, sehr empfehlenswert, da hier endlich mal gezeigt wird, was nicht ans Tageslicht gebracht wird. Es ist für jeden von uns eine Boschaft dabei. Ich habe das erste Mal erlebt, dass ein Film applaudiert wurde.“ (lycos kino&film)

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18. Februar 2006 07:45

Racist don't go home, go to hell !

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Wer mit rassistischen Gefuehlen spielt,spielt mit einem hochexplosiven Stoff.
Wer das als kuentlerische Freiheit verteidigt haben will,ist genauso ein Idiot,wie derjenige,der den explosiven Stoff der religioesen Empfindungen in Brand setzt.
Es gibt keine Rechtfertigung rassistische Ressentiment
ein bischen zu kritzeln. Es gibt ja uaf der Welt genuegend
Individuuen,bei denen es staendigt juckt...
Es gibt anscheined eine ganze Menge Individuuen,die bei diesem Film einen Orgasmus ihrer rassistischen Gefuhle erleben.Vielleicht sogar multiple racial-orgasm...
Aber sie werden am Ende im Tal der Traenen aufwachen...

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18. Februar 2006 01:47

Typische Aufregung

Volker Schmid (vschmid)

Haben wir nicht alle (einige zugezogene türkische Mitbuerger
vielleicht nicht) Filme in den 50,60 und 70-er Jahre gesehen
wo erst alle Indianer boesartig und blutruenstig waren und die
amerikanischen Soldaten die Guten.Dann kam eine Welle von Filmen die zeigten dass Indianer mehrheitlich gutartig waren und Weisse mehrheitlich (bis auf den Filmhelden) miese
Charaktere und es gab auch Filme wo Indianer durchweg die Guten und die Weissen die Schlechten waren.
In den 90-er fing es dann an mit Vietnam Filmen nach dem gleichen Schema erst waren die vietnamesen alle schlecht spaeter dann nur noch einige und so weiter.
Was will ich sagen, dass es normal ist dass nach einer Welle von Filmen die islamische Terroristen als boese Buben zeigen auch mal türkische Helden gezeigt werden.

Genau wie in den früheren Filmen ist dies nicht die Abbild der Realitaet (man ist versucht zu sagen eine Karikatur aber dieser Begriff ist derzeit einem Mislem schwer zu erklaeren) genausowenig wie Rambo realitaet war.

Die einzige Gefahr dieses Filmes liegt darin dass in einer aufgeputschten Stimmung Leute zu einem Meinungsbild hingeleitet werden sollen dass nicht zum Miteinander sondern zu einem Gegeneinander führt. Also schaut euch den Film an amüsiert Euch wie die guten Türken gewinnen und dann geht nach Hause um euer tagtaegliches Leben in den Griff zu bekommen

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17. Februar 2006 22:53

Vorsicht!

Hans Joachim Helbach (strikecan)

Wenn ich mir die Beiträge der offensichtlich türkisch-stämmigen Leser so anschaue, komme ich zu dem Schluß, dass man sich vor ihnen sehr in acht nehmen muss. Da bekomme ich richtig Angst, was die Zukunft noch mit sich bringt.

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17. Februar 2006 21:44

racist go home

Jonathan Beck (fasleser77)

Ich stelle mir den Autor dieses Artikels, Herrn Rathgeb, als einen runzligen alten Dorfdeutschen vor. Er war schon lange nicht mehr im Kino, und jetzt schickt ihn die FAZ ins Tal der Wölfe, im doppelten Sinn: in die grosse dunkle Stadt Berlin und zum Proletenkino. Er ist empört: so einen schlechten und brutalen Film, noch dazu promuslimisch (!), antiamerikanisch und voll mit Stereotypen, und so viele Neuköllner auf einmal, das hat er noch nie gesehen.

Armer alter Opi geh zurück in Dein Dorf, könnte man meinen, aber so lächerlich ist die Geschichte dann doch nicht, schliesslich steht sie auf der ersten Seite des FAZ-Feuilletons, wo sonst Menschen mit Stil schreiben. Vor allem trägt sie eindeutig rassistische Elemente: "proppenvoll" mit "lauter Türken" sei das Kino gewesen (nicht wenige davon sicherlich Berliner von Geburt). Der Autor kommuniziert eindeutig Unbehagen und konstatiert Integrationsprobleme "unter den Türken in Berlin".

Ähnliche Integrationsprobleme hätte der alte Mann freilich auch in jeder Berliner Lesbenbar und in jedem "deutschen" Proletenkino in Marzahn, genauso wie ein türkisch-deutscher seines Alters auf dem Oktoberfest. Sowas kommt in einer freiheitlichen Gesellschaft mit sich, und ist nichts türkisch- oder Neukölln-spezifisches.

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17. Februar 2006 13:56

Sehr geehrter Herr Adigüzel, sehr geehrter Herr Sak,...

Cornelius Ludwig (CLudwig)

...habe ich richtig verstanden: Sie werfen dem Autor, Herrn Rathgeb, vor eine Weltsicht zu vertreten, in der "Gut und Böse, [...] Unten und Oben, Schwarz und Weiß ganz genau definiert ist" -- und verteidigen damit einen Film, der genau das vorgaukelt und demonstrieren den Lesern Ihre eigene Weltsicht, die offensichtlich genau diesem Schema entspricht? Der eigentliche Skandal an vergleichbaren Streifen aus Amerika ist also auch für Sie nicht die Pauschalisierung, sondern die Rollenverteilung?
Herr Sak, Sie werfen Herrn Rathgeb vor, zentrale Passagen des Films nicht richtig verstanden zu haben; aber ist das nicht eher ein Problem des Films, der hier in Deutschland läuft, daß er von Deutschen 'mißverstanden' werden kann? Sie beklagen sich, daß Herr Rathgeb seinerseits moniert, die Amerikaner würden pauschal als degeneriert dargestellt und stellen dann die rhetorische Frage: "Sind sie es denn nicht?" Um eine Ihrer Fragen abzuwandeln: Wie fühlen sich jetzt wohl Ihre deutschen Nachbarn, wenn sie wissen, daß Herr Sak nebenan solche Gedanken hat? Ganz gleich, wie gut oder schlecht Herrn Rathgebs Artikel ist (auch mir gefällt der mokante Unterton nicht): Herr Sak, Herr Adigünzel, in einem aufgeklärten, zukunftsfähigen Europa scheinen Sie und leider auch viele andere, Deutsche und Türken, noch nicht angekommen zu sein. Aber zum Glück gibt es ja Menschen wie Herrn Deletioglu, die offenbar mehr Interesse an der Lösung von Problemen haben, als an ihrer Verschärfung.

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17. Februar 2006 10:10

Blutrache am Westen (II)

Ali Sak (AliSak)

Sehr geherter Herr Rathgeb, wenn Sie sagen: "ein alter weiser Scheich, der den muslimischen Stämmen und Völkern predigt: nicht vor dem Feind aus dem Westen zu resignieren, sondern sich in der kämpferischer Geduld eines echten Muslims zu üben." dann haben Sie den Sinn der Aussage des Scheichs nicht mitbekommen (ist auch schwierig, wenn mann nur die Untertitel versteht und keinen Bezug zum Islam hat). In der Passage ist von Geduld, von Zurückhaltung, von dem Kampf mit dem "inneren Schweinehund" die Rede. Die "kämpferische Geduld" bezieht sich auf den inneren Kampf eines jeden Muslim mit sich selbst und nicht mit dem anderen. Ja nur wenn mann "sich selbst besiegt" dann kann mann auch mit den Anforderungen der äußeren Welt klar kommen. Um solche Passagen zu kommentieren sollte mann etwas mehr vom Islam verstehen. Sie sagen: "Die Amerikaner sind degeneriert" dargestellt. Sind sie es denn nicht? (siehe Abu Gharib, Guantanomo, und anderswo). Sie sagen: Sie bekommen Ihre ersten echten Integrationsprobleme unter den Türken nur weils Sie in einem Kinosaal mit Ihnen sitzen? Sie konnten es nur unter der Vorstellung aushalten, "daß ich ja nur in einem Kinosaal in Neukölln saß,.. von sehr kurzer Dauer." Wie fühlen sich wohl die Türken, wenn Sie Jahrzehntelang solch denkende deutsche Nachbarn haben, die nicht einmal für die Dauer eines Kinobesuches die Gesellschaft von Türken aushalten können?

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17. Februar 2006 02:13

ungesehen

julia schlüter (anouka)

Ich habe den Film "Tal der Wölfe" nicht gesehen und möchte ich mir dennoch erlauben, einen Kommentar zum gestern erschienenen "Erlebnisbericht" des Autoren Eberhard Rathgeb aus einem neuköllner Kino abzugeben. Als ich den Artikel gestern morgen las, habe ich meinen Augen nicht getraut und mich kurzfristig gefragt, welche Zeitung ich in den Händen halte. "...welche Integrationsprobleme ich und all die Jüngeren in Berlin (und nicht nur in Berlin) in einigen Jahrzehnten bekommen würden, und zwar nicht mehr nur in einem Kinosaal in Neukölln..."
Das es solche paranoide Ängste gibt, ist weithin bekannt und meiner Meinung nach bedauernswert und gefährlich, aber ich wurde hier unangenehm an die etwas konkreter formulierte Form "Überfremdung" erinnert. Wer diese und ähnliche Formulierungen benutzt, muss hier nicht weiter ausgeführt werden, Tendenzen in diese Richtung jedoch in einer der "großen" deutschen Zeitungen zu finden, beunruhigt mich.
Bezüglich des Ungleichgewichts zwischen hollywood-bustern dieser Art, mit amerikanischer Flagge alle 20 Minuten und einer Zeitlupen-Sonnenuntergang-lädierter-jedoch-ruhmreicher-Held-
unter-derselben-Schlusssequenz und Filmen dieser Art "von der anderen Seite"ist schon alles gesagt worden. Das Eine wie das Andere ist unangenehm, aber eine Verallgemeinerung in diesem Kontext bezüglich des Publikums und der betroffenen Nation ließe einen Großteil der "westlichen" Welt recht primitiv dastehen...

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16. Februar 2006 16:45

'Wir' und 'Ihr'

T. Wellinger (tomwell)

Sehr geehrter Herr Kizilkaya,

Sie haben Ihre Frage im Prinzip selbst beantwortet indem Sie Franzosen, Israelis und Amerikaner mit Muslimen verglichen haben. Sehen Sie das? Wie soll denn eine Integration stattfinden, wenn Sie keiner Nationalität, sondern einer Religion angehören???
In unseren westlichen Gesellschaften (der Sie ebenfalls sofern Sie z.B. in Deutschland leben sollten) ist es üblich Religion von der Staatsangehörigkeit zu trennen. Warum sind diese maßlos wütend demonstrierenden Massen muslimisch und nicht arabisch, indonesisch, iranisch...?
Ich kann mich daran erinnern, dass meine türkischen Freundinnen vor wenigen Jahren noch ohne Kopftuch auf die Straße gingen. Wieso jetzt? Ich kann mich erinnern, mit meinen türkischen Freunden unsere (deutschen) Nationalmannschaft zugejubelt zu haben. Wieso ist es jetzt die türkische? Waren wir nicht schon viel weiter mit der Integration?
Millionen von Türken haben sich in den letzten Dekaden dazu entschieden nach Deutschland auszuwandern, um ein besseres Leben zu beginnen. Doch wenn der Einzelne mit der Gesellschaft nicht mehr klar kommt, sollte er durchaus eine Rückkehr in Betracht ziehen - um dort eine bessere Zukunft zu finden.
Das ist ein Teil der Freiheit!

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16. Februar 2006 11:38

Ja es ist ein sehr guter Film

Servet Kizilkaya (Sergen)

Wenn man die Amerikaner kritisiert, ist es nicht in Ordnung.Denn Sie sind ja die Befreier in Irak...und vielleicht auch in Iran (lächerlich).
Mann sollte nur mal schauen wie in Gefängnissen, Demonstrationen die Amerikaner /Briten töten. Dann soll es ja nur Ausnahme sein...
Bloss keine Kritik.
Ich habe den Film gesehen und finde den Film sehr gut.Wir sollten uns integrieren? Wie denn?Französiche Atompolitik ist o.k., Israilische und Amerikanische auch...aber Mosslems sollten sich nicht bewegen...auch wenn Sie bedroht und misshandelt werden

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