Gewaltdebatte

Wer verbrennt wen?

Die Brandexzesse in den französischen Vorstädten werden beschönigend als Jugendrevolte bezeichnet. Dabei kaschiert der Begriff die entscheidende Tatsache: Die Täter sind Männer. Von Alice Schwarzer.

Lesermeinungen zum Beitrag

23. November 2005 11:00

Wer verbrennt wen?

Christine Schneider (scchrist)

Danke Alice Schwarzer!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
22. November 2005 12:32

Ausschreitungen in Pariser Vororten

Peter Bohn (surf)

Ich habe Ihren Beitrag mit großen Interesse gelesen und finde das Schicksal furchtbar, dass Sohane Benziane erleiden musste. Ihre Fokussierung auf gewälttätige Männer mag in den Auschreitungen in Paris zutreffen, doch sehe ich die Ursache der Geschehnisse nur bedingt geschlechtsspezifisch, sondern tatsächlich als eine Frage der Bildung an. Gleichgültig, welche Haltung man zum Irak-Krieg hat, auf amerikanischer Seite kämpfen auch Frauen, die Folterungen in den amerikanischen Gefängnissen wurden durch Frauen ausgeübt. Im Zuge der Emanzipation haben sich die Rollen geändert, auch dahingehend, dass Frauen zu denselben Handlungen fähig sind, die man bislang nur den Männern zugeschrieben hat, im positiven wie im negativen Sinn. Ihre Ausführungen sind dahingehend richtig, dass die Emanzipation noch nicht in allen Ländern, in allen Ressorts vollzogen ist und es auch noch ein weiter Weg bis dahin ist, dass aber durch Instandsetzung der Emanzipation, durch eine Gleichstellung der Frau eine Abnahme der Gewalt zu erwarten ist, halte ich für irrtümlich. Leidtragende sind immer die Schwachen, dass dies geschlechtsspezifisch augenscheinlich wird, mag der bestehenden Stellung der Frau entsprechen, muss sich aber so nicht verhalten. Die Frage ist, mit welchen Mitteln Mann und Frau welche Ziele erreicht.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
18. November 2005 18:59

Wer verbrennt durch Worte?

Alex Kutz (Alex_Kutz)

Das Hauptproblem der jungen Männer in den Banlieues lag schon immer in der gesellschaftlichen Stigmatisierung begründet. Sarkozy brachte es auf den Punkt: Es handelt sich um Abschaum.
Dank Schwarzers „Analyse“ nunmehr um vergewaltigenden Abschaum. Ein schönes weiteres Etikett. Aber wird dies die Probleme lösen?
Wohl kaum. Die Integration durch fundierte Bildungschancen wurde den jungen Immigranten in Frankreich und Deutschland (Stichwort: PISA) verweigert. Dass nun insbesondere junge Männer ihren Protest kundtun, liegt auch in ihren schlechteren Bildungschancen begründet. Erst kürzlich bestätigte die IGLU-Studie für Deutschland, dass Jungen bei gleicher Leistung schlechter benotet werden. Dies gilt insbesondere für männliche Immigranten.
Anstatt Konzepte zu erarbeiten, um diesen jungen Männern Hilfsangebote zu unterbreiten, schlägt Frau Schwarzer nochmals drauf: Schließlich handelt es sich um männliche Gewalttäter. Frau Schwarzer sollte sich selbst nicht zu einer französische Aufklärerin erheben, sondern ihre Rolle als Brandstifterin kritisch hinterfragen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
18. November 2005 08:59

Ursachensuche statt bloßer Beschuldigung

Norbert Ost (grohfuda)

Es ist ja löblich wenn sich die Fraus S. kritisch zu den Vorgängen in Frankreich äußert.

Aber nur weil es sich scheinbar anbietet, muss sie mal wieder Haßtriaden gegen den Mann loslassen... Wir kennen ja ihre "neutrale" Meinung zu dem Thema. Und mutig ist nicht viel an ihrer Äußerung. Obwohl es so etwas wie ein Rassismustabu in Deutschland gib ist ihr Sexsismus gegen Männer ja im Gesellschaftskonsens (und in sofern hat es auch etwas mit der Wahrheit zu tun..)

Es wäre schön gewesen, wenn Frau S. auch mal die Ursachen der Krawalle analysiert hätte. (Nein die Ursache ist nicht das es Männer sind...). Die vermeintlich (infolge von Tradition) rechtlose Frau steht im Islam (d.h. in der Religion) ÜBER dem Mann, d.h. er muss für sie sorgen. In deren Lesart bedeutet es auch, die Frau von (vermeintlichen) Gefahren (in diesem Fall das Leben draußen) abzuhalten... und auch die beschriebene Mehrehe ist an die Bedingungen der Gleichbehandlung und vor allem der Versorgung der Ehefrauen gebunden. Zugegeben was draus gemacht wird, steht auf einem anderen Blatt.

Die randalierenden Jugentlichen sind die Verlierer der Nation. Sie sind frustiert, perspektivlos und gewalttätig. Mögliche Ursachen gibt es viele, aber die werden an dieser Stelle ja nicht erwähnt.

Frau S. ging es aber wieder mal nur darum uns ihr Weltbild (Frauen = gut, Männer = böse) zu erhalten.

Vielen Dank Frau S. - schade, dass es die freien Medien hier nicht wagen, solchen Sexismus mal nicht abzudrucken. ..

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
17. November 2005 20:37

Wer verbrennt wen?

anna coels (annakoeln)

Seitdem die Nachrichten über die Brände in den Vorstädten über die Medien verbreitet werden, habe ich mich und andere gefragt: wo sind die Frauen und Mädchen? Wie kann man von 'den Jugendlichen' sprechen, wo doch NUR der männliche Anteil der Jugendlichen gemeint ist? Wer thematisiert endlich diese (un-)heimliche Spaltung der Gesellschaft in der Gesellschaft, wo die Jungen und jungen Männer Brände legen und die Mädchen und Frauen einfach nicht sichtbar sind?
Alice Schwarzer tut es. Endlich! Ich bin froh, dass sie beides sieht, die tatsächliche Hoffnungslosigkeit der männlichen Jugendlichen und die Gewalt, die diese eben nicht nur nach außen, sondern auch und sehr brutal nach innen, in Richtung auf die Frauen ihrer Gesellschaft wenden, die ihre Männlichkeit scheinbar gefährden.
Wir müssen beides sehen und beides benennen.
Ich hoffe, Alice Schwarzer stößt eine ganz dringend notwendige Sichtweise und Diskussion an.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
17. November 2005 11:29

Wer verbrennt wen?

thomas kohler (funtomas)

Brilliant! Frau Schwarzer zeigt klar auf, wo die Wurzeln der so genannten «Jugendrevolte» in Frankreich sind. Ich hoffe bloss, dass die persönlichen Risiken, die sie damit eingeht, nicht allzu gross sind.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
17. November 2005 09:51

Mutige Aussage

Renate Eckert (doosie-soosie)

Danke, liebe Alice Schwarzer, für diesen Beitrag. Wer sonst, wenn nicht Sie, wagt sich (heute wie vor Jahrzehnten) an die Wahrheit? Wünschen wir uns, daß Ihre Worte gehört werden.....
R.Eckert, Stadtlauringen

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
17. November 2005 06:32

Gewalt

Peter Milka (McDuff)

Vielen Dank für den mutigen Artikel. Endlich wagt es jemand, dieses Thema anzusprechen ohne sich von der Rassismus-Keule abschrecken zu lassen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
16. November 2005 20:05

Diesmal nicht daneben-aber nicht weit genug

Jürgen Rieger (Riegerparis)

Frau Schwarzer, diesesmal liegen Sie mit Ihrem analytischen Kommentar der Ereignisse nicht daneben. Was zu ergänzen wäre, ist, daß seit Jospin in Frankreich die Zügel für den Nachzug von Zweit- und Drittfrauen vor allem aus ehemaligen afrikanischen Interessengebieten überhaupt nicht unterbuden wird. Dies führt nicht nur zur Ausgrenzung der Frauen (als rechtlos und austauschbar in der Vielehe), sondern auch zur Verdrängung der Erziehung der männlichen Kinder auf die Strasse, da die Wohnungen zu klein sind. Lesen Sie die aktuellen Polizeiberichte.

Es führt auch dazu, daß die Anzahl der Kinder dieser Gesellschaftsgruppe ständig steigt, da der französische Staat im Bestreben zur Förderung "französischer" Kinder reichlich Unterstützung zahlt.

Wie ist das bei uns? Wer tut etwas gegen die Zwangsehen türkischer Mädchen? Wer begrenzt den Zuzug von Menschen, die aufgrund von Bildung oder eigenem Willen mit hoher Wahrscheinlichkeit nie in der modernen und von handwerklichen Arbeiten immer entfernteren Arbeitswelt einen Platz finden werden?

Ein Staat, der weder seine eigenen Werte schützt (Selbstbestimmung der Frauen - im Sinne von "alle Menschen" - und Monogamie) noch seine volkswirtschaftlichen Grundlagen bewahrt (wer für unseren Staat nichts Positives leisten kann, soll bitte nicht zusätzlich zu unseren eigenen Problemfällen zu uns kommen), wird früher oder später immer Chaos enden.

Oder - was schlagen Sie als Lösungsansatz vor?

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
16. November 2005 19:56

Wer verbrennt wen?

Holger Sulz (H._Sulz)

Es ist nicht ohne Ironie, einer Steinzeitfeministin in der Faz Raum zu geben!
Wir können ihr Statement rasch zusammenfassen mit einem einzigen Satz: Frau gut, Mann böse und für das Elend der Welt verantwortlich.
Es ist nicht bekannt, daß Frau Schwarzer gegen den massenhaften Import sozialen Sprengstoffs einst räsoniert hätte: im Gegenteil. Mit Chuzpe wird behauptet, die Integrationsbemühungen seien nicht erfolgt: kostenlose Sprachkurse bis hin zum Einzelunterricht, ABM- Maßnahmen bis hin zum "Jagen tragen", Heerscharen ausschwärmender Soziopolitowörker, die die Etats der Kommunen ruinierten- alles vergessen?

Derartiges Geschwätz ist nicht mehr zielführend und sollte nicht mit Veröffentlichung in der faz belobigt werden.
Wer denn, wenn nicht Frau Schwarzer steht geradezu für die romantischen Sozialillusionen der letzten dreißig Jahre? Es erfüllt einen mit Ingrimm, wenn gerade die, denen wir die Malaise zu verdanken haben, jetzt mit Vorwürfen in der Faz promovieren dürfen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 10 von 10 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche