Herr Handke glaubt, sich für eines besonders rechtfertigen zu müssen: für seine Äußerung, die Serben seien noch größere Opfer als die Juden.
Seine Äußerung entschuldigt er damit, dass
- er sehr aufgeregt gewesen sei und
- des Französischen nicht recht mächtig.
Auf den zweiten Teil der Entschuldigung möchte ich nicht eingehen, wohl aber auf den ersten.
Erregt?
Machen wir ein Gedankenexperiment: Wenn ein Intellektueller heute fordern würde, alle Muslime sollten sofort aus Deutschland ausgewiesen werden und sich morgen für diese Entgleisung entschuldigte, würde man die Entschuldigung annehmen?
Würde man die Entschuldigung annehmen, wenn der Grund für die Forderung ein Islamistenanschlag irgendwo in Europa wäre?
Würde man sie annehmen, wenn der Hintergrund der Tod seines Kindes bei einem Terroranschlag wäre?
Im ersten Fall würde man die Äußerung wohl nicht wirklich entschuldigen, im zweiten Fall vermutlich schon.
Ich möchte Herrn Handke also fragen, warum er so erregt war. Denn das müsste deutlich machen, dass die Äußerung nicht eigentlich einen festen Teil seiner Gedankenwelt ausdrückt, sondern dass er in diesem Fall tatsächlich vor Erregung ausser sich war.
Handke ist seit jeher ein Stachel im Fleisch all derjenigen Zusammengerotteten, die genaues Beobachten und differenziertes Denken nicht ertragen können und sich statt dessen im wohligen Schablonendenken einlullen, um sich Fakten und Wahrheiten nicht stellen zu müssen.
FAZ oder taz sind hervorragende Bühnen für diese Art von Individuen, sie alle sind in diesem verlogenen Konformismus gleich und einerlei.
Ich sehe überhaupt nicht, dass Handke irgendwo irgendwelche eisernen ethischen Masstäbe verletzen würde, ganz im Gegenteil: er gnügt ihnen aufs Höchste!
Da man das aber in seiner eigenen aus scheinbarer ethischer Überlegenheit gezeugten ignoranten Verbortheit nicht anerkennen kann/will, polemisiert man gegen ihn und bewirft ihn bereitwillig mit Dreck um ihn zu diskreditieren.
Da er besser beobachten kann als seine Kritiker, kann Handke das aber letztlich egal sein: "Mückenstiche können ein mutiges Pferd in seinem Lauf nicht aufhalten" (Beethoven) - und Spiesser gab's schon immer.
Die Ereignisse des Balkans sind für die "Mitteleuropäer" seit jeher unverständlich. Da für sie der Balkan den gleichen Stellenwert besitzt, wie Süd- und Mittelamerika für die Amerikaner, glauben sie auch immer, dass ihrem eingebildeten Fehlbild auch die Realität entsprechen müsse - das ist real existierender Surrealismus.
Und wenn die Düsseldorfer glauben, Handke den Preis aberkennen zu müssen, dann sind sie selber schuld.
Darf ich am hitzigen Stammtisch leise platznehmen? Meine Stimme fände vielleicht eher ihren Platz, stimmte sie in den gröhlenden Chor ein. Doch sehe ich in Handkes Handeln noch lese ich in Handkes Worten, dass sein Gegen-den-Strom-Schwimmen ihn in menschenrechtswidrige Gefilde getrieben hätte. Auf mich wirkt es lediglich wie eine Aufforderung, unseren runden Wanst nicht vorbehaltlos und bequem mit mediengekochtem Gut und Böse zu sättigen. Wir sollten agil und hungrig bleiben - und nüchtern - für eine kritische Auseinandersetzung mit den uns nahe und fern liegenden Konflikten.
Dem ehemaligen Georg-Büchner-Preisträger und verhinderten Heinrich-Heine-Preisträger Peter Handke zum Trost einige Verse aus dem Wintermärchen:
Sie haben dir übel mitgespielt,
Die Herren vom hohen Rate.
Wer hieß dich auch reden so rücksichtslos
Von der Kirche und vom Staate!
Ach! hättest du nur einen andern Text
Zu deiner Bergpredigt genommen,
Besaßest ja Geist und Talent genug,
Und konntest schon die Frommen!
Geldwechsler, Bankiers, hast du sogar
Mit der Peitsche gejagt aus dem Tempel —
Unglücklicher Schwärmer, jetzt hängst du am Kreuz
Als warnendes Exempel!
Ja, Handke ist ein ganz Pöser! Die Jury sind auch lauter ganz Pöse! Höchste Zeit, dass die politisch Korrekten eingegriffen haben! Endlich handelt jemand RICHTIG UND RECHTMÄSSIG - gegen die eigenen unverstandenen Regeln von Liberalität, Pluralismus, Gehör des Angeklagten, genauer Prüfung der Vorwürfe und Sachkenntnis. Sehr beeindruckend und ermutigend!
Ein Schriftsteller,ein Poet muss auch als Person Mindestqualitaeten an Humnuismus an politischer Korrektheit aufbringen,um dem Heine Preis wuerdig zu sein.
Man kann die literarische Qualitaet nicht als allein entscheidend betrachten.
Handke ist seit Jahrzehnten politisch zumindest ein Verirrter.
Das will er selbst nicht erkannt haben.
Da er kein Dummkopf ist,muss das an etwas anderem liegen,als an Selbserkenntnisfaehigkeit.
Sein Versuch Milosevics 'Geist' ueber seinen Tod hinaus zu retten war doch offensichtlich.
Ich frage mich;welcher Teufel hat diesen
Menschen Handke dabei geritten?
Die soeben bekanntgewordene Entscheidung der Stadt Düsseldorf erinnert mehr an Heines Vita als sie zum nach ihm benannten Preis paßt. Sie ist ein weiterer Stein im Mosaik westlichen Verständnisses von politisch korrekter Mehrheitsfindung, von persönlicher Feigheit und vom Unvermögen individuellen Denkens.
Peter Lang, Salzburg
Heine würde sich im Grabe umdrehen.
Die soeben bekanntgewordene Entscheidung der Stadt Düsseldorf erinnert mehr an Heines Vita als sie zum nach ihm benannten Preis paßt. Sie ist ein weiterer Stein im Mosaik westlichen Verständnisses von politisch korrekter Mehrheitsfindung, von persönlicher Feigheit und vom Unvermögen individuellen Denkens.
Peter Lang, Salzburg
und so ein wirres Geschreibe ist des Heinrich Heine Preises würdig?
Der Henrich-Heine-Preis ist eben nicht der Axel-Springer- Preis, der an junge Journalisten vergeben wird, sondern er ist ein Literaturpreis. Menschen, die in der Preiverleihung vornehmlich eine Provokation (ihrer politischen Ansichten?) sehen, haben das wohl überlesen.
Es ist immer dasselbe mit diesem titoistischen Kärntner Klosterschüler - schon den Slowenen hatte er seinerzeit vorgeworfen, sie seien "undankbar", hätten sich von der nährenden Mutter Jugoslawien entfernt ... Seltsam, dass ihm selbst die FAZ noch Raum gibt, wo er sie doch angiftete: "Frankfurter Fernfuchtler", "Reisswolf" u.v.m
Walter Müller-Wipperfürth, Innsbruck
2:5 in Leverkusen: Erste Hoffenheimer Niederlage in der ![]()
Fußball-Bundesliga, 3. Spieltag: Bayer beendet Hoffenheims Herrlichkeit
Gar zierlich: Zeichnungen bei Fichter in Frankfurt
2:3 in Mönchengladbach: Auch Diego kann Bremen nicht helfen
1:0 gegen Bochum: Schalker Leistung reicht für Bundesliga-Spitze