
Zu Recht. Lachen ist schließlich ein Merkmal unserer Spezies; es gehört zu deren Überlebensstrategien. Vom seichtesten Witzchen (naja) bis zum schwärzesten Schwarz erhellt Humor Zusammenhänge und wirkt deeskalierend bei Konflikten.
Ein Problem mit dem Humor ist heutzutage in der Tat: die Humoristen müssen sich eine Marke schaffen, um im Markt bestehen zu können. Eine Frage des Marketings auf Massenmärkten. Entsprechend fällt oft das Anspruchsniveau aus.

Ein paar Kommentare haben die im Beitrag genannten Komiker mit Stanley Laurel und Oliver Hardy verglichen: das ist etwa so, als würde man eine schon schal gewordene Portion Pommes von MacDonalds mit einem wunderbaren, klassischen 3-Gänge und 5-Sterne-Mahl vergleichen. Laurel und Hardy haben, denke ich, etwa 60 Filme gemacht, davon sind vielleicht ein Dutzend allererste Klasse (nicht gerechnet klassische Kurzfilme) und auch heute noch ein Genuß zu sehen. Ihre Pointen (slow-burn, Gestik, Zerstörungen, Absurditäten wie sich entzündender Daumen, Prüfer in Hupen-Fabrik) sind keine einfachen Wiederholungen, sondern sind das Resultat einer kunstvollen Grammatik des Humors, die überall auf der Welt verstanden wird und zündet.
Die vorgestellten deutschen Exemplare, plus noch ein paar andere, kann man dagegen eigentlich nur mit einem Gehirn-Bypass ansehen.

Der massentaugliche deutsche Humor, der in den unglaublich niveaulosen privaten Sendeanstalten angetroffen wird, ist ja nicht nur dort vorhanden.
Vom Deutschlandfunk und anderen wenigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten abgesehen, ist der UKW-Rundfunk voller witzelnder und "originelle" Terroranrufe absondernder Moderatoren und "Comedians".
Wenn das Ganze dann noch in infantilen und geradezu grotesk unkomischen Kinofilmen wie
der "Schuh des Manitu" seinen kommerziellen Höhepunkt erreicht, dann beschleicht mich doch schon ein gewisses Unbehagen über die Oberflächkeit und intellektuelle Genügsamkeit etlicher Mitbürger.

Das Privatfernsehen ('Unterschichtenfernsehen') ist ein krasses Beispiel dafür, daß der Wettbewerb nicht zur Angebotsverbesserung führen muß.
Sich jetzt darüber zu echauffieren ist Heuchelei.

Irgendwann nervt einfach alles und schließlich nervt man sich selbst und läßt was von sich :-)
Damit wird die Attitüde des Genervten dann endlich stilbildend.

Sehr geehrter Urheber,
endlich eine ziemlich komplette, genau zutreffende Abbildung unserer Comedy Landschaft.
Tragisch ist nur ein Punkt: Während man dem Fernsehen entkommen kann, muss man sich doch meistens dem Radio (im Auto) widmen. Und auch da gilt auf diversen Stationen: Atze nervt.
Ich verstehe nicht, warum seit 10 Jahren dieser Schrott auf Kindergarten-Niveau produziert wird? Schaut (oder hört) sich das nach der Fertigstellung keiner an? Vermutlich nicht, diese zweifelhafte Ehre wird nur dem Endverbraucher zu Teil.
Vielen Dank nochmals,
MfG
M. Guerra

Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Wo z.B. ist in diesem Beitrag Dieter Nuhr erwähnt. In den meisten Fällen kann man diesem Artikel recht geben. Aber bitte nicht vergessen, der Humor ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. Ich oute mich mal als Comedy Fan, wobei ich den kritischen Humor, welcher uns einen Spiegel vorhält bevorzuge. Humor ist immer Standpunktsache des jeweiligen Betrachters, seiner Ansichten und persönlichen Erlebnisse. Der Verfasser dieses Artikels kommt aber so rüber, als ob er noch nie Humor gehabt hätte. Wer sonst käme auf die Idee, ein solches Thema aufzugreifen und bierernst zu analysieren?

Der Artikel ist peinlich. Er ist in der Sache schlicht dummes Zeug. Denn er ist bemüht, alles herunter zu ziehen. Sicherlich, dass der eine oder andere der Klamaukkünstler bei näherer Betrachtung nur deshalb zum Lachen reizt, weil man nicht glauben will, dass dieser seine Sketche für lustig hält, worüber man eben nur lachen kann! Aber alle durch den Autor in den Kontext gestellten Humoristen trifft das nicht. Und bitte: Dick und Doof lebten von der Wiederholung der Ereignisse - bis zum Abwinken. Wie mag Niggemeyer diese beurteilen? Ein in jeder Hinsicht unreifer Artikel, der - wie bereits von einem Vorposter zutreffend bemerkt - auf Spiegel-Online sein Dasein fristen mag - der FAZ allerdings unwürdig ist. Die FAZ muss aufpassen, ihre Niveau flacht seit Jahren deutlich ab!

Ohne von der pseudo-intellektuellen Ecke heraus rumzicken zu wollen oder ein Spassverderber zu sein> ich stimme dem Artikel zu. Allgemein würde ich es so auf den Punkt bringen>
Die Fernsehsender dürfen dem deutschen Publikum ruhig mal wieder etwas (mehr Niveau?!?!) zutrauen! Jawohl!
Und darauf heben wir jetzt einen. ;o)

Ein langatmiges Allgemeinplätzchen, dass bestätigt, was wir schon immer ahnten: "Comedian" ist der neue Held des arrivierten Proll.
Harald Schmidt würde sagen: "inhaltlich sind sich alle einig, dass Comedians fast alle das Unterschichtenfernsehen füllen, nur der Ausdruck der Kritik variiert, je nach dem , wann sie die Schule verlassen haben".
Die Rubrik "nicht zu verwechseln" hätten Sie sich sparen können; ausser Bert Rürup und Piet Klocke; also: diese Pointe hätte ich mir nicht entgehen lassen.
Pointe verfehlt, setzen.
Cheffe

Leider kenne ich einige der Vorgestellten vom Wegschauen - oder Wegzappen. Ich fand schon Krebs und Co zum Weinen, doch die derzeitige deutsche Komiker-Riege müßte man eigentlich, man möge diesen Ausdruck bitte entschuldigen, als Sondermüll entsorgen. Es sind Produkte einer RTL-Kultur, die man nur als Verdummungskultur bezeichnen kann, und die eigentlich angebrachte Gesundheitswarnungen bräuchten wie Zigaretten-Packungen. Manchmal glaube ich, daß diese Verdummung von einer perfiden Absicht gesteuert sein muß.
Übrigens, wirklich witzig finde ich Kanal Fatal auf Bayern 3: eine Komik, die auch entspannt, die man aber anschauen kann, ohne nachher das dringende Bedürfnis zu haben, sich intellektuell zu desinfizieren. Ansonsten folgende Tips: englischer Humor! von Fawlty Towers bis zu Father Ted, French und Saunders, Goodness Gracious me. Manches nicht mehr neu, aber ein Blick darauf, und man weiß wieder, was einen zum Lachen bringt.

Hallo,
was soll dieser Artikel aussagen? Eine Kategorisierung der Komiker die sich ihrer Stärken (Marktwerten) entsprechend verhalten? Na und?
Worin besteht der Unterschied ob ein Schauspieler oder Komiker Witze macht? Ist letzteres etwa Homur zweiter Klasse?
Man kann Komik pseudoernst betrachten - aber auch einfach darüber lachen, oder eben nicht.