Ein Stuttgarter Fall zeigt, wozu Videoüberwachung gut sein kann. Aber nicht sollte

Mit Überwachungskameras

Stuttgarter Bank auf den Spuren von Hundekot

Mithilfe ihrer Überwachungskameras kam eine Stuttgarter Bank der Kundin auf die Spur, deren Kind an den Schuhen Hundekot ins Gebäude gebracht hatte - und stellte ihr die Reinigung in Rechnung. Eine Provinzposse. Und ein erschreckendes Exempel des Datenmissbrauchs. Von Thomas Thiel

Lesermeinungen zum Beitrag

08. Februar 2008 19:10

Vielleicht ein Spießerproblem, gar?

Herold Binsack (Devin08)

Wenn man der Volks-Bank die Bank nähme, dann gerät das Volk(s) womöglich in eine prekäre Lage. Und Egal ob Kot unter den Schuhen oder Erbrochenes auf den marmorneren Fluren, solches wäre daher so oder so ein Sakrileg ob jener Ausbrütungen moderner Identität. Und ob nun das spähende Auge des braven Bürgers oder das kalte moderner Optik – beides auferlegt dem Bürger die ein- und dieselbe Pflicht: nämlich die Beobachtung jeglicher Verstöße gegen die Ordnung. Und welches Problem haben wir denn da? Ein Problem des Datenschutzes, ein Problem der Wahrnehmung (ein Problem des Standpunktes), oder ein Klassenproblem, gar? - Was wäre, wenn solch stinkendes Beiwerk unter den Sohlen eines Budapesters auf Hirschleder vom Späher erfasst worden wäre? Oder haben wir wirklich nur ein „Spießerproblem“? – Jetzt schon gar bis in die Reihen derer hinein, die für gewöhnlich solch Vorwurf nur unter den Gewöhnlichen gelten lassen? Und damit eine späte und solchermaßen absurde Bestätigung für den Kulturchef der Zeit?!

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08. Februar 2008 15:20

Weiter gedacht...

Klaus Bernhard (Cococollector)

Die Bank hat wirklich kurzsichtig gehandelt.
Wenn ich schon die Kundendaten habe und weiß, wer in meinem Haus Geschäfte macht, dem kann ich doch gleich auch den Reinigungsrechnungsbetrag vom Konto abziehen.
Vielleicht schaffe ich es sogar, bis über die Widerrufsfrist hinaus unentdeckt zu bleiben?

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08. Februar 2008 14:27

Teils, teils...

Thomas Berger (tberger)

Nun ja.

Die Beunruhigung über die Verwendung der Überwachungskamera vermag ich ehrlich gesagt nicht zu teilen. Denn wenn ich recht verstanden habe, hat die Kamera doch die *Innenräume* der Bank gefilmt. Und, wie soll ich sagen, daß diese Kameraaufzeichnungen zur Aufklärung von schädigenden Handlungen verwendet werden, ist doch gerade das dahinterstehende Konzept, oder? Können sich nun auch Ladendiebe, die durch Überwachungskameras ertappt werden, auf ihr Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung berufen?

Viel bedenklicher erscheint mir, daß die Bank ihre Kundendaten zur Ermittlung der Missetäterin verwendete. Daß das Bankgeheimnis nichts wert ist, sollte allgemein bekannt sein (bin mal gespannt, wann Telefonate von öffentlichen Telefonzellen nach Österreich allgemein abgehört werden - andere Geschichte...). Aber da gibt es doch diese Sache mit den Chinese Walls? Wenn eine Bank schon Daten hierfür verwendet - was macht sie dann, wenn wirklich Geld im Spiel ist?
DAS ist doch das Problem, nicht eine blöde Kamera. Und deswegen sollte die BAFin den Laden einmal gründlich auseinandernehmen.

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08. Februar 2008 14:25

Erstmal...

Stefan M. Oke (stefanmoke)

...sollten wir alle den Ball flach halten, bis geklaert ist, welche der "Versionen" der Wahrheit am naechsten kommt. Aber natuerlich lassen sich solche Vorfaelle wieder von beiden Datenschutz-Meinungs-Lagern hervorragend ausschlachten und instrumentalisieren.

Datenschutz hin oder her ist die Reaktion der Bank insofern zu begruessen, als das gleichgueltiges, vielleicht sogar asoziales Handeln nicht einfach toleriert und ignoriert, sondern geahndet wird. Es wird sowieso zu viel weggeschaut, Augen zugedrueckt und "toleriert". Aber die dicke Lippe hinterher setzt sich ja auch keiner Gefahr aus.

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08. Februar 2008 14:06

Rein gemacht oder reine gemacht

Axel Julius (EscobarManuel)

Wie auch immer der tatsächliche Hergang wirklich war, die Bank hat kein Recht die Daten zum Zwecke der Selbstjustiz und eigennützlich zu nutzen.
Wer glaubt, dass dies ein Einzelfall ist oder bliebe, der möge weiter träumen.

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08. Februar 2008 14:04

Datenschutz

Joachim Gärtner (maglie)

Das Thema Datenmissbrauch ist an der Tagesordnung, bei Unternehmen wie Behörden. Selbst der Polizei unterlaufen diese "Dinge". Ursache ist nach meiner Erfahrung oft Unkentniss. Dafür muss man nicht in`s Ländle sehen. Was dort wirklich wie passiert ist, kann man dem Artikel nicht entnehmen.
<br>
<br>So "lustig" mit der Erzählung ein Vorurteil bedient wird - es hat nur Unterhaltungswert. Wenn damit allerings für das Thema Datenschutz sensibilisiert wird, dann heiligt der Zweck in diesem Fall die Mittel.

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08. Februar 2008 13:24

Schwoabeseggl

Steve Schuster (PreSize)

So was kann es nur im "Schwoabeländle" geben.
Eine Bank. Eine Firma, die mit dem Geld ihrer Kunden den eigenen Gewinn schöpft, stellt die Reinigung des Teppichs in Rechnung. Mir fehlen die Worte.

Das dumme ist nur, diese Bank wird noch nicht mal Kundenschwund zu beklagen haben.

Eigentlich störe ich mich schon gar nicht mehr daran, wie viel Daten täglich über mich gesammelt werden. Der gläserne Mensch ist nicht mehr vermeidbar. Vor allem mit Personen wie Herrn Schäuble im Amt. Zum Glück bin ich dort weggezogen. Denn Bayern ist für mich das Texas und BaWü das Utah Deutschlands.

Also ... scannt weiter unerlaubt Nummernschilder, speichert Daten noch und nöcher...

Die Dankbarkeit der Bürger, um deren Sicherheit ihr euch SO kümmert, ist euch GEWISS!

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08. Februar 2008 12:37

weitere Ermittlungen

Wolfgang Schulte (wolfgang-d-s)

Ich rege an, das Hundesteuerrecht so zu ergänzen, daß bei den Steuerämtern der Kommunen die genetischen Finger- (Entschuldigung, richtigerweise natürlich Pfoten-)abdrücke der Hunde registriert werden, damit die Schadenverursacher sowohl zivil- als auch strafrechtlich (insbesondere umweltrechtlich) zur Verantwortung gezogen werden.
Zur Erprobung dieses Verfahrens wird das Bundesland Baden-Würtemberg sich sicherlich zur Verfügung stellen.

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08. Februar 2008 12:20

Scheinheiligkeit

Udo Fischer (udofr)

Wer glaubt das die allgegenwärtigen Überwachungsmöglichkeiten nur zu unseren schutz da sind muss schon recht einfältig sein. Zentrale Speicherung von Internetdaten, Fluggastdaten die soweit gehen sollen das sogar noch das essen erfast wird, abscannen von KFZ kennzeichen alles nur zu unserer Sicherheit. Wie war das noch mit George Orwell 1984 BIG Brother is watching you.

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08. Februar 2008 12:01

Wahn der Datenschützer

Michael Meier (never1)

IN Schwaben und im Netz kursieren andere Versionen, die Geschichte ist schon mehrere Tage alt:

Das Kind hat sich "erleichtert", die Mutter störte sich im wahrsten Sinne des Wortes einen feuchten Kehricht daran und ließ die "Produkte" zurück.
Möchte doch wissen, wer von den Datenschutz-Berufsnörglern dies Vorgehen bei einem Haufen vor seiner eigenen Tür nicht angewandt hätte, ich kann die Bank hier gut verstehen.
Dieser Automaten-Raum ist keine Toilette und es ist wohl nicht unzumutbar, für entstandene Verunreinigungen geradezustehen.

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08. Februar 2008 12:00

provinziell und erschreckend kleinkariert

Constantin Ronertz (conrob)

typisch volksbank

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08. Februar 2008 11:51

Wie bitte?

P. Engel (bat2.111)

Das kann doch seitens der Bank nur als schlechter Scherz gemeint sein, oder?
Ansonsten würde ich nicht nur von Datenmissbrauch ausgehen, sondern auch akuten Schwachsinn unterstellen.

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