Offener Mail-Abtausch

Wie kommen Sie darauf, Herr Bahners?

09. Juli 2008 Auch in Zeiten der sich ausweitenden Medienkompetenz zieht ein Zeitungsartikel immer noch schneller Kreise als ein offener Brief an noch so gut ausgewählte „Mail-Plikatoren“. Prompt ersuchte daher Jochen Hörisch heute in einem Elektrobrief an den Feuilleton-Chef der F.A.Z., Patrick Bahners, diesen um eine Gegendarstellung zu einer hörisch-kritischen Zeitungsmeldung. Vergeblich. Wir dokumentieren.

Die Erwiderung von Jochen Hörisch auf die Bahners-Notiz Weitergepöbelt (F.A.Z. vom 9. Juli 2008), Mail von 11.04 Uhr:

Lieber Herr Schirrmacher, lieber Herr Bahners,

vielen Dank für den Hinweis in der F.A.Z. von heute auf meinen offenen Brief an Burkhard Müller. Ich würde mich noch stärker über diese Aufmerksamkeit freuen, wenn in dem Artikel nicht eine grobe Falschmeldung enthalten wäre  - ist dort doch die Rede vom „Mannheimer Lehrstuhlinhaber, der die SPD der Ära Scharping in Sachen Medienkompetenz beraten hatte“. 

Zum Thema

Wie kommen Sie darauf, lieber Herr Bahners? Ich bestehe auf einer förmlichen Gegendarstellung: Ich habe die SPD weder in der Ära Scharping noch vor- oder nachher in Sachen Medienkompetenz beraten. Ich verbinde diese Zeilen mit einer Bitte: auch Ihren Artikel würde ich gerne und selbstverständlich ungekürzt in die von mir geplante Dokumentation aufnehmen und hoffe auf Ihre Zustimmung.

Mit freundlichen Grüßen
Jochen Hörisch   

Die Antwort von Patrick Bahners, 11.47 Uhr:

Lieber Herr Hörisch,

herzlichen Dank für die freundliche Rückmeldung. Ich beziehe mich auf Ihre Mitwirkung an einer Bonner Veranstaltung im Jahre 1994, auf der Sie wie Ihr Kollege Norbert Bolz auf Einladung des früheren SPD-Generalsekretärs Peter Glotz den kulturpolitischen Teil von Scharpings Regierungsprogramm kommentierten. Am 3. Mai 1994 habe ich unter der Überschrift Scharping ist Siddharta in der F.A.Z. darüber berichtet.

Wenn Sie immer noch Grund zu einer Gegendarstellung zu haben glauben, muss ich Sie bitten, Ihren Anspruch auf dem vorgesehenen presserechtlichen Wege geltend zu machen.

Dem vorgeschlagenen Nachdruck meiner heutigen Meldung stimme ich gerne zu. Allerdings muss ich wie Kollege Müller die Bedingung stellen, Einsicht in die Druckfahnen zu erhalten - natürlich nicht des gesamten Buches, aber des Dokumentationsteils.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Patrick Bahners



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: picture-alliance/ ZB

 
 
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