Stauffenberg-Verfilmung

Deutschlands Hoffnung heißt Tom Cruise

Spezial Tom Cruise, der erfolgreichste aller Superstars, will unseren Stauffenberg spielen: Da sollte sich Deutschland glücklich schätzen. Statt dessen gibt es Proteste. Regisseur und Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck über Hollywood und die deutsche Verbotsgeilheit.

Lesermeinungen zum Beitrag

08. Juli 2007 22:00

Vernünftige Ansicht

Lorenz Huber (Wahrheitsliebe)

Herrn von Donnersmarcks Ansicht finde ich begrüßenswert. Sie klingt äußerst vernünftig im Gegensatz zu den Leuten, die ständig gegen Tom Cruise wegen seiner Scientology Mitgliedschaft hetzen.

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07. Juli 2007 02:00

Tom Cruise & unser Heil

Leo Kaufmann (leokaufmann)

Das Verweigern nicht beantragter Drehgenehmigungen: der Aufschrei aus der Filmindustrie ist brachial - ZENSUR!

Was wiegt dieser berechtigte Streit gegen die FÜNF MILLIONEN Euro direkter Förderung für das Projekt, die selbstherrlich der gleiche Staat zusagt? Das Volk, der Souverän, wurde dazu nicht befragt.

Diesen Reigen nehmen die Herren vom Film gerne hin. Sie regen sich nicht über eine "positive" Zensur auf - denn was hier ausgegeben wird, steht für andere Projekte nicht zur Verfügung.

Bedenken, wenn Hollywood mit dem Scientologen Tom Cruise im Schlepptau einen sensiblen Stoff verfilmen möchte: sollte man diese als Künstler nicht verstehen, die öffentliche Diskussion im Vorfeld sogar begrüßen?

Oder sind diese Herren heute mehr Manager als Künstler - also am öffentlichen Diskurs weniger als am Mammon interessiert? Eingeschnappt sind sie, wenn ihnen neben generöser Förderung nicht noch als neuen Superhelden gehuldigt wird.

Im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse sollte man den Beitrag eines solchen Films auf das Bewusstsein des globalen Publikums nicht überschätzen - auch negative Medienwirkung wird von der Branche bestritten.

Einfach muss die Story sein, damit alle sie verstehen - so einfach wie unsere Geschichte?

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06. Juli 2007 00:57

wieder nur Gutmenschen unterwegs...

Battista Fuoripista (fuoripista)

Leute, könnt Ihr mal eine Argumentation tolerieren, die vielleicht nicht dem sofort nachvollziehbarem Mainstream entspricht und vielleicht erst einmal drüber nachdenken, bevor sofort die eigene, lange vorbereitete und an den Haaren herbeigezerrte Kausalkette ausposaunt wird?

100% pro Donnersmarck!

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05. Juli 2007 15:53

donnersmarck

anne wiehler (felicitas13)

warum wurde mein Beitrag nicht publiziert?
Den Hinweis zu opus Dei ist keien Denunziation, sondern, der Vater von Donnersmarck hat die Planung eines Jungengymnasiums von Opus Dei in Potsdam aktiv ubnterstützt. Das kann man im Internet recherchieren. Da HvD selbst Bezug nimmt auf seine Familienverhältnisse halte ich diesen Hinweis für opportun.

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05. Juli 2007 15:38

Karrieregeiler Donnersmarck

anne wiehler (felicitas13)

Neben nichtssagenden Infos aus einer ambivalent gestimmten und "heldengeilen" adligen Nachkriegssociety (Marion Gräfin Dönhoff war zum Beispiel ein anderes Kaliber......) zeigt Herr HvD in seinem als Hollywoodbewerbung genutzten aufgeschäumten Artikel nur, dass er wenig differenzieren (Stauffenberg wird einseitig als Widerstandsheld personifiziert ohne historische Bedingungen zu erwähnen) will und "karrieregeil" Tatsachen und Menschen aus Filmperspektive und Marketungaspekten betrachten kann.
Da wird noch einiges von ihm auf uns zukommen.....vor allem eindimensionale männliche Heldengeschichten ( Wie wärs z. B. mit der Biographie von Josemaría Escrivá - dem begründer von Opus Dei ? Sein Vater hat hzu Opus Dei fruchtbare Beziehungen....) womit wir wieder bei Bekenntniossen wären.........

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05. Juli 2007 14:20

... die allzu hart sind stechen und brechen ab zugleich

Rüdiger Drischel (rudyguy)

Schindler war ein der Welt und sogar den Deutschen selbst unbekannter Held, von einem amerikanischen Regisseur ins Weltbewusstsein geholt.
Von Stauffenberg, ein vorrangig Deutschen bekannter, gescheiterter, trauriger Held aus dem Kreisauer Kreis, kann mit Hilfe der Weltbekanntheit eines amerikanischen Schauspielers das nach wie vor lädierte Deutschlandbild ergänzen. Das erreicht kein aktueller deutscher Mime!

Dass von Donnersmarck mit Hilfe dieser deutschen Story und einem auch an seiner eignen, persönlichen Karriere baut, sei ihm mehr als gegönnt.

Der Prophet gilt im eignen Lande nichts, okay - doch die Abschätzigkeit mit der von Donnersmarck hier behandelt wird ist erschreckend gehässig, schrecklich deutsch.
Melden sich nicht da wieder die fatale deutsche Überheblichkeit, anmaßende Überlegenheit, die Besserwisser, die vorgeblichen Weltmeister für dies & das?

Es ist kein Trost, aber wie reimt Biermann?
Die allzu hart sind, brechen,
die allzu spitz sind, stechen
und brechen ab sogleich ...

Nutzt alles nichts, bleibt immer noch der Weg vieler Deutscher: Emigration in lebensfreundlichere Gefilde auf diesem Planeten.

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05. Juli 2007 14:16

Widersprüchliche Methoden

Moritz Mutter (M.Mutter)

Henckel v. D.'s Attitüde, die Blickpunkte des Speziellen und des Allgemeinen, des Ganzen und des Teils, zu vermischen und zu vertauschen, sind nicht nur Zeichen einer geschichtsklitternden Sicht auf die deutsche Vergangenheit, sie wirken auch konfus und widersprüchlich.
In Hinsicht auf die deutsche Geschichte nämlich dient ihm die Negierung des Allgemeinen (=die Verbrechen des Nationalsozialismus) durch Fokussierung auf das Spezielle (=das Attentat Stauffenbergs), das doch nur im Zusammenhang des Allgemeinen verstanden werden kann, als Methode, die deutsche Geschichte freizusprechen. Die moralische Größe Einzelner, sofern von einer solchen überhaupt gesprochen werden kann, soll das moralische Versagen einer Nation relativieren.
(Man könnte auch sagen, v. D. weigert sich, die deutsche Geschichte im Ganzen zu sehen.)

Doch als er am Ende von dem Brief Stauffenbergs spricht, den er und sein Bruder gefunden hätten, verfährt er genau umgekehrt: die (übrigens a priori angenommene) allgemeine moralische Größe Stauffenbergs soll die Relevanz seiner antisemitischen Äußerungen nichten. (Analog bei Yorck)

Die beiden Methoden widersprechen sich offensichtlich. Kein sehr intelligenter Text.

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05. Juli 2007 12:14

cruisade des herrn oscar...

johanna sabine Peschko Martens (johanna.martens)

na, da donner(t)s ja markig - wie wunderbar ! florian der größte zieht alle register und bringt auch gleich noch geschickt seine familiengeschichte mit unter;
für sein leben in der neuen heimat dürfte damit klimatisch vorgesorgt und der rote teppich ausgerollt sein: cruise ist nämlich der größte.
nur in diesem punkt, lieber hollywoodspezi, scheidet sich mein geist dramatisch von dem ihrigen...
alles gute im gelobten land - mit hauptdarsteller tommy wünscht
ihre johanna peschko martens aus oldenburg

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04. Juli 2007 21:07

Widerstand gegen Dummheit

Hartmut Zingel (H.Zingel)

Von Donnersmarck ist ähnlich wie von Stauffenberg ein Widerstandskämpfer - ein Käpfer gegen Dummheit. Er deckt das Sendungsbewußtsein nicht von Tom Cruise oder von Scientology auf sondern dasjenige von deutschen Politikern.
Wieder einmal weiß man hierzulande exakt, was einem Deutschen zusteht zu wissen und zu glauben und was Recht und Unrecht ist. Diese Borniertheit, die vorgibt zu wssen ist das, was von Donnersmarck so wunderbar bloßstellt. Je mehr Menschen in aller Welt durch einen großangelegten Film erfahren, wie sich zumindest Einzelne in unserem Land gegen das Hitlerregime aufgelehnt haben, desto besser, sollte man meinen.
Gerade in Deutschland und fast ausschließlich in Deutschland gibt es Menschen, die Richard Wagners Musik ablehnen, weil den Nazis etwas zu nahe stand oder weil er seinem Freund und Gönner die Frau ausgespannt hat; aber ändert das etwas an der Genialität dieses großen Klangbildners?
Es klingt fast so, als wenn gewisse Deutsche ihren Stauffenberg für sich behalten wollen, so als heiligen Freiheitskämpfer deutscher Nation. Wenn diese Freiheitsikone so leicht zu verletzen ist, dann scheint es mit dem Freiheitsgedanken dieser Leute und in diesem Land nicht weit her zu sein.

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04. Juli 2007 19:13

noch einmal - Scientology ist keine Religion

angela roberts (angero)

es geht nicht um religiöse Vorlieben, die seien ja hedem unbenommen
wer mehr über scientology wissen will kann sich bei sektenbeauftragten im nInternet informieren
Das vermeintlich Religiöse ist Trankappe
Scientolgy ist eben keine harmlose Spinnersekte
und Cruise macht sich zum Sprecher - also keine private Meinung sondern Werbemmision
Wäre ich Stauffenberg, ich würde mich im Grab umdrehen
wäre ich scientology, würde ich mich freuen über die werbung die das mit sich bringt
wäre ich donnersmark würd ich vielleicht soch noch mal nachdenken

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04. Juli 2007 18:05

wo bleibt unser Film?

Heinz Dieter Chiba (hadeze)

Tom Cruises Filme, die meisten am tv "gesehen". viel Lärm, viel Krach, grosse Show. Sie verdienen Geld, besonders von den Jugendlichen, die seine Filme anziehen. Aber statt zu jammern, wäre es nicht möglich, dass ein deutscher Regisseur Stauffenbergs Geschichte aufnimmt? Bruno Ganz als Hitler war ein Erfolg. Warum nicht ein Film über Stauffenberg? Warum andere die eigene Familiengeschichte erzählen lassen?

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04. Juli 2007 16:52

Scientologys Hoffnung heißt Tom Cruise

Sigrid Schott (sschott)

Ich bin auch dagegen, dass man Schauspieler statt nach Leistung nach der politischen oder religiösen Weltanschauung beurteilt. Allerdings sollte jedem Produzenten und Kinobesucher klar sein (ist es aber leider nicht), dass es sich bei Scientology um eine gefährliche Sekte handelt, die durch das Engagement eines Künstlers, der sich ganz klar zu dieser Sekte bekennt, durch dessen Gage mitunterstützt wird. Seltsamerweise wird dieser Aspekt von Herrn von Donnersmarck in keiner Weise erwähnt, und daher finde ich den Artikel äußerst einseitig. Es geht hier nicht um die privaten Vorlieben eines Tom Cruise, sondern um die Unterstützung einer anti-demokratischen Sekte. die nicht unterstützt werden sollte.

Sigrid Schott, Duisburg

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04. Juli 2007 13:52

tja

martin gräfe (despera.do)

zitat: Wuerde diese Diskussion auch gefuehrt werden, wenn ein Homosexueller, ein Jude, oder ein Katholik die Rolle des Stauffenberg spielte?

nein, weil es sich dabei um ein persönliche bzw. vorlieben [homosexueller] und um religiöse eigenschaften handelt. scientology ist keine eigenschaft und auch KEINE religion.

zu herrn donnersmarck, wie kann man einen schm....komödianten wie tom cruise mit de niro oder depardieu vergleichen? vergleicht er sich auch mit spielbergh oder stone? wenn ja dann stimmt mich das -gelinde gesagt - etwas nachdenklich. wird er eigentlich dafür bezahlt?

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04. Juli 2007 13:27

danke petra schindler

Volvic Volvic (volvicXP)

genau! da ist mal jedes wort wahr, in ihrem beitrag!

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04. Juli 2007 09:46

Donnersmarck schreibt grossartig, a b e r

Heino German (polkataenzer)

man kann doch beim besten Willen nicht einen Halbzwerg
mit einem Meter sechzig körperlicher Länge als Stauffenberg besetzen. Ich würde Tom Cruise in
dem Stauffenberg Film sehr gerne als Göbbels sehen.
Es soll ja gute Maskenbildner in Hollywood geben.
..............
Zum Text von Florian kann ich nur sagen : Alle Achtung,
der Mann hat nicht nur körperlich Hochformat.

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