...die Luftlandung der Alliierten zur Eroberung u.a. der Brücke von Arnheim fand im September 1944 statt. Die Frage ob Grass bei der Abwehr derselben dabeigewesen sei erübrigt sich also.
Wenn ich immer höre: Dieses unschuldige 17-jährige Kind, dieser verführte Ahnungslose, fast noch ein Kind, usw., usw....
Hier in diesem Lande werden Menschen mit 18 zu Volljährigen erklärt. Damit also (theoretisch) haftbar für alles, was sie anstellen.
Das Denkvermögen hat jedenfalls in den letzten 70 Jahren nicht in dem Maße zugenommen, daß man von einer revolutionären Evolution der Hirne sprechen kann. Wenn das also so ist, dann wäre es an der Zeit, einmal das Thema Volljährigkeit und Reife zu überdenken.
Es erscheint mir unvorstellbar, daß ein 17-jähriger innerhalb von nur 365 Tagen vom Kind zu einem vernünftigen Erwachsenen mutiert.
Eben noch ein Kind und für seine Freiwilligkeitsentschlüsse nicht haftbar zu machen und am (buchstäblich) nächsten Tag mit 18 ein Erwachsener, der die Geschicke des Volkes mitbestimmen darf. Zum totlachen. Schon krass der Grass!
Ich darf daran erinnern, Grass war ein 17 Jähriger, der zuletzt als Kanonenfutter an die Front geworfen wurde. Er war kein Entscheidungsträger. Insoweit grenzt es schon an Rufmord, wenn er mit den führenden SS-Schergen in einen Topf geworfen wurde. Grass, wie auch Millionen anderer Kinder dieser Zeit, wurde in seiner Kindheit (seit seinem 6. Lebensjahr) und Jugend auf Hitler eingeschworen und in seinem Sinne erzogen. Wenn wir über Schuldige sprechen sollten, dann sind es die Leute, die Hitler wählten, die Täter und Mittäter bzw. die das Unrecht zumindestens duldeten. Also das deutsche Volk in seiner damaligen Zusammensetzung. Wenn ich mir allerdings die Beleidigungen und die Hetze in einen großen Teil der Kommentare durchlese, frage ich mich mit Erschrecken, ob wir (natürlich mit anderen Vorzeichen und anderen Opfern) selbiges wieder erleben könnten.
Wer Grass, der als Nobelpreisträger für Literatur ausgezeichnet wurde, als mittelmäßigen Autor bezeichnet, scheint von sich ein erheblich größenwahnsinniges Bild zu haben oder er sollte Grass einmal lesen bzw. hat ihn nicht verstanden.
Bisher hieß es immer hinter jeder FAZ steckt ein kluger Kopf. Das scheint wohl nur für die Printausgabe zu gelten.
Man kann von einem 16/17-jährigen nicht erwarten die Reichweite oder Folgen seiner Entscheidungen vollständig einschätzen zu können. Nicht einmal von einem Menschen wie Grass.
Hätte er das früher sagen müssen? Ich maße mir nicht an, dass zu entscheiden. Mit Steinen läßt sich leicht werfen. Aber es ist nunmal auch eine Wahrheit, dass es für manche Wahrheiten keinen guten Zeitpunkt gibt.
In seiner Biografie schildert Herr Grass seine Vergangenheit und so wie es scheint versucht er sie auch für sich zu bewältigen. Grass wird nun sicher ruhiger schlafen und die Stimmen die nun versuchen sich durch Kritik an ihm zu profilieren werden bald wieder verstummen, denn sie haben offensichtlich sonst nicht viel zu sagen.
Und trotz aller Kritik eins bleibt. Er hat es selbst gesagt und nicht erst ein anderer und das ist es was in meinen Augen zählt.
"Was Du machst kann ich beurteilen, was ich mach geht Dich garnichts an." ("Was Dein ist Mein, was mein ist geht Dich garnichts an")
Diese typische Geisteshaltung des linken Gedankengutes zeigt beim Herrn Grass wieder ihr schmutziges Gesicht.
Positiv kann man nur anrechnen, dass er selbst mit der Wahrheit rausrückt. Will er sein Buch vermarkten oder tritt er bald vor den Schöpfer und will reuig seine Sünden gestehen?
Ich bin wütend, enttäuschend... ja so sind die Menschen, und Grass ist auch nicht besser.
Fazit: Totalschaden
Ein Aufschrei durch die deutsche Medienlandschaft.
Selbsternannte Kritiker und Moralapostel bitten zum Tanz und verurteilen Menschen für angeblich offensichtliche Taten gegen Moral, Gesellschaft und Anstand.
Dass Günter Grass sich zu seiner Vergangenheit bekennt und sich zu Wahrheiten äußert, die er auch genauso gut hätte verheimlichen können, zeigt eben den Mut, den er auch in Äußerungen der Vergangenheit - eben gegen jenes Regime für das er in jungen Jahren "unwissend", wie nahezu alle Beteiligten - gekämpft hat - unter Beweis gestellt hat. Der richtige Zeitpunkt für ein "Geständnis", das ich vielmehr als Darstellung der Vergangenheit bezeichnen würde, ist der Zeitpunkt an dem sich der Betroffene äußert. Nicht früher und nicht später. Wichtig wäre allerdings, dass die Konsequenz und die Härte, die so viele trifft, die die eigene Vergangenheit einholt, oder die sich selbst vom Schweigen befreien wollen, überprüft wird, um nicht dafür zu sorgen, dass in unserer Gesellschat stets mit zweierlei Maß gemessen wird.
Dem Beitrag von Herrn Knöss ist fast nichts mehr hinzuzufügen. Wann endlich erkennt seine unfaßbar große Anhängerschaft, daß er nicht nur ein höchstens mittelmäßiger Autor, sondern auch noch ein moralinsaurer Schwindler ist....was bleibt, ist Bestätigung meiner jahrzehntelanger Einschätzung dieses Menschen, der zu allem DIE eine maßgebliche Meinung hatte.
der versuch die geschichte dieses landes
----die verschiedenen biographien der menschen
unter dem unmenschsystem hitlerei
zusammenzufuegen ist ein hoffnungsloses unterfangen
und die protagonisten finden sich immer wieder
im gleichen buehnenbild unter derselben sonne
unversoehnlich wacht der naziverehrer
darueber wer wert hat und wer nicht
jetzt sogar ueber einen der ihnen eh wertlos erscheint
gleichzeitig sind sie froh einer echten entnazifizierung
entdeckung entgangen zu sein
und halten das fuer ihre vollwaesche
Im ersten Artikelbeitrag nach dem Interview war in dieser Zeitung eine mißverständliche Behauptung verbreitet worden, die mangels Möglichkeit zum Leserkommentar nicht schon dort korrigiert werden konnte. Demnach sei die Waffen-SS lediglich "taktisch" unter dem Kommando der Wehrmacht gewesen. Das unterstellt, wie zugleich nahegelegt, Himmler sei der milit. Operationschef gewesen, womit der entsprechende Geruch verbreitet wird.
Das ist Unsinn. Wie auch den erhaltenen Einsatzdokumenten unschwer zu entnehmen, reichte die Kommandostruktur von den WSS-Einheiten innerhalb der Wehrmacht bis hinauf zum AOK/Armee-Oberkommando und HGK/Heeresgruppenkommando. Darüber stand operativ nur noch das OKW. Auch dem gehörte Polizei- und Innenminister Himmler nicht an.
Soweit er im Chaos der letzten Kriegsmonate trotz mangelnder fachlicher Eignung milit. Kommandogewalt an sich ziehen konnte, gehörte dazu nicht speziell das Kommando über die WSS und beschreibt auch nicht den typischen Rahmen ihrer Einsätze über die Kriegsjahre.
Am 19. April 1945 erhielt SS-Brigadeführer Heinz Harmel einen waghalsigen Befehl die Sowjet-Truppen zu zerschlagen. Er weigerte sich diesen Befehl auszuführen,weil es Selbstmord gewesen wäre und bewegte die Division anstatt nach Spremberg nach Süd-Berlin. Harmel wurde entlassen und SS-Obersturmbannführer Franz Roestel übernahm die Verantwortung für die Division in den letzten aussichtslosen Kämpfen gegen die Russen.
Die SS-Division "Frundsberg" war im Dezember 1944/Januar 1945 im Rheinland. Erst Ende Januar wurde die Division an die Ost-Front berufen.
Günter Grass hat gelogen! Warum? Grass, der Moralist, hielt es für ooportun, mit und von der Lüge zu leben. Clever suchte er sich die Marktlücke seine Zeit und überlebte auskömmlich. Die Literaturkritik lobte ihn hoch bis zum noblem Preis. Was kümmert schon Qualität und Ehrlichkeit; nur der Erfolg zählt. Und jetzt? Nun helfen die betrogenen Generationen selbstkritischer Deutscher dem alten Mann beim Verkauf seines neuesten Werkes. Er ist ein Schlawiner, der die Marketinginstrumente bis ins hohe Alter zu nutzen weiß. Was zählt Qualität, er war nie ein exzellenter Autor, höchstens so gut wie die Journalisten, die ihn lobten. Mindestens zwei Generationen hat er belogen und ihrer Würde beraubt. Das stört den Greis nicht und die Kritik erfreut ihn. Dass er sich an alles erinnert, nur nicht mehr an einen Moment seiner Vergangenheit, macht die Sache noch schlimmer. Die Botschaft an die Jugend lautet: Verantwortlich bis Du erst, wenn es Dir am besten paßt. Ja, das ist Grass.
Karlheinz L. Knöss