Plagiate sind ein wirklich großes Problem, das durch das WWW sicher an Bedeutung zugenommen hat. Auf der anderen Seite kann man dem Problem auch dadurch begegnen, daß generell alle Dissertationen, Habilitationen und sonstige wissenschaftliche Arbeiten frei in elektronischer Form verfügbar gemacht werden müssen. Dann fliegen Plagiate viel eher auf, als das früher der Fall war, als man Belegexemplare seiner Dissertation in der Bibliothek abgeben mußte, die dann im Magazin niemand mehr angeschaut hat. Aber Herr Weber hat recht, um die Qualitätssicherung in der Wissenschaft ist es generell schlecht bestellt. Spaßhalber habe ich mir mal die Dissertation Klaus Kleinfelds, ehemals Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, besorgt, und war doch sehr überrascht, mit was man den Doktor der Wirtschaftswissenschaften erwerben kann. Ich hätte das als Studienarbeit durchgehen lassen, aber als Dissertation? Ein weiteres Problem ist, daß Fehler in veröffentlichten Arbeiten weiter zitiert werden und sich so fortpflanzen. Korrekturen an etablierten Werken zu veröffentlichen, ist leider sehr schwierig. Das Establishment entscheidet nämlich darüber, ob die Kritik an ihm publiziert wird oder nicht. Da kann es lange dauern, bis Fehler korrigiert werden.
zu dem Artikel. Die Trennung von Wissen und Klatsch scheint mir eine der wichtigsten Funktionen der Kultur!. Ich applaudiere Herrn Weber, dass er sich dieses dringenden Themas annimmt! Der Poststrukturalismus mag eine sinnvolle Fingerübung sein, um sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Konsequent zu Ende gedacht ist die Philosphie aber falsch und oberflächlich formal: Es gibt Werte und Massstäbe. Vielleicht lassen sie sich nicht endgültig und logisch kohärent in Worte fassen. Das Ringen, und die Diskussion um solche Werte ist aber meines Erachtens der Kern unserer westlichen Kultur! Gruss, Sven