Verklagt von Evelyn Hecht-Galinski: Henryk M. Broder

Rechtsstreit

Was darf eine Jüdin in Deutschland gegen Israel sagen?

Der Zentralrat der Juden in Deutschland unterstützt Henryk M. Broder in einem Rechtsstreit gegen die Tochter von Heinz Galinski. Doch dürfen die Kritiker Israels nicht ebenso polemisch argumentieren wie Broder selbst? Von Patrick Bahners

Lesermeinungen zum Beitrag

25. August 2008 16:19

Ich liebe mich sehr!

Itzhak Levinski (mohel)

Ich kann selbsthassende Juden überhaupt nicht verstehen.

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24. August 2008 17:58

Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen...

bärbel morgenthau (baerbel46)

Sich zur Politik Israels zu äußern sollte natürlich nicht verboten sein. Man sollte allerdings die Motivation der Israelritiker nicht verharmlosen: Überall in der Welt geschehen im Namen von Staaten und ihren Regierungen die grausamsten Verbrechen, wogegen das, was in Israel passiert eigentlich keiner Erwähnung wert sein sollte, wenn man das vergleichsweise geringe Interesse für eben diese anderen Grausamkeiten damit vergleicht. Und wie anders als mit einem Ressentiment sollte man diesen Fokus auf Israel sonst erklären? Noch dazu, wenn man sich die Umfragen ansieht, aus denen hervorgeht, dass es in Deutschland sehr wohl massiv antisemitische Einstellungen gibt, die weit über das hinaus gehen, was man als "Kritik der Politik Israels" bezeichnen könnte, so z.B. der beliebte Vergleich Israels mit Nazideutschland (52,1% Zustimmung) oder der "Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser (68% Zustimmung). Wenn man dann noch die Wahnvorstellung einbezieht, "Israelkritik" werde vom Zentralrat der Juden und vielen Medien tabuisiert, müsste doch eigentlich klar sein, dass hier ziemlich viel Antisemitismus und nur sehr wenig ehrliches Interesse für das Wohlergehen der Arabischen Bevölkerung Palästinas am Werk sein können.

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22. August 2008 18:01

Beleidigung und Verleumdung sind Straftat, keine Meinungsäußerung

Sophia Orti (rum)

Und das ist der Antisemitismusvorwurf als Mittel zur Einschüchterung.

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22. August 2008 17:35

"vergleichen" ist nicht "gleichsetzen"

Michael Thum (stefanvolker)

Man darf A nicht mit B vergleichen. Wie oft hört man diesen Satz, besonders im Zusammenhang mit geschichtspolitisch heiklen Themen. Wie soll ich denn aber zu einem eigenen Urteil kommen, wenn ich nicht die verschiedenen Sachverhalte miteinander vergleiche? Dies ist sogar die Voraussetzung dafür, daß ich zu dem Ergebnis gelangen kann, daß A ungleich B. Wenn ich z.B. zu der Erkenntnis komme, daß das Dritte Reich schlimmer war als die DDR, muß ich beide doch wohl vorher miteinander verglichen haben, oder? Wie soll ich denn sonst zu dieser Einsicht kommen?. Das gleiche gilt für den Begriff "relativieren", was nicht "verharmlosen" bedeutet, sondern "ins Verhältnis setzen". Nicht vergleichen dürfen, nicht ins Verhältnis setzen dürfen, das heißt nicht selber denken und urteilen dürfen. Ich soll schlicht und einfach das Verdikt der volkspädagogischen Vordenker übernehmen, keine Fragen stellen und das be-und verurteilen anderen überlassen. So stellen sich die Meinungsführer den mündigen Bürger vor.

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22. August 2008 11:48

Antisemitismus oder Israel Kritik

B. Mann (burk1960)

Schade, ich habe den Eindruck, es geht bei Broeders Antisemitismusvorwurf um etwas anderes, als was hier wahrgenommen wird. Nicht die Kritik an dem Verhalten des Staates Israel ist der Grund dieses Vorwurfs, sondern der Vergleich mit den Nazis und diffuse Verschwörungstheorien. Damit liegt er, meiner Meinung nach, auch nicht ganz falsch. Es geht in dem Israel-Palestina-Konflikt um territoriale Belange, es geht ums Überleben von zwei Völkern. Beide haben berechtigte Interessen. Sie befinden sich in einem andauernden Krieg. Wer kann denn allen Ernstes behaupten, daß es einen solchen Konflikt zwischen Juden und Deutschen zwischen 1933 und 1945 gegeben hat? Man sollte nicht den Fehler machen, jede Unmenschlichkeit mit der, der Nazis zu vergleichen. Besonders bitter ist der Vergleich doch für die Juden. Wenn man ihnen vorwirft, sie sein nicht besser als die Nazis ist das schon eine ganz besondere Grausamkeit. Man darf die Regierung Israels kritisieren, das alleine macht einen nicht zum Antisemiten. Geht es denn nicht ohne typische Antisemitismen, sprich: Verschwörungstheorien, Nazivergleiche und Dergleichen? Ich denke schon.

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21. August 2008 22:05

Oder, handelt die israelische Regierung antizionistisch?

André Mengel (andre-m)

Welchen Schluss lässt die Aussage der Führungsriege des Zentralrates der Juden in Bezug auf deren Meinung zur Politik bezüglich der palästinensischen Gebieten zu? Die Aussagen von Seiten des Zentralrates, Kritik an der israelischen Regierung zu der Vorgehensweise in den besetzten Gebieten sei antizionistisch, impliziert, dass jede andere Vorgehensweise die Existenz Israels in Frage stellen würde (Vorraussetzung für Antizionismus.) Ich komme langfristig eher zu einem gegenteiligen Schluss. Ohne die Hegemonie der USA und eines vielleicht einspringenden Europas, ist Israel allein auf das Abschreckungspotential seiner Armee und Atomwaffen angewiesen. Wobei, auch der amerikanische Anspruch beruht hauptsächlich auf den gleichen Faktoren. Unter diesen Umständen wird bestenfalls ein metastabiler Waffenstillstand bestehen bleiben. Diesen Zustand Frieden zu nennen wäre meiner Meinung nach Selbstbetrug. Vielleicht sind jene die wahren Zionisten, die nicht ihrer Regierung blind vertrauen, sondern eine öffentliche Auseinandersetzung darüber beginnen, wie für Israel ein friedlicher Weg in die Zukunft aussieht. Dies heißt nicht, dass ich die Armee in Israel abschaffen will, aber ich denke nicht, das sie den Frieden bringen wird.

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21. August 2008 18:59

Nicht mit zweierlei Maß messen

Albert Genser (agens1)

Rede und Pressefreiheit sind in in einer Demokratie unverzichtbar. "Ich bin zwar nicht derselben Meinung wie Sie mein Herr, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie die Ihre Meinung äußern dürfen!" Das sollte die Regel für die Pressefreiheit sein. Wenn Herr Broder sich selbst als Intellektuellen versteht und offensichtlich auch von anderen so angesehen wird, sollte er sich vielleicht die Mühe machen und wenigstens die wichtigsten Aussagen der Geschichte zur Redefreiheit lesen. Ansonsten verdient er es wohl kaum, ein Intellektueller genannt zu werden. Dass Israel aus geschichtlichen Gründen nicht kritisiert werden darf, sollte jedem aufrechten Demokraten zu denken geben. Mit dem Mäntelchen der Geschichte werden schon heute zu viele aktuelle Missetaten zugedeckt. Hier sind aufrechte Demokraten und Publizisten gefragt, die solche Missetaten - auch wenn sie von Israelis begangen wurden - aufdecken und publik machen. Für Mord, Totschlag, Geiselnahme und andere ähnlichen Aktivitäten gibt es keine Entschuldigung und auch keine Erlaubnis von der eigenen Geschichte. Das gilt für alle Staaten; auch für Israel.

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21. August 2008 17:55

verdreht?

Marvin Parsons (mapar)

Irgendwie bringe ich Überschrift und Tenor des Textes nicht mit dem geschilderten Sachverhalt in Einklang. Ist es nicht so, daß die Dame Herrn Broder den Mund verbieten und dessen Meinungsfreiheit eingeschränkt sehen will und nicht umgekehrt? Das Ganze an der Frage nach der Zulässigkeit des Holocaust-Vergleichs aufzuhängen erscheint mir etwas weltfremd. Der ist doch seit Jahrzehnten tägliche Übung der Linken im Kampf gegen Andersdenkende; sollten wir demnächst rot-rot an der Regierung haben wird wieder jeder Nichtsozialist automatisch Faschist sein. Darf die Tochter von Heinz Galinski das? Selbstverständlich. Darf Herr Broder polemisch contra geben? Meiner Meinung nach auch, selbst gegenüber einer Linken. Aber da hakt es wieder, die Dame hat ihn verklagt. Diese Tatsache wird durch den Artikel jedoch eher versteckt als übermittelt.

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21. August 2008 16:13

Kritiker Israels sollen eingeschüchtert werden ?!

Wilhelm Meyer-Glauner (meyer-glauner)

Henryk M.Broder behauptet, die Tochter Heinz Galinskis verbreite "antisemitische und antizionistische Aussagen,sie seien ihre Spezialität und sie vergleiche die Behandlung der Palästinenser mit der nationalsozialistischen Judenpolitik", Frau Hecht-Galinski hat Broder vor einem Kölner Gericht deshalb auf Unterlassung verklagt. Für den engagierten Bürger ist es schwer , in diesem Streit Stellung zu beziehen. Auf der einen Seite möchte man Ed Koch , den ehemaligen New Yorker Bürgermeister , zustimmen ,wenn er sagt: "Redefreiheit bedeutet, daß es eine Grauzone mit einigem Spielraum gibt" und hinzufügt, es müsse Broder eben erlaubt sein, die Bemerkungen von Frau Hecht-Galinski als antisemitisch zu bezeichnen. Auf der anderen Seite ist Patrick Bahners genauso im Recht, wenn er treffsicher formulierend Broders "preisgekrönte Strategie der verbalen Aggresion" anführt , die den Spielraum der Meinungsfreiheit ausnutze,um ihn dann aber (für Andersdenkende) einzuschränken. Kritiker Israels sollten mit der Broderschen Methode eingeschüchtert werden, so Patrick Bahners. Eine interessierte Öffentlichkeit wird die juristische und publizistische Entwicklung des innerjüdischen Streites mit großer Aufmerksamkeit verfolgen müssen.

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21. August 2008 16:02

Und ich möchte Herrn Broder zum Bruder haben

Markus Teuber (arathorn)

Was im Artikel aber auch gesagt ist,ist,daß auch Herr Broder seine Kritik an den Äußerungen von Frau Galisnki äußern darf.Und genau das ist der eigentliche Knackpunkt : Herr Broder DARF ihr vorwerfen,sie sei antisemitisch gepolt.Genauso,wie auch jemanden -zu Recht oder Unrecht-vorgeworfen werden darf,er/ sie sei anti-amerikanisch .Offenbar nehmen es nämlich die,die es betrifft,auch nicht so genau mit der Meinungs(äußerungs)freiheit.Übrigens : Soweit wie bei der hippen Israel- und Amerikakritik geht die bundeutsche/europäische Toleranz nicht überall : die Mohammed-Karikaturen wurden zurückgezogen, gar nicht abgedruckt und von sämtlichen "Meinungsmachern" des öffentlichen Lebens als "religiöse Beleidigung" für alle Zeiten gebrandmarkt.So Meinungsäußerungs-tolerant ist der politische mainstream in Deutschland nun auch wieder nicht,außer bei den üblichen Verdächtigen !

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21. August 2008 15:54

@Werner Grunewald

Alfred Weimann (GigaroCDA)

"Wäre denn ein AntiAMERIKAnismusvorwurf ebenso geeignet, jemandem aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen?", fragen Sie. Das ist doch schnell beantwortet! Der Antiamerikinasismus ist in Deutschland weit verbreitet und wird offen geäußert (so z.B. in vielen Bloggs), ohne daß die Vertreter dieser Haltung von irgendwelchen sozialen Interaktionen ausgeschlossen werden. Wir Deutschen sind vor allem seit einigen Jahrzehnten eines: anti-Krieg! Und wir sind "anti" alle, die wir für Kriegstreiber halten. Daher kommt m.E. der Antiamerikanismus und auch die kritische Haltung gegenüber Israel, die man aber nicht Antisemitismus nennen darf, weil dieser Begriff etwas ganz Anderes bezeichnet. Trotzdem wird das Wort oft in diesem Zusammenhang verwendet. Von wem, das wollte ich schon in meinem ersten Beitrag erwähnen. Da hatte die Red. aber offensichtlich etwas dagegen. Verständlich, denn die Grenze zwischen "rechtlich Erlaubtem" und "sozialmoralisch Erträglichem" ist genau so eng, wie Herr Bahners es beschreibt. Ein Leser schreibt denn auch: "Aber dazu möchte ich mich als Deutscher nicht äußern." Darauf soll es wohl hinauslaufen.

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21. August 2008 15:25

Chapeau!

Thomas Strobl (weissgarnix.de)

Gratulation zu diesem mutigen Beitrag, den man in der deutschen Mainstream-Presse so eigentlich nicht erwarten konnte. Einzig ihr Intro stellt meines Erachtens eine sachlich nicht gerechtfertigte Konzession an das Broder-Lager da, denn Frau Galinski agumentiert ziemlich offensichtlich nicht "polemisch" sondern entlang der historischen Fakten. Es ist Teil genau des von Ihnen kritisierten Komplexes, dass die Erörterung von historisch belegten, wenn auch unliebsamen Fakten, heutzutage schnell als "Polemik" abgetan wird oder eben schlimmer, wie im vorliegenden Fall, als "Antisemitismus".

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21. August 2008 15:19

Rechtsstreit

Sophia Orti (rum)

Einen Heinryk Broder nennt man "Intellektueller". Etwas ganz anders ist die direkte, deutliche Sprache von Frau Hecht-Galinski. Mal sehen, welche Sprache sprechen die Richter!

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21. August 2008 15:00

Apropos "jüdischer Antizionismus"

Gabor von Zoltan (Putinras)

Frau Hecht-Galinski befindet sich in exzellenter Gesellschaft: Erst vor ein paar Tagen habe ich - aus Zufall; vielleicht weil man sich in Deutschland ja im Allgemeinen nur schon mit der Berichterstattung rund ums Minenfeld-Thema Jüdisch/Zionismus/Antisemitismus/Israel schwer tut? - erfahren, dass ausgerechnet eine der für mich wichtigsten Personen der aktuellen Zeitgeschichte, die sich mit unvergleichlicher Energie weltweit für Demokratie und gegen die Feinde der offenen Gesellschaft einsetzt, sich öffentlich gegen den immensen Einfluss des American Israel Public Affairs Committee ausspricht und Massnahmen fordert, diesen Einfluss zu unterbinden. Auch dort stehen die Unterstützer des AIPAC vor demselben Dilemma: Klingt einfach blöd, wenn man ausgerechnet der Tochter des ehemaligen Zentralrats oder eben auch George Soros Antisemitismus vorwerfen will. Dass dies leider trotzdem weitestverbreiteter Reflex bleibt (die Hilfkonstruktionen à al "antijüdische Zionistin" zeugen davon), ist bedenklich. Dass echte Antisemiten sich - logisch! - mit Freude dieser Äusserungen bedienen, kann und darf dennoch nicht davon abhalten, diese Bedenken zu äussern, wenn sie echter Reflexion entspringen, die deshalb keineswegs antisemitisch sein muss!

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21. August 2008 13:34

Rechtsstreit Broder /Galinski

KLAUS Krueger (sopher)

Ein mutiger sehr informativer Beitrag. Ich möchte Herrn Broder nicht zum Bruder haben. Israel tut manches dazu, dass in der restlichen Welt sehr gemischte Gefühle entstehen. Doch das will ich als Deutscher nicht kommentieren. Nur eins: Die Geschichte ist ein sehr mitleidsloser Geselle. Was wir heute für gut und wahr halten, kann schon in den nächsten Generationen ganz anders sein. Alle Zeichen stehen auf Sturm, hoffen wir, es wird nur ein warmer Regen. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt.

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21. August 2008 13:25

Was ist nur aus uns geworden?

Werner Grunewald (perplexo)

Herr Bahners, Sie schreiben: "Der Antisemitismusvorwurf eignet sich zum moralischen Totschlag. Wer die Beschreibung eines Gegners als eines Antisemiten durchsetzen kann, hat ihn aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen." Genau das ist wohl der Knackpunkt an der Sache. Aber Sie hinterfragen in ihrem Artikel leider nicht diesen Status Quo, der ja nicht von Herrn Broder "erfunden" wurde: Handeln wir richtig, wenn wir jemanden aus dem öffentlichen Diskurs ausschließen, weil jemand ihm Antisemitismus vorgeworfen hat? Und, noch interessanter: Wäre denn ein AntiAMERIKAnismusvorwurf ebenso geeignet, jemandem aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen? Falls nicht: Sollte das denn so sein?

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21. August 2008 13:09

Kernaussage

Alfred Weimann (GigaroCDA)

"Der Antisemitismusvorwurf eignet sich zum moralischen Totschlag. Wer die Beschreibung eines Gegners als eines Antisemiten durchsetzen kann, hat ihn aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen." Es bedarf schon eines gewissen Mutes, diese -an sich allen bekannte- Tatsache auf den Punkt zu bringen. Als ich das Mitte der 90er in einer Hausarbeit im Deutsch-LK tat, herrschte betretenes Schweigen. Man überlegte, wie man mich dazu bringen konnte, mich von dieser Feststellung zu distanzieren. Man wollte mir helfen, damit ich mich nicht selbst des Antisemitismusvorwurfs aussetzte und mich somit selbst zukünftiger Diskussionen zu diesem Thema ausschloss. Die Befürchtung, man sei Antisemit (, ohne es zu wissen), war den Gedanken aller (Mitschüler und Lehrer) immanent, ohne daß ein Vertreter des ZR der Juden einen entsprechenden Vorwurf äußern mußte. Eine solche Situation ist unangenehm, man will sie meiden. Die Angst, Antisemit zu sein, hält die Leute von kritischen Äußerungen gegenüber Israel ab. Vielen Dank für diesen Artikel!

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21. August 2008 12:59

...

Robin Radtke (InOmnibusVeritas)

Außerdem möchte ich noch anmerken, dass nicht jeder (historische) Vergleich eine Relativierung sein muss. Man kann die Verbrechen gegen die Juden im 3.Reich sehr wohl mit anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vergleichen- auf unterschiedlichsten Ebenen und an Hand unterschiedlichster Herangehensweisen/Blickwinkel. Relativiert wird dadurch nichts! Das politische Israel muss sich- natürlich vor dem Hintergrund seiner Geschichte- den heutigen Herausforderungen stellen. Dabei hilft es nicht, bestimmte Dinge zu verschweigen oder hinter jedem Kritiker einen "Antizionisten" zu sehen. Dies schadet nur der Suche nach einer konfliktregulierenden Strategie in Nah-Ost.

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21. August 2008 12:50

Antizionistisch vs. antidemokratisch und unkritisch selbstverrlichend?

Robin Radtke (InOmnibusVeritas)

Jeder der die Äußerungen von Frau Hecht-Galinski als antizionistisch und -semitisch einstuft hat Probleme mit den unseren Staat begründenden, freiheitlichen Fundamenten. Ähnlichkeiten hinsichtlich der Geschichte mit den Mohammedkarrikaturen sind nicht zu übersehen. Meinungs- und Pressefreiheit sind mit die höchsten Güter, die es in einer modernen Demokratie zu verteidigen gilt. Man kann sich den Worten von Frau Hecht-Galinski nur anschließen: "Wo bleibt der Aufschrei der Welt, wo der Hinweis auf die Verpflichtung Israels, nach internationalem Recht ohne Diskriminierung für die öffentliche Ordnung und Sicherheit in den besetzten Gebieten zu sorgen? (...) Gerade im Angesicht unserer gemeinsamen Vergangenheit müssen kritische Anmerkungen zu begangenem Unrecht möglich sein, auch wenn sie Israel betreffen.“ Wenn der Generalsekretär des Zentralrats schon solche israelkritischen Äußerungen jüdischer Mitbürger als "jüdischen Antizionismus" und die diese Kritik äußernde Person als eine Frau beschreibt, „die offensichtlich ihren Selbsthass in antisemitischen und antizionistischen Äußerungen zu bewältigen versucht“, wie beschreibt er dann nicht-jüdische Mitbürger die ähnliche, berechtigte Kritik äußern?

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21. August 2008 12:41

Die Bigotterie der Selbstgerechten...

Peter Reinike (P.Maikaefer)

Guter und mutiger Kommentar von Bahners, der einige Spitzen der aktuellen Bigotterie mit der Broder und andere im Feuerwerk operieren, auf den Punkt bringt. Dazu Hochachtung für die Haltung von Frau Evelyn Hecht-Galinski, die sich das Leben gewiß einfacher gestalten könnte, würde sie sich nicht der Wahrheit verpflichten...

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21. August 2008 12:09

Gut recherchiert, sachlich, ausgewogen...

Christian Erkelenz (Christian_030)

...so wie man es von der FAZ gewohnt ist. Glückwunsch zur mutigen Stellungnahme in diesem "heissen Thema".

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