Berlin wird heute in aller Welt als innovative ,moderne Metropole geliebt.
Als Motor des experimentellen Zeitgeists fasziniert sie die junge Generation
rund um den Globus.
Wer die begeisterten Berichte der
New York Times , internationaler Reiseguides ja selbst britischer Medien
kennt ,weiß das ein Berlin-Hype den nächsten jagt , zuletzt auch in Tokio.
Wenn unser Land mit Berlin als strahlendem Ausweis im 21. Jhd. ein
barockes Stadtschloss baut konterkariert, nein ruiniert sie diesen Ruf.
Damit hier keine Missverständnisse entstehen muss betont werden, dass
dem Abriss des Palastes keine Träne nachgeweint werden sollte.
Auch wenn die künstlerischen Möglichkeiten vom Senat zu spät & vom Bund
gar nicht erkannt wurden bleibt die ideologische Belastung aus einem
sozialistischen Deutschland.
Berlin braucht ein glänzenden Neubau von weltweiter Strahlkraft dessen wegen
Besucher von überall her sich angezogen fühlen.
Wegen eines Stadtschlosses kommt niemand extra. Vermutlich wäre sogar der
umgekehrte Fall wahrscheinlich, doch das bleibt Spekulation.
Eroberer haben in der Geschichte immer eine starke Tendenz gehabt, ihre eigene Ideologie den Eroberten einzubläuen. Dazu gehörte auch die Zerstörung der Erinnerung und in diesem Zusammenhang die Vernichtung der Symbole. Die westlich dominierte "Wiedervereinigung" verhält sich genauso: Weg mit den Dingen, die den Eroberten gehörten. Existiert hat nur die Kultur des Siegers.
Die Republik ist Vergangenheit, untergegangen, aufgelöst, zerfallen. Sie war/ist sowenig denkmalschützenswert wie dieser Palast, der nun endlich abgerissen werden wird. Da wenigstens gab es in der großen Koalition wohl keinen Dissens, und Berlin bekommt hoffentlich etwas Besseres dort, mag es auch ein paar Jahre dauern.
Die Reste der Mauer sollten eigentlich als Memento bereits ausreichen.
Schade eigentlich, daß die Menschen vor zehntausend Jahren noch nicht über das feine Gespür für Denkmalschutz verfügt haben, das uns heute zueigen ist. Nicht auszudenken, was an schöner und zeittypischer Architektur und Bausubstanz dokumentierend für die Nachwelt hätte erhalten werden können, hätten unsere Vorfahren ihre alten Katen nicht einfach verfallen lassen oder die morschen Balken verheizt.
Genauso oberflächlich eingestellt, reißen wir jetzt den "Palast der Republik", dieses Vorzeigeobjekt wegweisender sozialistischer Architektur - Lampen allüberall als Wegzeige in eine "helle" Zukunft, die dann aber nie kam - einfach ab, statt ihn der Nachwelt wenigstens für ein paar tausend Jahre zu erhalten.
Eckhardt Kiwitt
Freising
Ich habe die Macht,ich reiße ab/nieder.
Was die Dummen vor mir liebten,liebe ich nicht.
Aber was Massenmörder und Geschichtsfälscher,Stalinisten mit Killer-Parteiauftrag in Berlin und anderswo perfektionierten,sollte nicht Gegenstand eines neuen deutschen "Geschichtsbewußtseins"sein.