Die Weltanschauung, mit der ich auf einmal nichts mehr anfangen konnte: dass ...

Sinneswandel

Warum ich kein hirntoter Linker mehr bin

Lange glaubte der Dramatiker David Mamet, „dass der Staat korrupt, der Mensch prinzipiell gut sei und alle Unternehmer Ausbeuter seien.“ Das ist vorbei. „Ich habe jahrzehntelang einen linken Standpunkt vertreten, aber ich glaube, ich habe meine Meinung geändert“, schreibt er nun. Ein Gastbeitrag. Von David Mamet

Lesermeinungen zum Beitrag

22. April 2008 14:23

Ganz erstaunlich!

Dirk Uwe Kern (DUK)

Ein ganz erstaunlicher Artikel!

Ein Mensch bekennt sich öffentlich dazu, seine ideologische Sicht der Dinge auf den Prüfstand der Realität zu stellen. Vor allem die durch 1968 geprägten Ideologiegebäude widerstehen sehr häufig und lange den widersprüchlichen Tatsachen dort draußen im wahren Leben.

Von Churchill stammt das bekannte Zitat daß, wer mit 20 nicht links sei kein Herz, wer es mit 30 immer noch wäre kein Hirn habe. Bei manchen dauert dieser Erkenntnisprozeß etwas länger, wie gesagt, die im 68er-Umfeld aufgebauten Mauern sind besonders dick, manche bleiben ewig Berufsjugendliche und schaffen das nie.

Besonders pathetisch empfinde ich bei deutschen Altlinken diesen exzessiven Glaube an den alles richtende, alles heile machende und für alle soziale Gerechtigkeit und ewiges Glück erzeugenden Staat.

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21. April 2008 09:21

Linke in Amerika

Rudolf Ortwein (rudi.rotwein)

Es ist schon schwer ein "Linker" in den USA zu sein, oder besser sein zu wollen. Seit den Zeiten der "International Workers of the World" hat sich nicht viel "Linkes" in den USA geregt. Was sich da alles so als "Links" geriert, hat sicher nie ein sozialistisches Buch in der Hand gehabt, sonst würden diese Leute nicht nur über ihren Bauch, sondern über gesellschaftliche Verhältnisse in der Welt reden und schreiben. Gute und schlechte Menschen gibt es auf allen Ebenen, aber ob jemand mit 1 Dollar am Tag in irgendeinem Slum der Welt leben muß oder als sehr gut verdienender Autor in den USA, das macht eben den Unterschied aus. Das gesellschaftliche Sein schafft das Bewußtsein.

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21. April 2008 01:03

Hirntot war schon immer blöd

TOBIAS RÜGER (t.ruger)

Als in Bosnien seinerzeit Menschen wegen ihrer Religion angeschlachtet wurden und uns Linke erzählten, besonders wir Deutsche dürften uns da nicht einmischen, wegen unsrer Vergangenheit, weil wir mal Leute wegen ihrer Religion abgeschlachtet hatten, da hab ich mit Links schlussgemacht. Wenn sich Fakten ändern, dann muss man seine Ansichten ändern, das hat der Herr Mamet schön gesagt. Walter Rathenau hat es fast noch besser formuliert: "Denken heißt, Vergleichen". Den Rest muss jeder selbst rausfinden.

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20. April 2008 22:16

Un-Glaub-lich, der "Links-Weg-Trainer" beseitigt Problemzonen

h. schriewer (schriewer)

Zunächst ein Dankeschön für diesen Blick in die Innenwelt des Kulturbetriebes: "Ich schrieb ein Stück über Politik und begann während des Schreibprozesse über Politik nachzudenken", bekennt der Dramatiker freimütig. "Keine Sekunde zu früh" möchte man hinzufügen.
Was dann folgt, ähnelt den für unsere Augen komischen Darbietungen im Home-Order-Television: "Un-glaub-lich, diese langen Schnüre an Schuhen kann man zu Schleifen binden". Garniert mit persönlichen Anektdoten von Frau und Freunden vor dem Radio, dem Verweis auf Allerweltsweisheiten und im Bekenntniston wird ganz schnell ein Bush zum Kennedy ( oder ein Putzeimer mit Lappen zum revolutionären Reinigungssystem ).
Säulchen wird zum Päulchen. In nur drei Tagen mit Geld-Zurück Garantie.

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20. April 2008 17:29

Er war nie links

Rolf Mueller (doppelmueller)

Gut, dass sich David Mamet nicht mehr für links hält; er war es nie.

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20. April 2008 13:49

Hirntote Linke und schwachköpfige Rechte....was für überholte Denkweisen...

gerd hodina (hodger)

Es kann doch nicht wahr sein - gleichwohl der Artikel brilliant geschrieben ist - das wir im 21.Jahrhundert noch in den Kategorien des 19.Jahrhunderts denken. Ein Fazit des Artikels möchte ich herausheben: "Die Menschen sind Schweine" - also auch die Menschen, die als "Verfassungsväter, Revolutionshelden, vermeintliche (politische) Führer usw. den Weltenlauf mit bestimmen und prägen. Wenn es also so ist, warum wundern wir uns dann über die brutalen Chinesen, die korrupten Russen, die fanatisierten islamischen Fundamentalisten, die radikalen US-Christen, die kindermissbrauchenden katholischen Geistlichen, die schwachköpfigen Ultra-Nationalisten, die bestechlichen Politiker und die "überleichengehenden" Unternehmer? Wir brauchen Menschen, die das alles überwinden können. Die nach vorne denken und überholte Kategorien vollständig über Bord werfen. Dann besteht noch Hoffnung. Es gibt sie - diese Menschen. Die Methamorphose vom Schwein zum Mensch. Diese Menschen leben in allen Ländern, allen Kontinenten und in allen Glaubensrichtungen. Darauf beruht meine - ja unsere - Hoffnung. Mein Fazit: Danke für diesen Gastbeitrag. Basierend auf dem Standpunkt: Sei zu Gästen freundlich. Obwohl Du ihre Meinung nicht teilst.

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20. April 2008 13:11

Standpunkt

Karl Mielke (karo02)

Ein penetrant banaler Artikel. Wo ist links? Schon die Großmutter hats uns erklärt: "Wo der Daumen rechts ist."

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20. April 2008 11:27

Sozialdemokratischer Sinneswandel

Stefan Sedlaczek (sedlaczek1)

Aus Hobbes Wölfen sind also Schweine geworden und ein Dramatiker, der in einer marktwirtschaftlichen Welt lebt, entdeckt, daß er in einer marktwirtschaftlichen Welt lebt. Nichts Neues im Westen? Aber immerhin, selbst dieses bloße Augen-öffnen ist für Linke ein erhellender Fortschritt. Das ist schön. Und daß die Menschen sich in der Kantine vertragen, obschon Politik und Medien sie zu entzweien suchen (was ihnen ja auch ein gutes Stück gelingt) ist wirklich ein Eintauchen in die Wirklichkeit. So banal es klingt, in Europa unterschied bereits vor gut hundert Jahren Franz Oppenheimer das ökonomische Mittel und das politische Mittel - und Europa ist doch politisch und sozialistisch geworden, Amerika nur sozialdemokratisch im Sinne der Chicagoer Schule. Das Erkennen des Unterschieds zwischen Markt und Befehl ist keine Kleinigkeit: Der Staat steht für Vorschrift, Befehl und Zwang, der Markt für Vertragen. In den Kantinen und anderswo.

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