Hoffentlich haben sie genug Geld in der Tasche

Studenten

Studiert schnell, arbeitet, kriegt Kinder

Lebensplanung mit der Bundesbildungsministerin: Die BaföG-Novelle speist die Studenten mit Redensarten und einer weiteren Nullrunde ab. Gefragt sind künftig schnell studierende Mehrfachjobber mit Familiensinn. Von Jürgen Kaube.

Lesermeinungen zum Beitrag

15. Februar 2007 12:23

An Marcel Meier

Marco Vogt (MarcoVogt)

Schön, dass Sie von Ihren Eltern gesponsort wurden.

Ich als ehemaliges Heimkind hätte ohne BaFöG zwar auch studieren können, es wäre aber um ein vielfaches schwieriger gewesen.

Ich teile auch die Abneigung gegen das "Gejammer" etlicher BaFöG Empfänger, denn nach der Förderung durch BaFöG habe ich mir das weitere Studium selber verdient.

Was ich aber überhaupt nicht abhaben kann ist arrogantes, ignorates Gequatsche von Menschen, die keinerlei Bezug mehr dazu haben, wie es ist als erster in der Familie - oder nicht existenten Familie - zu studieren.

Anscheinend können Sie es nicht ermessen, wie es ist, wenn man keine Eltern hat, die Geld "zurücklegen" können.

Leuten wie Ihnen würde ich empfehlen auf die Hilfe der Eltern ganz zu verzichten und das Studium selbst zu finanzieren, denn nur dann hätten Sie das moralische Recht Kritik zu üben und herablassend zu argumentieren. Die angeblich fehlende fremde Hilfe war in WIrklichkeit sicherlich die Hilfe Ihrer Eltern.

Daher sind Sie genauso ein Forderer wie alle anderen auch.

Hochachtungsvoll
Dipl. Phys. (Univ.)
Marco Vogt

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Februar 2007 10:11

Konditionenvergleich

Simon Hönig (VS23)

Ein kurzer Hinweis zu den genannten Konditionen:

Der Beitrag vergleicht die NOMINAL-Zinssätze von KfW und L-Bank, was wenig Aussagekraft über die tatsächlichen Kosten hat. Ein Vergleich der EFFEKTIV-Zinsen bringt folgendes Bild: KfW: 6,00 %, L-Bank: 6,69 %. Je nach Studiendauer und Rückzahlungsmodalitäten können die Effektivzinssätze auch nach oben oder unten schwanken.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Februar 2007 09:17

@Johanna Colsman (nebomoreoblaka)

Marcel Meier (MarcelMeier)

Dann sind sind wir also bei der deutschen "Umverteilungsmaschinerie" angelangt.
Wäre es nicht besser, wenn Eltern von Beginn an Rücklagen für ein Studium aufbauen würden?
Meinen Abschluss (Uni) habe ich ohne fremde Hilfe erlangt!
Für diese ständig jammernden Bafögbezieher habe ich nichts übrig!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Februar 2007 08:21

Nicht zu vergessen...

Marco Vogt (MarcoVogt)

Ich habe meine BaFöG Anträge IMMER rechtzeitig gestellt, einmal dauerte es geschlagene 6(!!!) Monate bis der Antrag bewilligt war - nachdem ich vorher schon 2 Jahre Höchststatz erhalten hatten.

Auf meine Frage wie ich denn leben sollte, meinte man lapidar: Arbeiten. Ja, wenn ich arbeite verliere ich aber über einer bestimmten Summe - damals weniger Verdienst als der BaFöG Satz pro Monat - den Anspruch auf BaFöG.

Interessanterweise hat das damals aber weder Politik, noch Linke oder irgendwen interessiert.

Übrigens: Nach den 6 Monaten bekam ich dann 6000 DM auf einen Schlag. Toll!

Ich schrieb ja schon: Damals wurde das BaFöG übrigens über fast 7 Jahre lang nicht erhöht oder angepasst. Wenn ich also einen Beitrag heute zum Thema BaFöG lese habe ich zwiespältige Gefühle: Einerseits freut es mich, dass endlich jemand aufmerksam wird, andererseits finde ich es aber ein wenig Verlogen jetzt auf moralisch zu machen, während man es jahreland versäumt hat. Die FAZ hat sich da mitschuldig gemacht.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Februar 2007 07:26

Dafür werden die Prüfungen ja auch leichter,...

Jacob Palczynski (palle_czynski)

da die Politik durchaus Druck auf die Unis ausübt, schnell viele Abschlüsse zu verteilen, die Qualität ist da nicht so wichtig...
Die naheliegendste Methode ist da natürlich, die Prüfungsanforderungen herunterzuschrauben.

Und bez. Elite-Unis: diese bekommen kein Geld für die Lehre, dafür werden sie, so hört man, nun von Studienanfängern bevorzugt... Also alles ist dort auch nicht so rosig.

Auf jeden Fall vielen Dank für diesen Artikel von jemanden der sein Studium hinter sich hat (zum Glück noch mit Diplom), aber nun Bachelorstudenten betreut.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Februar 2007 02:52

Wie wahr wie wahr

Penny Murdoc (Penny_Murdoc)

Wer fragt denn danach, wie wir Studiengebühren auftreiben sollen, in Zeiten, wo man nicht einmal mehr einen Job an der Tankstelle bekommt und alle Jobs in erreichbarer Nähe non existent sind? Bafög bekommt bei Weitem auch nicht jeder, der es bekommen sollte. Es gibt ohnehin dermassen viele Richtlinien, und dazu existieren noch Bafögamtsinterne Regeln, das man ja so wenig wie es geht zahlt oder am besten gar nichts.

Ob ich zu Ende studieren kann weiss ich noch nicht. Und warum mein vater mit einem Angestelltengehalt 2 Kinder im Studium soll finanzieren können, auch nicht. Ajo, Lebenserhaltungskosten und dergleichen sind im Bagfög ja nicht einmal eingerechnet^^

Da sieht man mal wieder, wie der Staat Studenten doch schätzt. Anscheinend sind wir die Schmarotzer der Gesellschaft und werden alle irgendwann Hunderttausende von Euros im Jahr verdienen.

Danke für diesen Artikel.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Februar 2007 00:36

wo bleibt die zukunft?

Miriam Müller (stoere_goere)

hallo,
lerne grad auf mein medizin-staatsexamen, und hab mich sehr über den artikel gefreut,bin allerdings auch sehr nachdenklich geworden.das studium in mindestzeit, die dr-arbeit auch schon in arbeit und mit 26 steige ich ins berufsleben ein.hab leider einen zu gut bezahlten job in den semesterferien gehabt (paketdienst statt sonne und strand) und deshalb gab´s kein bafög, stattddessen ging der bausparvertrag, den meine eltern mir "für die zukunft" angelegt hatten, für miete und so drauf. bin echt froh, dass es in hessen noch keine studi-gebühren gibt, so bleibt mir der kredit erspart, den ich wahrscheinlich mit dem elterngeld zurückzahlen könnte, falls ich für kinder die chirurgen-karriere sausen lasse ? was tun ?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 22:56

Da spricht mir einer aus der Seele

Christoph Dietzel (MavInvestment)

Der Beitrag hätte von mir selbst stammen können, ich hoffe möglichst viele unserer Hobbypolitiker lesen diesen Artikel. Wenn nicht bald was für Studenten geschehen wird, dann sieht es schlecht aus mit dem "Innovationsstandort" Deutschland...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 22:06

Bildungspolitik und Studierende

M. Freidel (Rogriss)

Dieser Beitrag trifft unsere Lage ziemlich genau auf den Punkt. Ich war schon fast geneigt herzlich zu lachen, wenn die ganze Situation nicht so traurig wäre.
Was es noch schlimmer macht: Die fehlende Auflehnung der Studenten gegen dieses System einer latenten Doppelmoral. Im Gegenteil: Der Boykott gegen Studiengebühren an der Freiburger Universität beispielsweise wird größtenteils als radikale Aktion unbeugsamer und hilflos anarchistischer Linken betrachtet... Fazit: "Diese pseudoengagierten Studenten haben doch einfach nur kein Bock aufs Studieren!"

Ebenso düster sieht es aus bei der Umstellung der alten Abschlüsse auf den Bachelor. Kaum studentischer Widerstand, obwohl die feierliche Einführung der neuen Studienordnung gleichbedeutend ist mit der Ankündigung, von nun an werde statt Wein nur noch Wasser ausgeschenkt. Doch was erwartet man auch: Das Hinterfragen der deutschen Bildungspolitik ist für Studenten von heute doch viel zu zeitaufwendig! Man sollte lieber Lesen, referieren, ich vergas: Kinder kriegen! Überhaupt ist selbst dieser Text hier viel zu lang geraten...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 21:51

"Deutschlands Ressouce ist Bildung!"

Thilo Brandner (schlevian)

Wie wahr, wie wahr. Denn mit der Steinkohle ist´s ja auch nichts mehr.

Was haben wir uns diesen Satz in der Vergangenheit oft anhören müssen: "Bildung ist unser höchstes Gut! Bildung ist Zukunft!"

Jürgen Kaube bringt den Unterschied zwischen Sonntagsreden und Realität (leider) sehr genau auf den Punkt. Frau Schavan sollte sich nach dieser Entscheidung des Kabinetts, die ja zweifellos auf einer Vorlage ihres Hauses beruht, die Formulierung ihrer nächsten Sonntagsreden sehr genau überlegen.

Und die Sozialdemokraten sollten sich schlicht und einfach schämen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 20:50

Studenten und Alg2

Marcel Meier (MarcelMeier)

Warum Studenten nicht ausreichend gefördert und Hartz4 Bezieher so üppig alimentiert werden ist nicht logisch.
Schließlich werden doch Leistungsträger von Morgen benötigt, um den zuvor Angesprochenen weiter ein Leben ohne Arbeit bieten zu können.
Also von 345 Euro "Taschengeld" plus Miete, Nebenkosten, Strom, Wasser und Gas könnte man als Student in Saus und Braus leben.
Dann noch schnell heiraten, 2 Kinder und 1500Euro netto sind "verdient"

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 20:48

Alles kein Problem

Wieland Voss (ewiger_kritiker)

Und da behaupte mal keiner, von meiner Generation (20 Jahre alt) werde nicht mehr verlangt als von den Abiturienten unserer Elterngeneration.

Dazu kommt ja noch das Wissen, dass wir pro Kopf je einen Rentner bezahlen werden muessen, selber aber nicht erwarten koennen, irgendwann Rente zu kriegen.
Familie gruenden soll man auch, obwohl man dank der beruflichen Unsicherheit wohl staendig umziehen werden muss.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 20:44

Bafög

Marcel Meier (MarcelMeier)

Warum wird Studenten von den Steuern meiner Eltern das Studium finanziert?
Meine Steuern nicht zu vergessen.
Entweder sollten alle Studenten in den Genuss von Förderung kommen, oder Keiner.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 20:41

... und leben dürft ihr auch noch!

Jan Oberländer (janleipzig)

Welch ein herrlicher Beitrag.

Das Bild des zerlumpten, partysüchtigen, ausschlafenden Hobby-Studenten mag zwar auf wenige Ausnahmen zutreffen, jedoch nicht auf die Allgemeinheit.

Rechnet man 15 Vorlesungen pro Woche und nochmal die gleiche Zeitdauer zum Nacharbeiten des Stoffes oder dem lernen für Prüfungen o.ä. so ergibt sich eine bedeutend höhere Wochenarbeitszeit als für die meisten Werktätigen.

Der Unterschied besteht nur in der Möglichkeit,
sich die Zeit teilweise frei einteilen zu können.

Diese Möglichkeit schwindet jedoch enorm,
wenn 500 Euro Semesterbeitrag, Miete, Lebenserhaltungskosten usw. zusamenverdient werden müssen, um überhaupt studieren zu können, in der Hoffnung, danach etwas zu bekommen...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 20:33

Kinder, Kinder

Mark Olsthoff (Student0815)

Dafür liebe ich die FAZ! Wie wahr!!
Es ist wie in den Männermagazinen (sorry Ladies)
Aufstehen Gurana, Red Bull, Sex mit der Kommilitonin, Vorlesung, Mensa, Kaffe, Snack, Excerpt, SEx, Arbeiten, Gurana, Arbeiten, Red Bull, Aufstehen, Sex, Kaffee, Vorlesung, Seminar, Klausur, Sex, Arbeiten, Kind in den Kindergarten, noch ein Kind, also Sex, Kaffee, Vorlesung,

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 20:10

FAZ, ich muss euch gratulieren ...

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

... mal ein aufgeklärter Artikel, der unser gegenwärtiges, tausendmal wiedergekäutes neoliberales Dogma kritisch hinterfragt.

Das ist es, was ich von einer anspruchsvollen Zeitung verlange: Dass sie die herrschende, wirtschaftsliberale Ideologie unserer Gegenwart mit journalistischem Scharfblick konfrontiert und auch mal unbequem ist.

Gratulation auch an den Autor des Artikels, Jürgen Kaube: Ihre Redaktion braucht mehr Journalisten, die solche Artikel schreiben. Kritisch und unbequem, auch wenn's gegen den Mainstream ist.

Liebe FAZ, mehr davon. Dann kann ich euch auch wieder zu einem der wichtigsten journalistischen Blätter in Deutschland zählen ...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 19:59

Von 1995 bis 2000 wurde auch nicht erhöht...

Marco Vogt (MarcoVogt)

Schon vergessen?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 19:19

zusatz

Robert Arnold (RobertArnold)

im großen und ganzen richtig und auch wunderbar geschrieben. hat mich persönlich sehr gefreut, das endlich mal jemand für uns die Feder schwingt.
Allerdings fehlt noch etwas: das soziale Engagement, das in den Lebensläufen so sehr gewünscht ist. :)

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 18:50

Ein Student sagt

Steffen Pawelczack (Pawelczack)

Danke! Ich habe in letzter Zeit selten solch weise, und vor allem wahre Worte lesen dürfen.
Ich muß in diesem Zusammenhang an eine Diskusion mit jemandem denlen, der sich statt für ein Studium für eine Ausbildung entschieden hat. Sein Standpunkt war, daß Studenten eigentlich gar kein BaföG bekommen sollten, da sie sich nur faul von einer Party zur nächsten schleppen, sich dem Arbeitsmarkt entziehen und dann auch noch dreist Leistungen vom Staat beanspruchen. Rundum versorgte Schmarotzer kurz gesagt, auf deren Leben er neidisch wäre. Auf die Frage, warum er dann nicht auch studiert hätte meint er nur, er hätte nicht auf den Lohn während Ausbildung verzichten wollen...
Ich würde mal behaupten diesem lächerlichen und wiedersprüchlichen Bild hängen noch wesentlich mehr Bürger an. Kein Wunder, daß ein Großteil deutscher Studenten von Beträgen weit unter Hartz IV - Niveau leben müssen, ohne das es jemanden zu stören scheint.

SPa

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Februar 2007 18:42

tjajja

Jochen Ludes (mr_raimond)

Sehr guter Artikel. Gefällt mir sehr gut und beschreibt den schönen Zustand in der deutschen Hochschullandschaft.. ausgenommen natürlich den so toll geförderten Spitzenunis von denen hauptsächlich vor allem in der letzten Zeit immer die Rede ist. Ist ja auch Richtig so, weil schließlich will man sich mit denen als Bildungssatndort Deutschland ja auch einen richtig angenehmen Namen machen.. tja..und der Rest,die paar anderen Studierenden an den paar übriggebliebenen Hochschulen, die sind ja dann nicht mehr so wichtig. Und mit veralteten Rechner kann man doch auch ganz gut Arbeiten, es geht doch schließlich nur um das allgemeine Verständnis. Und das kann man sich ja auch mit ein paar Jahre alter Ausstattung aneignen.....Zudem kommen ja jetzt die Studiengebühren da wird ja eh alles anders.. die Ausstattung gut, weggekürzte Dozenten wieder eingestellt... tjaja

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 15 von 20 Lesermeinungen
1 | 2 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche