Die Protestbewegung ist der Keim der Hoffnung

Burma und der Westen

Welche Hilfe für Burma?

In einem heftig diskutierten Artikel hat Alice Schwarzer in der F.A.Z. die Burmesen vor dem Egoismus westlicher Hilfeleister gewarnt. Die Militärjunta sei demgegenüber das geringere Übel. Jochen Buchsteiner sieht darin eine falsche Alternative und plädiert für die Unterstützung der burmesischen Reformkräfte.

Lesermeinungen zum Beitrag

08. Juni 2008 12:27

Indonesien eignet sich wohl kaum als Vorbild...

Harry LeRoy (Cimon)

Einem Staat wie Indonesien, der jeden Augenblick zu einem zweiten Iran werden könnte, in dem die christlichen und hinduistischen Minderheiten brutal unterdrückt werden und ein mohammedanischer Sittenterror alltäglich ist, kann man wohl kaum Vorbildhaftigkeit für die Entwicklung anderer Staaten attestieren. Europa sollte hier seiner eigenen Geschichte gedenken: Sparta hat im alten Hellas die Tyrannen bestimmt nicht durch wirtschaftliche Kooperation und Bildungsaustausch gestürzt, zumindest nicht im Falle Athens. Aber bevor man ins ferne Burma zieht sollte man erst einmal in Weißrussland für Freiheit und Demokratie sorgen; selbiges gilt auch für den großen Tochterstaat in Nordamerika: Bevor man in Mesopotamien den Tyrannen nachstellt, sollte man sich zuerst des unflätigen Inseltyrannen vor der Haustüre entledigen und dafür sorgen, dass der größte Sozialist aller Zeiten in Venezuela den Buchstaben der Verfassung einhalten muss.

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07. Juni 2008 14:53

Was denn nun? Denkfaul oder weise?

Peter E. Pahlberg (Pahlberg)

Vielleicht sollten wir uns, was Myanmar angeht, besser zurückhalten. Wer schon versteht ein Land, versteht, was es braucht, was die Menschen dort wirklich wollen? Ist unsere Hilfe erwünscht, oder vielleicht doch wieder nicht? Fragen über Fragen. ... Ich war erst vor Kurzem dort, Frau Schwarzer auch, obwohl - jeder für sich. Die Schönheit des Landes ist überwältigend, die Menschen sind bezaubernd. Und für alle, die unsere "westlichen Werte" dort etablieren möchten: es ist halt noch kein riesiges Bordel wie das Nachbarland Thailand, zum Beispiel. Mit "denkfaul" oder "weise" ist es nicht getan. Ich schlage allen Geifernden vor: Hinfahren, selber erleben! Und keine Angst - selbst Genräle beißen nicht. Gruß PEP

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07. Juni 2008 13:10

Welche Nilfe braucht Burma

Alfred Laszlob (Allemagne)

Jochen Buchsteiner ist sehr zu danken für seine fakten-gestütze Darstellung für wirkungsvolle exerne Unterstützung Burmas, die zu recht im Artikel von Alice Schwarzer erstaunlich unausgeglichen und auch naiv beurteilt wurde, und in der Erwiderung von Michael Hanfeld eher dürftig kritisiert wurde; in beiden Artikel blieb bemerkenswerter Weise die Friedensnobelpeisträgering Aung San Suu Kyi unerwähnt, die -last but not least- Buchsteiner zitiert. Frau Schwarzer empfehle ich die Gespräche von Aung San Suu Kyi mit Alan Clements " Der Weg zur Freiheit" (1997 erschienen im Gustav Lübbe Verlag).

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07. Juni 2008 02:40

Oh, welche Menge weiser Menschen, ohne Lösung der Not.

Josef Bujtor (Mramorak)

Unsere Welt ist in einer Hinsicht sicher sehr reich: Wir haben so viele Weisen, die aber alle keine Lösung sondern nur ihre Ideologien uns aufzeigen. Warum gehen die, die durch die Hintertür die Probleme in Burma und allen anderen Gewaltherrscher-Länder lösen wollen, mal ans Werk und lösen die Not der Menschen dort? Es ist sehr leicht - und daher auch immer wieder gemacht - die Gesellschaften in den Demokratischen ländern anzuklagen und für alles böse in der Welt verantwortlich zu machen. Dabei reden diese selbsternannten Ankläger, Richter und Henker auch nicht von Demokratie sondern von westlicher gesellschaft oder Kultur. Denn dann kann man die Gewaltherrscher ruhig neben oder gar vor die gewählten Regierungen stellen. Das zeigt doch schon die wirkliche Gesinnung dieser "Welterlöser". Was haben die bisher gezeigt? Mir dreht sich der magen, wenn ich deren Lösungen lese. Ich habe schon oft sollche Schreiber aufgefordert mal auch nur ein Unfreis Land zu zeigen, in dem kein Hunger heerrscht. Unfreiheit und Hunger gehen Hand-in-Hand. Da ändern alle Welt-Veranstaltungen nichts. Auch der LAUTE RUF des Herrn Obama: "Change" wird daran nicht ändern!

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06. Juni 2008 21:50

Herr Buchsteiner, der Vorwurf der Denkfaulheit fällt auf den zurück,

Torsten Klier (TorstenKlier)

der diese Schwarzers Gegnern unterstellt. Ob Schwarzers Suade evtl. einige Körnchen Wahrheit enthält steht genauso wenige zur Debatte wie die Frage, ob der westliche Blick möglicherweise einseitig ist. Der Skandal ist Schwarzers ständiges Verdrehen der Maßstäbe, die absurden Wertungen. Kaum ein Schwarzer-Artikel ohne die für diese Person typisch martialischen Kraftausdrücke, ohne Geschlechterapartheid, Mord, Gewalt, Unterdrückung, Diskriminierung, Folter, Vergewaltigung usw. usf. Termini, die in dieser Dichte auf das zeitgenössische Deutschland angewandt vollkommen unangemessen sind. Einerseits die absurden Klagen über zuwenig Frauen in Führungspositionen in Deutschland (ohne je zu hinterfragen, ob Frauen überhaupt zu verantwortungsvoller Arbeit bereit sind), im vollkommenen Gegensatz dazu die Beschwörung der Idylle wo „Frauen in Palmendörfern die Hirse in Steinmörsern stampfen“. Ja watt denn nu?! Nein, Herr Buchheimer, denkfaul ist eher, wem diese Demagogie nicht auffällt. Denn wer ernsthaft behauptet, es wäre für die Leute in Burma besser zu verhungern als westliche Lebensmittel zu verzehren, der hat sich endgültig aus dem Kreis der ernstzunehmenden Publizisten rausgekickt. Oder finden Sie nicht?

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06. Juni 2008 19:41

Wir scheren uns langsam besser um uns selbst

dirk speier (dirspe)

Die Arroganz uns stets für die Klügeren und Besseren zu halten ist wohl kein Teil der persönlichen Selbsterkenntnis die wir haben. Die prägende Polemik oder gar Pädagogik sollte man dringend überdenken. Gesellschaftliche Entwicklungen benötigt Zeit und Möglichkeit. Gerade unsere Geschichte zeigt die causal-basierten Abgründe der eigenen, immer weiter fortschreitenden,Entwicklung. Die Langzeitauswirkungen sind hingegen sehr ambivalent zu betrachten. Kommt alle an unseren Tisch. Eine Konditionierung ,die vergleichbar erscheint mit einem Bettler der jeden Tag von ein und derselben Person eine Spende erhält. Die Relation der ökonomischen Vorraussetzungen geht über in eine grundlegende Verhaltensprägung. Der Gebende bleibt verpflichtet,auch bei materiellem Ausgleich. Aber egal. Bei unserer Reisesucht haben wir die halbe Welt ja eh schon degradiert. Gerade der politische Einfluss Pekings scheint eine der wenigen Hoffnungen darzustellen die ethnischen Unterschiede frei von zukünftigen Zündherden zu halten.Eine weitere Ambivalenz die ich nicht abstreiten möchte.

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06. Juni 2008 16:53

Über Abwegiges sollte man nicht länger diskutieren!

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Der Artikel von A. Schwarzer - auch wenn er in der FAZ (leider!, aber wenigstens nur im allseits bekannten Feuilleton) erschienen ist - ist so denkbar schlimm und abwegig, dass man über ihn nicht weiter diskutieren, sondern zur Tagesordnung übergehen sollte. Jeder weitere Gedanke, den man auf den dort publizierten Unsinn Schwarzers verwendet, ist wirklich verlorene Liebesmüh und würde eine absolut krude Auffassung adeln, über die man besser - pikiert! - schweigen sollte.

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