Vergleiche hinken immer,
aber in dem Zusammenhang muß man bedenken, daß es sich dabei eben nicht nur um Körperverletzung und ähnliche Straftaten handelt, sondern auch um sogenannte Propagandadelikte, also Tätowierungen und andere
ewiggestrige Verhaltensweisen, Verbreitung verfassungsfeindlicher Medien u.ä.
Wenn man bedenkt, welche Narrenfreiheit bei Demonstrationen von Islamisten, türkischen Nationalisten (zur Leugnung des Armenien-Genozids), deutschen Verehrern von "Bomber-Harris" u.ä. gilt,
dann könnte man zynisch sagen:
solche Propagandadelikte kann nur eine bestimmte politische Gruppe begehen, bzw. nur eine wird dafür bestraft.
Und zumindest im Rhein-Main-Gebiet muß man wohl eher von inländerfeindlicher Gewalt sprechen, wenn man die einschlägige Berichterstattung im Regionalteil der FAZ sieht, bspw. den Fall des Algeriers in der Dienstags-Ausgabe.
Forumsteilnehmer Richard Herden schreibt:
"Lieber Herr Rüger: das friedliche
Zusammenleben unterschiedlicher
Menschen, das Sie so sehr hassen
und unbedingt zerstören wollen,
ist gerade auch der Wunsch von
Heldinnen wie Frau Ates."
Zunächst möchte ich fragen, womit er eine derart ungeheuerlich Anschuldigung belegen kann.
Ich bin beruflich in internationalem Kulturaustausch tätig und darüber hinaus interkonfessionell verheiratet. Nicht zuletzt deshalb verwahre ich mich gegen derartige ebenso substanzlose wie intellektuell mittelmäßige Beschipfungen.
Darüber hinaus vertrete ich indessen die Auffassung, dass Zuwanderer die zivilisatorischen Mindeststandarts unsrer Kultur einhalten müssen. (Möglicherweise hat sich diese Anschauung gerade durch meine Auslandserfahrung verfestigt.)
Frau Ates hat es eben nicht nur mit den "10- 20" Ehemännern ihrer Mandanten und deren Anhang zu tun.
Sie vergessen die Pressekampagnen u.a. in Hürriyet, in denen sie als geistesgestört dargestellt wirde, siehe bspw.
http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID1368688,00.html.
Nicht nachvollziehbar ist für mich das Aufrechnen von ausländerfeindlichen Übergriffen mit der Terrorisierung der Anwältin Ates.
Sie wird nach allen vorliegenden Berichten eben nicht von Deutschen, sondern von Türken u.a. Orientalen bedroht und physisch angegriffen.
Das darf man nicht verharmlosen, man muß doch die Täter und ihr Umfeld auch beim Namen nennen.
Warum muss man eigentlich jedesmal, wenn Türken oder andere Muslime berechtigterweise, aufgrund fester moralischer Vorstellungen, kritisiert werden über Rechtsradikale Deutsche diskutieren?
Dazu zwei Gedanken:
1. Was ist wohl der Grund dafür, dass viele Menschen rechtsradikal werden?
2. Es gibt deutlich mehr Straftaten von Türken und anderen Muslimen gegen Deutsche als andersherum. Und das obwohl wir Deutsche wesentlich mehr sind in unserem Land. Die Quote ist also drastisch verschieden!
Und zuletzt Herr Parviz, bringen Sie 1. mit 2. in Verbindung.
was also wird nun passieren? nichts! denn es kann nicht sein, was nicht sein darf...oder vielleicht wird ja doch etwas passieren: so wie nach der offensichtlichen propagandalüge von sebnitz oder der ebensolchen offensive nach den vorkommnissen an der rütli-schule.
es werden noch mehr straftatbestände, die nur eine bestimmte bevölkerungsschicht begehen kann und die die anzahl von verbrecherischen und strafrechtlich relevanten meinungen weit über die 12.000er marke hinausheben wird...und um dem gleich vorzubeugen: ich glaube an das, was das gesetz und cdscsuspdgrünelinksparteifdp mir vorschreiben!
Sie haben sicherlich recht. Die Anzahl rechtsradikaler Delikte sich sicherlich größer als die Anzahl der Anschläge gegen Frau Ates. Nur, ein einzelner Ausländer ist nicht elftausendmal dieser Gefahr ausgesetzt, abgesehen von den Delikten (Gewalt und Kriminalität) die innerhalb der jeweiligen Ethnien begangen werden.
Das Problem ist ein anderes: bestimmte Delikte lassen sich gar nicht mehr so recht verfolgen, da ihre Täter sich ausserhalb der bestehenden Rechtsordnung sehen. Dadurch, dass unser Staat nicht mehr in der Lage zu sein scheint diesen Menschen wirksam Einhalt zu gebieten, steigt das Gefühl der Ohnmacht und damit leider auch die Tendenz zu rechts- oder linksradikalen Lösungen.
der üblichen Rassisten darüber,
dass Frau Ates endlich aufgegeben
hat und dadurch ihr Feindbild des
bösen Ausländers bestätigt, ist
nur noch peinlich.
Lieber Herr Rüger: das friedliche
Zusammenleben unterschiedlicher
Menschen, das Sie so sehr hassen
und unbedingt zerstören wollen,
ist gerade auch der Wunsch von
Heldinnen wie Frau Ates. Leider
muss sie sich ständig von zwei
Seiten verteidigen: gegen Gewalt-
kriminelle aus ihrem Heimatland
und gegen deutsche Rassisten,
deren eigentliches Feindbild
der Fremde an sich ist und
die darum jubeln, wenn eine
Frau Ates bedroht wird.
Frau Ates setzte sich mit ihrer Arbeit offensichtlich nicht nur für Migrantenprobleme ein, nein - Frau Ates hat u.a. moralische Werte verteidigt die ganzen Generationen im heutigen Europa in Fleisch und Blut übergegangen sein müßten. Sie wird von Menschen bedroht , denen offensichtlich einige Grundsätze des menschlichen Zusammenlebens im europäischen Kulturkreis völlig fremd sind, bzw. die solche Grundsätze ablehnen. Da wird es natürlich schwer mit der Integration. Solchen Trends darf keinesfalls Vorschub geleistet werden, in dem man jene die dem (zumindest auf europäischen Boden) entgegenwirken, preisgibt.
Mir ist völlig unverständlich wieso Frau Ates derart im Stich gelassen wird. Ist mittlerweile auch unter den "Organen der Rechtspflege" eine zwei-Klassen-Gesellschaft eingeführt worden ?
... um es gleich vorweg zu nehmen und Anfeindungen vorzubeugen - ich bin ein Befürworter der Ziele des interkulturellen Austauschs und der Integration. Leider ist dieses Ziel wohl Wunschgedanke und Wunschdenken geblieben und die Wirklichkeit entspricht eher der Sitauation von Seyran Ates. Integration hat nicht stattgefunden und findet nicht statt - ist damit eher die Ausnahme und nicht die eigentlich zu erwartende Regel. Entstanden ist eine türkisch/muslimische Parallelgesellschaft, in der althergebrachte Prinzipien (verabredete Eheschließungen, Gewalt als Mittel der Erziehung und Konfliktbewältigung, Mißachtung der Rechte von Frauen etc.) weiterhin gelten und weitergegeben werden.
Es ist Aufgabe unseres Rechtsstaates, die Anerkennung der Grundprinzipien unserer Gesellschaft, die in vielen Bereichen im diametralen Gegensatz zu denen der türkisch/muslimischen Gesellschaft stehen, einzufordern und durchzusetzen. Die vielbeschworene Toleranz in unserem Land erweist sich bei der Betrachtung des Falls von Seyran Ates nur als einfache Ignoranz, einem Verschließen der Augen vor der Realität.
Die Frage, die sich uns heute stellt ist: Was soll werden?
Gruß,
akck
Bei solchen Artikeln darf nicht aus den Augen verloren werden, mit welchen Mitgliedern der Gesellschaft sich Frau Ates ausnahmslos beruflich auseinander setzt. Es ist erschreckend genug, wie ausweglos manch fehlgeschlagene Integration weitergelebt werden muss, allerdings hilft eine solch exklusive Betrachtung ganzer Bevölkerungsgruppen in der Problematik nicht weiter.
Den Einzelschicksalen gilt es Aufmerksamkeit zu schenken, allerdings ohne dabei den Alltag auf der Straße mit Vorurteilen zu belasten. Fehlgeschlagene Integration ist schließlich ein individuelles Problem, das als Schimmelpilz aus kulturellen, sozialen und finanziellen Schmutzrändern entsteht. Dort wo die Zivilgesellschaft nicht hinlangt und wo sich immer mehr Dreck ablagert. Effektiv wäre es, würden solche Ränder ins Zentrum gerückt und mit der entsprechenden Aufmerksamkeit behandelt. "Der Fall Ates" wird viele Leser hinterlassen, die den Rand noch weiter nach außen rücken lassen.
Wo sind sie, die Linken, die sonst gegen jede Gewalt und Diskriminierung Alarm schlagen?!
Mir fehlen die Worte...
Das ist doch wohl das beste Beispiel für die Andersartigkeit der grundlegenden Prinzipien bei vielen Ausländern. Darum lässt sich auch nicht herumreden. Hoffentlich nehmen sich das alle Leute zu herzen, die immer durch die rosa Brille schauen.
Erstmal ist es schade, daß Frau Ates ihren Kampf nicht weiter fortführt. Als Rechtsanwältin bekämpft Sie tyrannische Ehemänner mit rechtsstaatlichen Mitteln. Und dies muß jeder Bürger dieses Landes unterstützen.
Aber Frau Ates wird (von türk. Seite) doch nur von jenen bedroht, mit denen Sie unmittelbar zu tun hat. Das heißt durch das Umfeld ihrer Klienten (Ehemänner usw.). Von dem Türken, der am Bahnhof Döner verkauft und sie nur durch das Fernsehen kennt, geht bestimmt keine Gefahr aus.
Die Situation der Ausländer hierzulande sieht aber ganz anders aus. Sie leben in ständiger Unsicherheit, haben angst vor Anschlägen und Angriffen. Aber von wem? Durch Deutsche aus ihrem Umfeld? Nein! (d.h. nicht nur). Die Gefahr geht auch von Deutschen aus, die man nicht kennt. Und es reicht aus, daß man solchen Leuten nur einmal begegnet, um danach später im Krankenhaus zu landen, wenn man sich zur falschen Zeit am falschen Ort befand. Das hat der Fall des Äthiopischen Opfers (in Potsdam) bestätigt. Täter und Opfer hatten sich vorher noch nie gesehen!
Frau Ates hat schlimmstenfalls 10-20 potentieller "Feinde" auf türkischer Seite. Aber wieviele kommen wohl von der (rechten) deutschen Ecke?
2006: 11 000 rechtsradikale Delikte
zeigt diese Geschichte nicht die Wahrheit unserer Kapitulation? Auch in unserem ganz menschlichen, ganz alltäglichen Sein gilt es nicht den Rückzug zu proben, sondern wo immer möglich den retorischen Angriff. Frau Ates braucht uns alle.