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China und der Westen

Wie man einen Feind erzeugt

Seit der Tibet-Krise sehen sich viele Chinesen als Opfer von Ressentiments. Sie rufen zum Widerstandskampf gegen den hegemonialen Diskurs des Westens auf. Blogger beider Seiten bezichtigen einander der Gehirnwäsche; die Verständigung kollabiert. Von Mark Siemons, Peking

Lesermeinungen zum Beitrag

06. April 2008 18:49

Diskussion in China und Anziehungskraft des Westens

jan korbelik (chechtal)

@ rj zhang
Ich meinte: "Diese Diskussion wäre auf einem öffentlichen chinesischen Server unmöglich."
Ihre Meinung:
"ich bin jetzt im peking und kann ihre Diskussion gut lesen. ohne Proxy."
Aber gerade das meinte ich: Auf einem c h i n e s i s c h e n Server. Dies ist ein deutscher und deutschprachiger Server.

@ Thomas Seifert
dass wir "die globale Angemessenheit unserer Werte nicht einfach nur behaupten können, sondern beweisen müssen - in einem globalisierten Diskurs."
Ich denke, das müssen wir gar nicht. Viele Tausende Menschen, die täglich in "den Westen" flüchten wollen und hier dann bleiben wollen, beweisen mit ihren Beinen, dass unser System einfach besser ist (ich sage nicht ideal!). Wer flüchtete in den Ostblock, wer flüchtet in Diktaturen? Heute leben nur in Prag angeblich Zigtausende US-Bürger...

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01. April 2008 22:48

Zu Johan Brandt

Kai Li (likai)

Noch eine wichtige Tatsache: Eine umfangreiche und absichtliche Üebersiedlung der Han-Chinesen ist auch Lüge. Die tibetische Bevölkerung macht heute über 90% der gesamten Bevölkerung Tibets aus. Die meisten Han-Chinesen wollen gar nicht in Tibet wohnen und arbeiten aus Gesundheitsgründen - Auf den Bergen fehlt es Sauerstoff, man kriegt sehr leicht Krankheiten. Es sind auch viele gebürgien Muslimen (Hui,-Chinesen, Tibetische Sprache als Muttersprache) in Tibet, sie sind tätig in Fleischgeschäften, weil die Tibeter aus dem Glauben nicht töten wollen, aber wegen der Geo-Lage Fleisch essen müssen (gegen Kälte). Nach der Planung des Dalai Lamas müssen diese Leute auch ausgeschmissen werden.

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01. April 2008 20:40

Zu Johan Brandt

Kai Li (likai)

Ich möchte Sie nur darauf hinweisen, dass man im Fall der Tibet-Krise die wissenschaftlichen Studien lesen sollte, bevor man eine Meinung bildet- viele Leute sollten das tun, weil sie zu wenig von der komplexen Geschichte wissen. Ob es um eine Besatzung ging, finden Sie in den Büchern auch Antworten. Diese Forscher sind nicht Hunde der KPC. Viele Leute hier haben einfach zu sehr an Dalai Lama und den Medien geglaubt.
In der Tat gab es unter der Herrschaft Dalai Lamas gar keine Schule in Tibet, heute über 1000; Die Leute müssen Hochchinesisch lernen, weil es sonst nicht geht, mit der Muttersprache können sie nicht Naturwissenschaften lernen- Das ist keine Art Kulturvernichtung; Dass ein Million Menschen getötet worden seien, ist Lüge; Dass Tibet wirtschaftlich völlig abhängig von den anderen Provinzen ist, ist die Tatsache- Es ist eine Wirtschaft der "Bluttransfusion"; Die Denkart der Tibeter hat auch ihre besondere Eigenschaften...
Lesen Sie bitte die Bücher zuerst, es gibt zu viel zu klären. Ein Buch ist im Internet zu finden (http://ark.cdlib.org/ark:/13030/ft2199n7f4/). Außerdem muss man auch von der Politik der großen Mächte wissen. Dass Dalai Lama nach dem Kalten Krieg immer heißer geworden sind, ist eben kein Zufall.

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01. April 2008 12:41

Zu Johan Brandt

Kai Li (likai)

Haben Sie mal die akademischen Bücher von den besten US-Tibetforschern Grunfeld, A. Tom und Goldstein, Melvyn C. gelesen?

Eine Frage: Wissen Sie, dass in der Tibetsprache GAR KEINE wissenschaftlichen Ausdrücke gibt und die Kinder die Naturwissenschaften ohne Hochchinesisch GAR NICHT lernen können? Die Anhänger des Dalai Lamas müssen auch mit Englisch die modernen Wissenschaften lernen, ist das ein Kulturmord des Westens?

Wenn Sie aber nur an Behauptungen von Dalai Lama glauben und sich verblenden lassen, können Sie gerne tun. Sonst wie können Sie China weiter verteufeln?

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31. März 2008 15:11

ganz klar

Jochen König (fazjoli)


ich persönlich finde, alle Medien wissen, was sie gerade machen. Und zwar, China zu zerstören und China keine Chance mehr zu lassen.

Dann haben die westliche Welt, Politiker und Medien, einen schönen Film zusammengespielt, China zu krachen.

Leider hat die chinesische Regierung nicht nach westlichem Drehbuch gespielt, trotzdem machen die Medien und Regierungen enttäuscht und unschämlich weiter wie geplant. Dann kommt Lügen und Lügen.

Bis jetzt können KEINE davon das Bild des Gewalts gegen Tibeter in Tibet zeigen, aber die Regierungen und die Meiden sind ganz sicher, dass Gewalt pasiert ist. Gewalt ist wirklich pasiert, aber es war leider in Lhasa gegen Han- und Hui-chinesen, nur in Nepal gegen Tibeter. Dann müssen die Medien weiter lügen und Bild abscheiden, um ihre Meinungen zu unterstürtzen.

Das ist ja ganz kömisch. Ich bin sehr gespannt, wie man in der Zukunft das sehen wird.

Die Hauptspieler scheinen BBC und CNN zu sein. Eigentlich sind die deutschen Medien viel aktiver und gewaltiger. Ich wüsche allen Mitspieler, viel Erfolg und viel Spaß!

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30. März 2008 19:21

Vorbild Irak

Franz Altmann (elviejo_136)

Was wäre, wenn das chinesische Militär in Tibet so vorginge wie
die US-Besatzungstruppen im Irak ?
Einfach ein paar hundertausend "Kollateralschäden" bei der Jagd
nach Terroristen (oder sind die Rebellen in Tibet keine Terroristen ?)
nebenbei verursachen, bis der Blutzoll irgendwann den Widerstands-
willen dämpft und man sich wieder ein Fähnchen "erfolgreich befreit"
an die Landkarte pinnen kann.
Später kann man ja immer noch behaupten, es sei eigentlich nur zu
deren Besten gewesen, und vielleicht gibt's in Tibet doch Massen-
vernichtungswaffen ?

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29. März 2008 17:29

@jan korbelik (chechtal)

rj zhang (zack12)

"Diese Diskussion wäre auf einem öffentlichen chinesischen Server unmöglich."
ich bin jetzt im peking und kann ihre Diskussion gut lesen. ohne Proxy.
dank herr Siemons, endlich kann ich etwas anders hoehren vom Europa. tagelang gab es hier und auf anderen deustschen zeitungen nur die gleiche stimme. ja, die andere deutsche online zeitung, kann ich auch ohne proxy lesen.
vielleicht herr korbelik ist besser qualifiziert als die Zensurbeamte der chinesische Regierung.
die mao zeit ist lange her. zensur gibt's doch, aber bitte nicht so ueberteibend wie herr korbelik das angenommen haben.
ich bin keine "Schreiber" , die fuer den Staat arbeiten. und ich kenne auch keinen davon. ich zweifel sehr, ob solche Leute gibt. ich kenne einbisschen deutsch, leider niemand das zahlen, was ich hier geschrieben habe.

war einmal in Tibet, auch in der Provinz Qinghai gewesen, wo auch von Tibeter bewohnt.
habe auch Tibeter moench als freund kennenglernt dort. als ein Han-chineser habe ich keine feindlichkeit dort erfahren. die meisten Tibeter wollen nur besseres Leben, "freie Tibet"? bringt das wirklich etwas besseres?

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28. März 2008 18:15

Unvermeidbare Konflikte und Medienschelte

Harry LeRoy (Cimon)

Eine eigenartige Selbstkasteiung wird in diesem Artikel dem westlichen Mediennutzer zugemutet; es mag ja sein, dass in Zeiten des Internetjournalismus schon mal Nepal mit China verwechselt wird, aber der geübte Beobachter vermag gewöhnlich die Sicherheitskräfte auseinander zuhalten, wenn es auch Tendenzen zur weltweiten Uniformierung der Polizeikräfte gibt (blau, blau blüht der Enzian...). Die hier postulierte Erkenntnis, dass sich der Zorn der Tibeter eher an den Trosshuren und Marketendern als an den chinesischen Besatzungstruppen selbst entladen hat, ist nicht neu und war auch aus Berichten und Bilder zu ersehen. Dies mag zwar nicht nett sein von den Tibetern, aber die meisten Menschen haben nun mal ein Mütchen und keinen Mut und so schied wohl die Möglichkeit aus mit Messen und Knüppeln die Waffenarsenale der Chinesen zu stürmen, um Waffengleichheit mit den Besatzern herzustellen.

Der Konflikt mit China ist aber ohnehin nicht zu vermeiden, da der Westen die heutige Weltordnung bewahren möchte, China aber revisionistische Ziele verfolgt und mit seinen antikolonialen Märchen in die Fußstapfen der Japaner tritt. Die anderen Völker dürften wohl über die Befreiung durch China nicht minder glücklicher sein als es China damals war.

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28. März 2008 15:07

Medien und Politiker sollen die Welt mit Tibet-Krise nicht weiter verschärfen!

heru jiao (yifan98)

als Mensch, egal mit welcher Idiologie, Religion soll endlich kapieren, was Frieden bedeutet! Diese Welt verändert sich und verschelzt schneller als man dachte.
Steinmayer und Merkel oder andere, die eine Regierung vertreten, nicht nach Peking,
das bringt gar nichts. Das macht die Sache nur noch schlimmer.
Christentum gegen Islam hat die Welt schon so traurig gemacht!
Dalai Lama, toll, jetzt bringen Sie Buddismus auch noch in diese Dreck!
ist es wirklich, was Du willst? Niemand kennt die Geschichte von Tibet , Die Beziehung zwischen China und Tibet zwischen Westen wie Sie!
Ich glaube sogar fest daran, daß Sie gegen Gewalt und für Olypia Spiel in Beijing.
Niemand , keine Regierung auf dieser Welt kann irgend eine Region kommunikativ abzuriegeln! Menschen sind dafür viel zu clever! Man soll auch die Intellengenz der Menschheit selbst nicht beleidigen.
Ich war selbst damals auf Tian-An-Men Platz! damals wollten wir auch nicht anderes, als"China besser zu sein, zwar so schnell wie möglich, gerade weil Herr Deng Xiaoping mit Öffnungspolitik uns dazu gebracht, sich selbst über alles, man man sieht, nachzudenken! 1,3 Milliarde Chinesen haben mit erlebt, wie Lebensstandard verbessert ist. nur das zählt, nicht politiscche Idiologie!

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28. März 2008 10:25

Reflexe in China und im Westen

Christoph Braun (globalist08)

Dieser Artikel muss uns Westlern aber bewusst machen, dass wir uns nur zu gerne die selbstgerechte Brille der Menschenrechte aufsetzen. Nach dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens 1989 hat der Westen weit schwerwiegendere, wirtschaftliche Sanktionen gegen China verhängt, nur um sie wenige Jahre später aus ökonomischen Gründen wieder aufzugeben. Bewirkt haben diese Maßnahmen rein gar nichts, was spätestens mit den Ereignissen in Tibet deutlich wird. Der Westen kann die politische Freiheit in China nicht durch Druck von außen erzwingen, das muß die chinesische Bevölkerung selbst tun. Wie sehr undifferenzierte Kritik ein rally-around-the-flag Phänomen in China auslösen kann, sollte nicht unterschätzt werden. Auf der Ebene der internationalen Politik wird sich nichts ändern, vor allem da bei den Wahlen in Taiwan gerade die Gegner einer schnellen Unabhängigkeit an gestärkt wurden. Ein solcher Schritt hätte wirkliche Folgen für Peking gehabt. So wird nur die vergiftete Atmosphäre zwischen dem Westen und der chinesischen Bevölkerung übrigbleiben, die sich in ihrem Streben nach Selbstbestimmung eben nicht vom Westen unterstützt fühlt.

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28. März 2008 03:45

zu Teuber

heru jiao (yifan98)

Sie sollen erstmal studieren, wie Hitler sich im Namen von Deutschlands gegen die ganze
Welt benommen hat! außerdem sollen Sie auch mal studieren,wie RTL sich benommen hat! und Sie sollen auch mal Studieren, wie ist die Teilung von Deutschland entstanden?

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27. März 2008 23:16

@Herr Teuber, Herr Korbelik

Thomas Seifert (Thomas_Seifert)

Es geht nicht um "Selbstgeißelung" oder um ein "armes, armes China". Im Kern geht es darum, dass wir die Überlegenheit, oder sagen wir vorsichtiger: die globale Angemessenheit unserer Werte nicht einfach nur behaupten können, sondern beweisen müssen - in einem globalisierten Diskurs.
Und dieser Beweis fällt - im Angesicht einer kritischen Weltöffentlichkeit, aber doch auch gemessen an unseren eigenen Maßstäben! - dann sehr schwer, wenn z.B. der Wert "Pressefreiheit" sich konkret darin manifestiert, dass unsere Presse z.B. im Fall der Tibet-Unruhen erwiesenermaßen falsch, einseitig und manipulativ berichtet. Machen wir uns nichts vor: Der selbstkritische Siemons-Artikel, so verdienstvoll er ist - er kommt doch um Tage, ja Wochen zu spät! Was nützt uns denn eine freie (= privatwirtschaftlich organisierte) Presse, wenn sie ihre Fehler immer nur post festum eingesteht - nachdem der Schaden bereits angerichtet ist?

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27. März 2008 14:46

Herr Korbelik: Wäre die tibetische Kultur bereits zerstört,

Stellar Orienta (StellarOrienta)

gäbe es heute keine Proteste der Mönche. Bleiben Sie bei der Diskussion bei der Tatsache!

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27. März 2008 14:42

Das "arme,arme" China,von "Rüpeln" bedroht, ...

Markus Teuber (arathorn)

weidlich bedroht nicht nur von mit Messern bewaffneten Tibetern,sondern erneut vom voreingenommenen,medial und amerikanisiert gesteuerten "Westen".
Eine solch "hohe Kultur"Nation muß natürlich darauf bedacht sein,daß jeder erfährt,wie gemein die Tibeter und vor allem ihr Dalai Lama doch sind .
War nicht Mao Tsetung ein Waisenknabe gegen solche Verbrecher ?

Und in Deutschland gedeiht - wie man aus manchem Kommentar ersehen kann- das zarte Pflänzchen namens chinesische Propaganda bestens.
Es hat schon bald die Höhe des Bäumchens namens "uneingeschränkte Toleranz gegenüber China" erreicht.

Ach ja :
Mir sind die USA als Weltmacht bei weitem lieber als die "älteste Kulturnation" China.
Denn als "älteste Kultur"-Nation sollten man sich schon zu benehmen wissen !

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27. März 2008 12:21

non-objektiv

Harry Hain (zx10)

Weder objektiv, noch wirklich wahrhaftig ist die Presse bzw. der Journalismus. Jeder von ihnen trägt eine mehr oder minder gefärbte "Brille" im Kopf. Sie sind auch nur Menschen. Löblich diejenigen, die darum (selbstkritisch) wissen und sich zumindest um Objektivität und Wahrheit bemühen.
Noch schwerer wird der Drahtseilakt, wenn es darum geht komplexe Inhalte "portionsgerecht" zu servieren, daß auch der Laie diese Inhalte nachvollziehen und ggf. einordnen kann.

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