Sprache

Rechtschreibung: Springer stellt um und bedauert

Die Axel Springer AG kehrt von der bewährten Rechtschreibung wieder ab, zu der der Verlag 2004 übergegangen war. Zugleich kritisiert der Verlag die Reform, die alles andere als überzeugend sei.

Lesermeinungen zum Beitrag

08. März 2006 18:22

Rechtschreibung

Wolfgang Frenzel (Frenzel5)

Noch kann man ja hoffen, nämlich darauf, daß die Verantwortlichen bei der FAZ dem Wunch der meisten Leser der FAZ schließlich doch entsprechen und es bei der bewährten und klassischen Rechtschreibung belassen. Es wäre ein Segen für die deutsche Sprache und ein Gewinn für die Demokratie.

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08. März 2006 17:20

FAZ im Prokrustesbett.....

Ruth Salber-Buchmüller (salberbuchmueller)

....die Operation des Reckens und Kürzens
hat kein Betroffener überstanden.

Es ist eine kulturelle und demokratische
Katastrophe. Die FAZ unterwirft sich der
Staatsgewalt, die FAZ, das stolze Schlachtschiff der
Meinungsfreiheit und des einzigartigen Niveaus.
Die FAZ geriert sich als Erfüllungsgehilfe für eine
Schreibweise , die "groben Unfug" darstellt.
Denn, wie die FAZ weiß: Es wurde vom
GeheimRAT ja nur den
"gröbsten Unfug" geglättet.

Und semantisch und grammatisch groben Unfug
trägt die FAZ über den ganzen Globus.

Sie streut ihren Lesern Sand in die Augen, wenn sie tönt,
daß die Zeitung auf Basis der VARIANTEN weitest-
gehend zur klassischen Rechtschreibung zurückfinden wird.
"Grober Unfug" bedeutet auch, wenn "eine Hand
voll Kinder" auf dem Boden spielt.
Wo bleibt die "Schussserie" bei der "Schlussszene"
dieses Schmierentheaters?


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08. März 2006 09:35

Rechtschreibung

Peter Wunderlich (utnapischtim)

Wenn man erlebt hat, wie die Chinesen tausende von Schriftzeichen beherrschen, und das mit Stolz und Freude tun, dann wird doch wohl so ein armes Deutschchen zwischen "ß", "ss" und "s" unterscheiden können!
Meines Wissens wurde bereits vor hundert Jahren bei der ersten Rechtschreibreform das sinnlose Auslassungszeichen beim sächsischen Genitiv ersatzlos gestrichen und es hieß ab sofort nicht mehr "Meyer's Lexikon", sondern "Meyers Lexikon".

So lange es sich aber ein amerikanischer Fastfoodladen erlauben kann, unsere Schreibweise zu verhöhnen und das Volk zum Falschschreiben animiert ("Uschi's Basar"), bleibe ich bei "daß", "Du" und "Sie".

Das ist utnapischtim's Meinung ;-)

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07. März 2006 19:51

Rechtschreibung

C Rimek (perkunos)

Die FAZ sollte nicht nur an der "herkömmlichen" Rechtschreibung festhalten, sondern auch auf andere Verlage hinwirken, dies so zu halten.

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07. März 2006 18:32

Bitte die bewährte Schreibweise beibehalten !

Thorsten Sieme (bibsurfer)

Sehr geehrtes Faz-Team,

bitte setzen Sie mit der Beibehaltung der klassischen Rechtschreibung ein deutliches Signal. Ein Signal, das sagen will:
Wer ein bürokratisches Gebilde, wie die Rechtschreibreform gegen den Willen der Bevölkerung erzwingt, darf sich letzten Endes nicht durchsetzen!
Es geht hier um mehr, als um eine verkorkste Reform. Es geht um die Frage, ob Behörden ihre ihnen verliehenen Kompetenzen im Sinne der Bürger ausüben, oder sie in Form von dekretierten Zwangsvorschriften mißbrauchen.

Mit freundlichen Grüßen
T.Sieme

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07. März 2006 17:30

Rechtschreibung

Ursula Lehmer (Briska)

Bitte bleiben Sie bei der bewährten Rechtschreibung!!!

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07. März 2006 16:55

Und wann kommt (endlich) die FAZ

Gisela Koch (Gisela-Koch)

Ich begrüße den Entschluß und hoffe, dass die anderen "gestrigen" auch in diesem Sinn einlenken und ihre dann freiwerdende Energie aktuellen Themen zuwenden können.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Koch

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07. März 2006 15:40

Liebe FAZ, auch ich möchte sagen, bitte bleiben sie orthographisch konservativ

Martin Bauer (Martin.Bauer)

Ich habe diese Reformitis von Anfang an nicht verstanden. Haben wir nicht immer gelernt, Sprache müsse sich organisch entwickeln? Ich neige zu den schlimmsten Verdächtigungen: Deutschlands Kindern sollte nachgeholfen werden, auch wirklich den letzten Platz PISA zu erreichen; jegliches Bildungsideal muß verschwinden.

Der Gipfel war, daß eine Frage von Takt und Sitte (Du oder du) überhaupt vom Duden her geregelt werden sollte. Aber auch an der Substanz gab es (und gibt wohl immer noch; ich gebe zu, ich habe bisher keine Ahnung, was dieser Kompromiß denn nun eigentlich ist) viel zu kritisieren:

Am meisten gestört hat mich die wortartvermengende Groß- u. Getrenntschreibung (‚Wir sind uns spinneFeind‘ – oder wie?), aber selbst um die logischste aller Regeln, das ss statt ß, fand ich’s schade: die vielen sss nämlich, die entstehen, sind einfach unästhetisch! Und warum man schließlich deutsche Sonderzeichen (wie das ß) einerseits eher loswerden wollte, aber andererseits die (geschmackssachenartige!) Ausweitung des ä-Gebrauchs (Stängel, überschwänglich) einführt, ist mir schleierhaft.

Bei einigen Regeln, wie der Behandlung zusammengesetzter Partikelwörter, schien überhaupt gegolten zu haben: „Hauptsache Veränderung“ (vgl. zurzeit/infrage aber dann wieder [optional] außer Stande/zu Tage treten)

Wie wär’s denn hiermit:
„An einem kalten Wintertag betrachtete er seine Hand_voll glühender Kohlen und fragte sich, ob sie wohl reichten, seine klammen Finger aufzuwärmen.“

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07. März 2006 13:42

Springer bedauert? Springer IST NUR NOCH zu bedauern

Annegret Schad (ASchad)

In keiner einzigen Zeitungsmeldung, die ich irgendwo gelesen habe, wurde das Ergebnis der Reformreform gutgeheißen - aber TROTZDEM wird es von den Zeitungen befolgt.

Man hat langsam deja-vue-Erlebnisse: Um der angeblichen, längst zerstörten "Einheitlichkeit" willen knickt die Springer AG also ein und übernimmt etwas, was sie selbst als nicht überzeugend bezeichnet. JA, WENN ES MURKS IST, WARUM DENN DANN MITMACHEN?

Haargenau diese selbstexkulpierende Argumentation hatten wir doch schon mal, 1996, als sich alle über die Erst-Reform-Schreibungen erregt haben - und trotzdem haben die Zeitungen das üble Spiel mitgemacht.

Der KMK, die laut Frau Prof. Wanka wider besseres Wissen nur der "Staatsräson" wegen den Unsinn durchgepeitscht hat, alleine alle Vorwürfe zu mache, greift zu kurz: Zu fragen ist auch nach der Mitschuld der angeblich "freien Presse" und den (un-)verantwortlichen Redakteuren und Journalisten, ohne deren devote Willfährigkeit das verfehlte Unternehmen "Rechtschreibreform" niemals auch nur aus den Startlöchern gekommen wäre.

Die F.A.Z. stellt hier eine rühmliche Ausnahme dar. Ich bin noch des festen Glaubens, daß sie das Bessere vom Schlechteren zu unterscheiden weiß und sich dementsprechend verantwortlich verhält - allen Erpressungsversuchen zum Trotz.

Sollte aber auch sie nun einknicken wie die Wendehals-Springer AG., möchte ich auf ihren Seiten NIE WIEDER einen Artikel über Rechtschreibung lesen - es wäre zu lächerlich. Und unentschuldbar.

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07. März 2006 11:57

Rechtschreibung

Rolf Sudhoff (rosud)

Ich hoffe doch sehr, daß die FAZ bei der alten und bewährten Rechtschreibung bleibt!

Mit freundlichem Gruß Rolf Sudhoff

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