die Schleimer und Ducker kommen vorran waehrend die taktisch unklug Handelnden eben auch mal auf den Tisch hauen und dafuer bestraft werden. Das hat aber weniger mit den Universitaetsstrukturen zu tun. Sich hier durchzuschlaengeln ist tatsaechlich kein Problem. Das kommt erst, wenn man seinen naechsten Lehrplan erstellen soll. Vor kurzem habe ich einen humorvollen Text zum Thema Speichellecker gelesen. Es gibt sie ueberall und sie werden immer die besseren Stellen kriegen. Dafuer muessen sie aber auch den Verlust der Achtung anderer und in seltenen Faellen Verlust der Selbstachtung hinnehmen. Eben solche Leute sind heute anscheinend in der Politik angekommen. Frueher als Liebling durchgekommen und jetzt mit Fabelideen zu Nonsensreformen aufwarten um sich Selbstlegitimation anzueignen. Diese Menschen halten sich dann fuer Gott und die Welt und tun alle anderen Reden als unaufgeklaertes Geschwafel ab... damit hat die Uni aber weniger zu tun. Die ist einfach nur und bleibt wohl auch einfach nur- unterfinanziert. Da helfen auch keine mickrigen 5% mehreinnahmen durch Gebuehren... die bringen nur wieder die Schleimer nach vorn.
So weit sind wir nicht auseinander, Herr Martischewski! Ich habe natürlich auch ein wenig provoziert, Entschuldigung! Aber eine Ihrer Aussagen hat mir gezeigt, dass wir im Grunde das Gleiche meinen. Ihre Ausführungen zur Allgemeinbildung von anderen trifft in den Kern der Sache. Die wenigeren, die im Prinzip vielleicht gar nicht viel mehr drauf haben aber eben doch etwas (bauern-) schlauer sind wissen m.E. schon, wie man sich gut durchschlängelt. Es gibt ja nicht nur Jobs in der Politik. Wie wäre es denn mit einem Job bei einer Bank oder einer Beratungsgesellschaft? Sie wissen schon, dass sind die, die dem Schäfer sagen können, wie viele Schafe er in seiner Herde hat!!!
Ich arbeite in einer der genannten Branchen und beobachte seit geraumer Zeit, dass immer weniger auf ECHTES Können ankommt sondern vielmehr darauf, dass man eben einfach studiert hat - mehr nicht! Was man studiert hat ist dann fast schon egal. Und die Personalstellen in solchen Unternehmen checken das auch gar nicht, die haken nur ab! Traurig traurig! So "befördert" inzwischen einer den nächsten, den nächsten, den nächsten usw.
also ich habe in meinen zwei Jahren Uni noch keinen Alumni kennen gelernt, aber vielleicht bin ich ja die Ausnahme. Die wenigsten Akademiker gehen tatsächlich in die Politik (zu verlogen, ohne Ideale, Einschränkend;) und sind dann meist erfolglos... schleimen scheint uns nicht zu liegen. Das übernehmen die Schulabbrecher und Profi-Politiker.
Hr Burbaum betont wohl eher (und ich gebe ihm dabei recht) die fehlende Klasse an den Universitäten, die eben nur Spielball politischer Interessen sind. Oder welcher vernünftige Rektor fand bei der Föderalismusreform oder Einführung von Studiengebühren und Hochschulrat Gehör? Ich stelle auch mit Bedauern fest, dass viele Kommilitonen nicht mal über rudimentäres Allgemeinwissen verfügen, sowie das totale Fehlen von Lernzielen(plus veralteter Stoff). Das ist die Schuld der Bildungskürzungen und Umwürfe der 90er Jahre. Die Studienordnungen sind Müll und starrhalsig und die Prüfungen ein Witz. Es fehlt jeder aktuelle Bezug und teilweise wird nichtmal die Stoffrichtung eingehalten. Außerdem gibt es die Anwesenheitspflicht, die ein Witz ist bei der "Größe" der Räume. Selbstdarstellung? Nie gelernt, dafuer eine Menge unnuetzen Stoff.
Das ist der Punkt, Herr Burbaum! Vielen Dank. Es ist aus heutiger Sicht sogar fraglich, ob der nichtstudierte Praktiker mit Abitur von Anfang der 80er Jahre mehr drauf hat als der Absolvent heute. Denn der befand sich zunehmend in einem Umfeld von Alumni usw. und hat mit Sicherheit gelernt, wie man sich am besten in Szene setzt.
Tatsächlich bin ich der Überzeugung daß wir es hier mit einem gesellschaftlichen Problem zu tun haben - und nicht mit einem finanziellen. Das fängt in der Schule an. Die in den siebziger Jahren propagierte und mit Ergebnisgleichheit verwechselte Chancengleichheit für Schüler und Studenten führte nicht nur zu einem deutlich zu niedrigeren Ausbildungsniveau. Gleichzeitig wurde auch die die Idee einer guten oder hervorragenden (Aus-)Bildung gesellschaftlich verpönt und nur noch mit Desinteresse wahrgenommen, als Folge der Wohlstand- und Konsumgesellschaft in der wir leben (Wozu sich anstrengen, wenn's einem gut geht?) mit der Folge, dass sich jeder depperte Politiker eine neue Reform einfallen lässt und die Schul- und Hochschullandschaft zum Gegenstand ideologischer Auseinandersetzung verkommt. Die Orientierung an den "Erfolgreichen" aber findet nicht statt, im Gegenteil wird dieser Kreis meist neidisch und missgünstig beobachtet, als zum Vorbild genommen. Die Laufbahn an Hochschulen ist daher für viele hervorragende Forscher aus In- und Ausland durch gesellschaftliche und bürokratische Hemmnisse (und natürlich auch durch finazielle) meist unattraktiv geworden.
leider traurig aber wahr....
Deutschland sollte sich tatsächlich besinnen, welche Profile im neuen Europa und neuer globalisierter Welt nötig sein werden.
Osteuropäische Universitäten produzieren schnell und gut sehr profilierte und bewanderte Akademiker. Warum können wir es nicht ?
- die Elite weder in der Politik noch an der dt. Hochschule zu finden ist. Jeder der studiert hat, weiß wer mittlerweile die Skripte und Forschungsanträge schreibt. Welches Interesse sollte eine Elite an funktionierenden Hochschulen haben? Ist es nicht besser man bleibt unter sich und lässt die Kinder im Ausland studieren? Da ist die deutschsprachige Wissenschaftselite seit 70 Jahren
- die Hochschulen keine Lobby haben und kein Geld für Spenden, zudem sind dort keine Posten für verdiente Parteimitglieder frei. Welches Interesse sollte die Politik also an einer Hochschule haben?
- die Hochschulen nicht unter- sondern fehlfinanziert sind. Beispiele: 17 Lehrstühle, 22 Videobeamer. Berufungsmittel für "Forschungsreisen" benutzt werden
- weil es keine Leistungsanreize ausser Spass gibt, und die Vergütung trotzdem kommt (zusätzlich zum Honorar aus der Nebentätigkeit).
- die Studiengebühren für Studenten nichts ändern werden. Das ist wie mit dem Anwohnerparkausweiss - man darf zwar parken, hat aber noch lange kein Parkplatz.
- der Verwaltungsaufwand - unvorstellbar (zwei Traumberufe: Hausmitteilungsschreiber und Formulardesigner)
ist an den Schalthebeln der Politik angekommen. Die Politiker jammern über PISA und Integration, aber für die Elite die eines Tages in Deutschland den globalen Konkurrenzkampf gegen USA, China und Indien bestehen soll, wird mit Almosen abgespeist.
Studiengebühren sind wohl notwendig, aber die Studenten müssen auch ordentlich lernen können. Da ich teilweise in der DDR studiert habe, sind überfüllte Studiensäle und desinteressierte Profs. ein Fremdwort.
Ich schäme mich für mein Land, wie auf AUCH diesem Gebiet die Zukunft verschachert wird.