"Aufklärung st der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines eigenen Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen."
So sagte es einmal Immanuel Kant zur Beantwortung der Frage "Was ist Aufklärung". Fragt sich nur, was der Papst da durcheinanderbringt, wenn er meint, dass ausgerechnet der christliche Glaube die Vernunft darstellt, von der die Aufklärer schreiben. Vernunft heißt hinterfragen und wissen, nicht glauben und hinnehmen.
Wenn also der Papst der Meinung ist, das der Glaube der einzig "vernünftige" Weg zum Dialog der Kulturen ist, so hat er die Aufklärung falsch ninterpretiert, dann der aufgeklärte Mensch bedient sich seines eigenen Verstandes und nich der der Religion.
Atheismus als Sicherheitsrisiko einzustufen, ist genauso unerklärlich, denn wer geht davon aus, dass Menschen, die nicht glauben, gleichzeitig kein Versprechen halten können? Gleichgültigkeit in der Politik hat nichts mit dem Glauben zu tun, und schon gar nicht mit der Aufklärung, die der Papst benutzt, um seinen Worten Beachtung zu schenken.
Aufklärung heißt, den Weg zu ergreifen, auf dem der Mensch zu sich selbst zurückfindet (Karl Jaspers), nicht zur Religion.
Sie schreiben:
"Eine paulinische Strategie, bei der gewissermaßen nichts verloren geht: Jede Anstrengung des Islam, dem unbekannten Gott einen Altar zu bauen, wird zum Argument fürs Christentum."
Muhammed ist als Begründer des Islam nach-paulinisch!
Die Griechen hatten immer einen Altar für den unbekannten Gott, um ja keinen zu vergessen. Das hat aber nichts mit Monotheismus zu tun, sondern ist gerade ein Zeichen des Polytheismus der Griechen.
Der Islam ist als eine der drei monotheistischen Religionen nicht mit dem Umgang Paulus mit den Griechen vergleichbar.
Sehr geehrter Herr Sitti,
wenn Sie schon die Kreuzzuege ansprechen, dann bringen informieren Sie sich doch bitte ein wenig besser, damit Sie das ganze nicht aus dem Kontext reissen. Den Kreuzzuegen (ab Ende des 11. Jhdt) waren 300 Jahre muslimischer Expansionen in christliche Gebiete Europas vorausgegangen. Die ersten Kreuzzuege waren durchaus religioes motiviert (Papst Urban II hat selbst dazu aufgerufen). Diese Motivation lies jedoch im Laufe der Zeit nach und fuehrte dazu, dass Kriege gegen machtpolitische Gegner - nicht zwingend Muslime (z.B. die Hussiten) - als Kreuzzuege propagiert wurden, um die Massen zu mobilisieren.