Die Vergangenheit: Brockhaus präsentiert seine Druckausgabe überdimensional auf der Buchmesse

Aus für den gedruckten Brockhaus

Unser Wissen lebt nur in den Köpfen, nicht im Regal

Dass der Brockhaus-Verlag seine gedruckte Ausgabe für eine Internet-Enzyklopädie aufgibt, ist eine Zäsur. Der Philosoph Ulrich Johannes Schneider sieht darin einen kulturellen Wandel, aber keinen großen Verlust. Ein Interview.

Lesermeinungen zum Beitrag

15. Februar 2008 16:01

Brockhaus bröckelt

Claudio Giorgini (dceg)

So sehr ich das vom Geoßvaters vererbte Meyers Konversationslexicon (1897) und auch die andere Lexica, die ich mir im Laufe sechs Jahrzehnten angeschafft habe, liebe, kann das mutige (oder erzwungene?) Schritt vom Brockhaus nur begrüßen. Ich habe in der Kindheit Lexica, Enzyklopädien und Wörterbücher leidenschaftlich und konsequent gelesen, wie andere Kinder vielleicht Comics lesen, und liebe den Geruch der Bücher, aber ein Konsultationswerk auf dem Bildschirm hat derartige Vorteile, dass heute für mich was Anderes nicht mehr denkbar ist. Wikipedia hat den Weg gezeigt, ist heute nicht mehr weg zu denken. Das Papier wird bleiben, für Literatur, Monografien usw., dort ist nicht zu ersetzen. Aber die Zukunft der Nachschagwerke, jederzeit und überall verfügbar, ist online!
Das Buch ist tot, es lebe das Buch!

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15. Februar 2008 13:40

Brockhaus

norbert hoffmann (nobby56)

Ich hatte grade eine Lexika-Vertreterin zu Besuch. Die Dame als solche war eine Wucht, das Werk anschaulich und respektabel. Vor mir lag eine vergoldete Bibel und ich fragte mich, der, der täglich länger als 12 Stunden am PC sitzt, wozu in Allerwelt dieses Werk? Wissen im Buch ist nicht in meinem Kopf und die Bücher, deren Inhalt immer schwerer den Weg in meinen Kopf finden, nehmen zu. Sie zeigte mir die Seite mit einem A wie Airbus und ich ihr die homepage von airbus-industries. Auch die Suche nach Definitionen hatte ich dank der Technik schneller als ich als Blätter-Max. Das ist heute Gegenwart. Die Zukunft ist das Handy und wenn ich dem dann nur noch sagen muss was ich suche, dann ist es noch schöner als heute schon. Die Vergangenheit hatte ein Wissen, auch grade im Ostblock, der sich aus Büchern rekrutierte, Bergmanns Beschreibungen, Updicks Verisse der amerikanischen Arbeitswelt, das Alaska Jack Londons. Wenn man auch nicht an die Städten Mankeels Morde reist, so ist man doch vorher im Internet um die Zielstadt zu bestaunen, den dort vorhanden WIFI-Punkt zu suchen oder die Adressen
der Lokale. Oft wird mit google earth noch das Ziel und Umgebung besichtigt oder Auto und Quartier gebucht. Und alles ohne Lexikon...

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15. Februar 2008 13:06

Schlimm

Lukas Machala (LM87)

Nicht, dass ich den teuren Brockhaus jemals genutzt hätte...aber ich hoffe, dass diese Textdigitalisierung nicht grundsätzlich auf Bücher übergreifen wird.

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1 - 3 von 3 Lesermeinungen
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