die Vertreter der Muslime haben sich von Seiten des Staates (Herr Schäuble) und der versammelten IslamkritikerInnen (warum eigentlich hat man Bassam Tibi vor seiner Hijra nach den USA nicht noch dazugebeten?) eine gehörige Moralpredigt anzuhören, weil bei ihnen ja alles derartig im Argen liegt. Ihre einzig akzeptable Reaktion auf die zu erwartenden Breitseiten ist voller Zerknirschung zu sagen: jawohl, Herr Schäuble, Sie und die anderen haben recht, wir sind rückständig, fanatisch und schlecht, geloben aber Besserung. Bitte watschen Sie uns auch noch auf die andere Backe, dann fühlen wir uns vielleicht besser.
Und Beleidigt Sein ist natürlich verboten, wie der Artikel ja schön ausführt. Im Skript ebenfalls nicht vorgesehen sind kritische Fragen der Muslime an die Mehrheitsgesellschaft. Die hat sich per Definition nichts vorzuwerfen - außer vielleicht daß sie gegenüber ihren Feinden (zu denen die (ver)öffentlich(t)e Meinung die Muslime mittlerweile pauschal und unwidersprochen erklären durfte) viel zu lange viel zu blauäugig war. Aber das wird sich ja jetzt ändern!
Na dann dialogiert 'mal schön...
Ich freue mich sehr, Herr Wolf, daß Sie Herrn Mazyek in dieser Sache zur Seite stehen. Ich habe die betreffende Sendung nicht gesehen. Ob die Frage der Interviewer aber so "artig" war wie Herr Geyer meint bestätigen zu können, das ist der Punkt auf den es ankommt. Diese Frage an einen Vertreter von Muslimen in Deutschland kann ganz leicht zu dem Versuch missbraucht werden, den Muslim in die Ecke zu drängen, nach dem Motto "bevor ihr hier Rechte für euch einfordert, sorgt doch erstmal dafür, dass in Mekka eine Kirche gebaut werden darf" - Sie wissen was ich meine. Auf eine Diskussion auf diesem Niveau soll sich ein Muslim in Deutschland in der Tat nicht einlassen.
Aber welcher Zacken wäre Herrn Mazyek aus der Krone gebrochen wenn er gesagt hätte, daß er persönlich und seine Organisation alle Formen von Intoleranz bedauern, egal in welchem Land sie vorkommen, in erster Linie weil sie dem Islamverständnis deutscher Muslime widersprechen, aber er leider keinen Einfluss auf die Innenpolitik fremder Staaten hat. Das hätte anders geklungen und hätte nicht so gegen ihn ausgelegt werden können wie das nun erfolgt.
Was mich wirklich stört, ist daß von vornherein von folgender Konstellation ausgegangen wird: die Vertreter der Muslime
Das Beleidigtsein scheint wirklich verbreitet zu sein - und es fehlen wirklich die Gegendarstellungen zu einem gewaltbereiten Islam. Ich glaube ja an den friedlichen Charakter dieser Weltreligion, umso weniger verstehe ich das Schweigen der großen Mehrheit: Wo sind die lautstarken Äußerungen, daß der Islam der friedlichen Gläubigen das fundamentalistische und gewalttätige Treiben ablehnt. Wo ist die klare Ansage des Zentralrates der Muslime in Deutschland die lauten könnte: Der Islam ist anders und zwar so und so...und darauf lassen wir uns auch festlegen.
Nein, ein solch klares statement wird medial nicht kund getan, statt dessen ist das gebetsmühlenartig vorgetragene "Werft uns den Terrorismus nicht vor" zu vernehmen.
Wäre nicht aufgrund der Zeitgeschehnisse eine positive Aussage darüber was der Islam zuläßt und eine negative Abgrenzung von Gewalt und Gewalttätern durch den Zentralrat der Muslime und andere Organisationen nötig? Oder gar überfällig?!
Klingt zwar komisch aber man hat ja den Eindruck, daß die Islamisten sich schon morgens beim Aufstehen beleidigt fühlen. Erst mal ein paar Fahnen verbrennen und eine Morddrohung ausstoßen,dann kann der Tag beginnen.
... hat völlig recht. Er ist weder das Sprachrohr der Islamischen Welt noch kann er für "den Islam" - den es ja bekanntlich genausowenig gibt wie "das" Christentum- sprechen. Wie würde der Papst wohl reagieren, wenn man ihn jeden Tag ein dutzendmal fragen würde, wie es mit der Christlichen Nächstenliebe in Guantanamo aussähe? Er wäre sicherlich nach kurzer Zeit auch nicht mehr sonderlich gesprächsbereit. Es ist nicht sein Zuständigkeitsbereich.
Was also, Herr Geyer, wollen Sie mit diesem Artikel aussagen? Wollen Sie die beliebte Schwarz-Weiß-Malerei weiter auf die Spitze treiben? Unzuläßige Verallgemeinerungen wie "der Islam" oder das "Übereinenkammscheren" von "den islamischen" Länder kann nur dazu dienen anti-islamische Ressentiments zu fördern- und das ist ihre Aufgabe als Redakteur einer Zeitung nicht! Öl ins Feuer gießen nutzt niemandem - nur den Terroristen...