
So intelligent Frau Professorin auch daherreden mag, im Grunde sind es doch nur Nebelkerzen, die sie wirft und die verschleiern, was sie denn nun wirklich meint. Außer dem kläglichen Versuch mit einer haarsträubenden Dialektik, gewürzt mit Kant, zu begründen, warum Sie sich von der SPD als Kanditatin hat aufstellen lassen und die Linken für sich gewinnen will. Von einem Ansatz, Präsidentin aller Bürger zu sein und damit auch ein distanziert-kritisches Verhältnis zu den Parteien zu haben, ist nichts zu spüren.

Ein Mensch mit wohltätigeren Handlungsweisen und Haltungen ist ein Wohltäter. Ein Mensch mit frommen Handlungsweisen und Haltungen ist ein frommer Mensch. Ein Mensch mit mörderischer Handlungsweise und Haltung ist ein Mörder. Ein Mensch mit demagogischen Handlungsweisen und Haltungen ist ein Demagoge. Wie weit muss denn die Sprache noch gebeugt werden, um die Wahrheit in Orwells' "1984" Sinne zu verschleiern? Frau Schwan, wachen Sie endlich auf und erkennen Sie die Gefahr für die Demokratie in unserem Lande, die von diesen Menschen Oskar Lafontaine und Gregor Gysi ausgeht. Auch wenn die Linke immer wieder mit dem Finger auf die Rechte zeigt: stinken tut es hier wie dort.

Eine Persönlichkeit mit diesem Spektrum wie Frau Schwan würde vor allem unserer ungepflegten politischen Landsschaft gut tun. Dass ausgerechnet sie von dem Strudel parteitaktischer Albernheiten so tangiert wird, kann niemand nützen, auch den Taktierern nicht, die sich ruhig einmal den Kopf darüber zerbrechen können, welch günstige Stunde diesem Land schlägt, dass sich gleich zwei so integre und fähige Persöhnlichkeiten für die Aufgabe einer Bundespräsidentschaft zu Wahl stellen.

Wenn man die Reaktion vieler Leserinnen und Leser auf die Kandidatur von Prof.Dr.Schwan anschaut, dann müsste konsequenterweise der Bundestagsbeschluss zur Hauptstadtfrage revidiert werden: ohne die PDS/DIE LINKE, wäre Bonn heute noch Hauptstadt!! Nur durch die Stimmen der PDS wurde Berlin Hauptstadt!! Wollen wir das??

Wer hier von Sozialismus durch die Hintertür faselt,der weiß nicht wirklich,wovon er redet.Der Sozialismus ist eine Veränderung der ganzen Gesellschaft und er zielt auf die Abschaffung der Verwertung des Werts,also auf die Abschaffung von Markt,Klassen und Ausbeutung.Er ist mitnichten nur eine Veränderung im Staatswesen,und kann somit auch nicht durch einen Putsch oder dergleichen herbeigeführt werden,und schon gar nicht durch eine gewöhnliche Wahl,denn er bedarf der Unterstützung der breiten Massen,wenigstens der arbeitenden Bevölkerung.Sollten sich die breiten Massen davon überzeugt haben, dass sie für gewöhnlich nur die Wahl haben zwischen Pest oder Cholera,dann ist der Sozialismus vielleicht nicht weit.Eine Frau Schwan hat mit einem solchen Sozialismus nichts am Hut,ihr Ziel ist ein ordinär sozialdemokratisches,nämlich die Integration einer Linken,die eben auf eine solche gesellschaftliche Veränderung hinsteuert.Das ist ihr Auftrag, das ist der Inhalt ihrer Rede.Das Kernstück, die Interpretation Kants und die Sache mit Bautzen, ist der Köder für die Linke und die Rechte regt sich auf,als hätte sie ihn zu schlucken.Hoch amüssant!

Hellmut Koch ( LTURM ) Liebe FAZ, dies ist bereits der dritte Artikel, den ihr Feuilletonist Christian Geyer in der FAZ untergebracht hat. Jetzt haben wir gelernt, dass es elementar ist, den Menschen nicht mit seinen Taten zu identifizieren ! Womit denn ? Schliesslich sei auch Lafontaine kein Demagoge. Es gibt bei ihm nur demagogische Handlungsweisen und Haltungen . Alles klar ? Wer solcher Satzungetüme mächtig ist reduziert unseren biederen Horst Köhler zu einer grauen Maus. Diese Kandidatin leistet wohl schon die Vorarbeit für die nächste Revolte a la 1968. Uns schwant nichts Gutes

Seit Jahren erlebe ich, wie ich mich vom politischen Leben dieses Landes innerlich distanziere. Um dies irgendwie im Repräsentationssystem sichtbar zu machen, habe ich schon lange keine der parlamentarischen Parteien gewählt, sondern bin auf demokratische Nischenparteien ausgewichen. Je grösser die Zahl der nicht mehr in den Parlamenten vertretenen Bürger, desto grösser der Druck zur Erneuerung an Haupt und Gliedern - lautet die Notstrategie. Viele Erhebungen können dieses individuelle Handeln auf gesammtgesellschaftlicher Ebene nachzeichnen (vgl. Parteienmitgliedschaft, Wahlbeteiligung etc.). Vor diesem Hintergrund lese ich die Texte von und zu Gesine Schwan mit grosser Freude. Ich gewinne den Eindruck, dass hier (vielleicht erstmals in dieser Breite) die Wurzeln der politischen Krise erfasst werden. Diese Beiträge wecken bei mir einen republikanischen Sinn, von dem ich dachte, dass er schon längst abgestorben sei: Bürger für Gesine Schwan! Das Besondere an Gesine Schwan sehe ich darin, dass sie sich als brillianter Kopf auf die mühsamen Wege einer heruntergekommenen Mediendemokratie einlässt. Endlich mal jemand, der noch an Demokratie glaubt! Die FAZ ist in zuletzt so schlecht geworden, dass ihr Geyer mit GS sehr gut tut!

Es ist schon reichlich absurd welche seltsamen Begrifflichkeiten der politische Zirkus der Moderne so hervorzubringen pflegt: So wird die Bezeichnung „undemokratisch“ zum politischen Allerweltswort, welches entweder benutzt wird um dem politischen Gegner die Legitimation zu entziehen oder bestimmte Zustände zu dämonisieren (z.B. Studiengebühren als undemokratisch zu bezeichnen); eine inhaltliche Aussage enthält dieser Terminus aber nicht mehr: Demagogie gehört schließlich zur Demokratie wie das Mehrheitsprinzip und Aristoteles hat zu Recht gesagt, dass die extremste Form der Demokratie der Tyrannis gleicht, da in jener die Schmeichler herrschten und in dieser die Volksführer (griechisch: Demagogen); zwar mag es staatsmännischer Ethos sein dem Volk nicht das Blaue vom Himmel zu versprechen, um gewählt zu werden, oder den Konkurrenten böswillig zu diffamieren, aber eine Grundvoraussetzung der Demokratie an sich ist dies nicht, allenfalls der guten Demokratie des Aristoteles, der Politie. Daher sollte die gute Frau nicht zu viel von politischer Kultur reden, denn mit der SED-Nachfolgerin anzubandeln zeugt vom völligen Fehlen einer solchen.

Ich empfinde es als äußerst wohltuend, dass es endlich jemand wagt die (politische) Welt differenziert zu betrachten und sich nicht von den Medien dazu verführen lässt simple Parolen zu dreschen. Es ist wunderbar wie beharrlich diese Frau sich bemüht ihre Überzeugungen zu erläutern, was angesichts plakativer schwarz-weiß-Fragen und dem Drang der Öffentlichkeit aus allem und jedem einen Skandal herrauszupressen sowie Fronten zu schaffen, sicher nicht ganz einfach ist. Natürlich hätte ich mir auch gewünscht, dass sie mehr zu den Strategien, wie Mensch und Politik wieder in Einklang zu bringen wäre, gesagt hätte anstatt sich wieder nur mit der inszenierten Disskusion um die Links-Partei zu beschäftigen. Aber sie ist beharrlich und setzt sich eben auch damit auseinander. Würde man sie lassen, könnte sie meiner Meinung nach tatsächlich eine neue politische Disskusionkultur in Gang bringen. Außerdem könnte eine intellektuelle Frau im höchsten Amt auch gerade Fauen wieder mit der Politik, die nach wie vor an der Lebenswirklichkeit von Frauen vorbeigeht, in Kontakt bringen und deren Engagement für eigene Belange stärken.

Die ganze Vorgehensweise um und von Frau Schwan mutet mir äußerst fragwürdig an: Da das Amt des Bundespräsidenten mit (fast) keiner Machtbefugnis verbunden ist, wird er von einer Mehrheit von Wahlmännern gewählt, die "den Besten unter den Besten" auswählen. Der Amtsinhaber wird aber gewählt, um im Dienst des ganzen Volkes zu stehen und nicht im Dienst einer Partei. Hier macht sich (so weit ich weiß) zum ersten Mal ein(e) Kandidat(in) für das Bundespräsidentenamt daran, für sich Wahlkampf bei den Parteien zu betreiben. Frau Schwan soll wohl die heimliche SPD/SED-Vorsitzende werden!? Und was muß sie dafür politisch zahlen? Für wen will sie Präsidentin werden?

Die Frau Schwan wurde nicht gefragt wo wir hin gehören und selber hat sie auch nichts gesagt. Ich nehme an, sie war froh, incht gefragt zu werden. Denn die Parteien, von denen sie gewählt werden will, sagen ja auch nicht wo wir hin gehören. Aber deren Politik und natürlich die der Frau Schwan sagen uns wo sie uns gerne hätten: In einer "Weltgemeinschaft", in der alle Gewaltherrscher dieser welt gleichberechtig und gleichwertig nebeneinander, mit den Demokratien, stehen. Eine Demokratie gibt es bei denen und ihr nicht. Und leider gibt es seit mindestens 8 Jahren keine Partei, die klar unsere Rolle in der Welt deffinieren würde. Wir sind mehr ein Bremsklotz an den beinen der Demokratie, als eine treibende Kraft. eine Bundespräsidentin, die so viel daher redet, ohne Sinn, könnte da auch nicht mehr schaden. Wenn man mehr als 9 Jahre in Konzentrations- und Zwangsarbeitslager unter den Kommunisten war, wie ich, kann man so einen Mist ohnenhin nicht verdauen. Aber an dem ganzen ist das Versagen der CDU schuld!

Die Leserkommentare zeigen klar, dass in der politischen Debatte der philosophische Diskurs fehl am Platze ist. Anstatt allen Inhalt zu zerlegen, wie es die philosophisch analysierende Professorin hier vorstellt, möchten wir Urteile und Absichtserklärungen, die bestehende Sachverhalte verständlich machen und bewerten. Da Frau Schwan unsere Vorstellungen nicht teilt, sondern uns behutsam erziehend zu mündigen, von politischen Vereinfachungen unbeeinflussbaren BürgerInnen machen will, ist sie an der Universität einfach besser aufgehoben als im Schloss Bellevue.

Also wenn Frau Schwan gegen Abgrenzungsbeschlüsse ist, dann sollte Sie das nicht nur in eine Richtung sein. Was der Artikel leider nicht herausstellt: ist sie beispielsweise auch dagegen, dass ihre eigene Partei vor wenigen Jahren auf einem Parteitag einem "Unvereinbarkeitsbeschluss" zugestimmt hatte: "Mitglieder von bestimmten Studentenverbindungen sollen keine Mitglieder der SPD mehr werden dürfen". Wenn Sie wirklich gegen Abgrenzung ist, sollte Sie Sich als allererstes auch öffentlich gegen solche Beschlüsse stellen. Dann würde Ihr Bestreben, sich richte sich gegen Abgrenzung, auch glaubwürdig erscheinen, und nicht nur wie philosophisches, weltfremdes Gewäsch: wenn Sie nicht einmal in Ihrer eigenen Partei Farbe bekennen kann, was will sie dann als Präsidentin repräsentieren? Eine kabalisiernde und intrigierende, aber in der Öffentlichkeit als Ja-Sagerin Bekannte, zu sein? Es wäre es aus historischer Sicht schlimm: führende Köpfe der sozialdemokratischen Idee waren Burschenschafter (Bebel, Lasalle, Breitscheid...) und Verfechter urdemokratischer und parlamentarischer Gedanken(v.Gagern). Bevor sich also Frau Schwan mit Befehlsgebern der Mauerschützen solidarisiert, sollte Sie Sich der demokratischen Wurzeln Ihrer Partei besinnen.

aber man wird wenigstens gefragt, obs "schmeckt". Von der Hauptschule bis zum Gymnasium, alle werden mit dem Begriff "Mündigkeit" konfrontiert aber keiner weiss etwas daraus zu machen, ausser es reicht zum persönlichen Vorteil. Grundsätzlich wird man als Bürger in diesem Land nicht gerade ermutigt, seine Mündigkeit politisch zu nutzen. Wenn sich Frau Schwan wachere Bürger wünscht, soll Sie mal was gegen die Verdummung der unteren Bevölkerungschichten, die ausufernde Gängelung und vorsogliche Bespitzelung einfallen lassen. Warum sollte der Bürger etwas unterstützen, was sich immer weiter von Ihm zu entfernen scheint?! Alternativen müssen auch toleriert werden...

Von den sehr willkürlichen Kant-Zitaten abgesehen, kann mir die Dame keinen praktischen Anhaltspunkt für ihre Vision geben. Der Bundespräsident ist kein Politikwissenschaftler und kein Philosoph, er/sie soll vor allem Geschick und Bodenhaftung besitzen. Ich vermisse leider bei Frau Schwan jeden Bezug auf die heutige politische Realität. Ich bin auch dafür, dass man die Linken nicht verteufelt, dass man ihnen zubilligt, dass sie von Schröders Verrat an seinen Wählern einen gesunden Abstand nehmen wollen. Aber sie soll das sagen, nicht obendrauf die Nähe der Linken zur SED betonen und versuchen, sie zu verharmlosen. Man kann nicht sagen, dass Hitler ein Verbrecher war und die NSDAP ein harmloser Kulturverein! Es tut mir aufrichtig um meine linke SPD leid, das sie eine solche Person zum höchsten Amt in der Bundesrepublik vorgeschlagen hat. Gerade die angestammten Wähler in der Nähe von Frau Nahles (zu denen ich mich selbst...zählte) werden diese hochintellektuellen Äußerungen nicht sehr schätzen. Ist Frau Schwan für oder gegen die NATO? Für oder gegen Mindestlohn? Für oder gegen die Heuschrecken? Null Antwort unter dieser Nummer.

...und außer den üblichen narzistischen und ideologischen Phrasen nichts gesagt. Hier sehen wir ein Paradebeispiel an Demagogie. Da kann sich Frau Schwan drehen und wenden wie sie will - wer ihre Äußerungen in den letzten Wochen aufmerksam beobachtet hat, kommt zu der Erkenntnis, dass mit der "philosophischen Trivialisierung" der SED-Diktatur in der DDR quasi der rote Teppich ausgerollt werden soll für Gysi und Co. Gesine Schwan, eine eingefleischte Sozialistin- Marxistin - Hochschul-Professorin an der einstigen DDR-Elite-Universität Frankfurt (Oder), erkennt die Chance, mit Hife Becks, seiner Genossen und Gysis SED-Enkeln, den Sozialismus, der uns in allen gesellschaftlichen Bereichen schon unterwandert hat, hoffähig zu machen und einer rot-dunkelroten Machtübernahme den Weg zu bereiten.

Mit allem Respekt, aber das ist nun der x.te Beitrag aus den Federn von Herren Geyer über Gesine Schwan. Zum x.ten mal die gleichen Elogen und das gleiche "undifferenzierte" Hochlob für diese Dame. Man gewinnt den Eindruck, dass Herr Geyer sich seit Monaten mit nichts mehr beschäftigen kann als mit dieser Person. Das erstaunliche ist aber, dass die Kommentare der Leser zum x.ten Mal und fast ausnahmslos eine klare Ablehnung, sachlich und argumentativ, gegenüber den einseitigen Ansichten und Deutungen von Herren Geyer vorweisen. Es wird geradezu gefleht, uns mit diesen Täglich-grüsst-das-Murmeltier-Artikeln zu verschonen. Stattdessen und unbekümmert bietet die FAZ-Redaktion Herren Geyer weiterhin die Plattform, seine - mit Verlaub aber die Beschreibung trifft zu - fanatische Besessenheit zu verbreiten. Für einen Journalisten gibt es nichts gravierenderes, als seine Glaubwürdigkeit und den Respekt der Leser zu verlieren. Herr Geyer ist definitiv auf gutem Wege dahin.

Tja, dann wird sich wohl auch der satte, selbstzufriedene Westdeutsche auf Veränderungen einstellen müssen ... und diese werden mit Sicherheit (hoffentlich bald) kommen !

Herr Heilmannstadt Es ist wohl was anderes, wenn eine einzelne Person mit Dreck am Stecken mitwählt, auf die der jeweilige Kandidat im Endeffekt überhaupt nicht angewiesen ist oder ob eine ganze Partei voller radikaler Antidemokraten und anderer Leute mit Dreck am Stecken, nur eben am anderen (ihrem) Ende des Spektrums, eine Kandidatin kalkuliert zum Sieg bringen soll. Nehmen sie doch Frau Schwan gleich beim Wort und beginnen sie differenzierter zu denken. Das scheint nämlich bei ihrem kleingeistigen, da komplett pauschalierendem Kommentar ("die voreingenommen FAZ-Leserschaft") dringend angebracht! Werden sie doch zum besseren Menschen mit Frau Schwan, na los, fangen sie schon an!

Mir schwant einiges... Nichts gegen Akademiker, unsere "erste" gesetzgebende Politikerin im Staat ist Physikerin, aber was uns Frau Schwan hier als geistreichen Kommentar verkauft, erinnert mich eher an ein Verwirrspiel, das Otto-Normalverbraucher nicht verstehen darf oder sollte. Moral und Politik ist unterschiedlich... Eine Erkenntnis seit Beginn der Menschheit besteht. Aber zu sagen, dass die erste Person im Staat nicht die Moral in der Politik hoch halten sollte, halte ich für eine wichtige Aussage, die man auch so formulieren sollte... Und zu sagen die Politik sollte "Bezug zu der konkreten Lebenswirklichkeit" herstellen halte ich für aberwitzig... Die meisten Menschen arbeiten nicht an der Universität oder in der Politik. Wer kann den schon Parlamentsmitglied sein, gleichzeitig in Aufsichtsräten und nebenher noch Halbtags seinem erlernten Beruf nachgehen? Für die Allgemeinheit sieht das eher nach Hauptberuf und ein Nebenjob aus.... Aber die Diäten erhöhen, das ist wichtig. Wieso eigentlich wenn man nebenher eh mehr verdient? Und natürlich ist der deutsche Rechtsgrundsatz, wir bestrafen die Tat, nicht den Menschen, richtig. Aber ohne Moral in der Politik, ist Herr Lafontaine ein Demagoge - oder nicht Frau Prof. Dr. Schwan?

Reicht es Gesine Schwan nicht, ihr Fähnchen nach dem Wind zu hängen? Muss sie dies auch noch interpretieren, wenden und biegen, bis nur noch schwammige Beliebigkeit übrig bleibt? Frage: "Können Sie das Unbehagen nachvollziehen, dass [ein "s" tät' hier reichen, liebe FAZ] da manchen überkommt, wenn Sie als Kandidatin für das höchste Staatsamt regelrecht um die Stimmen einer Partei werben, die Kontinuitäten zum Unterdrückungsapparat der SED hat?" Ich fasse Frau Schwans endlose Schachtelsätze zusammen: Nein, sagt sie; die Linkspartei sei kein Wurmfortsatz der SED, sondern heterogen und intern entwickelt. Aber es gebe ein Unbehagen bezüglich der politischen Moral und des Kerkers zu Bautzen, wo Menschen gebrochen und dauerhaft beschädigt wurden. Ja, was denn nun? Hopp oder tropp? Erst verneint sie das Unbehagen, dann empfindet sie es deutlich, wenn "politische Moral" (was immer das sei) ihre Gedanken nach Bautzen lenkt. Sie weiß, dass Immanuel Kant sich gegen krumme Zitate nicht mehr wehren kann, also zitiert sie ihn krumm, was für eine universitäre Person unterste Kajüte sein sollte. Unterste Kajüte ist auch die Wischi-Waschi-Ambivalenz, mit der sie auf alle Fragen antwortet. Nee, danke! Horst Köhler möge uns erhalten bleiben.

Die eigendliche Frage der Frau schwan ausweicht ist doch die, hat sich die Linke zu einer Partei gewandelt welche die demokratische Grundordnung respektiert oder agiert sie nach der Devise von Lenin, die bürgerlichen Freiheiten zur überwindung ders Kapitalismus zu benutzen ohne sich selbst an diese Regeln gebunden zu fühlen. Das ist die Frage die eigendlich steht und auch die Frage wie wir zukünftig leben wollen.

Grandioser Kommentar, der die Sache auf den Punkt bringt ! Das linke Geschwafel um des Redens willen ist teilweise wirklich nicht zu ertragen...

Als in der letzten Bundesversammlung der Nazirichter Hans Filbinger den Kandidaten der CDU/CSU/FDP - Horst Köhler - wählte, wurde dies Köhler auch nicht zum Vorwurf gemacht. Aber bei der FAZ und ihrer voreingenommenen Leserschaft muss einen das nicht wundern...

Wie ich leben will? Ohne eine Bundespräsidentin Schwan jedenfalls, die Vorreiterin eines Sozialismus durch die Hintertüre ist und sich mit Knirschen und Knacken windet und windet, um es nicht allzu deutlich werden zu lassen. Die Frau redet viel, sagt aber in diesem Interview so ziemlich gar nix. Alles schon dagewesenes Gewäsch nach dem Motto, "Ich will die Welt verbessern, aber auf meine Weise". Außerdem mahnt sie an, dass wir uns nicht dauernd in taktischen Kalküls verzetteln sollen....Frau Schwan, sie sind das personifizierte politische Kalkül! Noch nicht gemerkt?

Bei aller Kritik an der Linken und ihren Anhängern: sie gehören ebenso zum Staat wie ihre Kritiker. Und Staat definiert sich immer noch aus Staatsvolk, Staatsgebiet und Staatsverfassung, wenngleich es unserem Grundgesetz an wenigem mangelt, um als Verfassung zu gelten. Das Staatsgebiet ist sogar auch um Anhänger der Linken gewachsen! Das Volk, dass gern nach dem Staat ruft - oder ihn verteufelt - hat offenbar doch noch Aufklärung hinsichtlich seines Verständnisses von Staat nötig: Frau Schwan äußert nur berechtigte Sorgen! Zumal das Staatsvolk offenbar basisdemokratisch den Glauben an sich selbst auf den Markt trägt, und sich nun darüber wundert und beschwert, daß es als Mittel zum Zwecke dienen muß... Wer Bundespräsidentin aller Deutschen sein will, hat das legitime Recht, sich von allen Deutschen wählen zu lassen, auch von denen die wir persönlich nicht mögen, oder denen wir einen Prozeß im Sinne von 'Resozialisierung' nicht zugestehen wollen. Oder können. Wobei dies wieder typisch deutsch ist (einmal böse - immer böse). Was weiß ein Schulabgänger eigentlich über seine staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten, über Verfassung und Wahlen? Triviale Antworten sind kein gutes Zeugnis, Frau Schavan. Daher: nur Mut, Frau Schwan!

Hier findet jemand schöne Worte, macht spitzfindige Unterschiede und erreicht damit nur eines: Das eigene Gewissen zu überreden, zu übertönen und tot zu schreien, solange bis sie dann glaubt, was sie sagt. Hoffentlich wird ihr eines Tages bewusst, wie dumm diese Rede ist, obwohl sie so gelehrt daher kommt...

Die Selbstgerechtigkeit, die in der westlichen Betrachtung liegt, steht der Wiedergeburt der Gerechtigkeit noch ziemlich im Wege und die Frage muss deshalb erlaubt sein, welches Unrecht man im Westen zugelassen hat, z.B. weil die Menschen bei uns schon immer gern für unmündig erklärt wurden, die sich mit der Mauer nicht abfinden wollten, die im Osten auch die guten Seiten sehen konnten und deshalb am liebsten nach drüben geschickt worden wären. Dass Willy Brandt nur acht Jahre nach dem Mauerbau Kanzler von Deutschland werden konnte und das Unrecht der deutschen Teilung lindern half, sollte endlich neu verinnerlicht werden und Gesine Schwan tut dies. Natürlich soll sich bei uns niemand entschuldigen müssen, dass man Bautzen vom Westen aus nicht verhindern konnte, doch der Zwiespalt, der bis heute in allen Betrachtungen der SED spürbar ist, hat auch damit zu tun, dass wir im Westen sehr oft erst eine uneingeschränkte Solidarität mit den Filbingers und Jenningers etc. praktizieren sollten, bevor die Unhaltbarkeit solcher Leute im Westen endlich erwiesen war.

In einer gewissen Wiese erinnert mich die Argumentation bzgl. der Linkspartei der Verteidigung der RAF durch Teile der bürgerlichen Linken in 60er Jahren. Zudem, eine gewisse Selbstgefälligkeit und Verliebtheit in den eigenen Intellekt ist ja manchmal ganz kokett, es scheint aber, dass Frau Schwan beides in übertriebenem Maße pflegt und lebt. Der Argumentation folgend, sollte sie doch auch um die Stimmen der Rechtsextremen werben, und wenn Vertreter dieser auch Stimmrecht hätten, würde sie dann auch in gleichem Maße für diese sich einsetzen? Oder muss der gemeine Bürger auch dieses noch eine weitere Spur differenzierter sehen? Das Volk besteht allerdings nicht aus 100% Geisteswissenschaftler im warmen und wohligen Elfenbeinturm der Universität; nicht einmal der Bundestag noch der Budesrat. Hätten wir eine Aristokratie, Frau Schwan würde sich wie geborgen fühlen.

...daß eine Politikerin mehr Differenziertheit fordert. In aller Regel gibt es nun einmal nicht schwarz und weiß. Fraglich erscheint mir allerdings, ob sie dies nicht nur aus machtpolitischen Erwägungen vorgibt. Den ehrlichen Willen zur Differenzierung nehme ich ihr ab, wenn sie die Rehabilitierung von Herman, Hohmann und Günzel fordert...

Ich meine, der Bürger hat die Politik schon als etwas entdeckt, das ihn als Individuum und Teil der Gesellschaft erkennt, merkt er doch wie unverfroren der Staat ihn in die Taschen greift. Unmittelbar wird da Politik schmerzhaft erlebt. Auch die Frage an den Bürger, wie er leben will, könnte mit "gut leben " beantwortet werden, ohne große Worte und ohne Kulturverknüpfung .

"Das respektiere ich. Ich vollziehe es nach und möchte nicht etwas anderes von jemandem verlangen". Das ist bei ihr existentiell verwurzelt. Und dann: "Aspekte des Politischen, die mit dem zusammenhängen, was wir alle meinen, wenn wir fragen: Wie wollen wir leben?" Das ist nun mal zum Ausgleich das wenigste, was sie anbietet zu tun: alles neu erfinden, denn das hat ja sonst niemand getan in dieser ihrer Kultur. Geht es leerer?

Sehr klug, was sie da in Richtung "links" verkündet:Verständnis für die Gefangenen in Bautzen!Und doch nicht „klug“ genug.Denn was ist mit den ehemaligen KZlern,den Gefangenen im „Moor“,in Dachau und anderswo,die sich ihre, dort wohl kaum noch erhoffte,Herrschaft,dann später unter der SED (immerhin der Vereinigung von Kommunisten und Teilen der Sozialdemokratie) nur unter dem Schutz einer „Stasi“ vorstellen konnten,oder einer „antifaschistischen Mauer“?Ich vermute mal,das emphatische Geschichtsbewusstsein eines Bundespräsidentenkandidaten, dann ja schon zum dritten Mal gesamtdeutsch auftretend,reicht nicht so weit. Diese Auseinandersetzung fehlt! Sie fehlt in den Reihen der Sozialdemokratie, die ja immerhin auch Opfer des Nationalsozialismus geworden war, so sehr, wie natürlich auch in den Reihen der Anhänger des Kommunismus, die ihre Opferrolle wohl nicht so verdrängt haben, wie letztere, aber eine solche gar hyperstasierend im Gedächtnis bewahrt haben. Nur eine deutsche Geschichte (und eine deutsche „Präsidentin“),die auch diese Seite als eine notwendige Seite im Bewusstsein (nicht in den Geschichtsbüchern, das ist zu wenig) der Bevölkerung ansieht,hat eine Chance - ob verdient oder nicht - und würde gesamtdeutsch, vielleicht.

Lafontaine ist also, wie wir nun aus berufenem Mund erfahren, kein Demagoge, sondern "ein Mann mit demagogischen Handlungsweisen". Die feine Differenzierung, die Frau Schwan hier praktiziert, schreit nach einer Anwendung auf anderen Gebieten: wer stiehlt, ist kein Dieb; wer mordet, kein Mörder; wer betrügt, kein Betrüger; wer trinkt, kein Alkoholiker; wer zu Fuss geht, kein Fussgänger. Schliesslich darf man ja die Leute nicht einfach mit ihren Handlungen gleichsetzen. So viel feinsinnige Unterscheidung ist der Mann auf der Strasse in der Tat nicht gewöhnt - ob Politik dadurch glaubwürdiger wird, ist allerdings eine ganz andere Frage. Es heisst, das erste Opfer eines Krieges sei immer die Wahrheit. In Anlehnung an dieses Wort möchte ich sagen: das erste Opfer eines Wahlkampfes ist immer die Klarheit. Schade, dass Frau Schwan sich in dieser Hinsicht vom politischen Establishment nicht unterscheidet.

Die Dame hört sich gerne reden, vertritt krude Thesen zum Umgang mit der Linkspartei, die sie mehrheitlich nicht wählen wird, stiehlt Beck gerne die Schau und ist in ihrem Amt als Präsidentin der Uni Frankfurt (Oder) offenbar nicht ausgelastet, weil sie soviele Interviews geben kann. Das führt jetzt offenbar auch dazu, dass wir FAZ-Leser ihre Ansichten, Einsichten, Ergüsse und Lebensweisheiten jede Woche frisch präsentiert bekommen... Liebe FAZ-Redaktion: Bitte, bitte verschonen Sie uns mit den Trivialitäten dieser Kandidatin. Es führt zu nichts.