Gib dir Mühe, heißt es, die Finnen können es doch auch!

Schule

Hände weg von unserer Kindheit!

Jetzt geht die Debatte erst richtig los: Die dilettantische Art, mit der das Turbo-Gymnasium unter dem Aktenzeichen G8 eingeführt wurde, bringt Kinder um entscheidende Lebenserfahrungen. Denn gelernt wird nicht nur in der Schule. Von Christian Geyer

Lesermeinungen zum Beitrag

07. Februar 2008 11:01

@Herr Petersen

Harry LeRoy (Cimon)

Dies mag ja alles schön und gut sein, aber da sich die meisten Menschen weder mit klassischer Musik noch mit klassischer Natur auseinander setzen und diese auch im öffentlichen Raum nicht mehr sonderlich präsent sind, wo sind sie nur hin die Zeiten als es quasi zum guten Ton gehörte Schiller, Novalis, Kloppstock und Goethe zu zitieren, halte ich es für wichtig, dass an den Schulen zumindest eine Grundversorgung vermittelt wird und vielleicht entzündet die zwanghafte Beschäftigung mit der Hochkultur bei dem ein oder anderen Eleven ein echtes Interesse (auch auf die Gefahr hin mich anzuhören wie Bernhard Bueb).

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06. Februar 2008 23:18

@LeRoy

Moritz Petersen (Mo1234)

"Die FAZ ... tritt für eine umfassend humanistische Bildung ein, die sich die gebührende Zeit zur Erziehung des Menschen lassen darf?"

man hat ja ein Jahr weniger in der Schule verbracht, also hätte man Theoretisch 1 volles Jahr mehr zur Verfügung, das man ganz dem Studium der Künste widmen kann. Oder man geht gleich auf die Uni und studiert dort eines der Künste. die Zeit ist doch nicht verloren, sondern gewonnen.

"gebührende Zeit"... also leiden die Kinder in Frankreich, England, Finland und co unter zu geringer Bildung?

@viele Andere Kommentatoren:
Hier wurde Vielfach kritisiert, dass die Schüler zu Lernautomaten werden. Dies ist einfach übersteigert und hat nichts mit der Realität zu tun. Auch nicht in den schlampig organisierten neuen G8 Klasssen in Deutschland.

Hier wurde kritisiert, dass man "nur" trockenes Fachwissen lernt:
Außer im richtigen Leben, zB in privaten Hobbies, kann mann kein nicht-Fachidiotenwissen lernen. Es ist eine grundsätzliche Eigenschaft der Schule, Fachwissen zu vermitteln, welche nicht unbedingt schlecht ist, denn auch pure Fakten sind gutes und notwendiges Wissen. In einer Schule Kindern unter Zwang kulturelle Bildung zu vermitteln, funktioniert nicht, und kann nicht funktionieren.

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06. Februar 2008 22:59

Vorschläge

Moritz Petersen (Mo1234)

Aus meiner Schulzeit habe ich wenig "kulturelle" Bildung mitgenommen. Ganz im Gegenteil, hatte ich eine gewisse Aversion und Verachtung für Künstler (ins Besondere die Modernen), als ich die Schule verlassen habe. Seitenweise Trivia zur Kunst/musik/literatur-Geschichte die laut den Lehrern den Anspruch erhob "Bildung" zu sein, auf mich aber den Eindruck von banalen Modetrends machte. "Analysen" von Werken, bei denen die Beschreibungen und Schlussfolgerungen meilenweit von dem entfernt waren, was ich empfand, als ich sie betrachtete. Dazu musste man auch noch in Prüfungen Interesse Heucheln und Schema F Analysen anfertigen, bei denen es nur darauf ankommt, dem Lehrer zu gefallen. So konnte man zwar leicht gute Noten abstauben, aber ins besondere die Verstellung und Heuchelei, hat bei mir die Verachtung entstehen lassen. Erst nach der Schule, als ich mich freiwillig mit Kunst und co. beschäftigt hatte (und vielleicht auch reifer geworden war), habe ich den Wert vieler Kunstwerke erkennen gelernt. (Wobei die mit Penisen, Fekalien, Müll und Schrott überladene, zeitgenössische Kunst immernoch ein Rätsel bleibt)

Da die Kulturelle Bildung bei desinteressierten eh auf taube Ohren stößt, kann man sie durch Anregung zum Hobby ersetzen!

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06. Februar 2008 16:39

Bemerkenswert...

Harry LeRoy (Cimon)

Die FAZ widersteht ihren wirtschaftsliberalen Gelüsten und tritt für eine umfassend humanistische Bildung ein, die sich die gebührende Zeit zur Erziehung des Menschen lassen darf? Mehr solche Gesinnungswandel, bitte.

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06. Februar 2008 07:34

Inhalte

Zeit Kommi (zeitkommi)

Bitte macht Vorschläge, *was* man an Inhalten abschaffen sollte!

Nur zu jammern, dass es zu viel Stoff sei, bringt nicht weiter.

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05. Februar 2008 21:20

übertrieben

Moritz Petersen (Mo1234)

Ich habe die 11. Klasse in Amerika verbracht. Entgegen dem allgemeinen Vorurteil war die schule Sehr gut aber ich ich habe wenig von dem stoff gelernt was in D. wärend der 11. Klasse unterrichtet wurde (außer Englisch, natürlich). Teils weil sich der Stoff nicht genau überdeckt, teils weil ich die Gelegenheit wahrnahm Fächer zu belegen, die ich in Deutschland nicht belegen kann, teils weil ich in meinen Lieblingsfächern bewusst ein Niveau ausgewählt habe, welches Über der 11. Klasse lag. (Ja, in einer Gesamtschule ohne Gesamtklassen ist soetwas möglich!)
Um es kurz zu fassen mir hat die 11. Klasse nicht gefehlt und ich habe trotzdem ein einser Abitur geschrieben!

Aus Sicht der Eltern waren sowieso nie die Kinder an den schlechten Noten schuld (was leider oft zumindest zum Teil stimmte), aber nun gibt es einen Standart Sündenbock: das G8.
Ich möchte euch mal mit der Realität konfrontieren, auch bei G9 hatten viele Kinder schlechte Noten und kamen müde von der Schule heim!

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05. Februar 2008 21:04

Grotesk und Ignorant

Moritz Petersen (Mo1234)

"Reiten und Tanzen, ... Theaterspielen, sich mit Freunden verabreden, mit dem Hund spazieren gehen, in den eigenen vier Wänden faulenzen ... jede Form musischer Erziehung fällt in der real existierenden G-8-Schule flach."
Dies ist einfach nicht wahr. Meine deutlich jüngere Schwester ist derzeit auf dem Gym und kann trotz den längeren Schultagen, min 2 mal pro Woche reiten und sie spielt auch weiterhin ihr Instrument und nimmt darin Unterricht.
Im internationalen Vergleich sind auch die G8 Schultage von der Länge her in der unteren Hälfte. Der im Artikel angestellte Vergleich "G8 ist schlimmer als Japan" ist einfach lächerlich. In Japan sind die Schultage nach wie vor länger und es kommt noch quasi obligatorischer außerschulischer Unterricht hinzu.
Japan, USA und viele andere Länder haben aber einen sehr gutes Nachmittagsangebot bei dem kreative und sportliche Hobbies auf hohem Niveau (aber freiwillig) in der Schule stattfinden. Ich kann einen Besuch bei einer Theatervorführung in einer High School empfehlen. Das hat mit den "man klatscht weil man die Kinder ermutigen will" -Vorstellungen in Deutschland nichts zu tun. Ein aus Freude betriebenes Hobby lehrt 10mal mehr als jeder zwangs Musikunterricht.

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05. Februar 2008 15:54

Nicht G8 ist das Problem

Andrea Weigelt (Andrea.Weigelt)

sondern die Organisation und die Ansprüche.

Wegen Pisa sollen die Schulen die Leistung der Schüler steigern und mehr Stoff vermitteln.
Wegen G8 soll diese Leistungssteigerung in weniger Zeit vollbracht wegen.
Wegen der finanziellen Seite soll die Schule auch noch billiger werden, nach Meinung der Kultusminister geht das nur durch größere Klassen. (Gibt es heute einen lustigen Kommentar in der Süddeutschen zu)
Die Eltern sorgen sich um die Zukunft ihrer Kinder, = nur wer Abitur hat bekommt auch Arbeit, das führt dazu, das mittlerweile 50 % der 4.Klässler aufs Gymnasium gepuscht werden, wenn es sein muss, auch mit Nachhilfe in der Grundschule.

Dann haben wir noch viel Spass mit der Freizeitorganisation und wer Kinder hat, die im Verein Sport machen, kann ein Lied davon singen. In Frankfurt werden die Zeiten in den Sporthallen ausgesprochen interessant verteilt.

Ich beneide meine Freundin, wenn sie mir vom Schulalltag ihrer Kinder in einem englischsprachigen Land erzählt. Unterricht den ganzen Tag, aber Sport, Musikunterricht (Orchester), Workshops usw. alles wird von der Schule organisiert. Hausaufgaben gibt es keine. Gelernt wird in der Schule, denn dafür sei sie ja schließlich da, sagt sie.

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05. Februar 2008 13:19

Konsequenzen des eigenen Weltbildes!

Wolfgang Reinhart (ciceron)

D I E S E N Artikel ausgerechnet in der F A Z zu lesen ist wirklich drollig. Normalerweise wird doch immer erzählt, dass deutsche Schüler dumm, faul und langsam sind und gegen die brutale Konkurrenz aus Fernost und Skandinavien hoffnungslos im Hintertreffen sein sollen. Und nun kommen Beschwerden über die vorhersehbaren Folgen des G 8! Wird sonst nicht dauernd gejammert, dass deutsche Absolventen zu alt sind im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz (wo ja ohnehin alles besser ist als am schlechtesten Standort der Welt), dass in der Schule nach den Verheerungen durch die 68er-Lehrer erst wieder die Daumenschrauben angezogen werden müssen?

Jedenfalls ist das G 8 nach der sonst im Wirtschaftsteil der FAZ beschriebenen Standortanalyse nur folgerichtig. Zuviel Stoff kann es ja eigentlich nicht geben, haben doch angeblich die Schüler am G 9 viel zu wenig und dann noch das Falsche gelernt.

Entweder ist die FAZ nciht in der Lage, die Konsequenzen ihres eigenen Weltbildes zu erkennen oder es gibt handfeste Differenzen zwischen der Wirtschaftsredaktion und dem Feuilleton. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ein Wirtschaftsredakteur der FAZ so einen Artikel verfasst hätte.

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05. Februar 2008 12:46

Stoffentrümpelung

Volker Steinmüller (Stonemiller)

Vielen, vielen Dank für diesen Artikel! Sicher wäre G8 eine Option, wenn der Schulstoff auf Erlernenswertes reduziert würde. Wer entscheidet eigentlich die Lerninhalte? Hoffentlich auch praxisorientierte Menschen mit Bodenhaftung aus Industrie, Handel und Handwerk. Dann kommen Schulfächer wie Handarbeiten, Werken oder Kunst nicht zu kurz und notwendige Lerninhalte wie der Dreisatz in der Mathematik oder elektrotechnische Grundlagen in der Physik finden die gebührende Berücksichtigung.

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05. Februar 2008 11:09

Das Krankhafte

Markus Teuber (arathorn)

am heutigen Schulsystem ist,daß sich Schule heute nur noch als "Vorsteller" und "Kontrolleur" begreifen darf.
Die Inhalte werden vorgestellt und irgendwann abgeprüft.
Genausogut könnte man statt eines "Lehrers" auch einen Vorles- und Prüf-Automaten aufstellen !
Ein "Lernen,Besprechen,Diskutieren" findet (im Gegensatz zur Schule 20 Jahre vorher) nicht mehr statt!
Es wird "erwartet" (ein wunderschönes Wort!),daß der Schüler das "Lernen" vollständig in Eigenregie und zuhause erledigt.

Auch wenn man es gerne so hätte :
Weder ist das Gymnasium/Realschule bereits Hochschule/Fachhochschule (an der man sich weitestgehend "selbst bildet") noch ist die Hauptschule bereits Berufsdasein,in dem man ebenso selbstverantwortlich zu sein hat!

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05. Februar 2008 07:48

G8-Einführung = Zeugnis von Ignoranz

Helmut Wahl (FitWieEinTurnschuh)

Die G8-Einführung wird unabhängig vom jeweiligen Bundesland auf dem Rücken von Schülern, Eltern und Lehrern ausgetragen. Was fehlt - und zwar seit Beschlussfassung seitens der Politiker - ist eine Anpassung der Fachinhalte von G9 auf G8. Auf dem Hintergrund des bundesweit einheitlichen Abiturs wäre das eine Aufgabe der KMK gewesen. Die generelle Einführung der Ganztagsschule befreit nicht von dieser Anpassung, obwohl viele Kommentatoren dieses als beste aller Lösungen ansehen, denn der Stundenplan der G8-Schüler liegt ohne Hausaufgaben schon nahe an der 40-Stunden-Woche. Als Notnagel wird diese Aufgabe den Schulen übertragen, um den Kultusminister aus der Schusslinie der Elternvertreter herauszuhalten.
Über die Kapazitäten der Hochschulen usw. in 3 Jahren, wenn die ersten G8-Schüler mit den letzten G9-Schülern zeitgleich um die Studien- und Ausbildungsplätze konkurrieren, machen sich wahrscheinlich erst die Eltern Gedanken. Die ersten G8-Schüler werden die Verlierer sein, weil sie gegenüber den G9-Schülern noch relativ unreif sind. Und ein Jahr später ist die Aura des frühen Abiturs verflogen.
Was bringt G8 wirklich?

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05. Februar 2008 01:02

Abi nach 12 Jahren

Christoph Jahnz (scu84)

Also ich bin davon überzeugt, dass man auch mit einem normalen Sozialleben Abitur nach 12 Jahren machen kann. Wenn ich mir so ansehe, was man in der 11. Klasse gemacht hat... Die war eigentlich überflüssig. Wenn man den Lernstoff vernünftig strukturiert, dann ist das kein Problem. Hier aber hakt es meiner Meinung nach. Ich glaube, dass viele Lehrer sich überfordert fühlen. Die Jungen, weil die Ausbildung zum Lehrer, auf deutsch gesagt, unter aller Sau ist, und bei vielen älteren Lehrern glaube ich, dass sie die Umstellung nicht so richtig schaffen.
Des weiteren soll die Schule auch auf die Universität vorbereiten, und das Lernen an der Uni ist mitnichten nur zuckerschlecken, wenn man sich für ein anspruchsvolles Fach entscheidet....

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04. Februar 2008 22:03

Das japanische Drillsystem!

Hermann Trouvain (liwiz)


Japanische Schule ist ein sozialer Lebensraum, in dem Schüler auch Pflichten haben wie Essenausgabe und Toiletten reinigen, aber auch eine Fülle von Angeboten.
Jeder Schüler ist in einer AG (findet nach dem Unterricht statt!) und vertritt seine Schule im Wettstreit mit anderen Schulen. Die Baseballmeisterschaften der Highschools interessiert die Japaner mehr als die der Profileague. Japanische Schulen bereiten umfassend auf das Leben vor. Von Drill zu sprechen verkennt das im Lande anerkannte Konzept, was wir hier offensichtlich nicht haben.

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04. Februar 2008 21:35

Kopfschütteln....

Mario Scherber (Robinsonjr)

Ich habe selten so einen schlechten/falschen Artikel gelesen.
In Sachsen liegt die Abi Zeit schon immer bei "nur" 8 Jahre. In sämtlichen Studien liegt das sächsische Schulsystem auf den vorderen Plätzen. Ich kann nicht behaupten, dass es mir, selbst einstiger Schüler des sächsichen Schulsystem, schlecht getan hat. Zumindest konnte ich keine Dominanz eines 9jährigen Abiturs während des Studiums feststellen (und allein für die Hochschulberechtigung /-vorbereitung ist das Abitur da!!).
Ich kann ebenfalls nicht behaupten, dass ich auf alle meine Hobbys verzichten musste. Ich bin 5x in der Woche einer sportlichen Aktivität nachgegangen (20km Entfernung!!!).
Ich kann hier nur den Kopf schütteln... Ich hoffe, dass das 8jährige Abitur bald überall eingeführt ist/wird....

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04. Februar 2008 21:31

Hände weg von unserer Kindheit! "G8" ja - aber nicht so!

julia haußner (juliaha)

Am Französischen Gymnasium in Berlin (einer der Deutschen Schulverwaltung unterstehende Schule) wird seit jeher das Abitur nach 12 Jahren abgelegt - in Anpassung an das im selben Haus bestehende Lycée Français, dessen vorwiegend französische Schüler wie in Frankreich auch nur 12 Schuljahre haben.
Als ich dort in den 80er Jahren mein Abitur machte, hatten die meisten meiner Mitschüler außer einem sehr langen Schulweg noch Klavier-, Tanz-, Reitstunden oder andere regelmäßige Aktivitäten und/oder warfen sich in ein reges Diskoleben. In den normalen Berliner Gymnasien wurde damals das Abitur nach 12,5 Jahren abgelegt. Wir vom FG hatten nicht weniger Freizeit als die Freunde an anderen Schulen, abgesehen vom längeren Schulweg.
Jetzt zur Gegenwart: die sehr intelligente Tochter von Freunden besucht die 10./11. Klasse eines brandenburgischen Gymnasiums in einem vor wenigen Jahren eingerichteten Schnellläuferzug (Abi nach 12 Jahren). Ich habe mit angesehen, wie sie von einer lernbegeisterten Schülerin zu einer überlasteten, ständig mit sich unzufriedenen Lernmaschine wurde. Wenn es einer besonders begabten Schülerin so geht - wie sollen die durchschnittlichen Gymnasiasten dieser Belastung standhalten? Ich bin für "G8" - aber nicht so!

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04. Februar 2008 20:02

Moment mal -- so schlecht ist der Artikel nicht!

Herrmann Mueller (Herbie_2005)

Liebe Mitleser(innen),
die zahlreichen Leserkommentatoren, die darauf abheben, daß eine 12jährige Schulzeit bis zum Abitur eigentlich ausreichen sollte, haben uneingeschränkt recht. Im Prinzip jedenfalls. Aber es kommt eben darauf an, wie diese Schulzeit gestaltet wird. Und genau hier liegt im neuen G-8 in Deutschland das Problem.

Der Übergang von G-9 zu G-8 wurde hektisch vollzogen; Ergebnisse von Schulversuchen wurden erst gar nicht abgewartet. Nach Pisa aber war klar: Die Einführung von G-8 darf mit mit einem Weniger, sondern muß mit einem Mehr an Unterrichtsstunden verbunden sein, getreu dem Motto: "Viel hilft viel, und mehr hilft ganz sicher noch mehr." Und so wurden im wesentlichen nicht die Lehrpläne entrümpelt, sondern vor allem die Inhalte verdichtet. Mittelstufenschüler haben bei uns (B.-W.) ca. 37 Stunden Unterricht pro Woche -- Hausaufgaben und Klassenarbeitsvorbereitungen nicht mitgerechnet. Viele verschiedene Fächer -- viel Stoff.

Ich weiß von Eltern, die sowohl G-8 wie auch G-9-Kinder haben, daß der Unterschied zwischen G-8 und G-9, so wie sie ihn derzeit erleben, enorm ist. Der Hinweis, andere Nationen führten ihre Kinder auch in 12 Jahren zum Abitur, hilft in diesem Zusammenhang leider nicht wirklich weiter.

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04. Februar 2008 19:05

Schön, dass das mal einen intressiert...

Ann-Kristin Potthast (galika)

...das wir uns hier totlernen. Ich gehe in eine siebte Klasse auf einem Gymnasium in NRW und kam in den ersten zwei Schuljahren garnicht mit dem vielen Stoff klar. 33 Stunden pro Woche. Das heißt : Zuerst morgens früh aufstehen um sich in einen überfüllten Bus zu quetschen. Die ersten zwei Stunden bekommt man nur halb mit. Noch 5/4 Stunden durchhalten! Nach Schulschluss werden dann noch fix Hausaufgaben an der Bushaltestelle ins Heft geschmiert. Zu Hause wird dann meist noch bis 4Uhr geschlafen. Danach muss noch gelernt werden. Um 7/8 Uhr hat man dann Zeit für Spaß und dann muss meist die Spielekonsole oder der PC herreichen. Bewegung gibs dann nur am Wochenende oder 3-4 Stunden im Unterricht. In der Zeit habe ich mich depressiv und krank gefühlt. Ich hatte viele Fehlstunden und ich glaube mein Körper wurde krank weil ich das ganze langsam nicht mehr durchstehen konnte. Jetzt in der 7ten Klasse wird der Stoff wieder etwas weniger. Aber wer weiß wielange noch? Zum Glück darf ich 1-2 Tage blau machen wenn mir das wieder zuviel wird. Heulen wenn meine Ferien zuende sind muss ich immernoch. Auf Kommentare wie : Stell dich mal nicht so an!, kann ich verzichten. Ich bin sicher kein Einzelfall! Ich hätte lieber 1 Jahr mehr für mein Abi.

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04. Februar 2008 18:18

Verlorene Kindheit wegen Abitur nach 12 Jahren ?

Hellmut Koch (825630)

Hellmut Koch LTURM
Welch ein Artikel ! Die glückliche Kindheit wird zerstört, wenn man nach 12, statt 13 Schuljahren die Reifeprüfung absolviert. Verzicht auf Tanzen Reiten, Faulenzen, Meditieren am plätscherndem Bach Man sollte zwischen Phantasie und Realität unterscheiden. Die Phantasie begann 1968: Antiautoritäre Erziehung, selbstbestimmtes Lernen, Kuschelpädagogik, dann die Fortentwicklung von Chancengleichheit zur Ergebnisgleichheit. Ein Hochschlussabschluss wird im Schnitt mit 27 Jahren erreicht, in vielen Fällen noch deutlich später. Die besten Schaffensjahre sind längst vorbei, wenn das Berufsleben geginnt. Die Realität: Wir können die Welt durch romantische Träumereien nicht verändern. In Indien , Korea und vermutlich auch China treten akademisch voll ausgebildete Ingenieure mit 23 Jahren ins Berufsleben. Vielleicht mussten sie auf Reiten oder Meditieren am Bach verzichten, aber mit Wissen und Kreativität erwächst eine Konkurrenz die uns das Fürchten lehren wird. Nach den PISA Tests wissen wir, wo wir stehen. Die Ausbildungszeit bis zum Abitur um 1 Jahr zu verkürzen kann daher nur ein erster Schritt sein um mit unseren Nachbarn gleichzuziehen.- Von der Konkurrenz in Asien trennen uns auch dann noch Welten.

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04. Februar 2008 16:03

Hände weg von unserer Kindheit

Baldur Goldschalt (Goldi)

Hab den Artikel zweimal lesen müssen, um zu begreifen, dass er Ernst gemeint ist! Ja sind wir denn alle Weicheier in Hessen und D? 14 Bundesländer von 16 haben G8, rund um uns ist G8, alle haben es geschafft. Die armen Kinder und Eltern! Bin zwar schon 67, habe aber 3 Enkel, eine davon G8, 11 Jahre alt, diese geht noch zum Tanzen (2 x die Woche), zum Sport (1x die Woche), zum Musikverein (2 x die Woche, spielt Trompete und muss auch üben), wenn ich sie beobachte sitzt sie am SchülerVz am Computer oder chillt ab! Zwischenzeugnis Gymnasium: ganz passabel! Die beiden Großen (16,14), ebenfalls Gymnasium, gehen ebenfalls Tanzen (2 x die Woche) zum Sport, spielen Bratsche und Querflöte und haben 2x die Woche zusätzlich Unterricht, die ganz Große hat gerade Prüfung für den Übungsschein für ihren Sportverein gemacht (6 Wochenende Schulung und jetzt einen Vertrag über 6,--€/Stunde für Purzelturnen im Verein! Die mittlere Große ist mit ihrem Verein im Tanzen Hessenmeietrin und Deutsch Meisterin, bei der EM 4. Platz! Und da will man uns weismachen, dass alle unsere armen Kinderchen sooooo überfordert sind! Und dann die billige Polemik gegen Koch! Aber das macht Sinn, nachdem sich alle gegen ihn eingeschossen haben kann man ja nicht zurück.

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04. Februar 2008 14:42

Der Autor ist ein

Heinz Mayer (Bundespraesident)

altachtundsechziger Jammerlappen. Wenn er zu jung dazu ist, dann tut er eben so.
Ich empfehle, genauso weiterzumachen wie die letzten 30 Jahre. Augen zu, am Althergebrachten festhalten und nichts dazulernen.
Wenn es dann immer weiter bergab geht, jammern, jammern, jammern.
Ist denn das sozial gerecht, wenn im Ausland mehr gelernt wird als hier bei uns? Nein, das ist es nicht. Da schicken wir mal den Heiner hin, der sagt's denen dann schon.

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04. Februar 2008 14:33

Weg mit dem vielen Stoff, dann geht es auch schneller

Marc Scherer (marcscherer)

G8 wäre super wenn ein Drittel des Stoffs weggelassen würde.

Ich habe einen gewissen beruflichen Erfolg: Promotion in Physik mit einem glatten summa cum laude, Anstellung als Entwicklungsleiter bei einem Weltmarktführer. Damit und als Vater von zwei Kindern versichere ich allen Pädagogen, dass ich nur einen kleinen Bruchteil desssen, was mich auszeichnet, am Gymnasium erworben habe und dass ein Großteil des Stoffs am Gymnasium völlig überflüssig ist und zur falschen Zeit kommt: man kann nicht die Antworten verstehen auf Fragen, die sich einem mit 17 noch gar nicht stellen.

Der Schwerpunkt in der Schule muss sein: 1) Sprachen (incl. Deutsch): dazu gehört das freie, selbstsichere Sprechen vor der Gruppe, das sich-Zuhören beim Sprechen, das sich-Präsentieren, z.B. gefördert durch Dichter-Wettbewerbe, das stilsichere Schreiben, 2) Psychologie: wie treffen wir Entscheidungen, was prägt uns, gibt es einen freien Willen, wie wechselwirken wir mit Anderen, Ästhetik, 3) die mathematische Denkweise, logisches Folgern, 4) gemeinsames Singen (war früher mal selbstverständlich) und musizieren anstatt theoretischem Musikunterricht 5) Bewegung in jeglicher Form. Im Übrigen sollten die Schüler Zeit und Unterstützung für Ihre Interessen haben.

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04. Februar 2008 14:24

Beigebracht-bekommen ist nicht Lernen und schon gar nicht Begreifen....

Marzo Matto (maerzc)

...aber natürlich konnte man schon zur Zeit meines Abiturs (1980) und kann man vermutlich auch heute locker in acht Jahren hochschul-reif werden und es ebenso trotz neun-jährigem Besuch des Gymnasiums bei weitem nicht sein. Was niemand braucht ist eine „Pauke“, in der nur Stoff via mittels des bewährten Frontalunterrichts durch-genommen wird. Was braucht die Wirtschaft? Hellwache, verantwortungsbewußte Menschen, die selbständig beobachten, werten und entscheiden können und sich dabei auf ihren mündigen Geist und nicht auf PISA-standardisiertes Wissen stützen. Da wünsche ich als Mathematiker z.B. mir, daß logisches Schließen dem Reproduzieren von Formeln und Eselsbrücken vorgezogen wird - und schon wird aus weniger Zeit viel mehr. An die Pädagogen und Schulbehörden: traut bitte den Kindern mehr zu! Entmündigt sie nicht wie uns rundum-sorglos-geschützte Verbraucher und Staats-Bürger!

Für das Leben in der Wirtschaft sind mehr Erfahrungen als der Schul-Alltag zumindest hilfreich. Learning (by doing) findet nicht (nur) innerhalb der Schulmauern statt, sondern z.B. auch auf dem Bolzplatz, auf dem ich heute viel zu wenig Kinder sehe, oder im Orchester. Abhängen und Computerspielen tragen allerdings wenig dazu bei.

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04. Februar 2008 13:20

Oje Oje

Dirk Häßner (Cobalt60)

Wenn man sich die gegenwärtige Berichterstattung über das Thema G8 anschaut, möchte man meinen, wir erleben gerade den Untergang des Abendlandes, nur weil weil unsere Kinder nicht bis zum 21 bzw. 22 Lebensjahr in der Schule lassen. Als im Osten der Republik Aufgewachsener kenne ich jede Menge Leute (mich eingeschlossen), die ihr Abi in 12 Jahren gepackt haben und das ohne, daß der Stress sie gebrochen oder ihnen die Kindheit geraubt hat. Wir haben Freunde getroffen, außerschulischen Sport betrieben, Instrumente erlernt, uns ach so bösen Computerspielen gewidmet und Party gemacht. Mittlerweile haben die meisten erfolgreich studiert, teils promoviert und oder arbeiten. Noch immer pflegen wir Freundschaften, geben uns unseren Hobbies hin und sind ganz normale Mitglieder der Gesellschaft.
Die Verdammung des verkürzten Abiturs degradiert im Umkehrschluß die Biografien derjenigen, die ihren Abschluß nach 12 Schuljahren gemacht haben, weil sie sie quasi als sozial degenerierte Wesen abstempelt.
Abi in 12 Jahren ist sehr wohl möglich und m.E. auch wünschenswert. Natürlich müssen die Lehrpläne angepaßt werden, aber wozu gibt es denn so hochbezahlte Studienräte, deren Job es ist, sich darum Gedanken zu machen und Lösungen zu finden.

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04. Februar 2008 13:02

Bitte nicht genau hinsehen

Lars Uhlson (Uhlson)

In Anbetracht eher sinkender Studentenzahlen solltem die zum Studium führenden Schulen so gestaltete sein, dass
mehr Schüler ein studiumsbefähigendes Abitur erreichen
und,
da sie nach dem Studium qualifizierte (Führungs)-positionen einnehmen werden, neben einem soliden Fachwissen nicht völlig unbeleckt von Qualifikationen sein, die letztlich entscheiden, ob das Fachwissen auch produktiv umgesetzt werden kann.
Wie kriegt man das bloß hin?
Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mit einem schlecht umgesetzten undurchdachten G8 und einem Bachelor-Studium, das keine Zeit für Reflektion, den Blick über den Tellerrand und im Schweinsgalopp erworbenes Wissen erlaubt.
Die vielzitierten Hirnforscher (Pädagogen sollte man ja nicht ernst nehmen, die labern nur) erzählen ja dauern wie Lernen von statten geht. Man muss kein Humanist sein, es reicht nüchterner Rationalismus um zu sehen wie es nicht geht.
Aber lieber blind stellen.
Oder habe wir Angst vor einer nächsten Generation fiter, sozial kompetener, gut organisierten, selbstbewußten Schulabgänger?

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04. Februar 2008 12:47

Einfach nur die Zeit verkürzen reicht eben nicht

Marta Rublik (Vitruvia)

Ehrlich gesagt, bin ich froh, nicht mehr in der heutigen Zeit meinen Schulabschluß machen zu müssen.

Es stimmt, dass die Kinder nun stundenlang lernen müssen und kaum noch Zeit für außerschulische Aktivitäten haben.

Aber es stimmt auch, dass ich in meiner 9jährigen Gymnasialzeit eine Menge Stoff lernen musste, dessen Sinn und Zweck mir bis heute nicht einleuchtet!

Es sollten deshalb die Inhalte des zu vermittelnden Stoffes überarbeitet werden, sowie die Art der Vermittlung.

Wenn man dieses Lernumfeld endlich mal sinnvoll strukturiert und von unnützen Altlasten befreit, dann können Kinder auch in kürzerer Zeit mehr lernen und haben dennoch genug Freizeit!

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04. Februar 2008 12:31

Geht auch anders

Ralf Urban (rawub)

Das Ganze einmal aus einer anderen Perspektive:

Ich selbst bin typischer „Schulversager“. Meine Eltern, die darauf bestanden, dass ich das Abitur machen sollte (und dann auch noch auf einem neusprachlichen Gymnasium, obwohl meine Interessen eher bei Mathematik und Naturwissenschaften lagen), waren sehr enttäuscht. Ich habe die Obersekunda (heute wohl 11. Klasse) zweimal machen müssen, dann durfte ich mit Erlaubnis von meinem Vater endlich diese blöde Schule verlassen.

13 Jahre später habe ich dann, aus freien Stücken, die Fachhochschulreife nachgeholt, und es hat mir Spaß gemacht. Mit gutem Erfolg – ich war Klassenbester. Nach meinem Fachhochschulstudium habe ich, obwohl „Spätstarter“, beruflich mehr erreicht als Kollegen mit Abitur in einem Rutsch und dann Studium.

Heute bin ich Rentner, und wenn ich mit nichts zufrieden sein sollte: mit meiner beruflichen Laufbahn bin ich es!

Mein Plädoyer: für diejenigen, die es können, einen Schulabschluss in einem verglichen mit anderen Ländern vernünftigen Alter. Für die anderen (wie mich): Durchlässigkeit der Bildungsabschlüsse. Nur so, denke ich, lässt sich das in einem Land verfügbare menschliche Potential optimal nutzen

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04. Februar 2008 12:28

@Herr Würz: Sie haben den Artikel nicht verstanden

Detlef Esser (Detlef_Esser)

Es geht nicht darum, was MÖGLICH ist, sondern darum, was VERTRETBAR ist.

Sicherlich ist der Autor kein Apologet des Kapitals (das, wie er erwähnte, möglichst stromlinienförmiges Humankapital haben will), sondern eher Humanist.

Und gerade das ist in diesen Zeiten des Spätkapitalismus das Problem; wer keine Probleme hat, 100.000 Menschen am Tag trotz Milchseen, Butterbergen etc verhungern zu lassen, der kümmert sich auch nicht darum, daß sein Nachwuchs MENSCH wird. Warum sollte derjenige was gegen Entmenschlichung haben?

Adorno, Fromm und Mitschelich lassen grüßen!

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04. Februar 2008 12:17

G8 wäre möglich bei besserer Organisation und Ausstattung der Schulen

Claudia Schüßler (felida)

Ein Beispiel aus meiner noch nicht lange zurückliegenden Gymnasiumszeit in Frankfurt: der Stundenplan sah 7./8. Stunde Latein-LK und in der 9./10. Sport vor. Davor eine halbe Stunde Pause. Da keine Mensa vorhanden, mußte man sich entweder etwas mitbringen oder schnell um die Ecke mal im Kiosk oder Pizza Hut etwas im meisten Falle Ungesundes runterschlingen. Da außerdem die schuleigene Turnhalle marode war und man zum Turnen ein Gymnasium weiter reisen mußte mit ÖPNV, stand man vor der Wahl, entweder zum Sport zu spät zu kommen oder den Leistungskurs ein wenig früher zu verlassen...
Mein Fazit: wenn schon Ganztagsschule, dann bitte mit entsprechender Ausstattung, vor allem an bezahlbaren Schulküchen und Turnhallen!

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04. Februar 2008 11:52

Kurzes Gedächtnis

Klaas Hartmann (KHA)

Es ist erstaunlich, dass angesichts der schulischen Erfahrungen der vergangenen 30 Jahre das Gejammere über das G-8-Gymnasium so laut ist. Erinnert sich denn wirklich niemand mehr an die Experimentierwut aus der Zeit eines Peter von Oertzen, der Einführung einer ziel- und bildungslosen Orientierungsstufe als eigener Schulform, Mengenlehre, Kuschelecken? Wenn niedersächsische Gymnasien in den 80ern in den siebten Klassen ihre Neuzugänge bekamen, hatten sie noch sieben Jahre, um die Kinder mit ihrem Wissensstand der vierten Klasse zum Abitur zu bringen - bei 34 bis 40 Stunden in der Woche und Unterricht an Sonnabenden. Und komischerweise funktionierte das neben Sportverein, Musikunterricht und reichlich Freizeit. Sicherlich ist G-8 noch verbesserungswürdig. Aber vielleicht sollte man bei der Diskussion über die Schullandschaft das Augenmerk mehr auf neuerliche zweifelhafte Projekte wie die Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein legen.

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04. Februar 2008 11:28

HILFE!! ICH MUSS LERNEN!

Andreas Würz (BluesBrother1983)

Da hat wohl jemand ein Kind, dass seinem Papa grad die Ohren vollheult, weil es ja so viel für die Schule machen muss.
So einen schlechten Artikel habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Mir scheint eher, das Problem sind Eltern, die denken ihr Kind schafft aufjedenfall das Gymnasium, es dazu drängen, und am Ende, wenn es das Kind doch nichts schafft dem Schulsystem die Schuld zu geben.

Und noch was: Lernen kann sogar Spaß machen. Ja, in manchen Ohren wird es jetzt klingeln, aber es gibt sogar Kinder die gerne Lernen! Und es gibt sogar Kinder die keinen großen Wert auf ihre "musische" Erfüllung ihrer armen, von Lernerei überhäuften, Kindheit legen.
So gut wieder jeder Gymnasiast, der sein Gymnasium in 9 Jahren durchmachte, hätte es auch in 8 schaffen können. Und zwar ohne Probleme, mit etwas mehr lernen. Und wenn man mal die Gymnasiasten der letzten Jahre und Jahrzehnte befragt wird keiner dabei sein der von morgens bis abends gelernt hat und keine Zeit mehr hatte.
Die Kirche im Dorf lassen ist hier angesagt!

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04. Februar 2008 10:05

Christian Geyer: Haende weg von unserer Kindheit

gisbert bluemel (gisbert.bluemel)

Guten Morgen Herr Geyer,
Ihren emotionalen Artikel habe ich mit Aufmerksamkeit, eher mit Verwunderung gelesen.
Ich arbeite als "Senior" in FernOst mit 45 Ingenieuren am Aufbau einer Entwicklungsabteilung. Alle haben mit 22 Jahren ihren Uni Abschluss. Sie sind begeisterungshaehig und lebhaft. Sie haben ihren Schulabschluss mit 17 Jahren gemacht. Was mir auffaellt, ist ihre gute, Anwedungs bezogene Ingenieurs Ausbildung. Sie koennen die Hilfsmittel der Rechnerwelt muehelos nutzen. Sie loesen ihre Aufgaben sehr schnell.
Im Vergleich sind unsere jungen Ingenieure alt dagegen.
Alles, was Sie uns nahe bringen wollen, sollten wir bedenken. Jedoch: Als Industrieland mit keinen anderen Resourcen als Wissen und Koennen seiner Menschen, muessen wir uns um die zielgerichtete Ausbildung kuemmern. Ich erinnere mich an meine eigene Ingenieurs Ausbildung (an einer der besten deutschen Unis) und dass ich fast nichts davon im Beruf habe nutzen koennen.
Veraenderungen muessen sorgfaeltig vorbereitet werden. Da stimme ich zu. Aber sie duerfen auch nicht versaeumt oder gar verschlafen werden. Es ist hoechste Zeit, dass wir unsere Ausbildung aendern, angefangen von der Schule bis zum Abschluss in der Uni. Turbo ist notwendig.
G. Bluemel


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04. Februar 2008 09:50

Bildungsinflation! Alles G8, oder was ?

Dirk Perschbacher (tuttipaletti)

Natürlich kann man auch in 8 Jahren Abitur machen und trotzdem eine Kindheit haben. Das war nicht nur im Osten Deutschlands so, sondern ist auch in vielen anderen Ländern möglich. Wenn man bei der Einführung von G8 die Lehrpläne ausgemistet hätte und rechtzeitig die Materialien rechtzeitig zur Verfügung gestellt hätte, wäre ein Grossteil des Chaos ausbleiben. Ich spreche aus Erfahrung als Vorstand des Elternbeirats in einem Gymnasium. Warum hat man nicht mal die Chance genutzt die Inhalte zu revidieren? Nein man hat nur die Luft rausgelassen, alles komprimiert und G8 eingeführt. Keine der Rahmenbedingungen, weder für die Schule noch für die Eltern, wurden angepasst. Die Zeit wird's schon richten. Die Schulen sind nicht für die zusätzlichen Nachmittagsangebote ein- und ausgerichtet und die Stellen für Lehrer fehlen oder sind nicht besetzt. Trotzdem noch ein Wort zu den Kindern. Wenn ich sehe was sich heute so alles auf dem Gymnasium herumdrückt, dann stelle ich mir bei etlichen Kinder die Frage was sie dort suchen. Dies hat nichts mit Elitedenken usw. zu tun. Hier werden Kinder verheizt, aus welchen Gründen auch immer. Gymnasium als Bedürfnisbefriedigung überzogener Elternvorstellungen. Hier muss auch angesetzt werden.

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04. Februar 2008 09:43

FAZIT: 6 - setzen.

Bernd Siegel (bsgl)

Ich habe noch im "alten" G9 mein Abitur erworben und moechte vielen Lesern hier zustimmen. Nie empfand ich die neun Jahre als derart stressig, immer hatten wir nachmittags viel Zeit. Auch fuer ausserschulische Aktivitaeten wie Sport, Kultur, Politik, Jugendfreizeit. Und dann waren da noch die langen Ferien, in denen wir uns doch vor allem ausruhten. Schon rein rechnerisch kann es gar nicht sein, dass die Verkuerzung auf acht Jahre zu einem fuer Schueler unmenschlichen Stress fuehrt - oder gar dem Verlust der Kindheit. Dies sind 11% (ein Jahr von zuvor 9) zusaetzlich in den acht Jahren des G8. Sicherlich wird es damit mehr Stoff - dieses etwas Mehr kann man nicht als Begruendung dafuer anfuehren, dass jetzt ueberhaupt keine Freizeit mehr bleibt. Sondern gefordert sind nun etwas mehr Einsatz von allen: Lehrern, Schuelern und Eltern. Aber dies ist auch die Wirklichkeit in unserer globalisierten Welt, in der wir bestehen wollen. Armselig, wie in der FAZ mit mieser GEW-Logik argumentiert wird. Der Artikel liest sich wir ueberholte Pamphlete gegen das Leistungsprinzip, fuer die Gesamtschule und fuer Gleichmacherei aus den siebziger Jahren. Vom Aufbruch in der Bildungspolitik, auch angestossen durch PISA kein Schimmer. FAZIT: 6, setzen.

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04. Februar 2008 09:08

12 Jahre sind genug

Za pato (porompom)

Mir spricht Burzi (s. unten) aus der Seele. Auch ich habe im Ausland gesehen, dass alle anderen (z. T. wesentlich!) jünger als ich im Job waren, obwohl ich schnell studiert habe. Und trotzdem "gelebt"! Lebenserfahrung als Jobvoraussetzung wird völlig überschätzt, man kann fast alles, was ein Einstiegsjob erfordert, in ein paar Wochen lernen. Ein zusätzliches Schuljahr und Wehr-/Zivildienst (das gehört als nächstes abgeschafft) lassen sich kaum aufholen, ganz abgesehen von der Studiendauer (damals gab's noch keinen Bachelor, ein Beispiel für eine sehr gelungene, reibungslose Reform an den deutschen Unis). Klar gehören die Lehrpläne ausgemistet, das wird auch kommen, aber meiner Meinung nach gehören insbesondere die, die das Gymnasium nicht schaffen, ohne nur noch lernen zu müssen, auch nicht dort hin. Man kann auch auf die Realschule, dann Fachabi nachmachen. Ich habe auch bei 13 Jahren Unterricht Mitschüler erlebt, die nur mit massivem Lernaufwand mithalten konnten, da muss die Solidarität auch mal aufhören - und da ist meiner Meinung nach weniger die Schule schuld als die Eltern, die verständlicherweise alle gerne intelligente Kinder haben möchten und es nicht einsehen, dass eben 50% unterdurchschnittlich intelligent sein müssen.

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04. Februar 2008 08:28

Niveaulos, ohne Fakten mit Hübschen Bildern willkommen in der Bil...FAZ

Manuel Hafner (Kaliastro)

Ich selbst habe wie so viele andere hier mein Abitur in nur 8 Jahren absolviert, und muss sagen nun als fast fertiger Student, ich hatte mein leben nie wieder so wenig zu tun, und so viel Freizeit. In Hinsicht auf mein Studium und Berufliche Laufbahn habe ich selten so wenig relevantes gelernt. Und damit meine ich nicht den Strömungswiderstand, den ehrlich gesagt keiner wissen will, auch nicht der Arbeitgeber, sondern an Dingen wie Kreatives Denken, Originalität und auch mal über seine Grenzen hinaus etwas selbstständig zu tun. Schulen sind entbildungs Anstalten, deren Ziel es ist aus uns Computer zu machen die auf Knopfdruck Wissen wiedergeben können das in jedem Buch steht, aber nicht einmal die einfachsten Transfer Probleme lösen können. Mitnichten ist das Abitur in 12 Jahren schlecht, sonder nur ein angleichen an den Rest der EU, der in jeder Hinsicht mehr in weniger Zeit leistet. Und ich denke bis zu 5 Monate Frei im Jahr, und bereits im schlimmsten Fall ab 15 Uhr jeden Tag Zeit für sich, ist jedem Schüler zuzumuten.

Wieder einmal frage ich mich hier jedoch was aus der FAZ wird. in Serie ist dies sicherlich der 20igste Solche Kommentar der jeder objektivität entbehrt. Schriftgröße 60 dazu, und wir sind bei der Bild angelangt

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04. Februar 2008 07:41

@Herrn Huber

Rene Meyer (matrix1329)

Welches Bildungssystem will keine Eliten heranziehen? Das gesamtdeutsche Gymnasium produziert doch auch die jungen Erwachsenen, die später mal das Land leiten sollen. In der DDR war das nicht anders (spreche aus Erfahrung), und daß das nicht anders war, diskreditiert nicht das zwölfjährige System. Ich habe halb in der DDR, von 1980 bis 1990, und halb in der BRD, die Schule gemacht, zusammen mit 80 Mitschülern. Davon haben zwei den Realschulabschluß der zehnten Klasse gemacht, aber insgesamt kann ich bei allen, jetzt nach fast 10 Jahren, keine Verhaltensauffälligkeit oder Wissenslücken entdecken. Ganz im Gegenteil: Die Ostlehrer haben uns, so mein Eindruck, ein über den West-Standard hinausgehendes Allgemeinwissen beigebracht. Und gute Menschen sind wir alle geworden.

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04. Februar 2008 05:06

Ökonomieismus-Wahn

Gerhard Bandorf (MAGNIFIER)

So richtig es einmal war, das Unterrichtswesen aus dem klerikalen Einfluß in die Obhut des Staates übergeben zu haben, genauso richtig und wichtig ist es, daß das Unterrichtswesen heute nicht mehr in den Fängen des Staates verbleiben darf.
Mehr und mehr verkommt Bildung zu einer rein äußerlichen Wissensvermittlung, zu einer rein ökonomisch ausgerichteten Zweckausrichtung und Dressur.
Es scheint sich in den Befürwortern einer verkürzten und komprimierten Schulzeit ein eigenes inneres Drama hinsichtlich obskurer, auch gerade mal wieder volksbezogener Zukunftsängste abzuspielen, wofür nun Kinder, die ansonsten in und durch die Gesellschaft wenig Wertschätzung erfahren, als Phalanx und quasi wie kleine Kindersoldaten einer Art nationaler Bildungsstreimacht normativ gedrillt werden sollen.
Diese unterschwelligen suspekten Ängste der Erwachsenen ertragen natürlich nur schwer die gegenteiligen Forderungen nach Schulformen und Inhalten, bei denen individuelle Persönlichkeitsbildung und freie Entwicklung von individuellen Talenten im Vordergrund stehen - auch wenn diese wegen eines vorherrschenden Ökonomieismus-Wahns nicht gerade in Mode sind.

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04. Februar 2008 00:49

die armen Franzosen...

Cornelius J. Müller (demuliere)

was wohl unsere armen Nachbarn zu unserer Diskussion sagen würden? Nach Ansicht dieses Artikels MUSS ja jeder Franzose jede Französin, welche/r den Tag bis 17h in der Schule verbringt, ja geradezu ein unpersönliches und lebensunfähiges Monster sein!
Kompletter Schwachsinn diese Diskussion, Schulkinder gehören den Vor- und Nachmittag in die Schule, denn auch dort kann man Hobbys, oder nennen wir es an dieser Stelle mal, "persönlichkeitsfördernden Aktivitäten" nachgehen. (Seltsamer Vorteil wäre hier dann, das wohl JEDES kind dem nachgehen könne/müsse).

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03. Februar 2008 23:47

was für eine diskussion

Louise Von Stotzingen (louise.st)

das ist doch alles schmarrn wie man so schön sagt. meine tochter hat ihre gymnasialzeit in 6 anstelle von 8 jahren (g8 und ein jahr schneller) gemacht. zeit für reiten und ballett war trotzdem dar. sogar für freunde. nur dass sie nicht, wie viele andere jugendliche, den ganzen nachmittag in der fussgängerzone "rumgehangen" hat. was ihr auch so einiges erspart hat. nun gehört sie zu einer der jüngsten im studium, dass das später enorme vorteile bietet scheinen fast alle eltern zu vergessen. aber ist ja alles zum wohle des kindes (dem es später, mangels arbeitplatz wegen internationaler konkurrenz, wohl doch nicht so gut gehen wird). aber irgendwann werden sie doch alle erwachen...

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03. Februar 2008 23:42

überzogen!

Thomas Fischer (krachos)

Ich kann meinem Vorredner Herr Tietz nur zustimmen! Ich habe mein Abitur ebenfalls in 8 Jahren Gymnasium absolviert und hatte nebenbei viel Zeit für Volleyball, Chor und viele andere Dinge. Meine Leistungen im Studium haben zumindest mir gezeigt, dass auch mit insgesamt 12 Jahren eine adäquate Vorbereitung fürs Studium stattfindet.

Leider sind es aber doch nur die wenigsten, die sich überhaupt für ein Studium entscheiden. Fragt sich doch, warum sich die Menschen überhaupt über eine Verkürzung der Schulzeit aufregen. Dieser Fakt sollte zumindest den Gymnasiasten, die kein Studium absolvieren, entgegen kommen. Der persönliche Wille ist hier entscheidend, um endlich den Weg des geringsten Widerstandes zu überwinden.

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03. Februar 2008 23:05

Schule und G8

Gabriele Weber (sabinshandor)

Es wird immer behauptet, die Schule bereite Kinder auf das Leben vor; das stimmt aber in vielen wichtigen Punkten nicht.
1. Unser staatliches Schulsystem fördert Konkurrenzdenken statt Zusammenarbeit.
2. Es fördert eines Mentalität des: "Tu was man dir sagt, ohne selbstständig zu denken". Es behindert Kinder in der Erfahrung selbsttätigen Handelns und Lernens. Genau aber das wird später im Beruf erwartet.
3. Zuviel Input macht Kreativität unmöglich, da diese nur in Ruhe entstehen kann.
4. Kinder und Jugendliche stehen unter Dauerstress. Dieser behindert ihre natürliche Entwicklung und befördert schon in diesen jungen Jahren die verschiedensten Krankheiten.
5. Das staatliche Schulsystem hält die Kinder/Jugendlichen vom echten Leben fern, das sie aber unbedingt kennenlernen müssen, um später zu reüssieren. Die Schule ist eine eigene Welt für sich, die mit dem Leben nicht viel zu tun hat. Deshalb ist es so absolut falsch, das Leben unserer Kinder auf diese Art von Schule zu beschränken. Sie brauchen unbedingt den sinnvollen Ausgleich.


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03. Februar 2008 22:55

Non scholae set vitae discimus

Dominik bURZIWODA (Burzi)

Ein trauriger Beitrag. In sämtlichen Europäischen Nachbarländern schaffen es Schüler offensichtlich in 12 Jahren Schule besser in Mathe, Englisch und allen anderen Fächern zu sein und sportlich nicht abgeschlagen der deutschen Überlegenheit hinterhertrotten. Ich studiere an der RSM Erasmus University in den Niederlanden und kann keinen Lebenswissens, oder Bildungsvorsprung im Vergleich mit meinen Kommilitonen erkennen. 13 Schuljahre hatten keinen Mehrwert. Meine Mitstudenten, sind fit in Englisch und Mathe und trotzdem tolle Persönlichkeiten. Niemand hat komplexe, fühlt sich um seine Kindheit betrogen und freut sich schon mit weniger als 30 Lebensjahren Geld zu verdienen. Das neue System ist ein Schritt in die zwingendnotwendige Richtung. Als dort zu kritisieren, sollte man besser Curriculae überarbeiten und Schülern wissen fürs Leben beibringen. Und zwar wie man sich Ziele setzt und diese erreicht und wie man kritisch und offen für neues ist. Die wenigsten Schüler wissen über Wirtschaft und Geld bescheid. Anstatt Kindern zu erklären warum es schlecht ist für 400Eur Handyklingeltöne runterzuladen, wird Anti-Kapitalismus und -Amerikanismus gelehrt (mit Ref. auf einen sehr guten FAZ-Artikel).

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03. Februar 2008 22:23

Auch Kinderzeit ist kosbar

Sylvia Lindner (sylvia12345)

Wer den schulischen Alltag der jungen Menschen kennt, hat festgestellt, dass das bisherige Schulsystem die Zeit der Kinder verschwendet. Da wird Erstklässlern ein ganzes Jahr nichts weiter beigebracht als die Zahlen bis 20. In der sechsten Klasse sind die Schüler laut Lehrplan noch nicht reif einen simplen Dreisatz zu rechnen. In der neunten Klasse wird im Deutschunterricht! ein halbes Jahr abstrakte Kunst besprochen und das für die jungen Erwachsenen wichtige Thema „Bewerbung“ wird in vier Doppelstunden abgehandelt. Dann in der elften Klasse wacht man auf und überlässt es bevorzugt Referenten den SchülerInnen die Zugangsvoraussetzungen zum Abitur zu vermitteln. Wir Erwachsenen sollten endlich anfangen, den jungen Menschen Verstand zuzutrauen und ihnen entsprechend ihrer tatsächlich vorhandenen Fähigkeiten Wissen nahezubringen. Wann wird den SchülerInnen eine intakte Lernumgebung zur Verfügung gestellt? Wann wird den Kultusministerien das Herumspielen mit völlig überflüssigen Lehrinhalten und der wertvollen Zeit unserer Kinder verboten? Diese Aspekte müssen endlich öffentlich diskutiert werden statt Krokodilstränen über ein G8 zu verlieren.

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03. Februar 2008 22:19

Ich kann Herrn Watzinger nur zustimmen,

Christian Ermecke (ChristianErmecke)

meine Erfahrungen in meiner Schulzeit in verschiedenen Bundesländern liefen ähnlich frustrierend ab, und heute sieht es offensichtlich genauso aus.

Meiner persönlichen Meinung nach haben die schon legendären "Laberfächer" nichts, aber auch gar nichts im Pflichtfachbereich zu suchen.
Sehen wir es doch realistisch: Kinder können nur eine begrenzte Menge an Stoff täglich wirklich aufnehmen und üben. Sechs Schulstunden sind bereits das Äußerste der Gefühle, Essen und der folgende Verdauungsprozeß setzen weiteren Edukationsversuchen ein notwendiges tägliches Ende. Nach den dann folgenden, notwendigen Hausaufgaben sollten weitere Aktivitäten des Tages auf freiwilliger Basis erfolgen dürfen - so einfach ist das.

G8 ist so wichtig, wie die Gesamtschule überflüssig ist. Unsere Kinder gewinnen ein ganzes Jahr ihres wertvollen Lebens. Eine Überforderung ist nicht notwendig, aber der Mut, zweitrangige Fächer herauszustreichen, gehört schon dazu. Fehlender Mut erzeugt Probleme, und somit unzufriedene Wähler....

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03. Februar 2008 20:42

Überzogen, die Zweite

Julia Schulz (JuliaSchulz)

Wie man unten lesen kann, ist es in Sachsen und Thüringen normal, "nur" 8 Jahre aufs Gymnasium zu gehen - und es funktioniert. Ich selbst hatte in Sachsen-Anhalt das zweifelhafte Glück, zu dem Jahrgang zu gehören, der als erstes 13 Jahre die Schulbank drückte. Dabei wussten die Lehrer im Übergangsjahr schlichtweg nicht, wie der Lehrplan nun letztendlich aussieht. So war Schuljahr Nummer 11 ein reines Ins-Blaue-Lehren. Es ist absolut überzogen zu sagen, Gymnasialschüler mit 12jähriger Ausbildung hätten keine Freizeit, Freunde, Fantasie. Und auch am Wissen mangelt es in einem G8-System sicher nicht.

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03. Februar 2008 20:38

pro 12 Jahre Abi

Andre Sass (andresass)

Ich befueherworte sehr 12 Jahre Abitur. In England studieren die ersten mit 17 Jahren an der Universitaet. Und wofuehr noch ein weiteres Jahr ranhaengen um einen letztentlich nicht berufsqualifizierenden Abschluss zu erhalten? Die Idee des Abiturs sollte in erster Linie die Hochschulreife sein. Uebergangsschwierigkeit gibt es immer. Aber die liegen wahrscheinlich mehr auf der Seite der Lehrer als der Schueler, muessen sie doch jetzt ihre eigengefahrenen Unterrichtsvorbereitungen aufarbeiten.

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03. Februar 2008 20:16

Wir leben in einer widerwärtigen Zeit

Andreas Wessels (PhunkyData)

Es geht nur noch um Leistungsmaßstäbe, Kariere und Erfolg.
Kein Wunder das Kultur, Kunst und individuelle Persönlichkeit verkommen, bzw. kaum noch zu erkennen sind bei vielen Menschen.

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03. Februar 2008 19:57

8 Jahre im Osten geht doch auch!

Nord Neuköllner (Nord-Neukoellner)

Freunde von mir haben ohne Probleme in ehemaligen DDR-Bundesländern in acht Jahren ihr Abi gemacht. Und trotzdem Theater gespielt, Freunde gefunden, gefeiert und Sport getrieben. Kein Ding, wenn man für den Abi-Weg qualifiziert ist.

Aus der eigenen Schulzeit weiss ich, dass man die 11te Klasse fast komplett streichen könnte, ohne Stoffeinbußen. Einen laueren Lenz als in der 11ten am Gymnasium in NRW hatte ich im Leben seit dem nicht mehr. Auch Teile der 8ten hätte man straffen können.

Fazit: Wer gut genug ist fürs Gymnasium, der schaffts auch in 8 Jahren, und hat nebenher noch alle jugendlichen Freiheiten! Und wer's nicht packt, der macht eben kein Abi, sondern schließt an den 10er Abschluß eine gute Ausbildung an. Auch nicht schlecht!

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03. Februar 2008 19:56

Welcher Bildungsbegriff steht hinter Schule

Lars Uhlson (Uhlson)

Schule ist kein Assessment-Center und Schüler sind keine Produkte.
Man kann auf den Erwerb abfragbaren Wissens setzen oder darüber nachdenken, was Schule vermitteln sollte an Inhalten und wesentlichen weiteren Qualifikationen (logisches Denken, Fähigkeiten zum Transfer, Motivation, soz. Kompetenzen, strategisches Denken, Arbeitsverhalten, geistige Eigenständigkeit etc.) Welche Grundlagen braucht ein Schulabgänger, der später eine hochqualifizierte, verantwortliche und sich ständig verändernde Tätigkeit ausüben wird.
Von dieser Zielnentscheidung hängt dann die Wahl der Lernorganisation/Methoden ab. Die jetzige Situation geht zu Lasten von wichtigen Kompetenzen, die später eine wesentliche Rolle spielen werden, ob sich erlerntes Wissen erfolgreich einsetzen läßt.

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03. Februar 2008 19:42

verkürzung?

Martin Watzinger (martin.watzinger)

ohne irgendjemand zu nahe zu treten:
in meiner schulzeit (noch nicht lange her) hätte man ohne probleme ein jahr kürzen können
- wenn alle lehrer ihr stundenpensum erfüllt hätten (mit sicherheit drei stunden in der woche fielen immer wegen krankheit aus)
- so interessante dinge wie wandertag, sporttag und so weiter tag ausfallen würden
- die letzten drei und die erste woche des schuljahres auch etwas gearbeitet würde
- nicht in jeden jahr dasgleiche in den fächer religion, geschichte, sozialkunde und deutsch gelehrt würde
- die ferienzeit um zwei woche gekürzt werden würde (am ende der sommerferien war es immer sehr langweilig)

naja, ich würde sagen, da ist sogar noch ein jahr drin.


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03. Februar 2008 19:40

Hände weg von unserer Kindheit!

Harald Huber (toggo5)

Es ist kein Skandal, wenn die Kinder (nur in G8?) mit Lernstoff überfrachtet werden, sondern ein behebbarer Fehler, wie er bei vielen Neuerungen ("Reformen") nun mal vorkommt.
Schlimm ist die Hilflosigkeit der ( Kultur- )politik, die sich in Widersprüchlichkeit ihren Schutzbefohlenen auch hier, in einer sicher überlegenswerten Reform aüßert.
Daß die Stimmen zuerst in Japan laut wurden, daß es der kindlichen Physiologie nicht entspricht, daß bereits um 8-10h morgens gelernt werden muß; daß Gesamt- und Einheitsschulen wie auch Ganztagsschulen einer sinnvollen pädagogischgen Einsicht folgen ist völlige Ideologie und Bankrotterklärung. Daß die SPD ("Bildungsgerechtigkeit !!!") für Elite-Universitäten plädiert und Prof. Karl Lauterbach ( Gesundheitsexperte ) zum Theme schlechte Essgewohnheiten von Kindern auch den Mangel an fehlenden Ganztags- und Gesamtschulen als Ursache heranzieht - da zeigt sich die ideologisch-populistische Überfrachtung. Übrigens : auch und gerade in der DDR gab es ein Erziehungssystem, das zum Ziel hatte Eliten heranzuziehen!

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03. Februar 2008 19:40

Hände weg von unserer Kindheit!

Harald Huber (toggo5)

Es ist kein Skandal, wenn die Kinder (nur in G8?) mit Lernstoff überfrachtet werden, sondern ein behebbarer Fehler, wie er bei vielen Neuerungen ("Reformen") nun mal vorkommt.
Schlimm ist die Hilflosigkeit der ( Kultur- )politik, die sich in Widersprüchlichkeit ihren Schutzbefohlenen auch hier, in einer sicher überlegenswerten Reform aüßert.
Daß die Stimmen zuerst in Japan laut wurden, daß es der kindlichen Physiologie nicht entspricht, daß bereits um 8-10h morgens gelernt werden muß; daß Gesamt- und Einheitsschulen wie auch Ganztagsschulen einer sinnvollen pädagogischgen Einsicht folgen ist völlige Ideologie und Bankrotterklärung. Daß die SPD ("Bildungsgerechtigkeit !!!") für Elite-Universitäten plädiert und Prof. Karl Lauterbach ( Gesundheitsexperte ) zum Theme schlechte Essgewohnheiten von Kindern auch den Mangel an fehlenden Ganztags- und Gesamtschulen als Ursache heranzieht - da zeigt sich die ideologisch-populistische Überfrachtung. Übrigens : auch und gerade in der DDR gab es ein Erziehungssystem, das zum Ziel hatte Eliten heranzuziehen!

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03. Februar 2008 19:11

überzogen

Michael Tietz (borsbergbomber)

Das man auch in 8 Jahren das Abitur erlangen kann ohne auf Musikunterricht und Tanzstunden verzichten zu müssen, zeigen die Erfahrungen in Sachsen und Thüringen in den letzten 17 Jahren. Jedenfalls hat es mir in meiner Schulzeit nie an genügend Freizeit für Sport, Natur, Kultur, usw. gefehlt. Auch bei meinen Klassenkameraden hatte ich nie das Gefühl, dass sie einer individuellen Neigung aufgrund schulischer Belange nicht nachgehen konnten. Wie stromlinienförmig man letztlich wird, hängt meines Erachtens eher von der eigenen Lebenseinstellung und den zu Hause vermittelten Werten ab.

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03. Februar 2008 18:44

Konformismus

Immo Sennewald (immediator)

Ja. Und wer's immer noch nicht verstanden hat, der lese Viktor Frankls Kommentare zum Thema "Konformismus und Totalitarismus". Es handelt sich um zwei Seiten einer Medaille.

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