
@ Thomas Hechinger (Hechinger)
<<<Sie sollten die Dinge auseinanderhalten>>>
Schlau, aber richtig. Doch gerade das tut das von mir angesprochene Spektrum leider nicht – Voltaire und Rosa Luxemburg sei es geklagt :-)

Welchen Stellenwert räumen wir unseren eigenen Werten in dieser Gesellschaft eigentlich noch ein, wenn wir so schnell bereit sind auf diese zu verzichten? Hier haben mich viele Beiträge der letzten Tage, die unter dem Motto „kein Öl ins Feuer gießen“ verfaßt waren, sehr nachdenklich gemacht. Kann denn das Eintreten für unser Wertesystem denn wirklich so abklassifiziert werden?
Was sagen wir den vielen Menschen, die schon heute in unserer Mitte leben und von Islamisten bedroht werden? Hört auf euch für die Rechte muslimischer Frauen einzusetzen? Kämpft nicht mehr gegen radikale Organisationen? Selbst Schuld, wenn ihr bedroht werdet? Es ist bedauerlich, dass Menschen für Dinge, die hier lange als selbstverständlich galten, nun ihre Gesundheit und vielleicht sogar ihr Leben aufs Spiel setzen müssen. Aber wer in diesen Zeiten einem Theater angehören will, das den Anspruch hat zeitkritische Stücke zu spielen, muß dieser Gefahr trotzen, will er das nicht, was jedem unbenommen ist, sollte er lieber zu einer Volksbühne gehen und Bauernschwänke spielen und seinen Platz für mutigere und entschlossenere Personen freimachen.

Zunächst habe ich mich über die oft verkürzte Berichterstattung einiger Medien geärgert, in der nur der abgeschlagene Kopf Mohammeds Erwähnung fand, während die ebenfalls abgetrennten Köpfe von Buddha und Jesus meist ungenannt blieben. Aber gerade dadurch wird die Problematik, die in der Absetzung des Stückes liegt, erst deutlich. Hier wurden die Gefühle der Anhänger von drei großen Religionen verletzt. Auch christliche Repräsentanten hatten dies bekanntlich bei der Erstaufführung beklagt. Ihnen war aber, wie dies seit jahrzehnten gesellschaftlicher Konsens ist, beschieden worden, dass die Freiheit der Kunst den subjektiven Gefühlen der Gläubigen vorangestellt ist.
Das nun die Wiederaufnahme der Oper bereits an der bloßen Möglichkeit von Gewalttaten scheiterte, gibt den Gewaltbereiten recht und läßt die Friedfertigen als die Dummen dastehen, was in der Konsequenz zu einer Radikalisierung auch in unserem Land führen muß.

Wir dürfen den Begriff der ent-art-eten Kunst nicht mehr benutzen, aber wenn die Kunst denn mal ent-artet ist,
sollte man auch den Mut haben, eine fiese Blutkleckserei,
zusammenhanglos vom Regiesseur ins Stück gestellt, zu stoppen. Besser der Regiesseur regt sich auf, als die halbe Welt. Und was daraus zu lernen ist, ist die Tatsache, das man seine Moral verteidigen sollte, seine Symbole, seine Religion. Wenn wir es nicht selbst machen, machen es andere und das tut dann weh wie das erwischt-werden beim fahren unter Alkohol.
Ohne die Szene gehört für mich das Stück immer noch gespielt, aber vielleicht wollte das der Regiesseur auch gar nicht, heute ist das nicht mehr so sicher...

@ gisbert heimes
Sie sollten die Dinge auseinanderhalten. Man kann ein Prinzip verteidigen, ohne den Gegenstand selbst, auf den es angewandt wird, zu schätzen.

Und wenn morgen ein Stück über Adolf Hitler aufgeführt würde und Neonazis nur etwas "drohen" würden:
würde es dann nicht auch abgesetzt ?
Und wenn übermorgen sich Kommunisten über ein Stück
über den Klosterzögling J.Stalin echauffierten und mit Konsequenzen drohten - auch absetzen ?
Demnach haben die Kritiker des türkischen (Propaganda)Films "Tal der Wölfe" offenbar nicht genug gedroht,um die Aufführung zu verhindern ?
Während selbst islamistische Gruppen die Rede- und Meinungsfreiheit im Westen wie selbstverständlich für sich und als Mittel,ihre widersinnige Ideologie zu verbreiten,in Anspruch nehmen,wird die Rede-und Meinungsfreiheit des Westens schleichend von der "islamistischen Straße" eingeschränkt.
Mohammed-Karikaturen,Papst-Kritik,und nun die Absetzung eines Theaterstücks ,deren Inszenierung in keinster Weise auf die islamische Religion zielte, sondern -wenn überhaupt !! - auf alle Weltreligionen gleichermaßen ...
Offenbar sind wir bereits eine Welt von "Mohammeds Gnaden"

Zum Beispiel, daß diejenigen, die sich sonst nicht genug über 'moderne' Inszenierungen aufregen können, plötzlich zu furchtlosen Kämpfern für die Freiheit der Kunst mutieren.
In meinen Augen ist es im übrigen kein Kniefall, wenn man in einer aufgeheizten Atmosphäre zunächst einmal darauf verzichtet, möglicherweise einen neuen Nebenkriegsschauplatz zu eröffnen. Diese Rücksichtnahme eignet sich hervorragend dazu, in einen Dialog einzutreten und die Dinge klarzustellen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß nach einer solchen Vorleistung noch ernsthafte Vorbehalte gegen die Aufführung bestünden.

Klug wäre es gewesen, die letzte, strittige Szene der Inszenierung zu streichen. Es handelt sich hierbei um keinen originären Beitrag Mozart's, sondern nur um einen billigen Effekt der Regie, den man sich sparen kann. Die sogenannte kritische Einstellung, die uns von etlichen Intendanten permanent abverlangt wird, ist meist nur eine selbstgefällige Selbstbeweihräucherung, die oft nur dafür herhalten muss, das Image des Regisseurs zu unterstreichen. Das hat nichts mit Werktreue oder gar aufgeklärtem Bewusstsein zu tun.
Das alles kann man als Zuschauer wohl ertragen, wenn es nur den Zuschauer "provozieren" soll. Derartige Effekthaschereien sind letztlich nur eine blödsinnige Kinderei. Dem Publikum geben sie in der Regel nichts. Wer aus dem Publikum soll hieraus irgendeine Erkenntnis schöpfen und welche? Dass die Religionen die Ursache der Übel dieser Welt sind? Das ist eine derartige triviale Aussage, dass sie sich eigentlich für eine Inszenierung, die auch nur ein wenig auf sich hält von selbst verbieten sollte.
Das einfachste wäre es gewesen, diese Szene rauszunehmen. Dem Werk Mozart's hätte dies keinen Abbruch getan. Das Publikum hätte es nicht vermisst. Aber die "Alles oder gar nichts"-Mentalität verhindert dies.

Es wird vielleicht nie herauskommen, was der Berliner Innesenator der Intendantin wirklich über die drohende Gefahr berichtet hat. Die Entscheidung, die Mozart-Oper vom Spielplan abzusetzen, fällt allein in ihre Zuständigkeit.
Ein übler Nachgeschmack bleibt jedoch. Muss es sich nun die Kunst gefallen lassen, von Islamisten schikaniert zu werden? So, wie die dänische Zeitung mit der Veröffentlichung der Karrikature, der Papst wegen seiner Regensburger Rede. Alle sollten den Mut beweisen, sich von diesen Terroristen nicht zu verstecken. Zivilkourage ist gefragt.

oh weh, oh weh, die Welt geht unter weil diese Oper nicht aufgeführt wird, da die Stimmung zwischen Moslems und Christen schon aufgeheizt genug ist, finde ich es erfreulich, das man nicht noch weiteres Öl ins Feuer gießt.
Wenn denn die Christen, insbesondere die katholische Kirche so tolerant wäre, wie sie es gerne vorgibt, was sollte dann das ganze Theater um die Kreuzigungsszene in Madonna`s Tourneauftritten, die MTV Serie " pope town " usw.
Ich fühle mich nicht durch Islamisten bedroht, sondern durch Minister wie Beckstein, Schaüble, und Konsorten die in ihrem anti-Terrorgesetze Wahn, die Freiheitsrechte einschränken, und für eine weitgehende Bespitzelung, und Überwachung der Bürger eintreten

Wie kann man in einer Demokratie, die für u.a. Presse- und Meinungsfreiheit sowie Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft steht, den Verhalten dieser Unterwürfigkeit gegebenüber dem Islam verstehen?
Warum müssen sich alle andere Nicht-Islamisten dieser Religion unterwerfen? Warum gibt es in den Islam-Gebieten keine u.a. Presse- und Meingungsfreiheit? Wo sind die Menschenrechte? Wo ist die Gleichstellung der Frau in deren Gesellschaft? Müssen wir all dieses wieder rückgängig machen, nur damit die Islamisten ja kein Laut von sich geben? Entweder sie akzeptieren unsere Gesellschaft oder bleiben gleich in Ihren Ländern!

Meiner Ansicht nach zeigen die Reaktionen der Medien sowie die Leserbriefe sehr deutlich, dass sich unsere Gesellschaft, sehr intensiv mit dem Problem Islamismus und dem Umgang mit dieser Geißel der Menschheit beschäftigt. Bezeichnend ist jedoch auch, dass sich bisher kein (erkennbarer) Muslime diesbezüglich zu Wort gemeldet hat. Ist dies nun Desinteresse an unseren Werten oder "clam"heimliche Freude über unsere eigene kulturelle Demontage? Ich bin der Überzeugung, dass jeder Muslime, der nicht gegen diesen tollkühnen Hass auf unsere Gesellschaft und unseren Kulturkreis zumindest innerlich aufbegehrt, das Recht verwirkt hat, Teil dieser zu sein. Wir sollten es endlich wieder schaffen, zu unseren Werten zu stehen und diese mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu verteidigen. Die Absetzung von Idomeneo war eine harte Entscheidung der Intendanz, jedoch in diesen Zeiten nicht verdenklich. Was wäre gewesen, wenn ein selbsternannter sog. Gotteskrieger sich für seinen Glauben geopfert und unschuldige Theaterbesucher mit in den Tod gerissen hätte. Die jetzigen Kritiker der Intendantin wären auch dann ihre größten Kritiker gewesen (der sog. polit. Stand der ewig Betroffenen). Unsere Kultur ist richtig und gut. Es gilt sie zu verteidigen!

während sich die "mächtigen Männer" dieser Welt - etwa der Papst in Castelgandolfo - vor den Vertretern religiösen Totalitarismus' in die Hosen machen oder auf breiten Schleimspuren gegenüber den Tyrannen in Richtung auf ihre gut dotierten Pensionen kriechen, während die Wirtschaftsbosse Milliarden an Geschäften mit totalitären Systemen verdienen, verlangt man Künstlern und ihrem Publikum todesverachtenden Mut ab. Bravo!
Wenn die Intendantin nicht den Einflüsterungen eben jener Politiker (des Berliner Innensenators in diesem Fall) folgt, und in vorauseilendem Gehorsam durchgeknallten Fanatikern den Vorwand zu Gewalttaten nimmt, wird sie als verantwortungslos denunziert, folgt sie ihnen, nennen sie die ebenso gut bezahlten Politiker der "Gegenseite" feige. Sie riskieren selbst gar nichts dabei. Sie versuchen nur, gut auszusehen: für die Pfründe.
Wer hält die Knochen hin? Soldaten in Afghanistan, mutige Einzelgängerinnen in Kunst und Medien, Leute, die eigentlich Frieden wollen.
An ihren Gräbern machen dann dieselben Politiker wieder mit ihren Betroffenheitsritualen Figur.
An Verlogenheit ist dieses Deutschland der mächtig strahlenden Sportreporter wahrlich nicht mehr zu überbieten.

Also führt Gewalt letztendlich doch zum Erfolg. Dieser Rückzug ist die Einladung an alle Nazis und andere Feinde unserer Gesellschaft zum Terror. Folgt man der Logik dieses Beschlusses, dann müßte z. B. das Tagebuch der Anne Frank vom Markt genommen werden, damit es nicht - wie jüngst geschehen - von ostdeutschen Nazis verbrannt wird. Wieviele Aufführungen und Publikationen sind wohl schon dieser Schere im Kopf zum Opfer gefallen?

ist in einer säkularen westlichen Welt, die Napoleon, zahlreiche blutige Ideologien und zwei Weltkriege hervorgebracht hat, unglaubwürdig.
Mir wäre lieber, der gesunde Menschenverstand hätte diese Inszenierung verhindert statt die bloße Angst vor Gewalt. Jedenfalls hat der Kopf von Mose, dem jüdischen "Religionsstifter" in der Reihe gefehlt. Dafür hat der gesunde Menschenverstand noch ausgereicht...
Irgendwas stimmt in unserer Gesellschaft nicht. Wer kann da ernsthaft von "westlichen Werten" reden?

Was hier vom Spielplan genommen wird, sind die abseitigen Knalleffekte der Regie. Das ganze zu einem nicht günstigen Zeitpunkt, zugegeben, aber sind Beleidigungen als Selbstzweck nicht einfach unwürdig?

Es ist tatsächlich verfehlt, Frau Harms einen Vorwurf aus Ihrer Entscheidung zu machen. Denn was wäre denn geschehen, wenn die Intendantin alle Warnungen ignoriert hätte und dann etwas passiert wäre? Die gleichen Politiker und Medien hätten sie in der Luft zerrissen.
Ich glaube außerdem, dass unsere Gesellschaft sämtliche echten Sündenfälle schon begangen hat: Im Namen der Terrorbekämpfung wird Folter plötzlich hinnehmbar und diskussionswürdig, man gestattet der CIA Entführungsflüge, gibt freiwillig massenhaft Persönlichkeitsrechte auf, erwartet mehr Überwachung, mehr Bespitzelung, mehr freiwillige Selbstbeschränkung seiner Privatssphäre, will, dass Journalisten, Ärzte, Rechtsanwälte und Priester vertrauliche Informationen herausrücken usw. Gerade Herr Schäuble sollte besonders vorsichtig sein - denn ausgerechnet er ist mit der Beschränkung unserer fundamentalen Rechte sehr schnell zur Hand. Da scheint mir nun aus seinem Munde viel scheinheilige Empörung zu blitzen.
Jedoch: Auch die Muslime hierzulande haben bisher die Chance verpasst, sich klarer zu äußern. Ein richtiges Zeichen würde es sein, dass sie sich nun mit dem Opernhaus solidarisierten. Wie wäre es mit einem Besuch des Hauses während der Islamkonferenz?

Die Amerikaner neigen zur präventiven Offensive; wir Deutschen gehen lieber präventiv in die Defensive und entmündigen uns selbst. Gibt es da kein gesundes Maß?

Was soll das, haben wir nichts dazu gelernt?Wo kommen wir hin unsere Freiheiten , die wir nach 1945 auf unsere Fahne geschrieben haben,Pressefreiheit,Redefreiheit und
Kulturfreiheit kaputtzumachen.Das ist Unverschämt.Die Intendantin setzt ein Stück ab das seit Jahrunderten aufgeführt wurde ,weil sie fanatische aus aller Welt fürchtet! Geben Sie freiwillig ihr Amt auf.

Leider ist dieser Kernsatz unseres Grundgesetzes schon laengst ausgehoelt durch die der "political correctness" angepassten Berichterstattung und Meinungsbildung der Medien.
Der Aufschrei der Politiker ist allerdings verlogen wie so oft - wo waren sie denn als es darum ging den Papst gegen die (ungerechtfertigten) Angriffe der islamischen Welt in Schutz zu nehmen?

Der sich schon lange andeutende Kniefall der (westlichen)deutschen Gesellschaft vor dem Islamismus ist
in Berlin endgültig zum Kotau vor den Islamo-Faschisten geworden.
Dazu kann man nur gratulieren!

manchmal muss man sich schon fragen, in welchem lan das sich alles abspielt und ob die deutsche kultur und geschichte vollendes vergessen ist.
es ist schon unerhoert und erschreckend zugleich, welche macht und spielraum freiwillig anhaengern einer anderen religio eingeraeumt wird, die mit der abendländischen kultur scheint ihre probleme haben, es aber vorziehen ,in ihr zu leben und die sonst so bekritelten verfehlungen blendend geniessen. das sich ein oberhaupt einer kirche sich für ein zitat entschuldigen muss, das er auf höchst eignem territorium anbrachte ist schon ein alarm zeichen, das aber in der haupstadt dtl. eine oper abgesetzt wird , weil man zwischenfaelle befürchtet aus isalmistsicher richtung, das ist eine aufgabe sondergleichen und ein zeichen, das sehr falsch verstanden werden kann. da es nun zu einer diplomatischen kür aufgestylt wurde, bangt es einem um die zukunft. fehlt nur , das man sich noch im namen mozarts nachträglich entschuldigt für seine "ungeheuerliche" verwendung eines islamistischen symbols.
welche götter stehn uns bei?

auch einige im Westen unbekannte werte aus dem Orient:
Lass den Älteren Vortritt!
Respekt vor anderen.
Erst zuhören, dann schweigen.(dass führte leider zu Unterdrückung)
Der Gast ist Gottes Segen.
Zuerst Deinem Gast bedienen, dann Dich selbst. (das führte leider zu Ausbeutung)
....
....
Mit Respekt vor Freiheit und Demokratie und freie Meinungsäußerung.
Aber meint Ihr nicht, dass es an der Zeit ist Zeichen zu setzen??
Und bitte hört auf mit der Meinungsfreiheit,
Es gibt auch Meinungen, die selbst in Deutschland verboten sind.
Also, was relative ist, soll auch relative bleiben.
Gegen Etwas zu sein ist leicht, Kunst ist, für etwas zu sein!

Abgeschlagene Köpfe von Religionsstiftern haben meiner Meinung nach im Idomeneo nichts zu suchen. Sie sind eine reine Provokation. Falls man sich in der Deutschen Oper entschlossen hat, die Grenzen des guten Geschmacks fallen zu lassen, sollte man auch mit den Folgen leben. Besser wäre es, wenn solche Provokationen von vorne herein unterblieben, nicht weil sie verboten wären, sondern weil es einfach von schlechtem Geschmack zeugt, wenn aus Beleidigungen Kunst geschaffen werden soll. Das hat Mozart nicht verdient.

Leider hat Frau Harms es nicht verstanden Ruhe zu bewahren und in ihrer Funktion als Kulturschaffende diese auch zu schützen.
Ich wünsche mir, dass Menschen , vor allem in wichtigen Positionen,es versuchen Freiheit zu schaffen und gewonnene Freiheit auch zu erhalten!

Sehr geehrte Damen und Herren,
heute habe ich erfahren, dass Ihr Haus die Absetzung von "Idomeneo" mit einer von Islamisten ausgehenden Gefahr begründet hat. Ich möchte Ihnen hiermit Feigheit und Duckmäusertum vorwerfen. Sind es nicht gerade Theater und Opern, die für sich immer wieder die Freiheit der Kunst, die Freiheit zur Provokation reklamieren? Welche Existenzberechtigung können Sie noch vorweisen, wenn sie vor Gewaltandrohung - ja bereits der bloßen Möglichkeit einer solchen Drohung - in die Knie gehen? Eine wohlbekömmliche Abendunterhaltung für ein paar kulturbeflissene Damen und Herren? Wenn Sie sich damit begnügen wollen, kann ich Ihrem Haus nur die baldmöglichste Schließung wünschen. Stattdesen wäre es gerade an Ihnen offensiv die hart erstrittene Ordnung der Freiheit in diesem Land zu verteidigen. Damit stünde die Deutsche Oper ganz sicher nicht allein auf weiter Flur!
mit freundlichen Grüßen
Günter Weber

Die Freiheit der Kunst ist nichts selbstverständliches, die Freiheit der Meinung ist nichts selbstverständliches, die Freiheit des Glaubens ist nichts selbstverständliches. Das dem so ist, haben wir nun wiederholt und hinreichend feststellen können.
Wenn uns an dieser Freiheit liegt, dann liegt es auch an uns, diese Freiheit zu verteidigen und zu behaupten. Das Vorgehen der Intendantin der Deutschen Oper zeugt davon, dass ihr an dieser Freiheit, dass ihr an der Kunst nicht mehr viel liegt. Der Rubel muss rollen, die Kosten müssen kalkulierbarsein, die Kunst mag dabei zum Teufel gehen und mit ihr die Freiheit. Ein erbärmlicher Beweis für die Gleichgültigkeit. Angst frisst Freiheit auf.

Dieses Verhalten ist absolut untragbar!

Ich kann die Entscheidung der Intendantin verstehen.
Alle Empörten darüber, vom Innenminister bis zu den meisten Leserbrief - Schreiber hier, haben übersehen, daß der "Sündenfall" bezüglich der Bedrohung unserer Freiheitsrechte durch den Islam schon längst eingetreten ist: Karikaturenstreit, Pabstrede, wüste Drohungen gegen den Westen, Existenzbedrohung von Israel, Tod einer Nonne, Puppen- und Bücherverbrennungen und dennoch wurde hier alles nur kleingeredet und der Aussenminister stellt vor der UN fest, es sei keinesfalls ein Kampf der Kulturen im Gang!
Es wäre deshalb schon längst Aufgabe der Politik gewesen, der gesamten islamischen Welt deutlich klar zu machen, daß wir uns nicht unsere Freiheitsrechte nehmen lassen wollen, aber ich habe nichts dergleichen gehört.
Und jetzt soll das auf einmal die Indentantin der Deutschen Oper richten.
Nein, damit ist sie überfordert, sie hat das Fürsorgerecht für ihr Haus und somit mögliche Bedrohungen zu antizipieren.
Für die Sicherheit unserer Freiheit gegenüber den Anmaßungen der Islamisten ist die Politik zuständig!
Detlef Stark

Schlimm diese Feigheit. Unser Kulturgut kann doch nicht so einfach aufgegeben werden. Es ist seit Jahrhunderten oder länger wert, es zu behalten - verteidigen ist falsch , zumal so vorauseilend in Verkennung des wirklich Notwendigen.

So klammheimlich (lateinisch "clam", verborgen) ist er ja nun nicht. Es ist eine offene Kapitulation und sie wird zur Folge haben, daß wir nicht nur Mozart, sondern noch viel mehr an europäischer Kultur künftig "dialogfördernd", aber einseitig vorleistend unter Verschluß nehmen müssen.
Wielange darf noch über die Türkenkriege berichtet werden, faktengetreu. Darf Karl May Band 1-6 noch nachgedruckt werden?
Wir Europäer geben uns um des Friedes willen und um Terroristen keinen Anlaß zu geben, bereits auf.
Dr. Hans Chr. Riedelbauch

Hier geht es mir so, daß ich etwas verteidigen muß, was ich eigentlich gar nicht verteidigen will. Ich finde nämlich die Inszenierungen, wo ägyptische Soldaten in SS-Uniformen auftreten (Aida) und die Zuschauer mit den abgehauenen Köpfen bedeutender Religionsstifter unterhalten werden sollen (Idomeneo), geschmacklos bis blasphemisch. Insofern wäre mir nichts lieber, als würde so etwas unterbleiben. Aber es müßte unterbleiben, weil der verantwortliche Regisseur einsieht, daß er völlig danebengegriffen hat (oder - noch besser - das Publikum solchen Opern fernbleibt).
Es kann jedoch nicht sein, daß eine Opernaufführung abgesagt wird, weil man vermutet, daß sich irgendein Moslem auf einer indonesischen Insel in seinen religiösen Gefühlen verletzt fühlen könnte. Schade, daß ich keinen Stammtisch vor mir habe, sonst würde ich jetzt auf denselbigen draufschlagen und wettern: „Wo kommen wir denn da hin!“ Wie hat neulich einer gemeint: Müssen wir bald auch noch den Kölner Dom sprengen, weil dieses Bauwerk christlicher Machtdemonstration und Kreuzzugsmentalität jeden Anhänger des Islam in seinem Innersten trifft?

Wenn man der Intendantin folgt, dann ist die Zeit des Theaters in unserem Kulturkreis abgelaufen. Inkl. Schauspiel, Oper, Operette. Und Musik überhaupt. Denn: Alle diese Aktivitäten beleidigen gläubige Muslime. Gleiches gilt für die Malerei, Galerien und Museeen. Von den Bibliotheken ganz zu schweigen. Unsere gesamte Kultur beleidigt den Islam. Immerhin soll es ja schon vorgekommen sein, daß im Deutschunterricht an Schulen von Muslimen das Lesen und Erlernen von Gedichten (Inhalt!!) abgelehnt wurde.
Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir in Deutschland eine Kulturszene haben, die der in Riad verzweifelt ähnlich sieht.

Armer Westen nur da wo Waffengewalt möglich ist. Dort wo ein Gewaltvorteil besteht sind wir tapfer Freiheitskämpfer. Aber wo Waffen keine Wirkung haben, wo diese nichts ausrichten, wo andere Spielregeln gelten, da ist es mit unserem Mut mit unserem Bekenntnis zur Freiheit dahin. Ende!
Hier führt der Tritt nach unten zur explosion.
Walter Wasilewski

Über Jahrhunderte haben sich Menschen in Europa das Recht auf freie Meinungsäußerung in politischen Fragen, aber auch die Freiheit in Kunst und Kultur erstritten. Von diesen Rechten profitieren wir heute alle und was geschieht? Wir geben unsere Freiheit auf und kuschen vor islamischen Fanatiken, die versuchen, uns diese Freiheiten zu nehmen.
Sicherlich ist Respekt vor religiösen Überzeugungen sehr wichtig, aber es ist doch wieder einmal bezeichnend, dass die Inszenierung wegen möglicher Reaktionen von Muslimen abgesagt wird und nicht wegen der von Christen oder Buddhisten, die ja gleichermaßen betroffen sind.
Wie lange dauert es noch, bis wir endlich bereit sind, für die Rechte und Werte unserer Zivilisation einzutreten und dem Fanatismus die Stirn zu bieten?

Ein Stück aus dem Tollhaus, Verzeihung, Opernhaus!
Sind wir denn schon so weit, dass wir kostbarste Freiheitsrechte, die durch jahrhundertelangen Kampf erstritten wurden, einfach auf dem Müllhaufen von Intoleranz und vermeintlicher Gewalt opfern?
Ein weiterer Beweis wohin hysterisches Gutmenschentum und Hypertoleranz gegenüber Minderheiten führt, nämlich zur freiwilligen Aufgabe unverzichtbarer Grundrechte. Die Einhaltung der Grundrechte gilt für alle Bürger, auch vor allem untereinander. Wie steht es da mit einer Güterabwägung?
Unsere Grund- und Freiheitsrechte in Deutschland sind nicht verhandelbar und/oder beschränkbar, ebensowenig in den anderen europäischen Demokratien. Sie stehen nicht zur Disposition!
Die Lust am Einknicken ("Hurra, wir kapitulieren") muss ein Ende haben, sonst werden dieses Land und alle andere europäischen Demokratien erpressbar. Sind wir es denn nicht schon?
Wer als Muslim in Deutschland die demokratischen Gepflogenheiten, insbesondere die Kunst- und Meinungsfreiheit, nicht respektiert, mag gerne in sein Heimatland zurückkehren, denn dort herrschen ja seit Jahrhunderten Zustände, die unseren vorzuziehen sind und mit denen er besser vertraut ist.

Es sind also die Köpfe von Jesus, Buddha und Mohammed zu sehen. Wegen welchem Kopf Kopf wurde wohl die Oper abgesetzt??? Ich habe da echt keine Ahnung. Von den ach so friedliebenden Relgionen wird es ja keiner sein...also doch vielleicht wegen Jesus???? Jetzt mal im ernst..haben wir unsere Freiheit schon verloren? Ich denke ja! aber nicht verloren, sondern weggeworfen!

Artikel 5 (3) GG: "Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei..." Artikel 5 (1) GG: "Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild zu äußern und zu verbreiten...Eine Zensur findet nicht statt.". Diesen Schutz gewährt das Grundgesetz nicht ohne Grund. Wer aus den beschriebenen Gründen auf sein Recht der freien Rede verzichtet, akzeptiert Gewalt als Argument. Nicht nur die deutsche Geschichte weiß von den Folgen zu berichten. Aus diesem Grund bedarf es dem Schutz des Staates und dem Mut seiner Bürger - insbesondere der Künstler und Intellektuellen - diese Freiheit zu verteidigen. So falsch es ist, seine eigene Kultur einem anderen Volk aufzudrängen, so falsch ist es auch, sich durch die potentielle Gewaltbereitschaft einer Minderheit fremder Kulturen erpressen zu lassen.

....haben wir doch schon lange getätigt.
mehr überwachung und gängelung der bürger unter dem deckmantel der sicherheit.
die interdantin hat aber die richtige entscheidung getroffen.nicht irgend ein politiker der sich jetzt negativ über die absage äussert würde bei einem anschlag den kopf hinhalten( müssen),sondern sie.

Die Oper aus den angegeben Gründen abzusetzen disqualifiziert die Intendanz, insbesondere, da versucht wurde dies nicht offiziell zu machen.
Die Intendatin disqualifiert sich damit selbst.
Die Absage als solche ist gut, da es bei der Inszenierung sich nicht um eine hochwertige Inszenierung handelt sondern um Provokation als Selbstzweck.

Ja, Ja, Jesus kann man ohne Probleme den Kopf abhauen. Aber bei den Muslimen kriegt man Muffensausen, wenn ihr Prophet geköpft wird. Kommt den keiner auf den Gedanken, daß auch Christen religiöse Gefühle haben, die durch so ein Theaterstück verletzt werden?

Damit man sich in Zukunft nicht mehr über solche Sachen aufregen muss, schlag ich folgendes vor:
Wir konvertieren alle, begeben uns unter den Schutz des noch zu gründenden neuen Kalifats- mit so einem Verhalten wie dem der Intendantin betteln wir ja förmlich drum- und leben so wie es uns Mullahs, Moslembruderschaft und ähnliche vorschlagen.
Alle sind einer Meinung, keiner muss mehr Angst haben und wir geben etwas auf, was wir sowieso nicht nutzen: Unsere Freiheit.
Glückwunsch;-)

>>Es gehe nicht um eine grundsätzliche Einschränkung der Freiheit der Kunst. „Es geht um Einschränkung der Kunstfreiheit an dieser Stelle.“<<
dann goennen wir uns doch eine analogie, folgende:
es geht nicht um eine grundsaetzliche erlaubnis der folter, es geht um eine erlaubnis der folter an dieser stelle.
nein, ein solcher schritt fuehrt absolut in die falsche richtung und ist nicht ernsthaft zu vertreten! kunst wird immer mit zynismus und ueberzogener, bildhafter kritik operieren (muessen). oft laesst sich nur durch provokation eine reaktion erzeugen. es ist ein umdenken erforderlich, allerdings nicht in unserem kulturkreis.