Wie rührend, das Graue Kloster so in Schutz zu nehmen!
Ich bin ehemaliger Schüler dieser Schule. Sie ist sicher eine der besten Schulen Berlins, das liegt aber vor allem an der finanziellen Situation der Eltern. Man kann der Schule schwerlich vorwerfen, dass sie absichtlich aussondert, allerdings fällt schon auf: Kinder von Eltern aus sozial "niedrigeren" Schichten sind an der Schule nur sehr selten zu finden. Und lange ist bekannt: Das Einkommen der Eltern beeinflusst den Leistungswillen der Schüler signifikant. Und seit IGLU ist bekannt: Es kommen eben mehr Schüler reicher Eltern an Gymnasien als bei gleicher Leistung diejenigen armer Eltern.
Die Elite-Mentalität am Grauen Kloster ist bei einigen Schülern sehr verbreitet, bei einigen Lehrern ebenso. Viele sind es sicher nicht, einige fallen mir aber ohne großes Überlegen ein, denen ich solche Sätze zutrauen würde.
Übrigens ist der Satz, den der Lehrer von sich gab, nicht einmal unbedingt falsch. Dafür ist seine teilweise Wahrheit umso trauriger: Er zeugt nur von einer ungeheuren Arroganz einiger Menschen gegenüber finanziell schlechter gestellten Kreisen. Und genau das ist der große Unterschied zwischen Goethe und Kloster: Das Einkommen der Eltern.
"...beamte."
Schön gesprochen, Herr Bader. So realistisch und ausgewogen. Und gar nicht polarisierend.
Aber wenn's denn so wäre -- kommen Sie als motivierender Lehrer an die Schule und zeigen uns allen, wie's richtig geht?
Es gibt so viele Leute, die sich in ihren Vorurteilen gut eingenistet haben; die genau wissen, wo's hakt und was man dringend ändern müßte. Aber selbst mit anpacken möchten sie dann lieber nicht. Sehr seltsam, das Ganze ...
@Quark: Ist Ihr Beitrag jetzt ein Beleg für die Güte Ihrer Schule oder für die noble Schlampigkeit, die man sich dort leistet: Rechtschreibfehler, Tippfehler ohne Ende! Sorry: Mit Pisa wohl durchgefallen!
Irgnedetwas ist wohl bei den Recherchen schief gelaufen. Ich selber bin Schüler dieser Schule. Und bezweifle sehr stark, dss der Satz: "Die Eltern unserer Schüler hier sind die Chefs der Eltern Ihrer Schüler, und das soll auch so bleibenden!" dem Mund eines Lehrers entstammt, eher doch wohl der Fantasie eines "Journalisten". Zwischen dem Grauen Kloster und dem Goethe-Gymnasium besteht schon immer eine Rivalität. Die Darstellung, dass begütertere Schüler an dieser Schule bevorzugt werden ist schlichtweg falsch. Regelmäßig machen Lehrer spitze Bemerkungen über die "Bonzen". Gewiss liegt das Durchschnittseinkommen etwas höher als an anderen Schulen. Doch da das Graue Kloster eine Schule in freier Trägerschaft ist, ist sie auf einige Reiche angewiesen. Ich selber brauche kein Schulgeld zu zahlen, da meine Eltern beide ein sehr geringes Einkommen haben. Doch der Niveau-Unterscheid zwischen dieser Schule und den staatlichen Gymnasien ist enorm! Schüler, die die Schule wechseln, weil sie bei uns sitzen bleiben stehen auf einmal mit einem 2,3er Durchschnitt da. Ein ehemaliges Klassenmitglied sagte mir vor einem halben Jahr: "Ich kann dirnur raten auf meine Schule zu kommen!Musst nichts machen und bist trotzdem überall der beste..."
dass alle asiatischen Laender (China, Japan, Korea) weit besser abschneiden als die Deutschen, Franzosen, Englaender, und das dies auch stimmt fuer asiatische Kinder in diesen Laendern. Wenn Reichtum faul macht, warum sind die Japaner dann intelligenter als wir Deutschen? Und wenn Armut dumm macht, warum sind dann die Chinesen intelligenter als wir Deutschen?
Es redet kaum niemand darueber, aber es ist ziemlich eindeutig: Egal ob es um vier, fuenf oder sechs Punkte Unterschied zwischen Frankreich oder Britannien oder Polen liegt, ALLE Asiaten schneiden weit besser ab als die Europaer.
Ganz egal welches politisches System herrscht, oder welche Massnahmen die Politik in Deutschland ergreift, die Gene koennen wir nur schwer aendern.
Die Schule ist tatsächlich so schlecht, daß vorwiegend die weiterkommen, die Nachhilfe erhalten. Ob professionell gegen Geld oder vom nicht arbeitenden Elternteil ist dabei egal. Das können sich aber nicht viele wirklich leisten.
Besonders bei den schwächsten Schülern schafft man sich damit ein Problem, das lebenslang zu alimentieren ist. Das können wir uns aber alle nicht leisten.
Zu viele interesselose Lehrer fungieren nur noch als Aussortierungsbeamte.
In dem Artikel wird auf Marx hingewiesen. Was hätte er gesagt ?
Die Antwort ist einfach. Eine Gesellschaft reproduziert auch in der Schule das in ihr enthaltene und propagiert System. Eine Klassengesellschaft wie die unsere eben eine Klassenschule. Die sogannte "Elite" schickt ihre Kinder auf Eliteschulen und verschafft ihnen dann "oben" einen Arbeitsplatz, der untere Rand bleibt unten.Von Ausnahmen abgesehen bleiben Arbeiterkinder Arbeiter und Professorenkinder werden wieder Bildungsbürger mit gehobenem Einkommen. In den Zeiten der 70er Jahre konnten auch Kinder aus den "unteren" Schichten nach oben aufsteigen, da sie gebraucht wurden und Reformen propagiert wurden. Aber diese Zeiten sind schon lange vorbei. Wer heute studieren will, braucht viel Energie, Ellbogenmentalität, Tunnelblick,Auswendiglernkapazität und Geld für Nachhilfe.
Die Verlierer stehen fest.
In Diskussionen fällt der Begriff "Bildungspolitik" allzu häufig. Die politisch gewollte künstliche Verwissenschaftlichung von subtilen Dingen hat in Deutschland nach wie vor ihre Stammrolle, und somit auch die galoppierende Inflation der Bildung.
Was hat Politik mit Schule und Ausbildung zu tun? Warum hat gerade die Politik so großes Interesse an unseren Kindern? Krass formuliert: Worin unterscheidet sich politische Agitation von dem Interesse der Drogenhändler, die außerhalb des Schulgeländes gierig auf ihre jungen Kunden warten?
Ziel beider ist, junge Menschen zu indoktrinieren und zu verführen. In den Schulen tun es politisch motivierte Lehrer mit mit ausgewählten Unterrichtsinhalten. Sie sorgen für eine ständige Rückkopplung zwischen Politik und Schule. Besonders Lehrer zeigen ihr persönliches politisches Interesse in den gesetzgebenden Versammlungen mit hoher Präsenz, sind aber angeblich die am höchsten belastete Berufsgruppe. Politik verführt Schüler legal, Drogenhändler tun es illegal. Doch beide sind gleichermaßen schädlich für unsere Kinder. Kinder brauchen Sachlichkeit, Zuwendung, Liebe, wertneutrales Wissen und Können und Herzensbildung als Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben.
Dann klappt's auch mit PISA.
Ein Gymnasium sollte ein Lehranstalt sein, die auf das Studium vorbereitet, weniger auf eine Lehre. Seitdem es allerdings in einigen Bundesländern möglich ist, die Realschulprüfung als Gymnasiast in der 10. Klasse abzulegen, wechselt jeder, der es auch nur irgendwie schafft aufs Gymnasium, da er den gleichen Abschluss wie ein Realschüler nach 10 Jahren in den Händen hält und bei Abi- Versagen schon vorher abgesichert ist. Weiterhin ist bei vielen Betrieben ein schlechtes Abitur bei der Vergabe von Lehrstellen mehr wert als ein guter Realschulabschluss.
Realschüler, die sich anschließend noch dazu entscheiden, ihr Abitur abzulegen, müssen oft die 10. klasse am Gymnasium wiederholen und verlieren somit ein Jahr.
Der Andrang auf die Gymnasien ab Klasse 5 ist daher sehr groß, Haupt- und Realschulen werden gemieden. Je mehr Schüler ein Gymnasium besuchen, desto mehr machen das Abitur, desto schwieriger wird es mit Realschulabschluss eine Lehrstelle zu bekommen --> mehr Andrang auf Gymnasien
Also: Gebt den Realschulen ihre Schüler zurück!- macht Gymnasien wieder zu dem was sie sein sollten, dann kann dort wieder individueller unterrichtet werden und so manche Realschule in ländlichen Gegenden stünde nicht vor der Schließung!
Zwei meiner drei Kinder sind auf einer Grundschule im Märkischen Viertel in Berlin. Krankenstand bei den Lehrern durchschnittlich 10%. Das heißt 10% Unterrichtsausfall jedes Jahr. Kompensation wirkungslos, bzw. führt nur zur Betreuung/ Beaufsichtigung, damit die Statistik stimmt. Unterricht im Sinne des Lehrplans nicht möglich. 10% Krankenstand in der Schule heißt bis zu 40% n einer Klasse. Das sind 30 Schüler mit extremen Lücken für weiterführende Schulen. Der Landeselterausschuss Berlin bestätigt, die sind keine Einzelfälle. Was soll da herauskommen? Fehler in der Grundschule kann die Oberschule nicht mehr kompensieren. Hier sind die Hartz 4 Empfänger von morgen, weil an der Grunschulausbildung gespart wird. Kümmert Euch um die Grundschulen, denn wer dort kein Bewusstsein für das Lernen entwickelt ist der Verlierer von morgen
In unser Schulsystem wird viel zu wenig Geld investiert. Das ganze ist doch nur ein Verwalten von Mangel. Würden wir alle!! Klassen um 50% verkleinern, würde sich die ganze Diskussion erübrigen. Die einzigen Ressourcen die wir haben sind unsere Kinder. Wir haben keine Rohstoffe(Gold,Silber usw.).Durch die übergroßen Klassen ist das Lerner und Lehren schon sehr schwierig. Ich habe drei Kinder und habe erlebt, das sie motiviert sind gut zu sein. Meine überzeugung ist, das alle Kinder gut sein wollen. (ist meiner Meinung nach ein Überlebensprinzip und in den viel zietierten Genen festgelegt.) Es wird ihnen aber in der Schule schon schwer gemacht. Mein resignierter Satz dazu ist eigentlich nur : Das haben wir für unsere Kinder übrig.
Silvia Luckgei
Ich habe meine Schulzeit in drei verschiedenen Ländern verbracht und in meinen Augen war Deutschlands öffentliches Gymnasium, die schlechteste Schule, die ich bisher besucht habe. Meine Lehrer waren weder in irgend einer Weise proffessionell, noch haben sie das nötige Interesse an individuellen Schülern bewiesen. Ich habe erfahren, dass Lehrer in Deutschland sehr viel mehr auf die negativen Aspekte eines Schülers aufmerksam sind als auf positive, wie es in Angelsächsischen Schulen der Fall ist. Motivation ist für die Schüler schon in den ersten Schuljahren ein Fremdwort, ganz zu Schweigen für Lehrer. Ich bin wirklich zufrieden mit 16 dann doch zu einer privaten internationalen Schule gewechselt zu haben, einem Ort indem jedes Kind die nötige Aufmerksamkeit bekommt, aber auch beweisen kann, dass er doch zu vielem fähig ist. Meine Interessen zu Wirtschaft, Politik oder auch Geschichte hätten sich sonst nicht so entwickelt. Fragt doch einen 13-oder 14 jährigen was er denn gern in der Schule macht. Wir haben einfach keine Einigkeit, keine Community. Alles basiert auf den Trotz der Lehrer und ihrer geplatzten Träume. Kein Wunder dass "Bonzen" wie man das hier nennt, ihre Kinder schleunigst von Deutschen Schulen fernhält.
Ach wie leicht - man nimmt die empirisch validen Befunde über den Zusammenhang von Schule und sozialer Segregation in Deutschland wieder mal nicht zur Kenntnis, bläst stattdessen anhand dämlicher Vereinfachungen den Popanz alt-linker "Gleichmacherei" und politischer Überfrachtung des Schulsystems auf, um dann genüßlich mit der Nadel reinzupieksen und den Ballon zum Platzen zu bringen. Wie oft soll der alte Schulkampf eigentlich noch inszeniert werden?
Dieses Argumentationsmuster ist bildungspolitisch etwa so kreativ wie der "Weiße Hai 10" cineastisch relevant. Das deutsche Schulsystem ist sozial ungerecht, es bildet diese Ungerechtigkeiten nicht nur ab, sondern verstärkt sie noch. Eine These, die man sogar in Papieren der Jugendministerkonferenz (mitbeschlossen von CDU-Ministerinnen) nachlesen kann. Und das ist für die Demokratie schlecht und kommt im übrigen auch immer teurer. Statt wohlfeiler Polemik gegen Autoren und Design der Pisa-Studie wäre - mehr Niveau! - eine kritische Auseinandersetzung angesagt.
Ein schöner Artikel!Man kann gegen die Herren Füller von der "taz", Kahl von der ZEIT nicht energisch genug anschreiben, niemand in der "taz" war bisher fraus oder manns genug, Herrn Füller darauf hinzuweisen, dass Lehrerschelte, um nicht zu sagen: -hetze immer auch LehrerInnen trifft, das stimmt dann für die "taz" schon bedenklich. Sehr nervig auch der ewige PISA-Sieger Finnland, dort gibt es ja das angeblich entideologisierte DDR-Schulsystem; Informationen über die riesigen Probleme in den sozialen Brennpunkten der größeren Städte erscheinen allenfalls in der Realschullehrerzeitung, in "taz" oder ZEIT oder gar im SPIEGEL: nimmermehr. Längere Gespräche z.B. mit schwedischen Lehrerinnen bringen interessante Details hervor. Der Klosterlehrer gehört freilich sofort entlassen, er ist denkbar ungeeignet - und zeigt en passant das kleine Dilemma der übrigens ausgerechnet von "taz"-Füller hochgelobten Privatschulen: Entweder, sie sind so hart, dass die staatlichen Schulen die aus den Privatschulen expedierten SchülerInnen auffangen müssen - oder sie sind so liebedienerisch der zahlenden Klientel gegenüber, dass die Leistungsüberprüfungen freilich sehr weichkeksig ausfallen müssen - die Lehrkräfte bangen ja dort auch um ihren Job.
Der Artikel widerlegt sehr überzeugend die Idee, das Verschwinden des Gymnasiums werde die Unterschiede in der Gesellschaft zum Verschwinden bringen.