Friedenspreis an Anselm Kiefer

Werk als Schauplatz

Die Entscheidung, dem Künstler Anselm Kiefer den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zuzusprechen, ist kühn - aber plausibel. Just das, wovor seine Generation fliehen wollte, machte Anselm Kiefer zu seiner Sache. Von Lorenz Jäger

Lesermeinungen zum Beitrag

15. Juni 2008 09:13

Friedenspreisverleihung 2009 durch den Deutschen Buchhandel an GOOGLE!?

Werner Hahn (wernerhahn)

Der „FALL KIEFER“ - Friedenspreisverleihung 2008 durch den Deutschen Buchhandel – lehrt angesichts der Verrisse zur Entscheidung -, dass die kritische ÖFFENTLICHKEIT sich näher mit der STIFTUNG befassen sollte. Nach dem STATUT (vgl. www.boersenverin.de) soll die Stiftung „dem Frieden, der Menschlichkeit und der Verständigung der Völker“ dienen. Dies geschieht durch Preis-Verleihung (auch posthum) an eine „Persönlichkeit“ (aus „Literatur, Wissenschaft und Kunst“) oder auch an eine „Institution oder Organisation“. „Vorschläge für die Wahl nimmt der Stiftungsrat von jedermann entgegen“: mit Begründung („Leistungen und Veröffentlichungen“). Unter diesen Voraussetzungen schlage ich hiermit ÖFFENTLICH für die Preis-Verleihung in 2009 GOOGLE vor. Eine seriöse Blogger-Kultur kann durch GOOGLEN/GOOGELN eine kritische, freie und unabhängige Gegenöffentlichkeit zu etablierten Medien (und anderen „Machthabern“) etablieren (= Medien-Demokratisierung). WWW-Randalierer (hyperaktive Störer) können Frust loswerden. Unbestritten sind die Suchsystem-Leistungen von GOOGLE zur Kommunikation (Recherche, Kultur/Kritik, Bildung, Wissen, Information, Forschung, Unterhaltung etc.) Bitte an USER: VORSCHLAG unterstützen! (www.art-and-science.de).

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
13. Juni 2008 19:39

Gewaltige VERRISSE zur Entscheidung des FRIEDENspreis-Stiftungsrats

Werner Hahn (wernerhahn)

DIE ZEIT (Nr. 25, S.47 - Hanno RAUTERBERG) fragt, wie um Himmels willen der Buchhandel darauf gekommen sei, in Anselm KIEFER einen „MANN DES FRIEDENS“ zu sehen und ihn als „neue kulturelle Leitfigur“, „Liebling der Stunde“ auszurufen: "Seine Kunst ist verkohlt und zerborsten, ist Asche und Rost, ist Auflösung, Zerfall, Vergeblichkeit, und wenn diese Kunst überhaupt von etwas kündet, dann davon, dass es keinen Sinn gibt in unserem Dasein und keine Hoffnung und nichts, was auf eine friedliche Zukunft deuten könnte." Die Wahl des „Mythomanen“ spiegele die „schwarz-grüne Stimmungslage“ in der BRD wider, sei eine „groteske Fehlentscheidung“. DER SPIEGEL mutmaßt (Nr. 24, S. 164 ff.), der „Mythologe des Schreckens“, den KIEFER-Freund Werner SPIES „vorgeschlagen und rhetorisch durchgesetzt“ habe, sei als „gelungene Provokation“ (zum „Polarisieren“) ausgewählt worden. KIEFERs Werk mit „Gigantomanie“ und „apokalyptischer“ Bildwelt in der Paulskirche feiern zu wollen (auch mit Hitlergruß; Bazon BROCK witterte tiefbraune Nazi-Idologie in KIEFER-Arbeiten) – sei eine „provokante Entscheidung“: „Aus Mangel an triftiger Wortgewalt versteckt man sich hinter einem Maler-Weltstar. Mutig ist das nicht.“ (So KNÖFEL & SCHREIBER.).

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
07. Juni 2008 12:36

Erstes Parteien-Lob für den STAATs-KÜNSTLER Anselm KIEFER

Werner Hahn (wernerhahn)

Der Friedenspreis für die bildende Kunst an den „provokativ, umstritten, erfolgreich“ arbeitenden KIEFER sei „ein wegweisender Schritt“, kommentiert die CDU die Preis-Entscheidung: Der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (MdB Börnsen) und die Obfrau für Kultur und Medien der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (MdB Grütters) erklären u.a.: Die Entscheidung verknüpfe „die Aussagekraft von Literatur und bildender Kunst … bei einem seiner Monumentalgemälde, das im DEUTSCHEN BUNDESTAG präsentiert wird, gewidmet der Dichterin Ingeborg Bachmann und versehen mit einer Gedichtzeile von ihr“. CDU-Fazit (in cdu.de): „Daher wird ihm der Friedenspreis zu Recht verliehen.“ Bei SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN liest man auf der Homepage (noch) keinen „Herzlichen Glückwunsch!“ Auch auf der Homepage der FDP lesen wir: „Der Suchbegriff "friedenspreis kiefer" konnte nicht gefunden werden.“ Bei DIE LINKE heißt es am 07.06.: Ihre Suche „hat leider keine Treffer ergeben“.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
07. Juni 2008 08:58

KUNST zur Verwirklichung des FRIEDENs-Gedankens

Werner Hahn (wernerhahn)

Lehrmeinungs-Denken zu GEGENSTÄNDLICH vs./kontra ABSTRAKT ist passé, was schon KANDINSKY gefordert hat. Nach Herbert READ sind Denken/REALISMUS, Fühlen/SURREALISMUS, Empfinden/EXPRESSIONISMUS und Intuieren/KONSTRUKTIVISMUS GrundSTILrichtungen der modernen bildenden Kunst. „KUNST zur Verwirklichung des Friedensgedankens“ (Statut § 1 – Friedenspreis des deutschen Buchhandels) darf in einem KULTUR-Staat nicht durch eine Preisjury – durch Börsenvereins-Kulturpolitik (siehe „Fall Anselm Kiefer“) – autoritär-dirigistisch-dilettantisch beeinflusst werden. Erkenntnis-Fortschritt (kulturelle Evolution) bedarf des Ambivalenten: nach KANDINSKY der Pole „Große Realistik“ – „Große Abstraktion“ („Gegenständliches“ – „Reinkünstlerisches“; früher: Naturalismus/Realismus und Idealismus). Empfehlung: Stiftungsrat bitte Literatur zum Thema GOOGELN: Worte „Symmetrie“ und „Entwicklungsprinzip“ oder „(PDF) SYMMETRIE ENTWICKLUNGS“ eingeben oder auch PDF-Hinweis in www.art-and-science.de (BUCH-Inhalt: z.B. 12.2.) Und 12.2.4.: „Zum natürlichen Weiterleben von Realismus (Denken), Surrealismus (Fühlen), Expressionismus (Empfinden), Konstruktivismus (Intuieren) als Spiegelbilder psychosomatischer menschlicher Grundstrukturen in der ars evolutoria“.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
06. Juni 2008 14:53

Der Stiftungsrat des Friedenspreises und Anselm Kiefer

Werner Hahn (wernerhahn)

Den Preisträger Anselm KIEFER ermittelte ein STIFTUNGSRAT, „der seine Entscheidungen unabhängig trifft. Vorschläge für die Wahl nimmt der Stiftungsrat von jedermann entgegen; Selbstvorschläge sind nicht zulässig. Die Vorschläge bedürfen einer eingehenden Begründung unter Angabe von Leistungen und Veröffentlichungen, die den Vorgeschlagenen als Kandidaten für den Friedenspreis ausweisen“ – so nachzulesen unter http://www.boersenverein.de/de/96670. Unter den NEUN Mitgliedern des Stiftungsrates befinden sich 2008 als KUNST-Sachverständige lediglich Prof. Dr. Dr. h.c. mult Werner Spies (Paris) sowie die Ex-Kulturstaatsministerin Prof. Dr. Christina Weiss (Berlin). Der Börsenverein formuliert u.a.: „Wie stark sich Kiefer mit Literatur und Poesie auseinandersetzt, führen nicht nur die Installationen vor, die unentwegt auf große Texte anspielen. Er hat das Buch selbst, die Form des Buches, zu einem entscheidenden Ausdrucksträger gemacht. Gegen den Defätismus, der Buch und Lesen eine Zukunft abzusprechen wagt, erscheinen seine monumentalen Folianten aus Blei als Schutzschilde.“ SPIES schrieb über KIEFER in einem „Katalogbuch“ und in »Anselm Kiefer. Lasst tausend Blumen blühen« (2004; zu Maos Kulturrevolution).

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
06. Juni 2008 09:29

Friedenspreis: Ist Börsenvereins-SCHELTE angebracht?

Werner Hahn (wernerhahn)

Vom Stiftungsrat des Preises wurden Skulpturen Anselm Kiefers - bleierne Bücherstapel („Bibliotheken“) - anscheinend als Bollwerke gegen das Verschwinden des dedruckten Wortes/Bildes gedeutet (gegen Internet-Macht?). Sie seien aber „kein Denkmal für die verlorene Buchkultur“, sondern für die „geschichtliche Zeit“, hat Kiefer betont. Der Börsenverein nennt auch andere Gründe: „Anselm Kiefer erschien im richtigen Moment, um das Diktat der unverbindlichen Ungegenständlichkeit der Nachkriegszeit zu überwinden“, was als absichtlicher AFFRONT gegen die Garantie der KUNST-FREIHEIT (Art.5 Abs.3 GG) zu werten ist. Die Schmähung grenzt generell nicht-gegenständlich arbeitende KUNST aus, diffamiert Syntax und Semantik der „Abstraktion“. Der staatstragende agent provocateur Kiefer (bekannt für seine Selbstporträts mit gerecktem Arm; Hitlergruß-Serie) sollte sich in der Dankesrede zum Preis auch hierzu äußern: Hat der Börsenverein an die vielfältigen Programme (Kunst-„Arten“) seiner KUNSTBUCH-Verlage gedacht? Das alte Lehrmeinungs-Denken in GEGENSTÄNDLICH vs./kontra ABSTRAKT ist revisionsbedürftig, was schon KANDINSKY festgestellt hat (Pole große Realistik/große Abstraktion); Herbert READ untermauert hat (Denken-Fühlen-Empfinden-Intuieren).

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
04. Juni 2008 22:31

Vor dem PS.:

Stephanie Reyntjes (StephanieRe)

Vielleicht könnte man noch dem berühmte "Zwischen-Kiefer" nachträglich einen PS.-Preis verleihen; ja, genau, dem Intermaxillarknochen. An Büchern läßt sich da doch auch was finden, binden - oder noch printen bis zur Buch-Messe!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
04. Juni 2008 21:12

Ist der Friedenspreisträger Anselm Kiefer ein Staatskünstler?

Werner Hahn (wernerhahn)

1989 wurde der vom Rat der Städelschule zum ord. Professor vorgeschlagene H. Nitsch vom hess. Kunstminister Gerhardt (FDP) abgelehnt (Medienaufstand gegen Nitschs Aktionskunst). Der Praemium-Imperiale-Preisträger Kiefer war/ist nicht unumstritten. 1934 bot Venedigs Biennale Hitler eine Polit-Bühne (u. a. mit „Führer“-Büste von F. Liebermann, Thorak-Skulpturen). In faschistischer Machtdemonstration des NS-Regimes wurde 1938 und 1940 der Propaganda-Künstler Breker im Deutschen Pavillon auf der Biennale gefeiert. „Entarte Künstler“ („Blauer Reiter“, „Brücke“, Bauhaus) stellten später im „deutschen Bau“ aus. Kiefer war 1980 auf der Biennale vertreten (Preis 1997). Staatskunst-Formate schufen auch Staatskünstlers als Propagandisten in den kommunistischen „Ostblock“-Staaten. Als (gegenständliche) Maler übernahmen die Staatskünstler Tübke, Heisig und Mattheuer und Sitte Aufträge von DDR-Regierung und SED. Sie wurden im Westen geschmäht und abqualifiziert. Als staatstragende „Staatskünstler“ etablierten sich auch BRD-Maler: Z.B. „Genie“ M. Lüpertz (BGH-Bau Karlsruhe, Bundesadler / Hofkunst Bundeskanzleramt), der Politrebell J. Immendorff („Ahnengalerie“ Kanzleramt, Gold-Schröder-Porträt) sowie Anselm Kiefer (Sammlung Bundeskanzleramt).

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 8 von 8 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche