börnes lob für broder ? geschenkt. sie haben es genau getroffen, lieber dieter baretzko, hier entäusserte sich ein eitler, zynischer, wohl schon sehr alter mann, dem sein eigenes älterwerden scheinbar so zu schaffen macht, dass er nicht mehr realisieren kann, was er da in die mikrophone salbadert.
tja, mit anstand und respekt vor dem anderen scheint es in der heutigen zeit selbst bei unseren intellektuellen nicht weit her zu sein.
müssen wir uns damit abfinden ?
ein gruss nach frankfurt aus dem hohen norden
von jp martens aus oldenburg
Dieter Bartetzko hat dankenswerter Weise in der Kolumne "Ob das Börne gefallen hätte" (FAZ 11.04.2008) das kritisiert, was Gerd Plasberg offenbar den Atem verschlug: "schließlich leben wir in einer Zeit, in der Ellbogen nicht früh genug stahlhart werden können". Dieser Zynismus, den Henryk M. Broders nach dem Motto "Frechheit siegt" seinen Zuhörern um die Ohren schlug, ist nicht nur unverschämt, er istt auch sachlich falsch. Denn wie anders erklärt sich das aktuelle Versagen mancher überzüchteter Finanzeliten, ihre egomanische Skrupellosigkeit? Ihnen fehlt offenbar jedes Unrechtsbewusstsein, weil sie durch ihre Ausbildung auf Leistung und rücksichtslosen Erfolg getrimmt werden. "Wir züchten unsere Köpfe in Treibhäusern." Lichtenbergs Aphorismus stimmt mehr denn je. Der öffentklichen Diskurs sollte sich davon nicht ersticken lassen. Dr. Dreger, Solingen
Der Artikel von Dieter Bartetzko entspricht genau meiner Meinung. Mein spontaner Eindruck war: was für ein dümmlich grinsender alter Mann ist das denn?
In manchen Artikeln durchaus zu differenzierten Betrachtungen in der Lage war Herr Broder hier wieder mal viel zu einseitig. DSDS ist nämlich ein ziemlich zweischneidiges Schwert. Durchaus originell auch im Vorführen lustiger Freaks, aber eben auch gefährlich, wenn Menschen dabei allzu sehr runtergemacht werden. Diesen Spagat bewältigt DSDS leider nicht immer zufriedenstellend.
ich habe Wolfgang Bergmann sehr bewundert -
wie er mit den Gemeinheiten von Broda umgegangen ist-
ich hätte das nicht gekonnt.
Joern Schlund
Joeschlund@versanet.de
... das man das Niveau der Sendung noch Unterbieten kann. Und dann auch noch in der FAZ: alle Achtung, Herr Bartetzko. Es hat Sie anscheinend nicht einmal sehr angestrengt.
Es wird nicht einmal die Sendung zerissen, nein: es wird ein einzelner Gast heraus gepickt und persönlich angegriffen.
Dabei können wir doch um Henryk Broder froh sein. Ich bin tatsächlich dabei geblieben, weil ich soviel Vergnügen daran hatte zu sehen wie Broder - ganz allein - die Sendung und alle Gäste abserviert.
Die da war: eine Anhäufung von Schwaflern, die Gefühl über Wissen setzten + ein Possenspiel eines selbstmitleidigen Hobbymusikers, der zum Thema nichts zu sagen hatte und mich fast zum Hirnschlag trieb mit seiner „Abrechnung”.
Ohne Henryk Broder wäre nichts geblieben, außer ein Gutfühl-Kaffekränzchen des Fühl-Halbwissens.
So bleiben tolle Momente der Demontage, von dem was leider schon zu sehr Konsens ist. Im englischen sagt man dazu so wunderschön „talk out of your ass”.
Die Bemerkung das Kind nicht alleine Fernsehen zu lassen grenze an Kindesmißbrauch ist nur ein Beispiel dafür wie wunderbar kurz und knapp B. gleichzeitig entlarven und provozieren kann.
Er möchte sich klonen: ich bitte sehr darum.
Wenn wir eins brauchen dann MEHR BRODER!
Ja, Broder hat sich ungalant benommen. Plasbergs "Gelbe Karte" bekam er zu recht. Aber dieser Broder ist mir tausendmal lieber als das ganze Gutmenschen-Gesindel, das man in den Fernsehsendern ertragen muß. Broder hat eine dezidierte Meinung. I.d.R. argumentiert er. Politische Korrektheit interessiert ihn nicht. Allein diese Eigenschaften heben ihn aus der Masse seiner Journalisten-Kollegen heraus, die oftmals noch nicht einmal die deutsche Rechtschreibung beherrschen, geschweige denn ihre Muttersprache (z.B. FAZ: Reading Room).
... scheint den Broder ja ziemlich gefressen zu haben. Sonst würde er sich nicht anlässlich solcher Lappalien wie dem Casting-Unsinn so über ihn echauffieren.
Ich finde, er sollte sich seinen heiligen Zorn für Themen aufsparen, die es wirklich verdienen.
schliesslich hat man hier einen Standard-Gutmenschen, einen Manager, eine singende Gutmenschin und einen pubertierenden Twen mit einer Bulldogge in einen Stall gesperrt. Was soll denn dabei sonst rauskommen als Klamauk?
Broders Verdienst ist und bleibt es, dass er die unsägliche "political correctness", die alles weiss, aber nichts beim Namen benennt, nicht nur nicht mitmacht, sondern kompromisslos bekämpft. Dafür allen Respekt, Herr Broder.
ich kann hier so machne pro broder kommentare nicht nachvollziehen.
der mann ist nicht etwa nur peinlich sondern in höchster form anmassend und verletzend. egal wieviel fachwissen er auch in die gegend verpulvert. der ton macht die musik und dieser ton ist einfach nur arrogant und von einer bodenlosen frechheit wie man sie sonst nur an sehr alkoholisierten stammtischen antrifft.
mehr gibst nicht zu herrn broder zusagen.
Ich mag ihn ja; er ist halt ein intellektueller Dandy, der sich - wenn Sie mir die verrutschte Metapher verzeihen - über andere Leute mokiert, weil sie ihre geistige Krawatte häßlich binden. Sehr schön zu lesen und zu hören.
Bedenklich finde ich allerdings, daß er mit seiner Art seine Einstellungen diskreditiert. Können Sie jemanden ernst nehmen, der vor dem Schlafengehen unters Bett schaut, ob ein Nazi drunter liegt, und der den Hund, der vor seine Tür pinkelt, für die Reinkarnation Heinrich Himmlers hält? Nein, natürlich nicht.
Trotzdem: Dieser mopsige Psychologe hat in rein ästhetischer Hinsicht jedenfalls einen Abwasch verdient, und wenn Broders Schimpfkanonade zu einer gewissen Geisteshygiene im deutschen Fernsehen führt, soll mir's nur recht sein.
Abgesehen davon, dass Broders immer gleiches Gerede einfach nur noch langweilig ist und so richtig keinen mehr vom Hocker haut: Endlich sagt es mal einer laut und deutlich. Broder ist kein teuflischer Anwalt, sondern ein typischer DSDS-Kandidat: Prollig, schlecht und peinlich. Er ist allerdings alt genug und leider gibt es keinen Bohlen, der ihm mal ein paar Wahrheiten ins Gesicht sagt.
Ich kann Eltern nicht verstehen, die ihre Kinder, die mit 16 Jahren eben nicht beurteilen können, was der Medien-Zirkus mit ihnen anstellen wird und deswegen von Zustimmung zu dieser primitiven Zurschaustellung öffentlicher Demütigungen keine Rede sein kann, zu diesen Shows lassen können. Ich kann allerdings auch Broders Fans nicht verstehen, die so jemanden noch bejubeln und allen Ernstes glauben, Broder hätte irgendwas von Relevanz zu irgendeinem Sachverhalt beizutragen. Ich möchte ihm sagen: Beherzige deine eigenen Worte an die Flemming und sieh ein, dass deine besten Zeiten schon lange vorbei sind. Hör auf, in den Zwanzigern zu leben und zieh dich auf''s wohlverdiente Altenteil zurück. Tu'' dir selbst und uns allen den Gefallen.
Broder hetzt populitisch gegen den Muff der drögen Besser-68er, die immer ach so betroffen sind, jedoch bisher nichts unternommen haben außer zu quatschen und lamentieren.
Wem verdanken wir denn die gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten 30 Jahre? Durch welche Politik sind die Zustände denn wie sie sind?
Wer verhindert denn Diskussionen, die er/sie vor 40 Jahren einforderte?
Der Muff stinkt genauso wie der Muff anno 1968.
Alte Rezepte werden als neue Wunderpillen verkauft: Mit der Gesamtschule hätten die Kinder wieder eine Zukunft... Blablabla, die Gesamtschule gibt es schon seit 30 Jahren, dennoch sind die Ausbildungsquoten der Abhänger dort nicht besser als einer Hauptschule oder Realschule zusammengenommen, um nur ein Beispiel alter Rezepte zu nennen, die gescheitert sind.
Ich mag Broder nicht, wirklich nicht, mochte ihn noch nie, aber Broder verdient meine Achtung, denn Broder stimmt nicht in den mittlerweile unterträglichen Einheitsmeinungsbrei ein, der die Gesellschaft beherrscht in der nur noch jemand etwas wird, wenn er der Mehrheitsmeinung die Stiefel leckt.
Herr Broder: Meine Achtung und Abneigung werden Ihnen auch weiterhin sicher sein...
Lieber einen liebgewonnenen Feind als lauter Freunde!
So auch Broder. Jude zu sein, hat in im System Bundesrepublik unangreifbar gemacht. Das macht ihn vielleicht etwas traurig, möglicherweise sieht das dann wie Zynismus aus. Worauf es aber ankommt: Broder ist intelligent, kann wegen seiner Unangreifbarkeit auf den Punkt kommen und benennt radikal die Versäumnisse der aktuellen Diskurse. Dieser Mann ist deshalb mehr als ein Pausenclown. Er ist einer der besten deutschen Intellektuellen.
Als ich die thematisch sehr interessante Sendung "hart aber fair" verfolgte, als Medienpsychologe für mich von besonderem Reiz, stockte mir gelinde gesagt mehr als einmal der Atem. Die Äußerungen des Herrn Broder waren nicht nur menschlich und persönlich peinlich, sondern - was weitaus schlimmer ist - schlichtweg falsch und in ihrer Vehemenz und lockeren Darbietung auch gefährlich, so z.B. die legendären Erziehungsauffassungen bezüglich des Fernsehkonsums 11jähriger, nur einer von mehreren fachlichen Patzern und Offenbarungen eines simpel gestrickten kognitiven Apparates. Für mich unverständlich, warum der sonst so geistig-agile und durchaus argumentativ-angriffslustige und von mir hochgeschätzte Frank Plasberg nicht deutlicher die Haushoheit präsentiert hat. Mitnichten durch einen Rauswurf, sondern durch eine demonstrative Rückendeckung des geladenen Kinderpsychologen, der als einziger der Runde dieses Thema aus fachlicher Sicht beurteilen konnte und auch sehr klar und deutlich tat. Leider scheint seine klare und nachvollziehbare Logik nicht angekommen zu sein. Ein Schock und der Beweis kindlichen Denkens über die vermittelten medialen Inhalte in ihrer Wirkung auf die Identitätsbildung unserer Zukunft - nämlich der Kinder.
