Fürbitte auch für die Juden? Messe im Petersdom

Karfreitagsfürbitte

Das Wann und Wie entscheidet Gott

Seit der Papst für die lateinische Messe eine neue Karfreitagsfürbitte verfasst hat, ist der katholisch-jüdische Dialog gefährdet. Nur eine ehrliche Auseinandersetzung hilft weiter. Von Kardinal Walter Kasper

Lesermeinungen zum Beitrag

28. März 2008 16:50

MAL ANDERSRUM GEDACHT

Christoph Güthner (chrigue)

Respekt, Höflichkeit, Stil und Demut:

Würde jemand nur als Beispiel auch nur daran denken, ein Gebet mit folgendem Wortlaut festzuschreiben: "Oh Allmächtiger, wir bitten für sie ... Lass die
Christen erkennen, dass sie in dem Jesuskult fehl gehen, wir bitten ü?r sie, lass sie erkennen, dass Jesu als Jude geboren und auch gestorben ist, wie jeder und jede von uns Sohn bzw. Tochter des einzigen, des Allmächtigen gewesen ist, wir bitten für sie, erlöse sie davon Dich in drei zu teilen, lass sie Deine alleinige Einheit und Einzigartigkeit erkennen"? Nein, bereits der Respekt, mit der jedem Menschen in
seinem Glauben und seinen Entscheidungen zu begegnen ist, die Höflichkeit, das eigene Stilempfinden und nicht zuletzt Demut hindert uns daran. Würde sich z.B.
Kardinal Walter Kasper durch einen solchen Wortlaut beleidigt und seinen persönlichen Glauben als respektlos herabgewürdigt sehen, würde ich dies
keinesfalls als "weithin nicht rational" abtun.

Rechtsanwalt Christoph Güthner

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24. März 2008 15:05

Der Glaube an die Unendlichkeit Gottes...

Salvatore Del Vecchio (salva40)

Ein langer,langweiliger Artikel, bei allem Respekt dem Kardinal . Aber braucht Gott überhaupt solche innerkirkliche Betrachtungen - der UNENDLICHE GOTT ! - um die Juden zu retten ?
Wäre es nicht besser , antisemitische Texte im N.T. ausfindig machen und definitiv austilgen ? Allen Lesern ein frohes kaltes Ostern aus Rom !

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23. März 2008 20:18

Karfreitagsbitte: Papst und Juden im Gespräch/Streit?

Daniel Borer (Danibor)

Diese Sorgen möchte ich mit Millionen und Abermillionen von Menschen haben, die hungern, die ums Ueberleben kämpfen, die traurig sind und verlassen ....
Wem wird Jesus die Sympathien zuwenden? Wer wird wohl gerettet: die Buchstabenklauber oder die den Nächsten lieben aus allen Kräften??

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22. März 2008 22:12

Die entscheidende Frage...

Thomas Seifert (Thomas_Seifert)

...beantwortet Kardinal Kasper nicht. Er belegt zwar einleuchtend (wenn auch hochtheologisch komprimiert), dass mit der erneuerten Fürbitte eine Judenmission nicht gerechtfertigt werden kann. Doch dass eine solche Exegese überhaupt nötig wird - da schon beginnt das Problem.
Denn warum hat der Vatikan sich überhaupt zu einer Umformulierung der "alten" Fürbitte gedrängt gesehen? Gibt es nur ein einziges Argument, das dagegen spricht, auch in die Restituierung des alten "außerordentlichen" Ritus schlicht die - den Juden gegenüber zweifellos respektvollere - Fürbitte des "ordentlichen" Ritus von 1970 zu übernehmen?
Die Unruhe unter den jüdischen Gesprächspartnern ist verständlich: Denn wird mit dieser Restituierung nicht letztlich der Fortschritt in der Aussage von 1970 relativiert, ja zurückgenommen? Und mit welcher Begründung?

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22. März 2008 08:18

Warum nur wird alles mißverstanden??

David Hummel (Defel)

Also zur Erklärung. Kardinal Walter Kasper sagt im Grunde genommen nichts anderes als dass die Katholische Kirche den größten Respekt vor dem Judentum hat und ihr nichts ferner liegt als dieses zu missionieren.
Das dieses den meisten Menschen nicht genügt (wie man an einigen Kommentaren sehen kann [ohne das ich mit Fingern auf jemanden zeigen möchte]) war doch schon vorher klar. Denn wenn die Katholische Kirche etwas sagt oder veröffentlicht dann kommen aus allen Löchern die Kritiker und suchen irgendeine Formulierung oder nur ein Wort das ihnen nicht passt und schreien ihren Unwillen heraus. Das diese Menschen nun aber in den allermeisten Fällen gar keine Ahnung haben um was es geht und wie die Dinge zu verstehen sind, merkt man des öfteren auch, vor allem wenn man sich in der Materie auskennt.
Kardinal Kasper möchte im Artikel darauf hindeuten, das wir in der neuen Karfreitagsfürbitte zwar dafür beten, dass Jesus Christus die Herzen der Juden erleuchtet, aber damit nur hindeuten, dass Jesus Christus auch der Erlöser der Juden war und diese auf keinen Fall ausgeschlossen sind von seinem Heil.
Aber wie immer erwarten die Kritiker der Katholischen Kirche, dass diese ihre eigene Identität aufgibt.

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21. März 2008 15:10

Que?

Jörg Gondermann (joeyyy)

Kann das mal jemand auf "nichtchristlich" übersetzen oder in zwei Powerpoint-Folien mit 20er Schriftgröße packen? Mein vor 30 Jahren stattgefunden habender Konfirmanden-Unterricht reicht offensichtlich für ein befriedigendes Verständnis und eine anschließende Weitergabe an meine Kinder ("Wie die Welt funktioniert - oder auch nicht") nicht aus.

Danke!

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21. März 2008 13:23

Juden ca. Christen

Tatjana Mezentzeva (Tanja1983)

Selbst, wenn sich heutzutage, Tausende (!) Jahre später, irgendetwas verändern würde in dieser Hinsicht: es wäre ein Ereignis vom unbeschreiblichen Maßstabe!:)... Primitivität weggeschafft, Mensch klüger geworden, ein "Problem" ist eine Seifenblase gewesen. ..
Zerplatzt in der Luft. ...

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21. März 2008 12:36

Warum nur?

Peter Ries (zackzement)

Ich bin immer wieder fasziniert mit welche kluger und einleuchtender Argumentation unsere katholische Kirchenleitung unangreifbar im Besitz der alleinigen Wahrheit ist.

Petrus würde heute wohl zuerst den Petersdom aufsuchen. Und dann die Herzen der Menschen. Denn da wohnt der Glaube der über Grenzen hinweg verbindet.

Warum nur muss ausgerechnet unsere Institution Kirche einen schmerzenden Splitter schnitzen und kann nicht den großen Balken als verbindende Brücke nutzen.

Welch einen Dank empfinde ich für den "Namen der Rose". Auch heute noch sind die Guten eher gläubig als katholisch.

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21. März 2008 12:01

Karfreitagsbitte

Johannes Hintzen (JohannesLeonhard)

Ohne die Vorgeschichte der neuen Karfreitagsbitte könnten wir wohlwollend den Ausführungen Hw. Herrn Kardinal Kaspers zustimmen. Aber es gibt sie nun einmal, und daran muß sich - jedenfalls solange es keine grundlegenden Korrekturen des Vat.II gibt - auch die Entwicklung zum Judentum wie die Entwicklung der Liturgie messen lassen. Und da tun sich einige Besorgnisse auf. Die Änderung der Karfreitagsbitte in der Messe im außerordentlichen Ritus ist gegenüber der im ordentlichen Ritus ein deutlicher Rückschritt. Da stellt sich die Frage: Warum wurde nicht einfach die Bitte des ordentlichen Ritus übernommen?- Diese Frage impliziert weitere Fragen: Wollte der Vatikan die Bitte nicht 1 zu 1 übernehmen, um weiteren Einfluß auf den ordentlichen Ritus und das Verhältnis zum Judentum (und ggf. zur Orthodoxie) zu nehmen? Dienen die bisherigen Schritte der Vorbereitung weitreichenderer Veränderungen? (Immerhin war die Liturgiekonstitution des Vat.II der Startschuß für alle folgenden Beschlüsse des Vat.II.) Wer die Zitate von Kardinal Ratzinger zur Liturgie auf der Website der Piusbruderschaft in ihrer Kompression liest, dem kann nur Angst und Bange werden.

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