ZDF-Kronzeuge: Mark Thompson

Das ZDF und das Internet

Mit dem Zweiten sieht man Propaganda

Wo steht es? Natürlich im Web. „BBC-Chef für starkes ZDF im Internet“, meldet das Zweite. Und wo läuft es? In den Fernsehnachrichten. Zum Hintergrund eines eigenartigen Beitrags des ZDF in einer schwelenden Debatte. Von Michael Hanfeld

Lesermeinungen zum Beitrag

04. September 2008 16:05

Auch die BBC nimmt Sendungen nach 7 Tagen raus (iplayer)

Roland Fritsch (r.fritsch)

in dem "heute" Bericht wurden auch Meinungen von Zuschauern gezeigt wie lange Sendungen in Netz stehen sollten, was nicht erwaehnt wurde ist das auch die BBC alle Sendungen nach 7 Tagen rausnimmt ( http://iplayerhelp.external.bbc.co.uk/help/finding_programmes/how_long ), die Leute vom ZDF haben sich schoen hingebogen.

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04. September 2008 08:33

Gegenpropaganda, allerdings mit Treffer

Manuel Hafner (Kaliastro)

Ich stimme den meisten meiner Vorredner zu dieser Beitrag ist nur geringfügig besser als der ZDF Beitrag, aber immerhin etwas, immerhin behauptet er nichts gelogenes, er gibt nur eine Meinung wieder. Die Überschrift, "Kommentar zu:" wäre somit passender gewesen. Nichtsdestotrotz muss ich einigen meiner Vorredner widersprechen. Die ÖR nehmen ihren gegebenen Sendeauftrag kaum noch in der gedachten Form wahr, das Werbeaufgebot ist nicht mehr weit hinter den Privaten, auch die Sendequalität reicht viel zu oft schon an deren Müll heran. Das würde mich kaum stören, allerdings bin ich im Gegensatz zu FAZ, Spiegel, RTL und Co. gezwungen mit meinem Geld eben genau das zu finanzieren. Und zwar auch noch mit dem größten Budget eines ÖR der Welt. Hier ist sowohl die Konkurrenzfrage gerechtfertigt, denn mit fast 8 Milliarden Subvention im Jahr kann kein anderes Medienportal Deutschlands mithalten, als auch die Sinnfrage. Warum brauchen wir ein 8 Milliarden € teures ÖR, dass sich trotzdem zu großen Teilen auch noch Werbefinanziert und nicht vor Quoten/Kommerzsendungen wie Soaps und Schlagerparaden zurückschreckt.

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04. September 2008 08:28

Qulitätsjournalismus?

Florian Lemmrich (flemmrich)

Das, was das ZDF in seinen Nachrichtensendungen bietet hat nach meiner Auffassung mit Qualitätsjournalismus schon lange nichts mehr zu tun. Den Moderatoren geht es eindeutig um Meinungsmache und nicht um die Information. Dies zeitgt sich an den mitunter relativ einseitigen und teilweise auch dummen Komentaren zwischen den einzelnen Beiträgen und auch an den bisweilen sehr einseitig formulierten Fragen in den Interviewbeiträgen. Und all das muss ich dann auch noch mit meinen Zwangsbeiträgen mitfinanzieren.

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04. September 2008 06:49

Lieber anklagen als nachdenken

Benedikt Gresser (Benediktus)

Ankläger verraten ihre heimlichen Vorhaben in ihren Vorwürfen. Wer etwas Wertvolles schaffen will, sucht Verbündete. Wer kassieren will, braucht Schuldige.

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04. September 2008 02:21

Die Zeitung ist nicht tot

Matthias Lier (matthias71)

Ja, durchaus richtig, dass das ZDF und die ARD leider auch mit ihren Hauptnachrichten mehr und mehr dem Infotainment nachgehen. Dieser tagtägliche Verweis ("Mehr Hintergründe auf www") ist so tragisch komisch, wo man sich doch fragt, warum denn die Sendung nicht einfach um 15 Minuten verlängert wird, um diese vermutlich teuer bezahlten Hintergründe, die anscheinend nur im Web stehen, nicht auch dem TV-Zuschauer mal präsentiert werden. Nur ein bisschen stört mich auch die Panikmache der Verleger, die ihre "Zukunft allesamt im Web sehen". Natürlich sollten sich die Zeitungen auch mal auf ihre Stärken konzentrieren. Vor einiger Zeit gab es mal einen netten Artikel, der den Genuss einer Zeitung, zusammen mit einem Glas Rotwein, aufzeigt. Wer abends im Hotel oder mittags in einer Lounge sitzt, mag nicht immer sein Laptop hochfahren, sondern sich dem Genuss, einer von Journalisten zusammengestellen Zeitung hingeben. Der Aufwand, mit dem alle ihre Webportale betreiben, erscheint manchmal fragwürde, wo der vermeintliche Besucher eines Webportales doch nur die "Seite 1" einer Hompage durchklickt. Der 20 Jährige Leser wird auch zukünftig keine Zeitung lesen, aber mit IT evt. mal Lust auf Printmedien bekommen, wenn er unterscheiden kann.

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03. September 2008 23:51

An die anderen Schreiber der Lesermeinungen,

georg villinger (faz9)

der Grundtenor der meisten bisherigen Lesermeinungen lässt sich so zusammenfassen: was solls, das ZDF macht Propaganda, die FAZ auch. Dem ist aber nicht so! Es gibt schon einen fundamentalen Unterschied. Wer die ZDF-Nachrichtensendung im Original gesehen hat und sich etwas Sensibilität bewahrt hat, der ist tatsächlich zusammengezuckt, als man den BBC-Chef aus dem "Mutterland des öffentlich-rechtlichen" (und damit wohl einzig wahren?) Fernsehens als Kronzeuge für die Ausweitung des öffentlich-rechtlichen Internetangebotes präsentiert hat. Und genau darauf reflektiert der Artikel der FAZ. Er ist m.E. keine Propaganda, sondern ein Bericht, der das Treiben des ZDF als daß darstellt, was es ist, nämlich Meinungsmache in eigener Sache. Zudem ist es nicht der erste Bericht, den ich z.B. in der FAZ über dieses Thema lese. Den Schreibern der bisherigen Lesermeinungen sei noch eines gesagt: wenn ARD/ZDF meinen, sie müssten das Volk mit zusätzlichem Angebot beglücken, dann bitte daran denken, daß man dafür im Konzert mit der Politik, etc. die Gebühren dabei uns einkassiert. Die FAZ und alle Zeitungen hingegen müssen sich am Markt mit Qualität jeden Tag aufs Neue beweisen.

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03. September 2008 23:36

Mehr Information kann ueberhaupt nicht schaedlich sein

fritz Teich (fazfazfaz123)

Der Verteilungskampf im Internet, so what? Wer FAZ lesen will liest FAZ, wer RTL toll findet RTL und wers gerne etwas oeffentlich-rechtlicher haette eben ZDF. Es kostet doch praktisch nichts. Ein Archiv haben die Sender soweiso und es waere doch gelacht, wenn sie ihre Schaetze nicht der Bevoelkerung, die dafuer schon bezahlt haben, zeigen duerften. Aus der Rundfunkgebuehr folgt geradezu eine Verpflichtung der Sender, ihre Archive zu oeffnen.

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03. September 2008 23:04

Die Geister, die ich rief...

Holger Sulz (H._Sulz)

Wir sollten hier mit der FAZ nicht ungnädig sein. Natürlich kann Presse vom Schlage der FAZ wenig ausrichten gegen die mit Milliarden an Zwangsgeldern subventionierten 'Öffentlich Rechtlichen' und somit de facto Staatsorganen, wenn ihnen auch noch freie Bahn gegeben wird. Indes ist sie und ihresgleichen selbst schuld: ehedem war es die fürnehmste Aufgabe der '4. Gewalt', die Regierung und ihren Apparat argwöhnisch zu beäugen und zu kritisieren. Seit Jahrzehnten erleben wir: die sog. Mainstreampresse incl. FAZ kritisiert die Kritiker der Regierung und hat ihre Bedeutung somit vollständig abgegeben und macht sich überflüssig : Propaganda ist nun mal ureigenstes Instrument der Machthaber und die können ihre Klaqueure selbst bezahlen- siehe BMFSJF, BMWF. Eine unermeßliche, geradezu historische Tragik kennzeichnet den heutigen, freiwillig sich gleichgeschaltet habenden Journalismus: er hat sich selbst überflüssig gemacht mit seiner devoten, hirnlosen Kriecherei in die Zeitgeistafter des linken Staatsfeminats von SPDGRÜNECDUFDP und wurde locker getoppt vom web 2.0 bei der Wahrheitsfindung. Ich fürchte, der Fehler ist nicht wieder gut zu machen.

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03. September 2008 22:52

Es besteht kein Grund für eine Einigung

Dietmar Fleischhauer (dfleischhauer)

@ ayso gethmann Ihre Forderung nach einer "gütlichen Einigung" zwischen beiden Parteien halte ich für fatal. Denn eine solche kann nur dazu führen, daß die noch freie private Presse tendentiell neben den öffentlich-rechtlichen Rundfunk an den Gebührentrog drängt. Anderes ist nicht denkbar, denn die Gebührenwillkür in grotesker Höhe ist ja die Ursache der Chancenverzerrung und somit des Drucks auf die Verlage. Warum aber die schlechtere und teurere Option zum Maßstab nehmen? Es ist schließlich kein Zufall, daß kein vernünftiger Mensch nach einer gebührenfinanzierten Zeitung verlangt. Unsere privaten Verlage können alles, was für eine gute Berichterstattung nötig ist, preiswerter und besser bereitstellen als das 7-Milliarden-Monstrum sich jemals träumen ließe. Und bitte keine Qualitätsmärchen, als Gegenbeispiel taugen nicht einmal die schlechten privaten Fernsehsender; denen wird das Ergebnis ihrer vollständigen gebührenfinanzierten Verhinderung auf dem Nachrichtenmarkt auch noch als eigenes Versagen untergeschoben. Eine "Einigung", die nicht deutlich öffentlich-rechtliche Pfründen beschneidet, kann nur zum Nachteil der freien Verlage führen, die im Gegensatz zu ersteren ihre Leistung vollständig aus eigener Kraft erbringen.

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03. September 2008 22:45

Abseits aller Propaganda...

Wolfgang Schaefer (schaeferw)

...muß man sich - neben aller gebotenen Kritik an diesem ZDF-Beitrag - vor allem fragen: Ist das eigentlich noch alles im Sinne des Staatsauftrags? Was werden sich ARD und ZDF als nächstes einfallen lassen, um damit weitere zusätzliche Beitragspfründe zu begründen? Wenn mit Geldern von GEZ-Beitragszahlern in ein Medium investiert und damit die Marktsituation verzerrt wird, so ist das nur der Nebenkriegsschauplatz. Das Eigentliche Unverschämte ist, daß ich als Internet-Nutzer wegen dieses Engagements (auf das ich keinen Wert lege) zur Kasse gebeten werde. Und das alles mit dem Segen der sozialdemokratistischen Kleptokratie aller Couleur, die da offensichlich keinerlei Handlungsbedarf sieht. Wieso auch? Sie funktioniert doch, die Propaganda.

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03. September 2008 20:46

Propaganda gegen Propaganda

ayso gethmann (CABrow)

Sehr geehrte FAZ-Redaktion, egal auf welcher Seite man in dem Streit um das Online-Angebot der öffentlichrechtlichen Rundfunkanstallten steht, bleibt zu dem von Ihnen veröffentlichten Artikel über die Heutesendungen von Gestern (Dienstag 02.09.08) nur eines zu sagen. Es ist Propaganda! Sie prangern hier an, dass Ihnen als Zeitung ein Markt streitig gemacht würde und mit unfairen Mitteln gekämpft würde. Fragt sich nur ob eine Sachgerechte Diskussion nicht viel eher zum Ziel einer gütigen Einigung beider Seiten führen würde, als eine Schlacht mit Worten die keinen Zweck verfolgen, außer den Gegner in diesem Fall das ZDF, schlecht zu machen. Natürlich sind weder Sie noch das ZDF der einzige Hort für qualitativ guten Journalismus, aber ich glaube Sie diskreditieren sich mit solchen Beiträgen selbst. Daher würde ich, der ich weder auf die öffentlichrechtliche noch auf Ihre Berichterstattung verzichten will, Sie dazu auffordern Propaganda mit gutem Journalismus zu beantworten. Mit freundlichem Gruß CAB

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03. September 2008 20:27

Konflikt

Andi Sappix (sappix)

Dieser Konflikt zeigte zum einen, das die Zukunft im Internet liegt, und zum zweiten betreffs dieser Zukunft Propaganda von allen Seiten kommt. Da wir derzeit im Übergang sind, der vermutlich noch zehn, zwanzig Jahre dauert, habe ich eine eigene Antwort gefunden: Ich kaufe regelmäßig die Zeitungen, deren Webseite ich aufrufe. Es ist sehr wohltuend, nach dem ganzen Geklicke auch mal das Papier zu blättern. Ich vermute, das geht vielen Lesern/Weblesern so.

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03. September 2008 19:46

Und die Printmedien vertreten ihre Interessen nicht?

Bernd Michalski (michalski2)

Dass die Darstellung im ZDF etwas "zugespitzt" war: geschenkt. Dass vieles auch im öffentlich-rechtlichen TV nicht der Gipfel des seriös-informativen Journalismus ist: geschenkt. Aber das gilt wohl für alle Medien, nur z.B. mit dem Unterschied, dass viele private Sender und auch viele "journalistische" Printmedien gar nicht erst den Anspruch an sich (und ihr Publikum) stellen, den die ÖR-Anstalten manchmal - zugegeben - nicht erfüllen. --- Also bitte mal die Kirche im Dorf lassen. Kernfrage ist m.E.: Ist nicht im Grundsatz legitim, dass die ÖR-Anstalten ihren journalistischen Auftrag auch in den neuen elektronischen Medien wahrnehmen, um ihre Zukunft zu sichern? Und wenn sie auf der Mattscheibe bringen dürfen, was sie journalistisch geboten sehen, warum nicht auch im Internet? --- Warum soll das Internet ein Naturschutzgebiet für die Printmedien sein? V.a.: macht eine Trennung nach "Formaten" - Film / Bild / Ton / Text - wirklich Sinn, wenn Printmedien selbst mehr und mehr alles machen? ("Verlegerfernsehen"!) --- Letztlich: Ich verstehe die Angst der Verlage vor den "mächtigen" Anstalten nicht recht. Wer deren Internet-Portale besser findet als z.B. FAZnet, dem ist sowieso nicht zu helfen, oder? ;-)

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03. September 2008 19:24

Propaganda und Gegenpropaganda

Hans Bauer (firefox666)

Dass der ZDF-Beitrag schöngefärbt war, steht ausser Frage. Dass dieser Artikel zwangsläufig die Sicht der privaten Presse widerspiegelt aber auch. Die "Wahrheit" liegt, wie so oft, wohl irgendwo in der Mitte.

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03. September 2008 19:15

Schön hätte ich's gefunden,...

Thomas Berger (tberger)

...wenn im Zusammenhang mit zuverlässiger Berichterstattung auch auf das sinnentstellend zusammengekürzte Putin-Interview auf ARD verwiesen worden wäre. Sorry, wenn ich's übersehen habe, aber ich meine, daß Sie bislang noch nicht darüber berichtet haben...

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