In vielen Ländern (z. B. USA, England, Schweden, Korea) wird mit großem Aufwand Forschung mit embryonalen Stammzellen betrieben, nur Deutschland leistet sich den Luxus völlig überflüssiger Debatten, in denen sich Pseudomoralisten aus allen politischen Lagern profilieren möchten. Vehement wird gestritten ob –je nach Stichtag – 40 oder 500 Stammzell-Linien verwendet werden dürfen oder gleich jegliche „verbrauchende Embryonenforschung“ verboten werden soll. Zur Erinnerung: Embryonale Stammzell-Linien werden aus Blastocysten gewonnen- das ist das Stadium 3-4 Tage nach der Befruchtung; ein mit bloßem Auge kaum sichtbarer Keim von etwa 100 Zellen (Die Einnistung in die Gebärmutter erfolgt erst am 5-6. Tag nach der Befruchtung.) Hier gibt es moralische Bedenken bis zum Exzeß. Völlig akzeptiert ist hingegen, daß in Deutschland jedes Jahr 120000 Abtreibungen bis zur 14. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden- kleine Menschlein werden einfach vernichtet und als Klinikmüll entsorgt- und keinen unserer hochbezahlten Bedenkenträger in den Parlamenten scheint das noch zu stören. Da wird doch lieber eine Debatte inszeniert, um die Forschung in Deutschland auf einem wichtigen Gebiet praktisch zum Erliegen bringt!
Stammzellenforschung ja, aber nur mit im Ausland "erzeugten" Zellstämmen, und auch diese nur bis zu einem bestimmten Stichtag. Das ist Forschung nach dem St. Floriansprinzip, sollen sich doch die anderen die Finger schmutzig machen, wir nutzen ja nur die "Ergebnisse".
Entweder die Stammzellenforschung zulassen, mit allen Konsequenzen oder verbieten, dann können wir aber auch Abtreibungen, Verhütung und am besten gleich noch den ausserehelichen Geschlechtsverkehr unter Strafe stellen.
Ratzinger würde sich bestimmt darüber freuen, und demnächst bestrafen wir wieder nach dem alten Testament und der Christliche Gottesstaat ist perfekt.
Sicher muss der Wirtschaft, insbesondere der Forschung und ganz besonders der Gentechnik, ethische Grenzen gesetzt werden. Wenn wir aber in Deutschland Forschung mit Embrionalen-Stammzellen betreiben wollen müssen wir in Kauf nehmen dass hierfür Embrionen erzeugt und abgetötet werden müssen. Ist man der Meinung dass dies, nach unseren Ethischen Grundsätzen nicht möglich ist, muss man sie verbieten und darf auch Therapieformen die im Ausland, aufgrund entsprechender Forschungen entwickelt wurden, nicht zulassen und deren Anwendung unter Strafe stellen. Das dürfte aber keinem Patienten vermittelbar sein
Volker Kulessa hat vollkommen recht. Aber es kommt in der ganzen Debatte der Tatbestand der Volksverdummung hinzu: Bis heute gibt es weltweit keine verwertbaren Erfolge mit dem Ansatz der embryonalen Stammzellforschung - und: es gibt keine Erkenntnisseder embryonalen Stammzellforschung , die für den Fortschritt der adulten Stammzellforschung bislang verwendet werden konnten. Ganz im Gegenteil: die viel ältere adulte Stammzellforschung hat bereits beachtliche Erfolge vorzuweisen, die allesamt ohne Erkenntnisse der embryonalen Stammzellforschung gewonnen wurden.
In USA hat unlängst die Industrie den Geldhahn für die embryonalen Stammzellforschung auf zero zurückgefahren: Tenor: sie bietet keine realistische Zukunftsperspektive;
wenn jetzt A. Schavan plump die Parolen der Deutschen Forschungsgemeinschaft nachplappert ("Erkenntnisse der embryonalen Stammzellforschung sind für andere Stammzellforschungen wichtig") zeugt das von moralisch verblendeter und v.a. dümmlicher Unterwerfung unter eine volksverdummende Lobby.
Wer die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen befürwortet hat eine Moral nicht besser als KZ Schergen in Auschwitz. Beide töten Menschen. Beide argumentieren mit "unwertem" Leben oder "noch gar kein menschliches Leben". Die einen haben millionenfachen Mord begangen, die anderen bereiten ihn vor, intellektuell, rechtlich, praktisch---abscheulich.