Integration

Falsche Freiheit

Sechzig „Migrationsforscher“ attackieren drei Autorinnen, die kritisch über die Instrumentalisierung des Islam und die Migrantengesellschaften schrieben: Ein „Weckruf“ als Denunziation.

Lesermeinungen zum Beitrag

17. Februar 2006 11:55

Aufruf zur Versachlichung der Debatte

Katharina Dietrich (katharinadietrich)

Mit großem Erstaunen habe ich die Reaktionen auf den zugegeben nicht ganz unprovokativ formulierten offenen Brief von Karakasoglu und Terkessidis beobachtet. Ich halte es für begrüßenswert, dass sich WissenschaftlerInnen auf diese Weise an die Öffentlichkeit wenden. Ihre Forschungsergebnisse sind zwar unter dem Fachpublikum bekannt und anerkannt, in der breiten Öffentlichkeit werden sie jedoch kaum zur Kenntnis genommen; vielleicht auch, weil sich ihre differenzierten Ergebnisse nicht so leicht medienwirksam inszenieren oder politisch instrumentalisieren lassen. Der offene Brief zielt meiner Meinung nach nicht darauf, Aufmerksamkeit zu erregen und die persönliche oder fachliche Eitelkeit zu befriedigen, wie ihnen vorgeworfen wird. Entscheidend ist vielmehr die berechtigte Forderung nach einer wissenschaftlich fundierten - und nicht einseitigen, stereotypisierenden und pauschalisierenden - Berichterstattung. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Thema sowie eine kritische Selbstreflexion scheinen jedoch nicht erwünscht zu sein. Stattdessen kommt es zu einer überraschend polemischen, emotional aufgeladenen und unsachlichen Reaktion seitens der FAZ.
Sich gegenseitig zu beschimpfen bringt uns nicht weiter. Nötig ist vielmehr eine sachbezogene und wissenschaftlich fundierte Diskussion, die sich auf rational gewonnene Erkenntnisse stützt und die Vielfalt der Perspektiven abbildet. Ich hoffe auf eine Versachlichung der Debatte! K. Dietrich, Kooperationsnetz bipad

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