der Entwurf war zum Zeitpunkt des Entscheids schließlich m.W.n. schon bekannt.
Ich stimme Ihnen aber bezüglich des Urteils "armes Deutschland" völlig zu!
Armes Deutschland, wie sollst Du vorwärts schreiten mit diesem Heer von Jammeren, Bremsern, Verneinern, Ewig Unzufriedenen, Querulanten und Dauernörglern?
Man könnte bis ans Ende der Welt über das Design diskutieren und immer fände sich jemand dem es nicht gefällt - nur eine Brücke würde man so nie bekommen.
Also los jetzt, Brückenbauer! Jetzt oder Nie.
1. Die sog. Volksentscheidung kam m. E. nur aufgrund Vortäuschung falscher Tatsachen seitens der politischen Institutionen zustande. Die üblichen Verkehrsprobleme einer Großstadt kennt man in Dresden nicht mehr. Engpässe auf den Brücken gibt es nur zu wenigen Stoßzeiten (z.B. Weihnachtsmarkt).
Die Verkehrsschätzung (die für den Neubau herangezogen wurden) stammen allerdings aus der Mitte der 90er Jahre. Damals ging man noch von einem starken Zuwachs des MIV (Motorisierten Individualverkehrs) aus. Nur deshalb wurde das Projekt dem vorrangigen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans zugeordnet, aber was einmal dort drin steht ...! Tatsächlich ging die Verkehrsbelastung insb. auf den Brücken jedoch stark zurück. Gründe: Alternde Bevölkerung, Einwohnerschwund.
2. Das Festhalten am Vorhaben von Milbradt und Verbündeten lässt sich erklären: Mit solch einem großen Infrastrukturprojekt kommt ein "kleiner Aufschwung" in die Region, denn an einzelnen Bauabschnitten sind lokale Bauunternehmen (subcontracting) sicher beteiligt. Frisches Geld kommt in die Region und stabilisiert Binnennachfrage und Gewerbesteuereinnahmen. Politisches Kurzfristdenken - leider -, denn langfristig geht die Rechnung wohl nicht auf!
...das Design auch? Armes Deutschland!
aber die gibt es nicht erst seit 2004, sondern schon all die langen Jahre vorher in denen über den Brückenbau gestritten wurde - ohne die mediale Aufmerksamkeit der gesamten Welt.
Im Grunde sind aber die Alternativen das Problem - denn durch die Vielzahl und durch den Wunsch es allen Recht machen zu wollen, verschlang die Planung Millionen und wurde der Bau immer wieder verschoben. Sobald sich eine Einigung anbahnte kam wieder jemand klagend um die Ecke und es ging von vorne los.
Der Bürgerentscheid war allenfalls der Anfang der Popularität, im Brückenstreit selbst aber war er bereits ein Höhepunkt! Die Brückengegner haben dann, in bester demokratischer Manier, sich mit aller Macht gegen die Stimme des Volkes gestemmt - und UNESCO samt Tierwelt mobilisiert.
Das was nun als Starrsinn intepretiert wird ist in Wirklichkeit einfach die richtige Einsicht, dass es bei aller Notwendigkeit zur Abwägung, auch einmal einen Punkt geben muß an dem gesagt wird: So wird es jetzt gemacht - Ende der Diskussion.
Übrigens war die Aufregung vor dem Bau des Blauen Wunders genauso groß und es hieß das Design wäre häßlich.
Herr Teuber: Ja, die DDR ist untergangen - genau darum ging es mir, da es wohl nicht allen bekannt zu sein scheint.
ist ,daß sie untergegangen ist.Weiteres,was dort "Gutes geschaffen" wurde,wüßte ich nicht .
Der Brückenbau ist durch einen Bürgerentscheid legitimiert, Herr oder Frau Völker!
Ach so, es ist ja Dresden, da leben ja nur Kommunisten und real existierende Sozialisten, DEREN Meinung zählt natürlich nicht. D_Völkers Meinung allein ist was zählt, alle anderen sind unterdrückende Stalinisten!
Gerade die Eigenschaft demokratische Entscheidungen nicht akzeptieren zu können und nur die eigene Sicht für gültig zu halten ist es aber in Wirklichkeit, die jemanden zum Betonkopf oder Unterdrücker macht.
... und überhaupt, 17 Jahre nach der Wende noch mit der DDR zu kommen ist auch mehr als arm. Kennt der Bundesbürger keine Eigenverantwortung?
Alles Gute hat entweder Gott oder der Ami geschaffen, vielleicht auch noch Stoiber, und an etwas das nicht gefällt ist die DDR schuld.
da gibt es einen Rechtsstreit mit allen Konsequenzen und Kosten wegen ein paar Hufeisennasen. Noch nie habe ich erlebt, dass es einen solchen Aufstand und Aufwand gegeben hat, wenn es um Rechte von Kindern geht. Da wird doch auch munter drauf los gebaut und niemand fragt ob Kinder behindert oder gefährdet werden. Aber so ist es in einem Land wo es Klare Vorschriften über Zwingergrößen für Hunde gibt, aber keiner bei Wohnungsplanungen für Kinderzimmer vorschreibt. Traurig!!!!
Nur eine kurze Zusammenfassung, der Lage, wie sie hier im Mittelwesten angekommen ist:
Die Dresdner brauchen eine Lösung für ihr Verkehrsproblem. Darum sprach sich bei der Bürgerbefragung auch die Mehrheit FÜR die Brücke aus. Allerdings stand zum Zeitpunkt der damaligen Befragung nur die Wahl zwischen ZWEI Alternativen: anhaltende Verkehrsprobleme oder eine häßlich Brücke.
Inzwischen ist aber auch eine dritte Alternative auf dem Tisch: Erhalt des Welterbestatus bei gleichzeitger Verkehrsentlastung durch Bau eines Tunnels. Hört man sich bei den Dresdnern um, wäre den meisten die dritte Alternative die Liebste. Zumal das Argument, eine Tunnel wäre gegenüber einer Brücke nicht zu bezahlen lachhaft ist (gibts eine FAZ-Artikel zu).
Es kann nur verwundern, dass sich die Stadtverwaltung & Milbrandt standthaft weigern, diese dritte Möglichkeit in Betracht zuziehen - wo man sich in der Sache sonst bis zum Erbrechen auf den "Volkswillen" beruft. Zumal der Weltkulturerbestatus ja richtig Geld wert ist.
Ich persönlich kann mich über soviel Starrsinn nur wundern und hoffe, die Dresdner Tunnel-Freunde stoßen ihren Politikern Bescheid, bevor es zu spät ist.
Immerhin ist das Design geschichtsbewußt: ein dynamisch-klotziger Bau, der mit seiner unübersehbaren Unbedingtheit ein Ausrufezeichen für die Herrschaft des moderen Arbeiters über Natur und Landschaft setzt. Quasi ein Baudenkmal für den real-existierenden Sozialismus. Die UNESCO sollte dieses Geschichtsbewußtsein des Bauträgers honorieren, statt wald-und schlößchenmäßig das Elbtal zu romantisieren . Mein Tip: zur Grundsteinlegung Reste eines abgeräumten Stalin-Denkmals verwenden, das Ding zum Mahnmahl für die Unterdückung des Menschen durch Betonköpfe aller Art umbennen. Vielleicht gibts dannn sogar noch ein paar Bundessubventionen extra.
Aus ihrem Kommentar entnehme ich, dass sie nicht nur nicht in Dresden wohnen, sondern noch nichteinmal die Stadt gesehen haben über die sie hier mit Absolutheitsanspruch zu Gericht sitzen.
Unwissenheit ist keine Schande, aber man sollte sich dann halt auch einfach mal etwas zurückhalten.
Ich lebe zugegebenermassen nicht in Einzugsgebiet, und muß mich daher mit Informationsquellen aus zweiter Hand begnügen.
Allerdings wäre dies das erste Städtebauliche Konzept mit Absolutheitsanspruch - will sagen:mir ist noch keines untergekommen das nicht mindestens ein weiteres, zumindest ebenbürtiges Konzept als Konkurrenz gehabt hätte.
Den Verkehrsfluss in den Innenstadtbereich möglichst hochvolumig zu ermöglichen ist bislang nur zu selten eine gute Lösung gerade im Hinblick auf die von Ihnen so prominent angeführte belastung durch Lärm und Abgase.
Ganz abgesehen von dem UNESCO-Titel ist das grösste Pfund mit dem Dresden überregional wuchern kann ist der historische Stadtkern. Die komplette Entwertung der angrenzenden Landschaft auch als Naherholungsgebiet - nicht nur für Anwohner sondern nicht zuletzt für Touristen - wage ich als Dummheit zu bewerten.
Über das Design lässt sich sicher streiten, über die Notwendigkeit aber nicht! Das können Sie natürlich nicht wissen, da Sie sich lieber kapputt lachen als mit Fakten auseinander zu setzen!
Die Brücke soll den Verkehr entzerren und bringt somit den Vorteil, dass Tonnen von Abgasen zum einen durch tägliche Stauß, zum anderen durch Umwege, vermieden werden.
Herzlichst
Mirko Schneider
...lass Dir bloss nix vorschreiben! Du hast Deinen Stolz! Bloss nicht bevormunden lassen...! Welch ein Gesichtsverlust das wäre jetzt klein beizugeben - nicht auszudenken! Man wäre quasi die Lachnummer von Deutschland!
Wobei - für mich seid Ihr DAS mit dieser Dickköpfigkeit mit der an einer offensichtlich doch relativ unwichtigen Brücke so krampfhaft festgehalten wird sowieso schon längst... also: weiter so!
Eine vierspurige, nachts beleuchtete Brücke, auf der von April bis Oktober des nächtens 30 Stundenkilometer langsam gefahren werden muß ...
Vielleicht sollte man die Brücke überhaupt nur zur Rushhour zwischen 5:30 - 9:30 und dann wieder zwischen 16:00 und 21:00 öffnen. Zusätzlich könnte man eine Brückenmaut erheben.
Tritt der sog. Falleneffekt bei den anderen Brücken eigentlich auch auf, und ist darauf reagiert worden? Für die dt. Hochbauämter ist hier sicherlich bei allen Brücken in Regionen mit bekannten Fledermauskolonien Handlungsbedarf, außer dieser Effekt ist eine sächsische Eigenart.
Es scheint glücklicherweise doch noch so etwas wie gesunden Menschenverstand an deutschen Gerichten zu geben.