
Kann mich meinem Vorredner M. Thum nur anschliessen:
"Eine Klarstellung durch den Gesetzgeber, daß die Amtssprache hier nicht Englisch sondern Deutsch ist, wäre vielleicht hilfreich."
Aber mit Vorbildern wie dem baden-württembergischen
Ministerpräsidenten Öttinger, der kürzlich forderte, die
deutsche Sprache im öffentlichen Leben komplett durch
Englisch zu ersetzen oder dem Siemens-Manager
Kleinfeld, der sich im Gespräch mit anderen Deutschen
weigert, Deutsch zu sprechen, würde auch eine solche
Klarstellung wenig ändern.
Hatte Churchill also Recht ?
"Der Deutsche klebt einem entweder an der Gurgel
oder an den Füssen"

Das Problem der deutschen Sprache ist doch wohl eher, daß es im öffentlichen Leben immer mehr durch ein englisch-deutsches Pidgin-Mischmasch ersetzt wird. Ein Deutscher ohne Englischkenntnisse hat es in Deutschland immer schwerer, zurechtzukommen. Ich finde aber, es gibt ein Recht darauf, in Deutschland kein Englisch können zu müssen, um z.B. auf den Bahnhöfen der DEUTSCHEN Bahn die Auskunftsstelle ("Service-Point") zu finden oder im Laden der DEUTSCHEN Telekom ("T-Mobile-web-n-walk") ein Mobiltelefon zu erwerben.
Eine Klarstellung durch den Gesetzgeber, daß die Amtssprache hier nicht Englisch sondern Deutsch ist, wäre vielleicht hilfreich.
Übrigens: Wieso ist der Verfasser des Artikels eigentlich der Meinung, es sei gut, daß Hofmannsthals demokratisch-bürgerliches Deutschland in den von ihm benannten Sprachgrenzen nicht verwirklicht wurde? Ist Deutschland um so besser, je kleiner es ist?

Was als unnütze "Geschwätzigkeit" des neueren Verfassungsändernden Gesetzgebers erscheint könnte durchaus weitergehende Folgen haben, als man zunächst glaubt.
Erinnert man sich an die Problematik, die sich dadurch ergab, dass Tierversuche wegen Art. 5 III 1, Forschungsfreiheit nicht verboten werden konnten, zeigt sich der mögliche Folgenreichtum eines Satzes wie "Die Landessprache ist Deutsch." o.Ä. etwa als Art. 22 a.
Damals war ein Verbot nicht möglich, weil die Forschungsfreiheit nicht beschränkt werden darf. Dies geht allerdings nur soweit, wie kollidierende Verfassungsgüter nicht betroffen sind. Daher hat man zunächst durch Auslegung versucht, der Verfassung den Tierschutz abzuringen. Als dies scheiterte, brachte man ihn kurzerhand durch den neuen Art. 20 a in das GG ein.
Die deutsche Sprache wird, wenn sie Verfassungsgut ist, also möglicherweise gar tauglich sein, Gesetze zu ermöglichen, die verbindlich bestimmte Schreibweisen festlegen. Dies hat vor allem Bedeutung für die Presse im Sinne des Art. 5 I 2. Zum "Schutz der deutschen Sprache" könnte ein Festhalten an der alten Rechtschreibung sanktioniert werden. Die Möglichkeit besteht zwar sehr begrenzt, aber sie besteht.
Dies ist nicht wünschenswert.

Ich möchte mich Herrn Roßbach anschließen. Dieser Artikel ist sicherlich lesenswert, kommt aber zu einem erstaunlich falschen Schluß!
Denn natürlich ist es noch so, daß es eindeutig die deutsche Sprache ist, die hierzulande gesprochen wird. Aber wollen wir tatsächlich warten, bis das Thema in einigen Jahrzehnten aktuell wird (wenn die dann alten Minderheiten in Deutschland ihr Recht einfordern)? Ich denke, daß Zusammenleben nur auf der Basis einer gemeinsamen Sprache funktionieren kann. Eine Verankerung dieser im Grundgesetz kann für die jetzt dringend anstehenden Prozesse der nahen und der entfernteren Zukunft, z. B. in der Schulpolitik, eine gute Leitlinie sein.

Das Grundgesetz sollte unbedingt auch dahingehend ergänzt werden, dass es in der Bundesrepublik Deutschland nachts dunkel ist und Frühling, Sommer, Herbst und Winter in dieser Reihenfolge auftreten.
Wo kämen wir hin, wenn nicht alles, was unser Leben ausmacht, irgendwo gesetzlich festgehalten würde?

Wer - wie die große Koalition - und deren Parteigänger sonst keine Erfolge erzielt, wird sich immerhin später einmal rühmen können, mit der notwendigen verfassungsändernden Mehrheit den Satz "Die Landessprache ist Deutsch" in das Grundgesetz eingefügt zu haben.
Dadurch wird zwar keines unserer drängenden Probleme gelöst, aber man hat wenigstens ein gemeinsames Gesetz, ja sogar eine Verfassungsänderung, in großer Harmonie durchgesetzt.
Manchmal glaube ich, dass Politiker, die sich solche Banalitäten ausdenken und damit letztlich auch die Augen vor den wahren Problemen unseres Staates verschließen, die Bodenhaftung und jegliche Sensibilität gegenüber den wirklichen Nöten der Bürgerinnen und Bürger verloren haben.
Wir wollen nicht hoffen, dass es Vertretern dieses Staates einmal so ergehen wird wie dereinst Erich Honnecker, der öffentlich ein fröhliches "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!" kundtat, als das Schicksal seines maroden staatlichen Wolkenkuckucksheims schon längst besiegelt war. Wenn man solche Vorschläge liest, könnte man meinen, unsere "Staatsführung" sei auf dem "besten" Wege hin zu einer solchen Entwicklung.