Erfolgsgeschichte eines Buches

Da kommt Mutter Natur!

Wie erklärt sich der phänomenale Erfolg von Charlotte Roches „Feuchtgebieten“? An der Prominenz der Autorin allein kann es nicht liegen. Ist es die angedeutete Möglichkeit einer Rückkehr zur natürlichen Weiblichkeit, die das Buch so verlockend wie trügerisch macht? Von Hubert Spiegel

Lesermeinungen zum Beitrag

22. April 2008 17:42

ja und ? <- letzte worte (platzmangel)

Max Schub (Max.Schub)

die methoden der romanfigur sind einfach nur ausgefallener, das ist alles.
verändern wird dieses buch rein gar nichts, eine hobby-autorin, bei deren erziehung wahrscheinlich nicht alles optimal gelaufen ist, versucht etwas (was auch immer) aufzuarbeiten, stellt ihre ungewöhnlichen vorlieben zur schau und verdient damit viel geld.

ich schreibe hier auch nicht, weil mich das buch interessiert, sondern einfach nur, weil ich dieses bohai um "feuchtgebiete" nicht verstehen kann.

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22. April 2008 17:39

ja und ?

Max Schub (Max.Schub)

ich kann das ganze aufhebens um dieses buch nicht verstehen. zunächst einmal: was bitte soll geheimnisvoll daran sein, dass sich dieses buch gut verkauft. es ist ein sogenanntes skandalbuch das unverständlich oft in den medien erwähnt ist....ende gelände, das ist das ganze rezept.

ich habe mich darauf beschränkt, im internet auszüge aus "feuchtgebiete" zu lesen. ich kann an der "trotzkopf"-neuauflage nichts schockierendes finden. als teenager habe ich oft gestaunt, was es für sexuelle vorlieben gibt. dann habe ich aber schnell bemerkt, dass es absolut nichts! gibt, wo nicht irgendjemand ddrauf steht...und damit war mein wissensdurst gelöscht.

solange ich es mir nicht anschauen muss und alle beteiligten spass daran haben oder es zumindest freiwillig tun, ist es mir völlig gleichgültig. faz-kompatibel ausgedrückt:
es ist mir schlichtweg egal, ob andere sich gegenseitig in den mund koten oder sich von einer dogge penetrieren lassen...solche vorlieben gibt es eben, auf mein leben aber hat das keinerlei einfluss, warum auch ?

das buch ist nichts besonderes, ein kleingebliebenes mädchen sucht aufmerksamkeit durch provokation...so wie andere teenager z.b. anfangen zu stehlen, um mama und papa aus der reserve zu locken. die roma

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20. April 2008 15:54

Selbstfixierung, dreissigjährige girls...

gerd bukowski (emeukal)

Davon abgesehen, dass der Inhalt nicht besonders innovativ, weil aggressiv-offensiv mit Sexualität gedealt wird, daherkommt, geht mir die immernoch vorhandene, aber, Göttin sei Dank, auch schon verschwindende Selbstfixierung einiger prominenter und weniger prominenter Always-girlies so was von auf die Nerven.
Ob Alice Schwarzer nun vielleicht eine etwas zu deftige Form von Porno-Ablehnung propagiert, sei mal dahingestellt, der Sexualität insgesamt haben Pornos und die allgemeine Prostituiertenszene jedenfalls insgesamt mehr geschadet als genützt, und das gerade Männern. In diesem Sinne brauche ich sicher keine Frau, die mir masochistisch versichert, wie toll es doch eigentlich ist, sich diesem "multitasking-Druck", der für Frauen herrscht, zu unterziehen, in welcher Form auch immer.
Bin gespannt auf Charlottes`ersten eigenen Porno, den sie ja angeblich drehen will, hoffentlich ist der wenigstens nicht ganz so flach geschrieben wie ihr Büchlein.

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19. April 2008 20:40

Drohender Bedeutungsverlust?

Herold Binsack (Devin08)

@Heimes: Ich stimme Ihnen zu, nur scheint dies mir nicht ein drohender, sondern ein längst evident gewordener Bedeutungsverlust zu sein, und dieser geht quer durch die aktuelle Jugend. Zu dieser scheint mir aber Frau Roche (die 35 Jahre sieht man ihr wirklich nicht an - ist das jetzt dank oder trotz aller Synthetik?) nicht mehr zu gehören! Und nicht nur daher frage ich mich, ob da nicht einfach das Erfolgsrezept einer anderen „noch nie dagewesenen“ Erfolgsautorin kopiert worden ist!? „Das sexuelle Leben der Catherine M.“, und ein wenig „Geschichte der O“, entsprechen dann aber eher den mondänen Vorlieben gewisser Bohème, als den Irrungen einer Jugend, die sich auch und vor allem in ihrer Sexualität von der Warengesellschaft ausgeschlossen sieht. Hie jene sinnentleerte, da auf sexuelle Kontakte reduzierte, Bohème-Rudelbumserei, und da eine sinnverlustig gegangene und solchermaßen nach Arbeitsersatz aussehende „Sexualität“ einer Jugend, die ihre Identität (und auch Integrität) als soziale, sprich: arbeitende Wesen in Frage gestellt sieht. Ersteres entsteht aus Langeweile oder ideologischem Überhang, letzteres qua ohne Weile; und füttert ersteres pornographische so letzteres soziologische, bzw. gar anthropologische Literaturregale.

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17. April 2008 12:27

Neuer Geruch!

Werner Schmidt (banker-schmidt)

Irgendwie befremdlich, daß ausgerechnet (oder auch) die FAZ den "neuen Geruch" derart wohlwollend kommentiert.

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16. April 2008 20:39

Aufstand gegen die synthetische Welt

Jonas Kathage (jkathage)

Wenn sich das Buch in die Reihe der Aufständischen gegen die synthetisierte Welt gesellt, warum diskutieren wir nicht über diese? Das würde mehr Sinn machen als hier ständig herum zu interpretieren und die wirklichen Kernfragen zu vermeiden. Erinnert mich an den Deutschunterricht in der Oberstufe. Ganz langweilig.

Es wäre viel interessanter, sich mal zu fragen ob - und wenn ja, warum - es eine solche synthetisierte Welt gibt. Ist unsere Vorstellung von Schönheit ein tief in unser aller Evolutionsgeschichte verwurzeltes und ausreichend definiertes Kriterium oder sind wir Menschen in dieser (und anderer) Hinsicht unbeschriebene Blätter? Ist die Nachfrage nach einem schönen Körper Teil der menschlichen Natur, die heute schlichtweg effizienter bedient werden kann als in der Vergangenheit oder ist sie von der Pharma- und Kosmetikindustrie 'gemacht'? Was ist natürlich? Ist natürlich gut, künstlich/synthetisch schlecht? Warum?

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16. April 2008 15:35

Hinweis auf das soeben erschienene Buch von Eva Kurowski

Matthias Hagedorn (MatthiasHagedorn)

Es ist erfreulich, daß jemand in diesem Zusammenhang auf Eva Kurowski kommt. Was bei ihrer CD »Reich ohne Geld« an lächelnder Schwermut antönt, findet sich auf knapp 200 Seiten in ihrem soeben erschienenen Buch »Avanti Popoloch«, ihre eigentliche Kunst bleibt ganz an der Oberfläche, fast hält sie die Firnis, die unmittelbarste, epidermische Wirklichkeit fest. Eva Kurowskis Menschenporträts, von Erörterungen der eigenen Zerrissenheit durchwirkt, verdichten sich zum Sittengemälde des Ruhr-ge-Beats. Ihre kompositorische Wurstigkeit macht sie mit Ansätzen zur Konzeptkünstlerin avant la lettre wett. Das entfesselte Wort wird in »Avanti Popoloch« zu einem erstaunlichem Buch: Es kommt unangestrengt daher, entfaltet seine Lebensklugheit ohne Belehrsamkeit und erweist sich im Gegensatz zu Roches Buch überdies als großes Lesevergnügen.

Matthias Hagedorn

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16. April 2008 14:02

Wie im Stall

Holger Hoeffgen (JochenMohl)

Berichte aus dem Stall. Ich habe diesen Buch gelesen. Es beruht auf unseren Urinstinkten und spielt sich zwischen den Beinen ab.
Ja Charlotte es gibt nicht nur ein Öffnung da unten sondern zwei.
Charlotte meinte diese Seiten seien exelente Mastubationsvorlagen nah dann.. Gute Nacht unter im Land der Dichter und Denker.

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16. April 2008 12:05

Gut gefragt

gisbert heimes (gisbert4)

Hubert Spiegel stellt wenigstens auch noch ein paar Fragen und weiß nicht gleich alles besser, wie die meisten Leserkommentare zu dem Buch.

Das Buch und seine anlaufende Rezeptionsgeschichte haben viele Facetten. Eine davon könnte sein, daß sich in dem Buch eine Art Angst angesichts des durch die Biotec-Industrie drohenden Bedeutungsverlusts von Sexualität für die menschliche Fortpflanzung manisch Ausdruck verschafft. Die Pornographierung der Welt wäre dann wie ein Blow Up des Themas Sexualität zu deuten, ehe es im Grundrauschen unserer ökonomisierten Existenz verschwindet. Wir ahnen vielleicht: damit könnte auch der schöne Schmerz 'Liebe' irgendwann - bald - zum Teufel sein.

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16. April 2008 11:58

es gibt zu jedem schmarrn

Peter Hahne (welt)

eine schmarrn-rezension...
schade um das papier, das verbraucht wurde!

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