„Google News Archive“

Der große Raubzug

Es ist der nächste Schritt, mit dem sich Google zum Monopolisten des Weltwissens aufschwingt: Mit dem „Google News Archive“ errichtet der Konzern ein virtuelles Zeitungsmuseum, zu dem die Zeitungsleute selbst nur als Besucher Zutritt haben. Von Michael Hanfeld

Lesermeinungen zum Beitrag

17. September 2008 22:19

Warum nicht eine unternehmerische Alternative schaffen . . .

Friedrich-Karl Viermann (viermann)

Warum gehen FAZ, NZZ, ZEIT, HANDELSBLATT, SPIEGEL und einige andere seriöse Blätter nicht zusammen und schaffen aus GENIOS in München eine (europäische) Alternative zu dem, was GOOGLE in den USA beginnt? - In gleicher Weise kostenlos für die Leser! Ich warte nicht erst seit dem Vorreiter-Beispiel NYT darauf, dass hier in Europa 'mal ein Verlag die Initiative ergreift! Im Februar 2007 habe ich schon mit Herrn Trevisan über die Preispolitik der FAZ betreffend „Abo + e-paper + FAZ-Archiv“ (insbesondere für Kunden mit zig-jährigem Abo) korrespondiert - in der Voraussicht, dass die seinerzeit begonnene Geschäftspolitik nicht von Dauer sein würde. Ich warte nun gespannt, was sich die mitteleuropäischen Verlage einfallen lassen. In baldiger Zukunft können sie ihre Archive gleich vergraben, wenn die Suche nach archivierten Artikeln noch Geld kostet. Wie war das doch: „Nichts ist älter als die Nachricht von gestern!?“ – PS.: Herr Knüwer vom Handelsblatt hat völlig Recht.

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11. September 2008 00:32

Lieber Kollege Hanfeld,

Thomas Knüwer (tknuewer)

ich schätze Ihre Artikel für gewöhnlich. Aber der ist vollkommener Humbug. Da macht ein Unternehmen endlich unsere journalistische Arbeit und die unserer Vorgänger erhältlich - und Sie regen sich darüber auf? Verlage haben versäumt, ihre Archive erhältlich zu machen. Google schafft das. Das können Verlagsmanager schlimm finden. Die Menschheit darf das nicht schlecht finden, ansonsten stellen wir auf den Kopf, was wir für eine offene Gesellschaft halten. Thomas Knüwer Handelsblatt

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10. September 2008 12:50

GOOGLE News Archive und international einheitliches Urheberrecht

Werner Hahn (wernerhahn)

Dass sich GOOGLE schon längst zum Monopolisten des Weltwissens und der Bewusstseinsindustrie aufgeschwungen hat, kann jeder User von GOOGLE feststellen. Die Urheber all der Print-Artikel, von denen das virtuelle Zeitungsmuseum „GOOGLE News Archive“ gespeist werden soll, werden künftig natürlich nur dann enteignet und ausgebeutet, wenn die Verlage ihre Zustimmung zum Scannen der Artikel gegeben haben. Gewahrt sein muss das Recht der Urheber auf Vermarktung: das COPYRIGHT. Zahlungen von GOOGLE an Urheber bzw. Verlage, die zugestimmt haben, sollten selbstverständlich sein. Print-Medien, die ihr versammeltes Wissen im verlagseigenen Archiv, auf Papier und online, selbst bewahren und weitergeben wollen, müssen durch ein international einheitliches Urheberrecht geschützt werden. Das Raubkopieren durch die Digitalisierung der Bibliotheken kann nicht verhindert werden; siehe die Autoren-Vergütung durch die Institution VG Wort. Viele Autoren – auch Journalisten – würden sich freuen, wenn sie über das www auf ältere Zeitschriften- und Zeitungsartikel geradeheraus und kostenfrei zurückgreifen könnten. Journalisten nutzen „GOOGLE News“ für eigene Artikel. GOOGLE fördert mit „GOOGLE News“ bereits kulturelle Evolution (Memetik, Meme-Evolution).

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10. September 2008 10:25

Begrüßenswert

TOBIAS RÜGER (t.ruger)

Google stellt Material, das sonst in Archiven für die Allgemeinheit unzugänglich ist, zur Verfügung. Das ist nichts schlechtes. Wenn Urheberrechte verletzt werden, muss man sich darum kümmern. Die Urheberrecht von Journalisten sollten aber anders als die von Künstlern gehandhabt werden. Übrigens: warum macht die FAZ ihr Archiv nicht ebenso unkompliziert öffentlich? Log-In-Prozeduren, überhöhte Preise (ein Artikel € 4,-), keine Artikel vor 1992 erhältlich... Das ist nicht überzeugend.

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10. September 2008 08:24

Bezahlt Google die Autoren?

fritz Teich (fazfazfaz123)

Das ist doch mehr als ein deep link.

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10. September 2008 07:58

Warum auch immer...

Johann Schulz-Gebeltzig (johannsg)

mein erster Beitrag nicht angezeigt wird... Wie gesagt, ein bisschen Objektivität wäre toll. Wer sich darüber beschwert, dass ein Herr Kleber sich i.S. seines Arbeitsgebers ZDF äußert, der sollte aufpassen, wie er sich selbst als Zeitung aüßert. Dazu gehört, nicht wie von der Tarantel gestochen aufzuspringen! Btw: Google würde das vermutlich nie digitalisieren, wenn die Zeitungen leicht recherchierbare KOSTENLOSE Datenbanken aufgebaut hätten. Warum kostenlos? Weil ich nicht für irgendwas zahlen will, das mir vielleicht nützlich sein könnte. Und man weiß ja vorher nie genau, was man bekommt...

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10. September 2008 01:10

Google ist Zukunft.

Dirk Walbrühl (Kelen)

Dieser Kommentar wird vielleicht vielen nicht schmecken, dennoch ist sein Aufhänger fast schon Tatsache. Google ist Zukunft. Doch welche Heuchelei muss man schon betreiben, sich in seliger Erinnerung an 68er Gedankengut zu schmiegen, den bösen Zeigefinger belehrend zu heben und mit Horrorszenarien alla Monority Report zu drohen. Machen wir uns nichts vor: Google ist ein Konzernriese bisher unbekannter Größe und nimmt sich, was ihm passt. Doch ihn zu verdammen heisst gleichzeitig alle Konzerne zu verdammen, heisst endlich aufzuwachen aus einer Welt des fröhlichen Globalisierungskapitalismus der "global player", in dem große Plattenbosse bemängeln kein pures Gold mehr pressen zu können und die kleinen Bands beweinen, die davon eh kaum etwas sahen. Herzlich willkommen in der Wirklichkeit. Immerhin herrscht bei Google keine Kinderarbeit, kein Heuschreckenaktionärstum und keine Milliardenverspekuliererei auf Finanzblasen, noch nicht. Kümmern wir uns doch erst einmal um die akuten Probleme der Welt. Was der Slogan 'don't be evil' wirklich heisst, werden wir noch früh genug merken. Und zum Schluss mal Hand auf die Briefttasche: kein Verlag wird gezwungen seine Zeitungsarchive zu verkaufen. So unprofitabel kann es ja dann doch nicht sein.

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10. September 2008 00:35

Hört endlich auf zu flennen!

Markus Leibold (MSL)

Erst diese Ganze Antipropaganda gegen die öffentlich-rechtlichen und jetzt das. Wenn ihr Schiss habt, führt Innovationen ein, aber versucht nicht die Massen zu manipulieren, dann seid ihr kein Stück besser als Google. Ich finde das Projekt toll, wer es nicht mag soll es bitte einfach nicht nutzen. Wenn euch ein neuer Opel nicht gefällt, macht ihr schließlich auch keine Demonstrationen auf der Straße, sondern kauft ihn einfach nicht! PS: Wenn von diesem Beitrag auch nur ein Zeichen zensiert würde, zensieren Sie ihn bitte komplett. Eine Veröffentlichung in Auszügen verbitte ich mir ausdrücklich. Allerdings würden Sie damit einen treuen Kunden ihrer Zeitung verlieren - suchen Sie es sich aus.

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09. September 2008 21:45

Was hat denn die FAZ plötzlich gegen Werbung?

A Schmidt (SDT)

Wenn ich mal eines Eurer Videos sehen will, dann muß ich neuerdings erst mal sagenhafte 15s einen Werbespot über mich ergehen lassen. Solchen Murks kriege ich bei Google bisher jedenfalls nicht serviert.

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09. September 2008 18:38

Peinlich

Johann Schulz-Gebeltzig (johannsg)

Wenigstens oder gerade die FAZ könnte doch eine gewisse objektive Berichterstattung sicherstellen! Das gilt für diesen "bösen" Plan von Google, Zeitungen (nur mit Einverständnis des Verlages!) zu scannen genauso wie für die Berichterstattung über die Äußerungen Herrn Klebers im heute-Journal vor kurzer Zeit (wen es stört, dass ein Nachrichtenmoderator die Situation auf interessante Art aus seiner Sicht und der seines Arbeitgebers präsentiert, der sollte sich nicht darüber beschweren in dem er seine Sicht und die seines Arbeitgebers in einem fast hetzerisch zu nennenden Artikel in der Zeitung präsentiert!). Google digitalisiert - endlich kann man dann mal alte Zeitungen schneller recherchieren. Und günstiger. Für die Zeitungsverlage fällt doch nichts weg, denn die Einnahmen aus den sporadischen Archivrecherchen (die ja ohnehin für alle Beteiligten teuer sind!) sollten eh nicht als Kalkulationsgrundlage für den laufenden Betrieb herhalten. Es werden uralte Bücher digitalisiert, die sonst kaum jemand in den Händen halten könnte, warum nicht auch uralte Zeitungen? Jetzt mal ganz objektiv betrachtet!

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09. September 2008 18:14

Kontrollproblem

Alex Merck (AlexM3)

Viele Bibliotheken könnten so etwas auch machen - und hinsichtlich Artikel der letzten 10 Jahre benötigt niemand eine Digitalisierung, da alle Zeitschriften seit mindestens dieser Zeit digital produziert werden. Daß Google hier ansetzt, passt zu dem Werbefinanzierungs-Modell des Unternehmens - das übrigens nicht neu ist, sondern von Zeitschriften, Radio und TV seit langem praktiziert wird. Das Problem ist, daß hier die Kontrolle über die Preise und Konditionen, zu denen Inhalte angeboten werden, vom Verlag weg an ein anderes Unternehmen geht. Das ist das selbe, was bereits mit der Musikindustrie gemacht wurde - und die Folge ist (klar beobachtbar) ein Verlust der Preiskontrolle, sinkende Preise und schlechtere Einnahmen für sowohl die Unternehmen als auch die Gesamtgruppe der Kreativen. Aber da die meisten Journalisten so begeistert die "Sozialisierung" (kostenlose Verbreitung) von Musik gefeiert haben, geschieht es ihnen vielleicht recht, wenn ihnen jetzt das selbe angetan wird.

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09. September 2008 18:05

Und was ist mit den Urheberrechten?

Albert Genser (agens1)

Google mag ja in den USA und Kanada mit Genehmigung der Verlage alte Zeitungen einscannen. Die Autoren schauen in die Röhre. In Deutschland haben ganz sicher keine freien Autoren der Verwendung ihrer vor 30 Jahren geschriebenen Texte im Web zugestimmt. Damit ist das Einscannen von Texten deutscher Medien - wenn darin Artikel von freien Journalisten sind - jeweils ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Es sei denn: Google zahlt für die Nutzung. Das wäre zwar nicht viel pro Artikel, aber der Verwaltungsaufwand allein würde den den Konzern riesige Summen kosten. Vielleicht lohnt es sich dann nicht mehr das geistige Eigentum andere zu stehlen. Wer weiß. Was aus Google werden könnte hat vor ein paar Jahren bereits ein Film sehr deutlich gemacht. Hier ein Link zum (kostenlosen!) Film: http://media.aperto.de/google_epic2015_de.html Gerade die Verlage und alle an freier Presse Interessierte sollten sich diesen Film unbedingt ansehen! Vielleicht wacht der "Vierte Stand" doch noch früh genug auf!? Es wäre wünschenswert.

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