Bayreuth

Zärtliche Schwestern

Man fühlt sich zurückversetzt in die Zeiten feudalistischer Intrigenwirtschaft: In einer Verkettung wechselseitiger Erpressungen, inoffizieller Absprachen und vorab getroffener Entscheidungen steuern die Bayreuther Festspiele auf eine fragwürdige Kompromisslösung zu. Von Julia Spinola

Lesermeinungen zum Beitrag

14. April 2008 09:32

Format und Qualität nur mit Nur Nike Wagner

joachim bovier (jbovier)

Nun währt der Streit um die Festspielleitung von Bayreuth schon solange, dass es auf ein paar Monate mehr oder weniger auch nicht mehr ankommt. Inwieweit der greise Wolfgang Wagner seinen Aufgaben überhaupt noch nachkommt, ist doch durchaus fraglich, insoweit wäre sein Blockadeanspruch möglicherweise rechtlich auszuhebeln.
Dem bayerischen Wissenschaftsminister Thomas Goppel ist jedenfalls dringend davon abzuraten, sich auf dessen länger Erpressungen einzulassen. Nach den verheerenden Verrissen ihrer Meistersinger Inszenierung vom vergangenen Jahr bei Publikum und Feuilleton und den daraus resultierenden dramatischen Finanzproblemen, hat sich Katharina Wagner als Nachfolgerin wohl endgültig disqualifiziert. – mit oder ohne die immer abgelehnte Halbschwester Eva Wagner-Pasquier als künstlerisches Feigenblatt.
Wer je das von Nike Wagner geleitete Weimarer Kulturfestivals besucht oder ihre Ring-Inszenierung an der Bayerischen Staatsoper gesehen hat, wird bestätigen, dass die Tochter Wieland Wagners das zweifellos größte lebende künstlerische Talent der Familie Wagner ist. Nur sie könnte Bayreuth Zukunft geben. Eine sinnvolle Entscheidung für Qualität fordert eine Frau von Format: Nike Wagner – alleinverantwortlich und sonst niemand.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 1 von 1 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche