Anstatt sich damit anzufinden, dass weder der Büchnerpreis für Mosebach noch dessen Rede, sei sie auch noch so mit NS-Vergleichen gespickt, in der breiten Öffentlichkeit keine Beachtung finden, versucht die FAZ eine Kontroverse zu erzeugen. Was damit bezweckt wird, ist zwar nicht ganz klar, denn man könnte die Hunnenrede Wilhelm II. mit der Rede Himmlers in einem Atemzug nennen und die Analogie zwischen der monarchisch-christlichen Reaktion und dem Nationalsozialismus ziehen, so wie Mosebach sie zwischen Nationalsozialismus und der republikanisch-demokratischen Revolution gezogen hat. Fraglich ist allerdings, ob daraus wirklich ein Erkenntnisgewinn folgt. Dazu ist das Thema zu speziell, zu intellektuell und zu sehr mit historischem Fachwissen gespickt als das es ähnlich breit debattiert werden könnte.
Zumal auch nicht so recht klar ist, was die FAZ mit ihren Sticheleien gegen den Alleinvertretungsanspruch der Aufklärung erreichen möchte. Soll es etwa wieder christlicher, das aufgeklärte Abendland werden? Oder möchte die FAZ den Rückgriff auf die griechisch-römische Antike und das vorchristliche Europa befördern, damit das moderne Europa nicht so völlig allein in der Geschichte steht?
