Sehr geehrer Herr Hintermeier,
Sie sprechen mir aus der Seele.
G 8 fordert nicht wirklich unsere Kinder, weil die Unterrichtsmethoden sich nicht geändert haben. Sie werden entweder zu knallharten Zeitmanagern oder sie fliegen raus. Das Erlernen von "non-profit-skills" bleibt dabei auf der Strecke. Aber was können wir Eltern tun? Sind wir nicht gefordert Initiativen zu ergreifen und gemeinsam Überlegungen anzustellen, wie wir das System, das wir nun einmal haben für unsere Kinder erträglicher zu gestalten?
Ich bin dazu gerne bereit.
Ulrike Haveraaen
Es gab einen Versuch,per Antrag einen Volksentscheid über diese Frage herbeizuführen.Allerdings haben nur ein paar Eltern dieses Ansinnen unterstützt.
Und diejenigen,die keine oder ganz kleine Kinder hatten,haben sich gar nicht dafür interessiert.
In Deutschland ist der Wille zum berechtigten (!) und sachbezogenen (!) Protest eben nicht sehr ausgeprägt !
Vielleicht ist es ja etwas sehr pingelig, doch sollte man, wenn man das Abitur nach 12 Jahren so lobt und sich selbst als glorreiches Beispiel für ein erfolgreiches Abschließen eben dieses Abiturs darstellt, stärker darauf achten, daß Grammatik und Orthographie dieser Position entsprechen.
Jürgen Klebowski
Traue keiner Statistik,.......
Gibt es in Berlin schon ein Zentralabitur? Wenn nein, wäre die genannte Schule keineswegs die zweitbeste, sondern allenfalls die Schule mit dem 2-höchsten Abiturnotendurchschnitt, was durchaus nicht dasselbe ist.
Sind die o.g. aktuellen Abiturergebnisse nach 12 oder 13-jähriger Schulzeit entstanden.
Oder genauer gefragt: Sind die jetzigen Abiturienten schon zu 100 % durch den Schnelldurchgang gegangen?
Andernfalls würde gerade das Gegenteil bewiesen, nämlich dass 13 Schuljahre zum zweithöchsten Abiturnotendurchschnitt führen, was wie oben ausgeführt, ohne Vergleiche nur wenig über die Qualität aussagt.
Die Eltern sind mit ihrem Protest reichlich spät dran. Bei der Einführung des G8 (in Bayern) 2003 gab es keine Protestbewegung, die Kritik Sachkundiger verhallte ungehört. Jetzt ist der Zug abgefahren: No use crying over spilt milk, Herr Hintermeier!
Die Berliner Rosa-Luxemburg-Oberschule reagierte auf die Verkürzung der Gymnasialzeit mit der Verlängerung der Unterrichtsstunden auf 60 min (dadurch weniger verschiedene Einzelstunden mit mehr Zeit zur Vertiefung des Themas), einem späterem morgendlichen Anfang und einer ausführlichen Mittagspause. Gleichzeitig wird eine sehr kommode Hausaufgabenpolitik verfolgt, so daß die Schüler recht entspannt durch den Tag kommen und Zeit für eigene Dinge haben, auch wenn sie meist erst gegen 16 Uhr zu Hause sind. Diese Schule ist nach den Abiturergebnissen die zweitbeste Berlins. Es geht also auch anders. Allerdings hat die Schule auch Erfahrung mit dem Abitur nach 12 Jahren, weil sie schon seit Jahren einen Schnelläuferzug ab fünfter Klasse betreiben. Ansonsten währt sympathischerweise in Berlin die Grundschule sechs Jahre.
Ich begrüße eine Verkürzung der Schulzeit sehr. Mit 19 oder 20 immer noch nichts anderes als Schüler zu sein, finde ich gruselig.
Ich bin im Prinzip für das Abitur nach 12 Jahren. Ich selbst bin noch 13 Jahre zur Schule gegangen (NRW), jecdoch hätte man durchaus ein volles Jahr streichen können. Dies ist zwar zum Nachteil von Realschülern, aber man kann es halt nicht jedem rechtmachen (=Kuschelpädagogik).
Die Regierung hat mal wieder Ihre Fähigkeit zur Schau gestellt, alles zu verschlimmbessern. Hehere Ziele, schlechte Umsetzung, die jedem Bürger die Haare zu Berge stehen lässt. Es ist zwar einem Schüler durchaus zuszumuten von 8 Uhr bis 15.30 Uhr Unterricht zu haben, jedoch werden hierfür bedeutend mehr und vor allem besser qualifizierte Lehrer gebraucht. Vor allem müssen wieder verstärkt Naturwissenschaften unterrichtet werden, denn ein Verständniss von genau diesen Fächern ist es, die ein Interesse an Natur und Technik weckt. Dieses Interesse würde dem Bereich der Forschung und der Ingenieurswissenschaften enorm gut tun.
Denn es ist wichtiger Bewegungen von Tieren zu kennen und zu erkennen (Beispiel: Biotechnologie, Bio-Engineering), als eine Jambus von einem Trochäus zu untercheiden......
Fakt ist jedoch, dass den Schülern ein besseres Umfeld zum lernen gegeben werden muss, in Form von guten Lehrern, einem guten Lehrplan und guten Büchern.
Um das Ziel "niedrigeres Durchschnittsalter der Abiturienten" zu erreichen, hätte man auch einen anderen Ansatz wählen können: Herabsetzung des Einschulungsalters um ein halbes Jahr. Wer einmal erlebt hat, mit welcher Freude 5-jährige Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen wollen, daran aber von wohlmeinenden Kuschelpädagogen gehindert werden, wird dem zustimmen. Bei diesem Ansatz hätte man die ganze Unruhe und Unsicherheit vermieden, die durch G8 in die Schulen getragen wird. Allerdings wäre auch ein für die Finanzpolitiker willkommener Nebeneffekt entfallen: Im Lauf der nächsten 8 Jahre werden etwa 10% der Lehrerstellen an Gymnasien gestrichen werden können, da ja eine Verringerung der Klassenstärken nicht vorgesehen ist.
Andere Frage: Hat sich schon jemand Gedanken darüber gemacht, was an den Universitäten los sein wird, wenn im Lauf von 2 Jahren 3 Abschlußjahrgänge auf sie zukommen werden?
Bereits im Jahr 2005 hatten wir als eine der ersten G8-Klassen in Frankfurt am Main der Kultusministerin Wolff von unseren Erfahrungen berichtet. Sie stimmen mit den geschilderten Problemen weitestgehend überein.
Was müsste geschehen, wenn G8 schon nicht zurückgenommen wird?
Hier wäre zu nennen:
Rücknahme von Wochenstunden (die schulisch-zeitliche Arbeitsbelastungen für G8-Schüler dürfen die durchschnittlichen Arbeitszeiten eines Arbeitnehmers in Deutschland nicht überschreiten!), durchdachte Stoffverdichtung, bessere räumliche Gegebenheiten, Verhinderung von „Scheuklappenlernen“, kleinere Klassenstärken, mehr Lehrerkapazitäten, Berücksichtigung und Anpassungen bezüglich der besonderen Entwicklungsphasen der Schüler, Sicherung der notwendigen Infrastruktur (inkl. ordentliche Sanitäreinrichtungen), Förderung von Schülern, die durch G8 Probleme bekommen, intelligentes System zur Steuerung der Hausaufgaben-Quantitäten, ausreichende Lernmittel für G8, Einbeziehung der Lehrer und Eltern in den G8-Prozess (fairer Dialog).
Denn: Es nützt wenig, durch zu hohen Druck mehr erreichen zu wollen und dabei das Wichtige und Wesentliche aus den Augen zu verlieren – und das ist das Wohl und die erfolgreiche Entwicklung unserer Kinder!
... in Europa so unangefochten an der Spitze steht, sieht man einmal vom vornehmlich aus Deutschland finanzierten und für Belgien äußerst lukrativen EU-Zirkus ab , auch, wenn es ehrlich gesagt ziemlich schwer fällt, darüber hinaus gehende wirtschaftliche Highlights aus Belgien zu benennen - aber das ist vermutlich bloß deutsche Ignoranz und auf Blackouts im hiesigen Bildungssystem zurückzuführen !? ("In meinem Heimatland Belgien ist es längst üblich, dass Kinder von 8h30 bis 15h20, ab 12 auch bis 16h25, zur Schule gehen, und nebenbei auch Freizeitaktivitäten und eine normale Entwicklung haben können. Sportvereine, Musikschulen, etc. gibt es auch in Belgien, und die werden gut besucht! Ich selbst wurde auch in diesem System erzogen, und kann mich nicht über eine verschwendete Jugend beklagen. Für das deutsche Schulwesen habe ich nur ein schwaches Lächeln übrig ...")
Natürlich "reichen" 12 Jahre Schule zum Abitur. Es bräuchte lediglich eine Ausmistung der Curriculae statt einer Umlage des Status Quo auf mehr Wochstunden. Das macht natürlich Arbeit, die Unternehmer jeden Tag leisten. Schulministerien mögen damit überfordert sein - und das ist ja auch offensichtlich (oder die Ausweitung der Wochenstunden ist eben genau Absicht); beides ist aber ein Grund mehr die Bildung unserer Kinder nicht länger der staatlichen Bürokratie zu überlassen, sondern Kindern, Eltern, Unternehmen und Bürgern - den lebenden Menschen halt - Raum zum Werden, Raum zum Sich-Bilden, Möglichkeiten zum Erfolg zu lassen. So hat die Nachkriegsgeneration Aufschwung und Wohlstand GESCHAFFEN, heute werden die Menschen - wie Tiere - nur noch verwaltet von den Sowjets (=Experten) in den unzähligen staatlichen Bürokratien und deren Zuarbeitern.
Herrn Hintermeier kann ich in Bestandsaufnahme und Kritik aus vollem Herzen zustimmen. Wir haben drei sogenannte "schulpflichtige" Kinder. Auch die politische Hinterfotzigkeit, die Ganztagsschulpflicht hintenherum einzuführen, ist gut erkannt. Es läuft hier in NRW ganz genauso - und es läuft bundesweit fast überall dasselbe, gesteuert und finanziert von Berlin und dem - nach unserem Grundgesetz - nicht zuständigen Bund.
Aus dem grundgesetzlichem Anspruch der Eltern nach staatlicher Aufsicht über Schulen (Art. 7 GG) ist inzwischen ein staatliches Bildungsmonopol via staatlichem Schulsystem geworden - und es wird weiter ausgebaut, zur Not mit Schulzwang und Sorgerechtsentzug. Und wie alle staatlichen Monopole ist dieses System menschenfeindlich, schlecht und seine Ergebnisse sind bescheiden - und das trotz oftmals engagierten Personals vor Ort.
Alternativen zu Schule - und seien es auch nur Ausnahmefälle - werden sogar polizeilich verfolgt. Ein solches Gebahren entlarvt den Unrechtscharakter einer eigensinnigen gleichmacherischen Schulpolitik, die ganz allmählich niemandem mehr gerecht wird außer vielleicht den machthabenden Schulbürokraten.
Das allerdings läßt sich ändern.
Ich habe selber 98 in Thüringen nach 12 Schuljahren Abi gemacht. Ich bin keine Leichte und hab trotzdem ein ohne viel Aufwand ein anständiges Abitur gemacht. Mittlerweile Studiere ich in HH und mir geht es wie schon vorher beschrieben. Es sind viele die 13 Jahre gegangen sind und kein Zentralabitur hatten schon wieder weg. Sie schaffen es einfach nicht und ihre Defizite sind einfach zu groß.
An alle die meinen 7 Stunden täglich seien Kindern nicht zumut bar: WIR REDEN VON SCHULSTUNDEN -> 1std.= 45 min, dass macht mit PAUSEN bei 7 Unterrichtsstunden einen Schultag von ca 8 Uhr bis ca 15 Uhr. Also wenn nicht alle Kinder gleich gegen 18:00 Uhr im Bett verschwinden, würde ich sagen, ist immer noch genügend Freizeit für alle möglichen Aktivitäten.
PS: Eltern kümmert Euch um eure Kinder, denn Ihr alleine seit für sie verantwortlich.
das Abitur in 11 oder 12 Jahren zu machen!
Ich weiß nicht wie hoch der Freizeitbedarf der hessischen Gymnasiasten ist, aber mir haben in Sachsen meine durchschnittlichen 5 Stunden pro Wochentag genügt um mich sowohl musisch als auch sportlich zu betätigen. Und nebenbei habe ich auch noch meine Persönlichkeit entwickelt. Unmöglich? In Sachsen alltäglich....