Eigenwillige Ansichten: Friedbert Pflüger

Pflügers Literaturkritik

Auf den Spuren von Oriana Fallaci

Friedbert Pflüger will Regierender Bürgermeister von Berlin werden. In der Stadt leben rund 210.000 Muslime. Eine Rezension aus der Feder des CDU-Politikers zeigt eigenwillige Vorstellungen vom Zusammenleben der Religionen.

Lesermeinungen zum Beitrag

23. Januar 2006 21:14

Kann man alles auf eine Buchrezension beschränken?

B. Keim (bkeim)

Will man dem Menschen gerecht werden, so sollte man nicht nur einen Blick auf diese Rezension werfen, sondern sich auch Gedanken über das machen, was dahinterstand.
Die Rezension wurde unter dem Eindruck der Ereignisse des 11.9.2001 geschrieben. Und wer erinnert sich nicht, wieviele Intellektuelle seinerzeit mehr Verständnis forderten um eine Eskalation zwischen den Kulturen zu verhindern. Das hat teilweise tatsächlich Früchte getragen, aber nichts daran geändert, dass der Westen sich selbst gegenüber immer noch ein wenig in der Pflicht steht, wenn er sich und seine Werte bewahren will. Wo sind die von uns vermittelbaren Werte, die augenscheinlich nicht nur einen Anspruch gegenüber Dritten, sondern auch uns selbst gegenüber so weitgehend definieren, dass wir uns ihrer nicht zu schämen brauchen, sondern sie ruhigen Gewissens und auch mit Nachdruck gegenüber Dritten vertreten könnten. Hier aber hat man bisweilen den Eindruck, dass wir bereits nach unseren eigenen Maßstäben scheitern. Auch wenn es richtig gewesen sein mag, sich aus dem Irak-Krieg herauszuhalten, sind wir z.B. die Antwort schuldig geblieben wie es dort konkret weitergehen soll. Die Haltung europäischer Intellektueller erweckt oft den Eindruck als sei es das Beste, das Elend der Welt sich selbst zu überlassen, da wir zu keiner Antwort mehr fähig sind.

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23. Januar 2006 20:37

Absolute Spitze

Daniel Wiebke (Izzoo)

Was ich hier über den mir bisher unbekannten Friedbert Pflüger lese, rührt mich. Dieser Mann wäre mal wieder ein Mann für die CDU, zumindest für eine CDU in ihrem alten Selbstverständnis, nämlich eine große, konservative Partei zu sein. Das personelle Angebot, was den Wählern angetan wurde, denken wir von Seehofer bis hin zu unserer werten Frau Bundeskanzler Angela Merkel, war erschreckend. Mit der Nominierung Pflügers ist vielleicht endlich ein Schritt in die richtige Richtung getan worden, was mir dieser Artikel verdeutlicht. Natürlich wünschen wir uns den "Dialog der Kulturen", doch man muss auch Realist bleiben und sagen, dass ein solcher Dialog unter den gegebenen Umständen nicht machbar ist. Seine Einstellung als eigenwillig abzutun missfällt mir daher sehr.

Bei den Wahlen in Berlin wäre Pflüger der einzig wählbare Kandidat, aber ich glaube nicht, dass er erstens gewinnen wird und zweitens lange Rückendeckung von seiner Partei bekommen wird, die zermürbt ist, weil sie nicht mehr weiß, wo sie steht.

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23. Januar 2006 19:04

Anpassung gefragt? Zu Pflügers Kandidatur

Jörg A. Bahnemann (J.A.Bahnemann)

In seltener Einmütigkeit äußern sich die Großen in der Politik über einen ehrgeizigen Hinterbänkler. Eigentlich ist es üblich, dem das Amt zu verweigern, der es mit so viel Vordrängelei anstrebt. Aber wenn die Berliner Bürger auf diese Weise den unglaublichen Lebemann-Bürgermeister loswerden könnten, sollten sie dafür einen harmlosen Opportunisten in Kauf nehmen: schlechter als es jetzt geschieht, kann auch Pflüger sie nicht regieren. Und auch der Bundeswehr wäre damit gedient.

Jörg Bahnemann

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