Berechnung statt Missverständnis: Günther Oettingers Rede war kalkuliert

Oettingers Äußerungen

Missverständnis ausgeschlossen

Günther Oettinger hat den Eindruck bedauert, den seine Trauerrede auf Filbinger erweckt hat, und damit alles nur noch schlimmer gemacht. Das Anstößige an seiner Entgrenzung des Begriffs der NS-Gegnerschaft ist, dass keine innere Haltung die tatsächliche Handlung ersetzen kann. Von Frank Schirrmacher.

Lesermeinungen zum Beitrag

20. April 2007 11:03

Stasi-Filbinger

Burghard Schmanck (Schmanck)

Im Bundestagsprotokoll vom 15.05.1997 steht auf Seite 15833:
" Wer heute noch den absolut rehabilitierten Dr. Filbinger angreift, entlarvt sich als Mittäter der Stasi."

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20. April 2007 00:18

Excellente und differenzierte Analyse, Herr Schirrmacher!

klaus maerlaender (makeda)

Hervorragend analysiert und glaenzend formuliert, der Beitrag arbeitet die Aeusserungen Oettingers hoechst zutreffend auf!
Widerstand kann aktiv und passiv erfolgen, in beiden Faellen hat dies zu erheblichen Repressalien gefuehrt und oft auch fuer die ganze Familie zu Entbehrungen, bedauerlicherweise zum Teil mit weit ueber die Kriegszeit hinausreichenden Folgen.
Vermutete Gewissensbisse eines eingetragenen Mitglieds der NSDAP kann man nun wirklich nicht als Widerstand bezeichnen.

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19. April 2007 11:36

Oliver Stein

Marco Vogt (MarcoVogt)

Sie haben mich nicht verstanden.

Es ging um die Selbstgerechtigkeit heutiger ANkläger!

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18. April 2007 21:26

An Alle & Herrn Vogt

Oliver Stein (oliverstein)

Ich halte zwei Dinge für notwendig klarzustellen:

Erstens diese Auseinandersetzung zu ideologisieren - wie es in der Diskussion passiert ist - ist absolut unangebracht. Aber in Deutschland scheint es nur links und rechts zu geben, aber nicht falsch oder richtig. Es spielt doch keine Rolle in welcher Partei Oettinger ist oder Filbinger war...

Zweites wird immer wieder vorgebracht - wie von Herrn Vogt - dass jeder kleinste Widerstand im Dritten Reich mit dem Tod verfolgt wäre. So ein (historischer) Quatsch ! Mein Gross-Onkel Prof.Dr. Erwin Stein wurde wegen Verweigerung 1933 als Richter aus dem Staatsdienst entlassen, aber nicht erschossen. Die Berliner Synagoge wurde von einem deutschen Polizisten in der Progromnacht gerettet, der 1943 in den Ruhestand geschickt wurde. So, gibt es viele, sehr viele Beispiele.

Ich verstehe auch die Argumentations-Logik bzw. Entschuldigung nicht: Wenn man vom Tod bedroht ist, schickt man ja auch eher andere in den Tod ? Na, dann...

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17. April 2007 10:48

Ein Hoch auf alle Widerstandskämpfer...

Marco Vogt (MarcoVogt)

die heute wissen, dass sie gegen das Naziregime gewesen wären.

Soviel Einsatz verdient ein ehrliches: Bravo!

Ich bin stolz auf Euch und Eure Bereitschaft in den Tod zu gehen!

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16. April 2007 22:51

Diese Debatte nervt

Jürgen Schnurr (JuergenSchnurr)

Hans Filbinger war sicher kein Widerstandskämpfer. War er der Nazi-Richter als der ihn Hochhut gebrandmarkt hat? Ich habe da meine Zweifel.

Ich habe ein ganz großes Problem mit dem "Gegner der Nazi". Seine Gegnerschaft zum 3. Reich hat Hans Filbinger nicht offen gezeigt. Sie im nachhinein zu behaupten ist billig.

Aber ich habe ein noch viel größeres Problem mit Leuten die damals nicht gelebt haben und zu behaupten sie hätten die Nazis bekämpft wenn sie dabei gewesen wären. Deshalb ärgert mich so manches moralinsaures Geschwätz was viele der Nachkriegsgenerationen von sich geben.

Warum musste Hans Filbinger damals zurücktreten? Weil er in seinen ersten Stellungsnahmen zu den Vorwürfen nicht die Wahrheit gesagt hat.

Das was sich Günther Oettinger vorwerfen lassen muss ist durch eine schlechte Rede dem Ansehen eines verstorbenen geschadet zu haben.

Aber es gibt deutlich wichtigere Themen als schlechte Reden, schlechte Politik. Und davon haben wir mehr als genug, in Deutschland und in der Welt.

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16. April 2007 21:23

Oettinger zeigte Zivilcourage, Schirrmacher nur Political Correctness!

HANS Georg von Heydebreck (von.heydebreck)

Der Entrüstungssturm in allen deutschen Medien, den nun auch Schirrmacher noch ordentlich anfacht, zeigt, dass kaum jemand den ganzen Redetext sorgfältig gelesen hat. Oettinger hat den Lebenslauf Filbingers nämlich sorgfältig recherchiert und ist zu einer ausgewogenen Bewertung gekommen. Besonders ist seine Zivilcourage hervorzuheben, abweichend von der üblichen Political Correctness, einen verdienten Mann auch vor lange zurückliegenden und bis heute nie überzeugend bewiesenen Vorwürfen in Schutz zu nehmen, er habe sich als Marinerichter nationalsozialistische Verbrechen zuschulden kommen lassen. Sicher hätte Oettinger statt seines Hinweises, daß auch Filbinger "sich den Zwängen des (Nazi-)Regimes ebenso wenig entziehen konnte wie Millionen andere" eine etwas deutlichere Kritik einfließen lassen können. Diese Unterlassung rechtfertigt aber nicht die jetzige völlig überzogene Kampagne gegen ihn.

Wer wie der Unterzeichner einer nachgeborenen Generation angehört und sich im Internet über die historischen Hintergründe informiert, kommt nämlich mit Oettinger zu dem Schluss, dass Filbinger wirklich kein Nazi war, sondern seine Position als Marinerichter nutzte, vielen Menschen das Leben zu retten.


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16. April 2007 21:06

Oje, Herr Schirrmacher,

Armin Quentmeier (thiotrix)

da haben Sie aber einen Text abgeliefert, der eher in ein pseudointelektuelles linksliberales Laberblatt wie die „Zeit“ gepaßt hätte. Der FAZ-Autor Gillessen hatte in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 14.9.2003 eine weitaus bessere Arbeit geleistet, als er zu Filbingers 90. Geburtstag dessen sechs Urteile analysiert hatte, bei denen es um Leben und Tod ging. Sein Fazit: Filbinger - ein grausamer Militärrichter, ein "furchtbarer Jurist"? Nichts davon hält genauer Betrachtung stand.“ Dieser Artikel sollte Pflichtlektüre sein für alle, die sich hier im Forum auf unsachliche, polemische und z.T. richtig bösartige und haßerfüllte Weise über Oettingers Gedenkrede echauffieren. Leider ist die CDU mal wieder vor der linken Medienhysterie eingeknickt- viele CDU-Granden werden wohl nie begreifen, daß eine permanente Anbiederung an den Zeitgeist und eine völlige Rückratlosigkeit bei Kampagnen wie der gegen Filbinger 1978, gegen Hohmann 2003 und jetzt gegen Oettinger nur zu einer Erosion des Wählerpotentials führt. So mancher Stammwähler dürfte sich bei einem solchen Mangel an Zivilcourage enttäuscht abwenden und zu der größten „Fraktion“ gehen, den Nichtwählern.
PS. Was ist „mimetische Nibelungentreue“?!?

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16. April 2007 20:30

Schirrmacher spricht mir aus der Seele

Itzhak Levinski (mohel)

Selbstverständlich auch der Zentralrat der Juden

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16. April 2007 19:15

Blanker Unfug,Herr ROssmann

Markus Teuber (arathorn)

Was Sie da sagen und offenbar auch glauben,ist nicht mehr zu überbieten.
Sie verwechseln offenbar absichtlich Roß und Reiter.

Milosevic und seine ANhänger - und nur sie - haben den Kosovo-Krieg verursacht! Ohne ihr Vorgehen im Kosovo,das nicht von ungefähr und so unglaublich dem deutschen Handeln zwischen 33 - 45 ähnelte (!) ,hätte es diese Auseinandersetzung nie gegeben.

Filbinger,der eben schon mit seinem Handeln den Nationalsozialismus gestützt hat ,mit Schröder zu vergleichen, ist infam!

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16. April 2007 18:16

Verhalten vs. Einstellung

ralph s. seidel (arsenalfan)

Auch ich fühle mich durch diesen in seinen treffenden Urteilen und Differenzierungen sehr gelungenen Artikel zu einem Kommentar hingerissen und schließe mich den Glückwünschen vieler Leser hier an. Das Prinzip 'tatsächliches Verhalten vor innerer Einstellung' werte auch ich als entscheidende Errungenschaft der juristischen und sonstigen Bewertung menschlichen Handelns.
Ich empfehle der F.A.Z., diesen Grundsatz auch beim Thema des Kopftuchstreits und ähnlicher Fragen zu verfolgen, wo eine innere Einstellung (mittels einer vermeintlich gültigen Symbol-Interpretation) zum Kriterium einer Eignungs-Bewertung für öffentliche Ämter in unserem Staat gemacht wird. Wer bei Fragen des NS-Regimes hier (zu Recht) nein sagt, sollte dies auch bei ähnlich gelagerten Themen tun.
Was im Übrigen die Problematik des Handelns in problematischen sozialen Kontexten anbetrifft, empfehle ich die Lektüre der sehr interessanten Arbeiten Harald Welzers.

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16. April 2007 17:03

Kritik an Oettinger ist zwingend

Andreas Korth (juni0r)

Wenn ich die zahlreichen Kommentare hier lese, die darauf abzielen, die unmöglichen Aussagen Oettingers zu relativieren, wird mir schlecht.

Auch ich winke oft ab, wenn z.B. Funktionäre des Zentralrats der Juden meinen, jede öffentliche Aussage kritisieren zu müssen, die auch nur im Entferntesten als Relativierung der Nazi-Verbrechen ausgelegt werden könnte. Hier aber verhält es sich eindeutig und die Kritik an Oettinger samt Rücktrittsforderungen ist zweifelsfrei berechtigt. Mehr noch: sie ist zwingend.

Wie kann man einen astreinen Nazi, der nachweislich Todesurteile gegen Deserteure verhängt hat, als Gegner des Regimes ausmachen? Der Hohn aus einer derart perfiden Dialektik spricht muss doch jedem vernünftigen Menschen zumindest auffallen! Wie kann man dies hinnehmen, angesichts derer, die Ihre Überzeugung lieber mit in den Tod nahmen, als dem Treiben der Nazis noch länger zuzusehen?

Der Beitrag Frank Schirrmachers trifft haargenau den Kern dieser Debatte. Man kann Oettingers Verfehlungen kaum unaufgeregter, rationeller und zutreffender auf den Punkt bringen. Wer diese Kritik nicht versteht oder gar meint, die Sache werde künstlich aufgebauscht, hat sich leider in der Freiheit unserer Gesellschaft verirrt.

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16. April 2007 17:01

RE:RE: Es ist leicht andere zu verurteilen!

Daniel Rossmann (Danielrossmann)

Herr Klemme so wie Sie es sagen akzeptiere ich es. So wurde es aber von dem meisten Kritikern nicht gesagt.

Was ich schockierend finde ist, daß die Kritik in keinem Verhältnis zu dem steht was Oettinger wirklich getan hat, insbesondere auf Grund der Tatsache, daß führende Mitglieder des Widerstandes Filbinger als einen, der von der Gesinnung her auf ihrer Seite steht, zählten. Kritik ist i. O. aber nicht so und nicht von der Seite von der sie kam. Von einer Seite die heute noch einen Mann verehrt, der mutmaßliche Kriegsverbrechen ganz anderen Ausmaßes begangen hat. Angriffskrieg, Bombardieren der serbischen Zivilbevölkerung mit über 30.000 uranhaltigen Granaten, dadurch Tötung mehrere tausend Zivilisten (!), Zerstörung von mehreren hundert Schulen und Krankenhäusern, fast 400.000 Flüchtlinge und Schaffung eines weitgehend ethnisch gesäuberten Kosovo, und die Gründe für dieses Vorgehen waren erlogen.

Das alles sich schwerste Verbrechen, der Mann der sie mutmaßlich begangen hat heißt Gerhard Schröder. Kritisiert wurde er dafür bisher von niemandem. Diejenigen die hierzu schweigen wähnen hingegen durch das was Oettinger gesagt hat den Anbruch des 4. Reiches. Hier stimmt etwas nicht mehr.

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16. April 2007 16:59

Patrioten

Franz Altmann (elviejo_136)

Nicht nur die Schreibtischtäter sondern
auch wer als Mörder direkt Hand angelegt
hatte, sie alle konnten in der BRD der
50er und 60er Jahre ihre Karrieren im
Staatsdienst (!) ungestört fortsetzen
bzw. sich üppiger Pensionen erfreuen.

Ihre Opfer dagegen hatten sie meistens
irgendwo verscharrt. Die konnten nicht
mehr protestieren.

Nur linke Gutmenschen beschmutzen mal
wieder das eigene Nest und verletzen
das Andenken der Patrioten.

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16. April 2007 16:42

Gestrigkeit als christlich-konservstives Prinzip

Frank Wohlgemuth (fwohlgemuth)

Hallo Herr Schirrmacher,

Ihre Analyse verdient eine Ergänzung: Brennhuber führt mit seiner Bemerkung zur Wirkung der Nachrede auf die christlich-konservative Seele dahin:

Christentum hat nur sehr bedingt etwas humanistischen Wertevorstellungen zu tun, die primäre speziell christliche Tugend ist der Gehorsam: Paulus: "Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat."

Leicht überspitzt ließe sich der Christlich-Konservative einfach als Konformist charakterisieren, als bedingungsloser Opportunist. Und genau in dieser Eigenschaft wird er getroffen, wenn ein Opportunismus in der Vorgängergesellschaft heute vorgeworfen werden kann, denn Gehorsam ist nicht relativierbar. Oder mit Filbinger: "Was früher Recht war, kann heute nicht Unrecht sein."
Das heißt, man heult auch mit den Wölfen, die man nicht mag, und so gut, dass man sogar Leitwolf wird. Die Tat ist nachher unwichtig, gebeichtet und abgeschrieben. Diese grundsätzliche Tugend, der Gehorsam gegenüber der Obrigkeit, darf nie verurteilt werden, sonst wird das Christentum in der Diktatur nur noch als Märtyrertum möglich.
Also: Die waren so und sind so und verteidigen einfach ihr Recht auf Ausübung ihrer Religion.

mit freundlichem Gruß Frank Wohlgemuth

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16. April 2007 16:04

FAZ = Bild? oder TAZ?

Simon Tissen (aimontissen)

Immer wieder muss ich als regelmäßiger Leser der FAZ feststellen, dass manche Artikel denen der Bildzeitung oder der TAZ in nichts nachstehen, so z.B. der von Herrn Schirrmacher über Herrn Oettinger.
Es ist traurig, dass in Deutschland wegen so unbedeutsamen Dingen solche ,,Aktionen'' wie gegen Herrn Oettinger gestartet werden. Würde ein solcher Artikel in der ,,Bild'' stehen, könnte man es nachvollziehen, da das deutsche Volk sich auf nichts anderes ,,stürzt’’, auch kennt man solche Artikel eher von Gemeinschaften wie ,,Verdi oder der SPD oder den noch schlimmeren Linken''.
Das man so einen Artikel allerdings auch schon in einer weltweit angesehenen Zeitung wie der FAZ liest ist nicht nur traurig, nein es ist ein Armutszeugnis unsere Gesellschaft.
Herr Oettinger hat seine Rede an die Verstorbenen gerichtet, dabei zählt man nun mal nicht die ,,Schandtaten'' auf, die ein Mensch wie Filbinger ,,verbrochen'' hat, sondern man versucht den Schwerpunkt der Rede auf die guten Aspekte des Verstorbenen zu legen, genau das hat Herr Oettinger getan und ist dafür in keinster Art und Weise zu verurteilen.
Menschen die jetzt noch Anzeige gegen ihn erheben sind nicht mehr als lächerlich und nicht erwähnenswert, schon gar nicht in der FAZ.

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16. April 2007 16:03

Schirrmacher und FAZ gegen Oettinger

Tom HAUSER (HermesOne)

Die monatliche Kampagne der FAZ steht also an: Dieses Mal Herr Oettinger, vorher Herr Piech, vorher Herr Stoiber (vielleicht auch imme noch). Um die Sache geht's den FAZ-Chefredakteuren schon lange nicht mehr, sondern nur noch um Marktanteile. Ich bin alt genug, um mich gut an ähnliche Kampagnen der Welt, der Süddeutschen, der Zeit
zu erinnern. Das jeweilige Ergebnis war ein schlichter Niedergang.
Es gibt keinen Zweifel, daß Herr Filbinger ein Patriot war, ein seriöser Mann und die Nazis in keiner Weise unterstützt hat. Natürlich weiß das auch die FAZ. Sie hat darüber ausführlich geschriebe, Leser haben Informationen dazu geliefert und Filbinger selbst hat dazu ausführlich, auch in der FAZ Stellung genommen. Die Fakten sind bekannt und Oettinger hat hat nichts zu bedauern. Die FAZ hat ihre Kamapgane zu bedauern.

Tom Hauser.
Ulm / Donau

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16. April 2007 15:44

Ein Hoch auf unzählige Widerstandskämpfer

Markus Teuber (arathorn)

Erst wird nicht mehr lange dauern,dann werden noch ganz andere Leute zu Widerstandskämpfern erklärt werden:
Mein Vorschlag für Heute : Rudolf Heß !

Schließlich sei er doch nach Engelland geflogen,um den Krieg im Westen zu beenden - und das alles auf Wunsch seines (unseres ?) geliebten Führers.

Damit war er doch auch Widerstandskämpfer, - oder gar Gegner ?

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16. April 2007 15:30

Behrends

Marco Vogt (MarcoVogt)

Ich bin absolut überzeugt, dass auch Oberst Schenk Graf von Stauffenberg Exekutionen gegen Deserteure für rechtmäßig gehalten hat.

Ebenso wie Henning von Treskow und andere Verschwörer gegen Hitler.

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16. April 2007 15:18

Gegner ist kein Widerstandskämpfe

Marco Vogt (MarcoVogt)

Warum kann man das nicht mal klarstellen?

Ein Gegner muss nicht offen Widerstand leisten. Warum sonst gibt es zwei Begriffe? Sie sind kein Synonym, auch wenn viele das jetzt implizieren wollen.

Natürlich kann Herr Öttinger - dessen Meinung ich übrigens nicht teile - eine solche Rede halten. Sie fällt unter die freie Meinungsäußerung.

Natürlich kann ein Gegner eine solche Rede auch frei kritisieren, doch zumindest wäre ein Hinweis darauf angebracht, dass Öttinger eben das Recht hat seine Rede so zu halten, wie er es für richtig hält.

Bei den Gegnern Öttingers schimmert immer der Anschein durch, dass sie das freie Wort des Anderen nicht dulden.

Ein Manko, das mich schon lange , das aber symptomatisch für die Generation 50-70 ist, egal ob Links, Rechts oder Bunt-gecheckt.

Viele Vertreter meinen im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein und allein ihre Meinung ist es Wert geäußert zu werden, alle anderen sollten Schweigen.

Ich schreibe nicht was ich über soviel Selbstgerechtigkeit denke.

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16. April 2007 15:13

2 Fragen

Jan Behrends (JCBehrends)

Zitat Schirrmacher:"Es ist schwer vorstellbar, dass ein Mensch, der im Dritten Reich Todesurteile beantragt, verkündet oder angeordnet hat, ein Gegner des Nationalsozialismus gewesen ist - es sei denn, er hätte durch die Tat den Beweis dieser Gegnerschaft erbracht."

1) Ist es wirklich nicht vorstellbar, daß ein Mensch zwar Todesstrafen für Deserteure nicht prinzipiell ablehnte, der Ideologie des Nationalsozialismus aber ferne stand? Konnte man nicht Militarist sein und die militärische Disziplin auch mit grausamen Mitteln aufrechterhalten wollen, dennoch aber Anti-Nazi sein?

2) Sind die dokumentierten Handlungen Filbingers, mit denen er wegen Wehrkraftzersetzung angeklagten Soldaten half, nicht Taten, durch die eine Ablehnung des NS-Regime eher wahrscheinlich als unwahrscheinlcih wird

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16. April 2007 15:09

Holger von Tran

Marco Vogt (MarcoVogt)

Danke für Ihren Beitrag!

Da kann ich nur zustimmen, ich schrieb bereits ähnliches, leider kann ich den Beitrag nicht mehr finden.

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16. April 2007 14:57

Leute, regt Euch doch ab...

Maximilian Ohl (maxilein1408)

... immerhin hat sich mittlerweile wenigstens Kardinal Dscher... äääh sorry, Sterzinsky der üblichen Alt-68er erbarmt und den Gedenkgottesdienst untersagt. Denn auch wenn die meisten von ihnen stramme Atheisten sind und unter "Moral" etwas nicht unwesentlich Anderes verstehen dürften als seine eigenen Glaubensbrüder (wie Filbinger einer war), war es doch nobel von ihm, auf ihre verletzten "zivilreligiösen" Gefühle und ihre "moralische Empörung" Rücksicht zu nehmen (hat nicht mal jemand gesagt, dass diese eine Methode wäre, den Idioten mit Würde auszustatten? Na ja, das führt wohl am Thema vorbei).

Mittlerweile soll ja auch schon eine Strafanzeige gewstellt worden sein gegen Oettinger... Seine Würdigung eines langjährigen, regelmäßig mit absoluter Mehrheit gewählten Spitzenpolitikers der Bundesrepublik Deutschland wäre eine "Beleidigung der Opfer" gewesen... Ich will zwar mit meinem spießbürgerlichen Horizont, ungefestigten Klassenstandpunkt und falschen Bewusstsein nicht den hochstudierten intellektuellen Eliten die Denk- und Deutungshoheit bestreiten, aber angesichts der Art, wie mit Filbinger umgegangen wird, frage ich mich: Ist eigentlich Leichenfledderei in Deutschland nicht auch ungesetzlich?

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16. April 2007 14:55

Und mir fehlt bei Ihnen wiederum der Realitätsbezug

Thomas Wittenberg (Twittenberg)

... die meisten Beerdigungsreden, die ich erlebt habe sind ein diplomatisches Zusammenfassen des Lebens des Verstorbenen und nicht eine Abrechnung dessen Opfer. So sollte es auch sein. Aber nochmals gefragt: warum gibt man dem „Nazi“ Filbinger denn dann ein Staatsbegräbnis?? Hätte man vielleicht vorher durchdenken sollen.
Und noch etwas: im Nachhinein wissen alle „Intellektuellen“ mal wieder was den Oettinger den bezweckt, der raffinierte Kerl. Ich stelle Sie mal in die Situation, für Filbinger eine Rede zur Beerdigung zu halten und danach hören wir uns die Interpretationen der anderen an. Mal sehen, ob weniger Gezanke rauskommt.
Lassen wir doch zukünftig alle Politiker bei einen solchen „Fauxpas“ zurücktreten, unabhängig, wie erfolgreich sie ihr Land führen. Irgendwann haben dann alle den bekanntheitsgrad von Kurt Beck und kein junger Talentierter geht dann mehr in die Politik.
Aber nochmals: wir haben Arbeitslosigkeit, Reformbedarf in allen Gebieten, etc. Vielleicht ist es angebracht, weniger Goethe zu zitiere und sich auf die wahren Probleme des landes zu konzentrieren.

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16. April 2007 14:40

Mißverständnis

Jürgen Lummerich (TeufelNett)

Wie gut das man solche Ereignisse für sich selber so gut ausschlachten kann.

Es gibt genug Probleme von Kinderrecht, Väter- und Männerdiskrimierungen, Steuerpolitik, Deutsche Truppen im Angriffskrieg gegen Afghanistan, EU Politik, Einwanderungsland Deutschland, usw.

Weiter so mit diesen läppischen Ablenkungsmanövern und schicken wir die Politiker und die Interessenvereine endlich in die Wüste wo sie keinen mehr schaden können.

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16. April 2007 14:31

Danke, Herr Schirrmacher

Steffen Luik (SteffenLuik)

Sie sprechen mir aus der Seele. Der Deutsche Widerstand ist von Herrn Ö. auf die widerlichste Art beschmutzt und beleidigt worden. In "Pisa-Land" Baden-Württemberg wollen sie alles können, aber Deutsche Geschichte jedenfalls nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Luik

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16. April 2007 14:22

Ahnungslos und unprofessionell

Matthias Fritz (NochEinLeser)

Ich vermute, dass Herr Oettinger tatsaechlich keine Absicht hatte, das Mitlaeufertum Herrn Filbingers in eine Widerstandstaetigkeit umzudeuten. Ich glaube auch nicht, dass er am rechten Rand der Partei nach Waehlerstimmen fischen wollte. Er und sein Redenschreiber haben aber einen Fehler in einem hochsensiblen Themenbereich der deutschen Geschichte gemacht, und dabei grosse Ahnungslosigkeit und Unprofessionalitaet gezeit. Die belegbaren Taten und eine moegliche innerliche, anti-nazistische Gesinnung Herrn Filbingers reichen nicht aus, um als Gegner des Systems gelten zu duerfen. Im Gegenteil hat Herr Filbinger als Richter oder Vertreter der Anklage der NS-Militaerjustiz die meisten Weisungen oder Erwartungen seiner Vorgesetzten erfuellt. Ausserdem ist er, vermutlich aus Karrieregruenden, Mitglied der SA, des NSDStBs und der NSDAP gewesen, und hat vermutlich nie an einer konkreten Widerstandshandlung teilgenommen. Nicht gerade ein typischer "Gegner" des NS-Regimes, sollte man meinen. Selbst wenn man bei einer Beerdigung nicht in den wunden Punkten einer Vergangenheit stochern sollte, darf man keine (nett gemeinten) Unwahrheiten aeussern. Das muss ein Ministerpraesident in Deutschland wissen. Wenn nicht, hat er sein Amt verfehlt.

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16. April 2007 14:05

Zum Schieflachen

Volker Jost (vjost)

Ich lache mich immer wieder schief, wenn ich die verzweifelten Rechtfertigungsversuche der verstockten Ewiggestrigen lesen darf, die auch heute noch schlicht und einfach zu feige sind, Verantwortung einzugestehen oder gar selbst zu übernehmen. Wie damals in der fünften Klasse Volksschule wird immer dann, wenn es brenzlg wird, gerufen: "Aber Herr Lehrer, die anderen (die Linken) waren doch auch böse, die haben neulich sogar jemandem die Zunge rausgestreckt. Deshalb ist es doch nicht so schlimm, wenn wir zu dritt den Erstklässler verdroschen haben, der nicht vorschriftsmäßig grüßte." In der Hoffnung, dass nun zuerst die anderen die Haue kriegen und man selbst sich wieder einmal klammheimlich davonschleichen kann, ohne mannhaft die Konsequenzen für seine Taten zu ertragen, versuchen die selbsternannten "Rächer der Enterbten" stets vom eigenen Versagen und der Verantwortung der ihnen geistig nahe stehenden abzulenken. So lange sie geistig weiter auf dem Sandkasten-Niveau verharren und den anderen nur die Sandförmchen neiden, soll es mir recht sein, ist in einer gewissen perversen Art eine nette Unterhaltung. Doch würde mir bestimmt das Lachen im Halse stecken bleiben wenn die auch nur einen Zipfel Macht wieder erlangen könnten...

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16. April 2007 14:04

Oettinger schaufelt langsam aber sicher sein eigenes Grab

thomas schulz (peanutbutter)

Zu Beginn hielt ich einen Rücktritt von Oettinger für übertrieben. Durch seinen hinhaltenden Wiederstand, seine unhaltbare Position zu korrigieren, hat er den Bogen weit überspannt und ist jetzt untragbar geworden.

Die sogenannten "Wiederstandskämpfer" aus Wehrmacht, Adel und preussischen Karrierebeamtentum, auf die sich Oettinger bezieht, haben erst dann teilweise aktiv und passiv gegen Hitler opponiert, als sie begriffen, daß das deutsche Reich dabei war, den Krieg zu verlieren. Das war natürlich eine Bedrohung ihrer Interessen/Karrieren, hat aber mit dem Wiederstand im eigentlichen Sinn nicht das mindeste zu tun.

Es zeichnet sich im Ländle eine unheilige Allianz zwischen dem erzkonservativen Unternehmertum und den frustrierten Zukurzgekommenen, die wehmütig an die Zeit der klassischen Nationalstaaten des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert nachtrauern, als alles angeblich viel besser war, ab. Daß Oettinger versucht, sich dessen Unterstützung zu versichern, weil er glaubt, die CDU braucht sie, um weiterhin stärkste Partei zu bleiben, errinnert mich an von Papen, als er sich mit der NSDAP einließ, in dem festen Glauben, er könne den Emporkömmling Hitler kontrollieren. Was aus dem Plan wurde, ist allgemein bekannt.

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16. April 2007 13:53

Wer verlangt, daß bei einer Totenfeier auch der Opfer des Toten bedacht wird,

Wolfgang Gerhold (Dr.W.Gerhold)

dem die jeweilige Totenfeier gilt, offenbart denkgesetzliche Schwierigkeiten und zeigt, daß ihm jedwede Art von Kultur abhanden gekommen ist, denn in jeder Kultur gilt der Grundsatz, daß jeder, der den Toten meint nicht ehren zu wollen, schweigt, aber in den alten Medien wird das Gegenteil nun täglich im vorliegenden Fall demonstriert, woran mal wieder erkannt wird, das jeder die alten Medien meidet und sich dem Medium des Internets bedient, in dem die alte Medien so untergehen, wie die bekannte Stecknadel im Heuhaufen.
Es ist schließlich kein Wunder, daß ein großer Teil dieser alten westlichen Medien sich zur Aufgabe gemacht hat, jede Art von Kultur, selbst die einer Trauerfeier, zu stören und zu zerstören; ihr König ist Herr Lenin, dessen Totenruhe bis heute gestört wird, von seinen eigenen Verehrern in einer Gruft, die auch noch als Ort des Sieges über jede Art von bisher dagewesener Kultur von diesen Kukturallergikern besucht wird, sozusagen dort die Störung der Totenruhe als System der Kulturzerschlagung demonstriert wird, in einer Gruft, in der der tote Herr Lenin bis heute aufgebahrt und sichtbar besucht und umlaufen werden kann, allein von seinen Verehrern

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16. April 2007 13:41

Staatsthema Nr.1

Holger van Tran (Gilmour)

Und in der neurotisierten BRD ist solch ein lächerliches Thema der Aufmacher in Nachrichten und Zeitungen.
Es ist doch einfach nur zum Ärgern; gibts nichts anderes?? Doch!Verarmung breiter Bevölkerungsschichten, sinkende Löhne und die wirkliche Arbeitslosigkeit.

Man kann sich über die Zustände in der einfach nach aussen nur dümmlich wirkenden Republik nur wundern.
Es reicht, Ihr Prollitiker, egal, aus welcher partei Ihr seid!!!

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16. April 2007 13:37

Hier geht es nicht um eine Beerdigung

Thomas Wenzel (Coloneltw)

oder irgendeine Äußerung. Als Politiker muß man damit leben, dass seine Meinugn bewertet wird, obwohl sie nicht zu bewerten ist. Dafür steht man im öffentlichen Leben und bekommt ein Leben lang hohe Zahlungen von Vater Staat.
Aber um auf das Thema zurückzukommen, ich wusste gar nicht das die SPD seinen Rücktritt verlangt hat. Ich glaube einige Leser und Kommentatoren sehen hier mehr politische Intrigen als wirklich vorhanden. Alle Parteien halten sich hier zurück, da es nicht günstig wäre das zum Wahlkampfthema auszuschlachten. Er hat seine Meinung geäußert. Die kann er auch nicht entschuldigen sie ist ja da. Ob er abgesetzt witrd hängt davon ab ob seine meinung für die CDU und ihr Leitbild zu weit rechts gerichtet ist oder nicht. Schwer zu sagen. Bei der CSU würde er Beifall bekommen da sich ihre Farbe wirklich Richtung Braun richtet. Die CDU hat ein stärkeres Profil und Rechtsbefinden und könnte ihn wirklich ablösen. Aber das Die Linken, Grünen, Liberalen oder SPD was gegen ihn machen ist Fadenscheinig. Und eins wollen wir mal klarstellen: Lafontaine und die Linke mit Nazis gleichzustellen ist schamlos und unverschämt. Man sollte schon wissen worüber man redet

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16. April 2007 13:19

und mir fehlt da die Logik

Tobias Ergenzinger (TOBITOB)

Das man bei einer Totenrede nicht unbedingt die schlechten Seiten des Verstorbenen hervorstellt, ist vielleicht eine zivilisatoriche Errungenschaft, das man aber im nachhinein den Bock zum Gärtner macht, scheint mir durch keine noch so rigide Vorstellung von Respekt vor dem Toten zu rechtfertigen.
Oettingers Rede war eine politische Provokation. Eine solche hat nichts auf einer Beerdigung zu suchen. Das ist es woran sich viele Intellektuelle( mit und ohne Anführungszeichen) und Nichtintellektuelle stoßen. Ohne Not und Rücksicht auf den Verstorbenen wurde ein Streit vom Zaun gebrochen.
@Twittenberge Stellen sie sich doch vor, sie gehen auf eine Beerdigung eines stadtbekannten Ehebrechers. Anstatt dessen Untreue zu verschweigen, stellt der Pfarrer den Toten als treusten Mann des Landes dar. Sie denken sich: Er hätte darüber schweigen sollen.
Ich übrigens auch

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16. April 2007 13:12

Ach Gott, ...

Dirk Sternberg (crescendo)

... ... seien wir gnädig, liebe Weltenverstehergemeinde: Wer denkt nicht gelegentlich auch daran, dass wir nicht nur Produkt unserer Herkunft sondern auch Zeit sind, zumal sich die Nachkriegsgeneration nicht unbedingt nur auf der Straße austobte. Im Musterländle, mit seinem kehrwöchigen Kleingeist, kann man(n) schon mal die Fährte verlieren im gleißenden Licht von Ethik und Moral. Was dennoch entsetzt ist eine Unempfindlichkeit im Geist, die sich der interpretierten Wahrheit näher weiß als dem Leid derer, die dieser Gesinnung ausgeliefert waren und sind. Weichspülerei ist wohl noch die naivste Metapher. Entgleisungen in dieser Form erfordert nach meinem Verständnis nicht nur die Auswechselung des Zugführers sondern eine Stilllegung der Strecke. Wohl an den, liebes Wählervolk, insbesondere das badische, vormärz bewegte: Diese Verblendung hat es nicht verdient, ernstgenommen zu werden.

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16. April 2007 13:11

Oettingers Äußerungen

Regine Petersen (repetersen)

Man hat Herrn Filbinger Unrecht getan und man hat ihn mißbraucht, über den Tod hinaus. Die Vergangenheit, die schrecklichste der Deutschen Geschichte, wenn nicht die schrecklichste und Menschen verachtendste überhaupt darf weder vergessen, noch schön geredet werden. Selbst wenn Herr Filbinger in seinem unentdeckten Innersten „Gegner“ gewesen sein sollte, wie in Nachhinein ungezählte andere, so blieb er den Beweis hierfür ebenso schuldig wie fast alle anderen. Herr Filbinger hat zumindest mit seinem Rücktritt die notwendige Konsequenz gezogen. Herr Oettinger hat nur die halbe Wahrheit gesagt und das ist, so Adenauer, die schlimmste Lüge. Damit hat Herr Oettinger, dem Machtkalkül sicherlich kein Fremdwort ist, in einer Totenrede sich selbst, die Öffentlichkeit und vor allem die Familie belogen oder zu täuschen versucht. Das Schlimme daran ist, und hier stimme ich Frank Schirmacher besonders zu, daß Herr Oettinger mit Spitzfindigkeiten und mit Berechnung auch im Nachhinein diesen Machtmißbrauch fortzusetzen versucht. „Der Größe Missbrauch ist, wenn von der Macht sie das Gewissen trennt.“ William Shakespeare, Julius Cäsar. In heutiger Zeit bleibt Herrn Oettinger in ebensolcher Konsequenz nur der Rücktritt. JPP

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16. April 2007 13:04

An Herrn Wittenberg (Twittenberg)

Philipp Hendricks (Penta)

Sehr geehrter Herr Wittenberg,
ich unterschreibe hiermit Ihren Beitrag ohne Zögern.

Was sich zur Zeit hier wieder einmal abspielt ist nahe an der Grenze des Lächerlichen.
Lassen wir den Toten ihre Ruhe und kümmern uns endlich um die "richtigen" und wichtigen Probleme hier!

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16. April 2007 13:03

Richtig aber inkonsequent.

Daniel J Hahn (137)

Frank Schirrmachers Analyse ist richtig in ihren Folgerungen aber letztlich inkonsequent.

Die Argumentation Oettingers folgt doch genau jenem Muster, welches auch den Tätern und Mitläufern der SED-Diktatur zur Rehabilitation dient. Dies ist an sich verständlich, denn es lebte sich in dem Bewußtsein, für die Unterdrückung oder den Tod von Menschen aus Gefolgschaft, Gleichgültigkeit oder Unterlassung mitschuldig zu sein, verdammt schwierig.

Aber wie die Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichtes zu den DDR-Sonderrenten und die jämmerlichen ausgestalteten Opferrenten zeigen, ist es in diesem Land besser, immer zu den, wenn auch passiven Trägern des jeweiligen Systems gehört zu haben. Die Richter, Staatsanwälte, Polizisten etc., die in der DDR Menschen ins Gefängnis schickten, sind entweder gut dotiert in Pension oder immer noch im Dienst. Dabei hätte doch auch ihnen klar sein müssen, daß die DDR eine verbrecherische Diktatur war.

Als reichte dies noch nicht aus, koaliert die SPD, deren Vertreter nun lautstark Oettinger kritisieren, mit der SED in Berlin und Meck-Pomm., obwohl bekannt ist, daß diese Partei der Befehlsgeber des MfS war. Die ganze Debatte ist von einer unerträglichen Doppelmoral geprägt.

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16. April 2007 13:01

Thought Crime vermeiden!

Maximilian Ohl (maxilein1408)

Leider hat sich wieder einmal gezeigt, was passieren kann, wenn man den Rat nicht beherzigt, das Denken doch gefälligst den Tugendwächtern aus den Linkseliten im Lande zu überlassen. Immerhin sind sie es, die uns seit Jahr und Tag erklären, wie sie den Nationalsozialismus erst verhindert und dann bekämpft hätten oder umgekehrt. Und wer so lange studiert hat wie die meisten unserer professionellen Bewältiger, dessen Urteil in Zweifel zu ziehen schickt sich nicht. Das Argument, dass sie alle die Zeitumstände nicht gekannt hätten, ist außerdem eine besonders perfide Erscheinungsform von Thought Crime. Nach all der Schuld, die die gesamte Kriegsgeneration auf sich geladen hatte, war es eine Bringschuld ihrerseits, ihrem Nachwuchs jenen Wohlstand und jenes sorgenfreie Leben zu ermöglichen, die es ihnen möglich machten, ihr Bewusstsein zu erweitern und den Altvorderen zu erklären, wie sie es hätten machen müssen. Eigentlich wäre es an der Zeit, ein Exempel zu statuieren. Deshalb Oetti ab in den Gulag, den Ba-Wü Landesverband der CDU auflösen und den Rest der Partei wie schon vor 1989 im antifaschistischen Teil des Landes wieder stärker in den demokratischen Block einbinden! Und Claudia Roth dorthin, wo früher Dr.Hilde Benjamin war!

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16. April 2007 12:48

Mir fehlt da die Logik

Thomas Wittenberg (Twittenberg)

Irgendwie frage ich mich schon, wenn denn doch Herr Filbinger so ein Nazi war, warum mann denn ihm ein Staatsakt als Beerdigung zukommen hat lassen??
Stellen Sie sich vor, es ist Ihre offizielle Beerdigung und dann hält jemand eine offizielle Rede, die man dahin gehend bemängelt, dass man Ihre "Taten" nicht deutlich genug herausstellt. Diese "naive" Betrachtung mag vielen "Intellektuellen" aufstossen, aber für mich trifft es das im kern, worum es bei einen Begräbnis geht.
Und dann lassen wir die Kirche im Dorf, Herr Filbingers "Nazi Taten" waren auch sehr umstritten in ihrer Bewertung. Und zudem ist dass nach dem "Grass Geständnis", wieder mal ein Thema, das die Gemüter der 68er bewegt. Als 68 geborener kann ich nur mit dem kopf schütteln, am Angesicht der anderen "Problemchen", die wir in Deutschland haben.

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16. April 2007 12:48

Missverständnis ausgeschlossen

Andreas E. Gebhardt (sunshine.ops)

Sehr geehrter Herr Schirrmacher,

haben Sie vielen Dank für eine so kurze, aber doch profunde Klarstellung des Sachverhalts: "Schirrmacher on his best!"

A. E. Gebhardt, Radebeul

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16. April 2007 12:43

es ist vorbei

Carpathian Wolf (c-wolf)

Man sollte die Vergangenheit endllich Ruhen lassen.
Deutschland hat bereits mehr als genug getan, um sich der damaligen Ruf zu entledigen. Sogar das Nationale Stolzgefuehl gilt schon fast als Todsünde.

Zurueck zu Oettingers Äuserungen - ich finde es eine Frechheit, dass man eine Entschuldigung nicht annimmt, eine Entschuldigung ist kein Antrag ueber dem entschieden wir, oder irre ich mich?

Abgesehen davon, gibt es nicht genug worüber berichtet werden kann, ausser das? Es wird seit Tagen nur darauf rumgeritten und ich als "Aussiedler" wundere mich immer noch wie ein ganzes Land in diese Situationen immer noch dem Kopf beugt!

Es war ggf. schlim, aber es ist vorbei, deswegen heisst Vergangenheit Vergangenheit - weil es vergangen ist!

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16. April 2007 12:27

Wer dreimal Ja sagt, hat nicht Nein gesagt

Lars Finke (akfinke)

Wenn das zutrifft, was sich bei Wikipedia usw. findet, dann ist Filbinger 1933 in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund eingetreten, 1934 in die SA und 1937 in die NSDAP.

Wer sich im Abstand von mehreren Jahren dreimal für den Eintritt in eine nationalsozialistische Vereinigung entschiedt, kann im nachhinein nicht behaupten, er sei eigentlich immer dagegen gewesen.

Andere hatten sich dagegen entschieden und mußten daraufhin teilweise den Staatsdienst verlassen. Filbinger hatte sich dafür entschieden und in der NS-Justiz Karriere gemacht.

Er hatte sich so entschieden und wird dafür seine Gründe gehabt haben, die man nachvollziehbar finden mag oder nicht. Eines aber war ihm verwehrt, sich nämlich im nachhinein zum Opfer und Gegner zu stilisieren.

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16. April 2007 12:23

Widerlich

Michael Menzel (Galenos)


Es geht nicht um Filbinger und auch nicht um Oettinger's inhaltliche Anmerkungen in der Trauerrede. 30 Jahre lang (!) hat sich kein Ankläger um die Vergangeheit Filbingers gekümmert. 30 Jahre in denen er sich nur im engsten Kreise seiner Familie als Mensch fühlen durfte. Niemals verurteilt und doch sozial geächtet für einzelne fragwürdige Vorkommnisse in einer Zeit, die sich heute keiner mehr so recht vorstellen kann. Nein, es geht überhaupt nicht um Filbinger der ein Mensch war und jetzt als Toter für niedere Beweggründe herhalten muß.
Nicht ein einziger der jetzigen Agitatoren hat im entferntesten daran gedacht, seinen Kindern die Kondolenz zu erweisen.

Das hysterische Gekreische der Linken ist auch nur Begleitmusik eines abgeschmackten Versuches, wieder einmal einen Ministerpräsidenten der Union waidgerecht, nach den Regeln der sozialistisch demagogischen Kriegsführung zur Strecke zu bringen.

Genossen,- es wird diesmal nicht reichen. Legt euch wieder in euer selbstgefälliges Bett in dem ihr euch als die besseren Menschen suhlen könnt.

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16. April 2007 12:09

Sehr Gut !

Oliver Stein (oliverstein)

Meine Hochachtung Herr Schirrmacher. Der Artikel wird den angestammten Lesern der FAZ nicht nur gefallen. Aber vielleicht gibt es auch unter den diesen Lesern welche, die sich den guten Argumenten nicht ganz verschliessen. Mit Erich Kästner kann man sagen " Es gibt nichts Gutes, ausser man Tut es".

Ich war gerade in Berlin und an den Stellen des Nazi Terrors ist mir immer wieder in den Sinn gekommen, wieviele Menschen geschwiegen und einfach mitgemacht haben. Eine Ausnahme: Die Berliner Synagoge wurde von einem Polizeibeamten in der Progromnacht beschützt und er hat die SA Leute verjagt. Mit ein paar mutigen Menschen hätte der Terror in Deutschland keine Chance gehabt.

Wo ist die Grenze ? Wenn man Oettingers Kommentare weiter treibt, kann man noch die KZ Beamten als "Menschenretter" bezeichnen, die es im tiefsten Inneren verabscheut haben täglich an die 10.000 Menschen zu vergasen.

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16. April 2007 12:04

Notwendigkeit!

Rainer Egold (Humanitas)

Wie notwendig und richtig Schirrmachers Beitrag ist, zeigen viele der Leserbriefe, die mit Denkkategorien, insbesondere moralischen Kategorien operieren, die für die Nichtaufarbeitung, Nichtreflexion der Barbarei es 3. Reichs im Nachkriegsdeutschland und auch eines Herrn Filbinger kennzeichnend waren. Wer als moralisch unschulig in der Barbarenzeit gelten will, kein Kind war, nicht geistig behindert war und nicht nachweisbar Opfer war, muss seine moralische Unschuld bewiesen haben, um als moralisch unschuldig akzeptiert werden zu können. Ein solches Kriterium anzuerkennen, mag sehr schwierig sein, aber es lässt den Opfern, den Widerstandskämpfern und aufrichtigen Humanisten Gerechtigkeit zukommen und ist wohl kaum ungerecht gegenüber denjenigen, die den Nachweis der Unschuld nicht erbringen konnten/ können/wollten/wollen. Es entspricht dem Prinzip der Eigenverantwortlichkeit, dass heute so hoch gehalten wird, aber offenbar dann suspendiert wird, wenn es unangehem wird für die eigene Person. Warum kann nicht erwartet und verlangt werden, dass sich auf führende Repräsentanten unseres Staats an solchen Kategorien und Prinzipien orientieren, sie sich messen lassen müssen?

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16. April 2007 12:00

Ist das Bekenntnis zur NAZI-Gegnerschaft ein Privileg der dafür Hingerichteten?

Wolfgang Höfft (Wolfgang.Hoefft)

Die Erwähnung der Stauffenberg-Einschätzung, Filbinger sei "Gegner des Nationalsozialismus" gewesen, ist ein Beitrag dieser Zeitung zur Versachlichung der Debatte um Oettingers Rede: In der Tat hatte Stauffenberg Filbinger angesichts der bei ihm festgestellten „antinationalsozialistischer Grundsatztreue und Loyalität“ für eine Verwendung in einer nach dem 20. Juli vorgesehenen Regierung vorgeschlagen .

Der Entschluß Schirrmachers aber, Filbinger angesichts und trotz dieser Haltung eine Gegnerschaft gegen den Nationalsozialismus abzuerkennen, weil "man die Gesinnung nicht für die unterlassene Handlung nehmen" könne, ist höchst anfechtbar.

Ist nach unserem Sprachverständnis die Haltung einer Gegnerschaft, solange sie nur innerlich ist, keine Gegnerschaft?

Muß Gegnerschaft erst handgreiflich werden, um als Gegnerschaft offenbarungs- und anerkennungsfähig zu werden?

Hätte Filbinger seine Gegnerschaft durch eine mit dem Tode zu bezahlende Widerstandstat manifestieren müssen, um sich zu seiner Gegnerschaft zum Nationalsozialismus (posthum!) öffentlich bekennen zu dürfen?


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16. April 2007 11:57

Oettingers Äußerungen

Horst R. Lothal (saalegold)

Was trieb nur Herrn Oettinger eine solche Tauerrede zu halten? Manchmal ist eben Schweigen Gold und Reden nur
noch peinlich.Herrn Filbingern nun noch zum Gegner des
Naziregimes zu erklären,zeigt ,dass Herr Oettinger mit der
Geschichte auf Kriegsfuss zu stehen scheint.Leider ist
dies ja nicht das erste Mal wie die Angelegenheit mit dem
Hause Baden es gezeigt hat.Wird Herr Ottinger nicht
langsam eine Belastung für die CDU?

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16. April 2007 11:43

Schade...

A. Hamann (alex352)

... was für ein Bild hier beim Lesen von vielen Leserkommentaren entsteht.
Von völlig abwegigen Vergleichen (Bundeswehrvideo) einmal abgesehen, die sich allein durch ihre Unbeholfenheit und Deplaziertheit disqualifizieren (Nein, ich urteile so nicht als "linker" Wehrdienstverweigerer, sondern als ehemaliger Zeitsoldat), so scheint doch der Kern von Herrn Schirrmachers Kommentar so manchem nicht klar geworden zu sein. Überraschend, ist doch der Beitrag klar und pointiert geschrieben. Es ist im übrigen völlig unerheblich, ob bei einem vergleichbaren Vorfall mit linkem Kontext die Reaktionen stärker oder schwächer ausfallen würden. Ebenso ist Frau Merkel als Vergleichsgröße nicht geeignet, wie auch nur die oberflächliche Lektüre von Schirrmachers Kommentar deutlich machen würde. Wer tatsächlich behaupten möchte, daß eine unsichtbare innere Haltung den gleichen Stellenwert einnehme, wie die offene Tat, begibt sich in einen Dunst ethischer Beliebigkeit, der von jedem offen Oppositionellen in Unrechtsregimen nur als blanker Hohn empfunden werden kann.

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16. April 2007 11:36

Wer war ein Gegner?

Hermann Summa (Summa)

Bisher galt für mich jeder, der den Nationalsozialismus ablehnte (ob dies auch für Filbinger zutraf, weiß ich nicht), ein Gegner dieser Ideologie. Ein Widerstandskämpfer war ein Mensch, der darüber hinaus aktiv etwas gegen das Verbrecherregime unternahm. Einen Konsens dahingehend, daß nur ein Widerstandskämpfer als Gegner bezeichnet werden darf, gab und gibt es meines Erachtens nicht.

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16. April 2007 11:21

ich versteh da was nicht....

Hans F. Schmidt (Quadratur)

Warum ist eigentlich so wichtig festzustellen, dass Filbinger (k)ein Gegner des Nationalsozialismus gewesen ist? Die Frage ob oder ob nicht ändert doch eigentlich nichts daran, DASS er an diesen Todesurteilen beteiligt gewesen ist. Herr Oettinger wollte offensichtlich sich und seinem autoritätsgläubigem konservativen Publikum pharisäerhaft versichern, dass die landesväterliche Autorität Filbinger nicht war "wie jene" - und bläst damit in das alte Horn, mit dem man es sich seit eh und je einfach macht: "Wir haben mit den Katastrophen nichts zu tun, die Nazis waren's!".
Aber eigentlich hat er die Sache für Filbinger eher verschlimmert als verbessert: denn wenn Filbinger ein "Nazi" gewesen wäre, könnte man ihm immer noch Verblendung und ideologisches Indoktriniertsein zugute halten. War er es aber tatsächlich, wie Oettinger betont, NICHT, sondern auch noch ein Gegner, so hat er offensichtlich nur aus Ignoranz oder noch niedrigeren Beweggründen heraus den Verurteilten seine Zivilcourage verweigert. Macht ihn das denn besser? Sind nicht solche Typen, die sich nach außen hin anti-fanatisch geben, aber sich trotzdem aus träger Ordnungsgläubigkeit mittreiben lassen, genauso schlimm?
Hatten die Nazis denn das Monopol auf Gemeinheit?

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16. April 2007 11:21

Er hat Rückhalt von CDU/CSU und der NPD

Servet Kizilkaya (Sergen)

Auch wenn er sich entschuldigen würde,in der CDU/CSU sind nun mal viele Parteimitglieder sehr rechts eingestellt.Eine formelle Entschuldigung wäre nur bedeutungslos, wenn die Köpfe gleich bleiben.Nicht umsonnst hat Herr Oettinger viel Aplaus von der rechtsradikalen Partei NPD bekommen.

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16. April 2007 11:19

Volltreffer....

Michael von Bluecher (Duke7)

Wegen solcher Analysen liest man die FAZ. Brilliant auf den
Punkt gebracht, jenseits jedweder Skandalisierung.

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16. April 2007 11:13

Endlich

Sebastian Beil (Knutkopp)

Ein guter Artikel, der wieder die eigentliche Problematik der Debatte in den Blick nimmt.

Erstaunlich viele der hier geposteten FAZ-Leser Kommentare haben sich, warum auch immer, in der in Deutschland ueblichen Logik "Opa (Filbinger) war kein Nazi" bewegt und sich, nicht etwa ueber die Rede Oettingers sondern ueber Hochhuth empoert.

Zur falschen Verteidigung des Verstorbenen wurde dann nochmal die Rede vom inneren Widerstand in sog. Widerstandskreisen bemueht. Es ist sicherlich ein leichtes sich der die Reklame inneren Widerstandes der Kritik am eigenen Handeln zu entziehen. Aber: jemand wie Filbinger, der, wie es auch im Artikel von Patrick Bahners nachzulesen war, noch Ende Mai 45 Urteile im Sinne des bereits zugrunde gegangenen Systems faellt (anstatt die Gunst der Stunde zu nutzen und sich endlich frei zu machen) hat nichts mit Widerstand am Hut, sondern war ein Nazi. Und Filbinger ist auch nicht der einzige Nazi der in der BRD Karriere gemacht hat, im Gegensatz zu zahlreichen wirklichen Gegnern, die bis zu ihrem Tode nicht Rehabilitiert wurden. Das ist das eigentlich perverse!

Mal schauen wie die Debatte weitergeht.

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16. April 2007 10:58

RE: Es ist leicht andere zu verurteilen!

Robert Klemme (rklemme)

Herr Rossmann, ich glaube, Ihnen ist der Punkt, um den es hier geht gar nicht klar geworden. Es geht gerade nicht darum Filbinger für seine Taten im 3. Reich zu richten, sondern es geht um seinen und Oettingers kritikwürdigen Umgang mit diesen Taten. Man muss Filbinger nicht verurteilen, aber es besteht auch überhaupt kein Anlass ihn als Gegner des Systems zu bezeichnen.

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16. April 2007 10:58

Musterbeispiel

Frank Müller (saem)

Mir bleibt nichts, als Herrn Frank Schirrmacher meinen vollsten Respekt auszusprechen und diesen Kommentar als Musterbeispiel journalistischer und intellektueller Arbeit herauszuheben. Eine ausgezeichnete Analyse, die messerscharf das Problem skizziert und in Zusammenhänge stellt, sowie eine mutige These - die Andichtung einer Berechenbarkeit in der Provokation - sind die wesentlichsten Bestandteile eines reifen Zeitungsbeitrags. In dieser Arbeit trifft sich beides in der Art, dass man stets denkt, man könne an diesem Thema noch ganz viel Menschsein erklären.
Hochachtung für den Autor und Glückwünsche für die FAZ.

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16. April 2007 10:56

Schirrmacher konsequent angewandt hiesse...

Marco Vogt (MarcoVogt)

Alle Mitläufer der DDR haben sich so wie FIlbinger schuldig gemacht.

Frau Merkel, Sie haben bisher keine Einsicht gezeigt mit der DDR gemeinsame Sache gemacht zu haben, denn studieren konnte man nur, wenn man das System stützte. Genau wie Sie und Ihr Mann es taten.

Mein eigener Pflegevater - selber Professor - verliess die DDR, weil er merkte, dass dieser Unrechtsstaat nicht sein Staat sein konnte. Sie blieben.

Nicht ihre INNERE Haltung zäht, wie wir von Schirrmacher lernen, sondern die Handlungen und Taten und denen zu Folge waren Sie eine überzeugte Sozialistin, die die Schiessbefehle an der Mauer erduldete.

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16. April 2007 10:47

aber, Herr Schirmacher,

Erwin Steinhauer (hauer2)

warum hat "Oettinger hat alles getan, diese Grenze zu verwischen"? Er hat seine persönliche Würdigung des verstorbenen Menschen Filbinger zu dessen Trauerfeier geäußert, eines Menschen den er als guten Landesvater von BW schätzte. Da wird noch erlaubt sein, die Gesinnung des Verstorbenen zu ergründen und die persönliche Auffassung hierzu zu äußern.

Das muss auch eine Öffentlichkeit in dieser Demokratie verkraften, ohne scheinheilig die politische Korrektheit hochzuhalten. Oettinger hat vielleicht gestunken, dass der Linksaußen Hochhut, das Geschichtsurteil über Filbinger bis heute fällt. So moralisch ist dessen Vita auch nicht!

Und: EIn bißchen mehr kritischeren Umgang mit den Meinungsmachern von Links würde so mancher Wert-Konservative sich wünschen, wenn es drum geht Geschichte aufzuarbeiten. Was jetzt von Links (SPD, GRÜNEN und den vereinigten Journalisten) abgefeuert wird, schießt doch viel mehr übers Ziel hinaus und emotionalisert die Debatte nur unnötig.

Bei Christian Klar hat auch nur ein Wort von Entschuldigung gefordert, zu Kanzler SChröders Einstufung Putins als "lupenreiner Deomkrat" hört man in den Tagen der Verhaftung Garry Kasparovs kein Wort zum Freund Putin und unserem Ex-Kanzler.

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16. April 2007 10:37

gut reden...

Andreas Baustein (ABaustein)

Der Artikel von Schirrmacher ist in der Tat ausgezeichnet.

Dennoch werden wir bei Grabreden, bestimten Jahrestagen, Besuchen an historischen Stääten, immer wieder Gefahr laufen, etwas "falsches" zu sagen.
Aber wir sollten uns klar machen, dass der so hochgelobte Widerstand immer einfach ist, je länger die Diktatur zurückliegt. Und wenn ich mich im täglichen Leben umschaue, dann höre ich immer öfter "Komm, sei doch still, sonst...." Wir kuschen nämlich auch heute noch, wenn uns oder uns nahestehenden Ungemach droht. Aus Feigheit. Das wird immer so sein.

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16. April 2007 10:28

wenn Öttinger oder Filbinger ein Linker wäre...

Peter Keul (hildennet)

...dann hätten sie jetzt so viele Verteidiger wie sie sich nur wünschen könnten. Selbst Giordani hätte Verständnis!

Die künstliche Entrüstungslyrik ist lächerlich. In jedem Thema darf man in Deutschland soviel dummes Zeug reden wie man will, nur nicht über die Nazizeit.

So vehement wie sich Filbinger immer gewehrt hat, ist es durchaus möglich, das er sich als Opfer einer unredlichen Kampagne gesehen hat. Und wer konnte schon in seine Seele schauen.

Im meiner Heimatstadt ist ein Beamter, der in der Nazizeit in SS-Uniform zum Dienst im Rathaus erschien, nach dem Krieg zum Wiederstandskämpfer ernannt worden. Er war geschickter als Filbinger. Er ist nach dem Krieg übergangslos von der NSDAP zur SPD gewechselt. Damit waren seine Probleme gelöst

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16. April 2007 10:21

Deutsche Sensationsgier

Michael Schultz (Offensichtlich)

In unregelmässigen Abständen ist die Sensationsgier der Medien einfach unerträglich... Ich lasse den Fall Oettinger einfach mal einen Moment aussen vor und betrachte mir nur die absolut überrissene Reaktion auf dieses Bundeswehrvideo... Ohja, heutzutage da in jedem zweiten Rap oder HipHop Text ein oder mehrere "Motherfucker" zu finden sind und uns die Szenen und Filme aus den schwerbewaffneten amerkanischen Ghettos mit afroamerikischen Gangstern in dunklen Vans beinahe alltäglich sind, ist es ja so furchtbar wenn ein Ausbilder, der so jung ist, dass ihn diese Welle der Amerikanisierung voll erfasst hat, besagte Szene in einem spassigen Kontext vom Stapel lässt! Lächerlich, dass jetzt sogar aus New York die Empörung über diese völlig realitätsfremde Vision über den großen Teich schwappt!

Zu Oettinger: Gleiche Sensationsgeilheit! Ein Mann hält eine Grabrede die einfach, sagen wirs mit Schröder: "suboptimal" war und tagelang wird er öffentlich kritisiert und bloßgestellt als hätte er höchstpersönlich das vierte Reich ausrufen wollen. Dann entschuldigt er sich; was ja auch absolut von Nöten war und trotzdem wird jetzt von ihm erwartet, dass er auf Knien um Vergebung winselt. Es ist gesagt was gesagt werden musste!

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16. April 2007 10:10

Großartig!

Giffei Uwe (zufall3)

Herrn Schleberg kann ich nur beipflichten: ein großartiger Artikel, der das (Haupt-)Problem an Oettingers Rede klar beschreibt.

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16. April 2007 09:21

Treffender geht es nicht

Ralf Schelberg (ralfsb)

Ich stelle fest, dass die FAZ mit Herrn Schirrmacher einen wirklich ausgezeichneten Autor in Ihren Reihen hat. Dieser Artikel allein ist schon die Investition für eine Woche FAZ wert.

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16. April 2007 09:15

Es ist leicht andere zu verurteilen!

Daniel Rossmann (Danielrossmann)

Es ist ungerecht, die Gesinnung eines Mannes nur deshalb in die Nähe eines Unrechtsregimes zu rücken, weil er in seiner Situation nicht die gleichen Konsequenzen gezogen hat wie Henning v. Treskow oder Graf v. Stauffenberg.

Auf Fahnenflucht stand nach deutschem Militärrecht von jeher die Todesstrafe. Das mag uns heute unverständlich erscheinen, hat aber zuallererst nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun, sondern geht auf andere, historische Wurzeln zurück.

Die Fälle an denen Filbinger mitwirkte wären mit der allergrößten Wahrscheinlichkeit in vielen anderen Armeen dieser Welt genau so entschieden worden! Darin liegt der eigentliche Skandal, daß wir uns anmaßen Richter über etwas zu sein, und dabei Maßstäbe anlegen, die auch losgelöst von der nationalsozialistischen Ideologie, in der damaligen Zeit völlig undenkbar waren.

Ex-Kanzler Schröder hat unvergleichlich Schlimmeres getan in dem er wie ein Halbstarker unter Vortäuschung unwahrer Tatsachen einen Bombenkrieg gegen die serbische Zivilbevölkerung mit Tausenden Toten geführt hat und das nicht unter dem Druck eines Nazi-Regimes.

Darüber schweigt man sich in Deutschland aus. Wo ist hier das vom Autor geforderte moralische Handeln, insbes. der Medien?

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