
Für mich ist der ganze Medienhype zur Mitgliedschaft von Günter Grass in der Waffen-SS ausschließlich eine Folge des in diesem Jahr sehr tiefen Sommerlochs speziell auf kulturellem Gebiet.
Anders sind die mittlerweile hunderte von Zeitungs- und Zeitschriftenseiten über Günter Grass mit ausführlichen Erläuterungen zur Waffen-SS nicht zu erklären.
In den letzten Jahren gab es im Sommer noch zahlreiche Berichte über die abgeschlossene Vergangenheit besonders der NS oder DDR-Zeit.
Mittlerweile scheint der größte Teil der überregional interessanten Ereignisse und Details aus diesen Zeiten enthüllt worden zu sein, zumal die handelnden Personen zum größten Teil bereits verstorben sind.
Anders kulturelle Ereignisse bzw. Debatten, die diese Lücke hätten füllen können, gab es in diesem Sommer nicht.

"die fortwährende Ohnmacht des deutschen Volkes,das ist exakt das, was GG vielleicht seinerzeit in die WaffenSS getrieben hat" (Zitat Ende).
Als Ihr "GG" sich zur Waffen-SS gemeldet hat, war das deutsche Volk am ohnmächtigsten überhaupt in seiner Geschichte -eben aufgrund dieser Organisation und ihrer Herren!

Erspart uns endlich diese unsägliche Diskussion über die Zugehörigkeit von Mitmenschen in früheren nationalsozialistischen Vereinigungen. Unsere Gesellschaft sollte zur Kenntnis nehmen, daß damals eine Großzahl der damaligen Zeitgenossen nun einmal in Verbindung mit dem Nationalsozialismus gestanden ist.
Niemand kann man frühere negative persönliche Entwicklungen jetzt nach über fünfzig (!) Jahren noch vorhalten. Vielmehr sollten wir uns freuen, daß Herr Grass diese spätere positive Entwicklung genommen hat.

Die gesamte Diskussion haengt mir persoenlich zum Halse heraus. Alle Kommentatoren, die mit Ihrem unendlichen Erfahrungsschatz der Nachkriegsjahre ueber einen Nobelpreistraeger herziehen bezeichne ich hier als die eigentlichen Heuchler. Die sogenannte Werbekampagne GG`s hat dementsprechend sein Ziel nicht verfehlt. Und dass dies in einer Zeit, in der Deutschlands Regierung wieder einmal schneller einig wird ueber einen militaerischen Einsatz im Ausland als bei der innenpolitischen Problembewaeltigung, stattfindet, zeigt die fortwaehrende Ohnmacht des deutschen Volkes. Das ist exakt das, was GG vielleicht seinerzeit in die WaffenSS getrieben hat. Er kann jedoch von sich behaupten, aus vielleicht Patriotismus, vielleicht Abenteuerlust oder vielleicht nur aus propagandistischer Desorientiertheit diesen Schritt gegangen zu sein.
Leute glaubt mir: Der wichtigste Teil der Geschichte ist JETZT! Wir haben mit unserem Wissen der vergangenen Geschichte die Pflicht, dass sich eine Zeit wie die des 3.Reiches nicht wiederholt. Dies errreicht man NICHT, indem man einen Nobelpreistraeger wie eine Hexe jagt!
Dies zeigt nur, dass wir als Volk kein wenig aufgeklaerter geworden sind.

Oft ist die Meinung zu hören, dass ein 17 Jähriger nicht weiß, was geschieht und deswegen nicht schuldig gesprochen werden kann. Ich bin ein bisschen älter als GG. Ich wusste mit siebzehn Jahren, dass das ganze Nazi Regime meinem Deutschland unwürdig war mit dem dauernden Antreten, dem Heil Hitler schreien und der so primitiven Weltanschauung. Mein Freund Axel Viezenz und ich lästerten in dieser Weise über die Hitlerjugend und das ganzen Nazitum. Die Lebensweise der Eltern spielte eine Rolle, aber im wesentlichen sahen wir selber, was vor sich ging. Wir lasen aus Interesse schon damals philosophische Bücher und hatten dadurch genügend Material die Hitlerschen Ansichten als einseitig, grob, aggressiv und amoralisch zu empfinden. So, meine These ist, wer mit siebzehn Jahren auf Hitler und seine Volksverführer herein fällt, der wird auch später nicht das richtige treffen. Denn er wird immer wieder Falsches machen. Das trifft ganz gut auf GG zu. Seine einseitig zu linke Position war überraschend dumm und unausgegoren. Aber viele in Deutschland sind ihm willig gefolgt, weil er so gut und moralisch war und speziell zur Freude der Linken gegen die USA war.
D. Schulte-Frohlinde (dieterfrohlinde@yahoo.com

Hat doch geklappt, wie verkaufe ich ein Buch.....man hat eine gute NEGATIV Presse.
Man nehme ein Thema, an dem sich die ganze Welt, speziell Deutschland, aufregt und als undenkbar behandelt und schon ist man in aller Munde.
Das funktioniert auch mit Waschmittel im übrigen.
Was ich nur nicht verstehe, erst ist er der Moralapostel in unserem Lande, geht mit ehobenen literarischen Moralfinger durch das Land und jetzt war er auch dabei....und sogar noch in der SS. Man muss wissen, um in die Waffen SS zu kommen muss man nachweisen, das seit 1800 man arisch ist. Viel arbeit um da Mitglied zu werden, auch mit 17 Jahren.
Naja...so sterben Legenden und wenn es auch nur moralisch ist. Schade eigentlich.
Aber verkaufen wird er sein Buch dennoch.....mit Leichtigkeit, denn die Gier ist gewegt, zu lesen aus seiner eigenen Feder, wie das so war, ...damals....für Ihn und warum, weshalb und überhaupt......
Alles wird gut....euer Fetchman

'Jörg von Frundsberg'. Der war mir als Anführer des Schwäbischen Bundes aus der Zeit der Bauernkriege und als 'Vater der Landsknechte' bekannt. Jemand, der für Freiheit, Befreiung stand.
Auch mit der früheren Geschichte nimmt es Günther Grass nicht so genau. Georg von Frundsberg war nie Anführer des schwäbischen Bundes, er verwechselt ihn vielmehr als solchen mit Jörg von Waldburg der den Bauernkrieg mit einem Gemetzel beendete. Nichts desto trotz keiner der beiden stand für Freiheit und Befreiung, sondern eher für Unterdrückung im Namen des Kaisers.

So unterschiedlich von dem, was ich als Rekrut bei der Nachrichtentruppe 1941 erlebte, ist das nicht., was Grass über seinen "Schliff" bei der Waffen-SS beschreibt.
Auch der unzusammenhängende Bericht über letzte Tage und Wochen ähnelt meinen eigenen Erfahrungen, in der Slowakei, in Ostoberschlesien und zuletzt im aufständischen Protektorat.
Deutsche Grausamkeiten habe ich besonders in der letzten Zeit nicht erlebt, vorher persönlich auch nicht, obwohl ich als Nachrichtenmann sehr früh ein "Wissender" war, über Dinge, die aber weniger die Waffen -SS als kämpfende Truppe betrafen, die auch nie schwarze Uniformen trug, sondern die berüchtigten aus der "Schwarzen SS" hervorgegangenen "Einsatzgruppen" und ihre jeweiligen nationalen Hiwis. Allenfalls könnte ich mich nachträglich wie Grass damit quälen - bin mir aber schon damals sehr rasch der Tatsache bewußt geworden, das ein einzelner nichts bewirken konnte und für einen Volksaufstand waren und sind die Deutschen damals wie heute nicht sehr geeignet. HRi

Sein Versuch, das vermeintliche Ansehen der SS zur billigen Marketingpflege zu missbrauchen ist ein Schuss, der nach hinten losging.
Das Ganze ist einfach ein ziemlich hinterfotzig-schmutziges Spiel.
Von Ehrlichkeit kein Spur.
Wenn ich demnächst den Namen Günter Grass lese, schalte ich auf ein Witzblatt um.

Der liebe linke Säulenheilige GG leidet wirklich stark unter der Gedächntisschwäche, die er so gern andern vorgeworfen hat. Warum sein Coming-out denn jetzt, fragen so viele? Weil ihn sein Gewissen nach 63 Jahren drückte, so er selbst. Weil er ein neues Buch vermarkten wollte oder die Enthüllung per Stasi-Akten ohnehin drohte, so die wahrscheinlichere Version. Und weil der Medienprofi GG halt weiß, dass Angriff immer die beste Verteidigung ist und man als Dichter geschickte Worte findet, das, was man bei anderen für unentschuldbar hält, für sich selbst doch zu entschuldigen. Und man gibt nur so viel zu, wie unbedingt zuzugeben ist und verbrähmt den Rest gleich wieder. Gleich den zukünftigen Papst will GG im Gefangenenlager kennengelernt haben, vielleicht halt. Drunter tuts GG halt nicht. Und obwohl in Kämpfe verwickelt, keinen Schuss getan haben. Ja so was friedfertiges aber auch. Und man nutzt dann aus, dass man einem 17-Jährigen so manche Dummheit verzeihen kann, was ja auch stimmt, aber was GG halt bei anderen nie hat gelten lassen. Aber muss man deshalb auch dem 30-, 40-, 50-, 60-, 70-, 80-jährigen GG verzeihen? Gilt für ihn auch: war halt jung und dumm. Oder nicht besser: war halt alt, heuchlerisch, boshaft und selbstgerecht?

Ich lese gerade folgenden Satz in diesem Artikel
"Die Division Frundsberg gab es nicht, falls es sie je gegeben hatte."
Die Division "Frundsberg" gab es im April 1945 ganz in der Nähe von Weißwasser etwa 20 km nordwestlich in der Nähe des Dörfchens Kausche.
Die Einheit wurde von der Roten Armee dort eingekesselt, gemeinsam mit Zivilbevölkerung aus Speremberg. Die Frundsberger aber kapitulierten nicht sondern versuchten dem Kessel zu entrinnen - kämpfend auszubrechen. Diese Aktion kostete viele Menschenleben auch unter der mit eingekesselten Zivilbevölkerung welche wohl die "Frundsberger" zu verantworten haben.
Die Sache ist daher bekannt, daß jährlich zum Volkstrauertag die sogenannten ehemaligen überlebenden "Frundsberger" gemeinsam mit Neonazis dorthinpilgern um ihrer gefallenen "Kameraden" zu gedenken und einige Politiker der Region sich dabei mit einreihen. Hierdurch kommt es regelmäßig zu kontoversen Diskussionen und Gegendemonstrationen.
Ja auch diese Informationen kann man sich aus dem Internet "herunterziehen".