In Rekordzeit

General Motors beendet Insolvenzverfahren

GM geht in die nächste Phase über

GM geht in die nächste Phase über

10. Juli 2009 Neustart für den einst weltgrößten Autobauer General Motors (GM): Die ums Überleben kämpfende bisherige Opel-Mutter hat nach 40 Tagen die Insolvenz wieder verlassen. „Der heutige Tag markiert einen Neuanfang für General Motors“, sagte GM- Chef Fritz Henderson am Freitag am Konzernsitz in Detroit (Michigan).

Der von vielen Altlasten befreite neue GM-Konzern ist nun mehrheitlich in Staatsbesitz. Nach Konzernangaben gehört das Unternehmen künftig zu 60,8 Prozent der amerikanischen Regierung, zu 17,5 Prozent einem Gesundheitsfonds der amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft und zu 11,7 Prozent der kanadischen Regierung. Die restlichen zehn Prozent halten die Aktionäre der alten GM. Im Gegenzug fließen zur Sanierung weit mehr als 50 Milliarden Dollar (36 Mrd Euro) an Steuergeldern in den einst weltgrößten Autobauer.

GM hatte sich im Insolvenzverfahren in zwei Teile aufgespalten. In das neue Unternehmen überführt GM die stärksten Vermögenswerte, darunter die Marken Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC. Der Rest bleibt in einer Art „Alt-GM“ zurück und wird abgewickelt. Marken wie Saturn, Hummer, Saab und Pontiac werden verkauft oder eingestellt. GM will bis zum Jahresende die Zahl der Mitarbeiter auf d68.500 senken. Ende des vergangenen Jahres hatte der Konzern noch 91.000 Personen beschäftigt.

Das erst am 1. Juni beantragte Gläubigerschutzverfahren des gut 100 Jahre alten Traditionskonzerns war das bislang größte in der amerikanischen Industriegeschichte (siehe General Motors stellt Insolvenzantrag). Es verlief weit schneller als von Experten erwartet. Der angeschlagene deutsche Hersteller Opel war noch rechtzeitig vor der Insolvenz von GM rechtlich abgespalten worden. Neue Investoren sollen Opel retten. GM behält einen Minderheitsanteil.

Nach bereits harten Einschnitten werden nochmals über ein Dutzend Werke und 40 Prozent der Händler dicht gemacht. Weitere zehntausende Jobs fallen weg. Wie Henderson weiter berichtete, soll das nunmehr verstaatlichte Unternehmen so schnell wie möglich wieder an die Börse gebracht werden. Dies könne frühestens nächstes Jahr geschehen. Bis 2015 müsse GM seine staatlichen Kredite zurückzahlen. Ziel sei es aber,
dies deutlich schneller zu schaffen.

Ein amerikanisches Gericht hatte GM vor wenigen Tagen die Übertragung der profitablen Geschäftseinheiten auf eine neue Gesellschaft erlaubt. So kann der Konzern sich von den meisten Altlasten befreien und als schlankeres Unternehmen neu starten. Die verbliebene „alte“ General Motors Corporation wird voraussichtlich liquidiert. GM hat in den vergangenen vier Jahren rund 80 Milliarden Dollar Verlust gemacht.

Unterdessen ist der politische Streit um die Zukunft von Opel mit neuer Heftigkeit entbrannt. Zur Zukunft von Opel sagte GM-Chef Henderson, das Unternehmen verhandele noch immer mit den Interessenten Magna, RHJ und BAIC. Er rechne mit einem Abschluss noch im Juli. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch lehnt das Übernahmeangebot des chinesischen Autoherstellers BAIC für Opel indes strikt ab. Der neue europäische Opel-Konzern könne nicht von einem chinesischen Unternehmen geführt werden, „das gerade 12.000 Autos pro Jahr produziert und noch nicht einmal über die Rückendeckung der chinesischen Regierung verfügt“, sagte Koch dem „Hamburger Abendblatt“ (Samstagsausgabe) (siehe Opel-Übernahme: Koch erteilt Chinesen eine Abfuhr).

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Dax
Tec
Dow
Nas
06.11.2009 | 17:45
Dax 5.488,25
+0,13 %
 
        Vortag
06.11.2009 | 23:59
Name Kurs in %
DAX 5.488,25 +0,13%
TecDAX 749,78 −0,03%
MDAX 7.084,74 +0,96%
SDAX 3.465,16 +1,09%
REX 372,70 −0,02%
Eurostoxx 50 2.794,25 +0,03%
Dow Jones 10.023,40 +0,17%
Nasdaq 100 1.730,76 +0,56%
S&P500 1.069,30 +0,25%
Nikkei225 9.789,35 +0,74%
EUR/USD 1,4847 −0,17%
Rohöl Brent Crude 76,05 $ −2,70%
Gold 1.096,75 $ +0,71%
Bund Future 120,85 € −0,18%
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche