Auch Wennemer erklärt Rücktritt aus Opel-Treuhand

„Sachverstand spielt keine Rolle mehr“

“Ein rein politisches Gremium“: Manfred Wennemer

"Ein rein politisches Gremium": Manfred Wennemer

07. November 2009 Die vier Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Opel-Standorten haben ihre Kritiker im Opel-Treuhandbeirat kalt gestellt. Nach dem Abgang von Dirk Pfeil zieht sich nun auch der ehemalige Continental-Chef Manfred Wennemer zerknirscht aus der Opel-Treuhand zurück: „Ich habe in einem Brief an Wirtschaftsminister Brüderle am Samstag meinen Rücktritt erklärt“, sagte Manfred Wennemer der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

„Der wirtschaftliche Sachverstand spielt in der Treuhand keine Rolle mehr, das wird nun ein rein politisches Gremium. Dazu kann ich keinen Beitrag leisten“, sagte Wennemer zur Begründung. Er sei hingegen Mitglied des Beirates geworden, um eine sinnvolle Entscheidung für Opel auf Basis wirtschaftlicher Kriterien zu finden.

Wennemer saß für die Bundesregierung in der Treuhand, die für die Opel-Sanierung eine Schlüsselrolle spielte. Die Treuhand hält 65 Prozent der Anteile an Opel als Pfand für einen Staatskredit. Wennemer stimmte aber zur Verärgerung der Regierung nicht für den Verkauf der Mehrheitsanteile von Opel an ein Konsortium aus dem Zulieferer Magna International und der russischen Sberbank - damit hatte er im September für einen Eklat gesorgt (siehe Regierungsvertreter stimmt gegen Opel-Verkauf an Magna). Wennemer hielt einen Umbau von Opel für nötig, damit das Rüsselsheimer Unternehmen nicht in ein paar Jahren pleite ist. Der Opel-Verkauf scheiterte schließlich doch noch, weil der GM-Verwaltungsrat in dieser Woche überraschend den geplanten Verkauf an Magna gestoppt hat. GM will Opel nun doch in eigener Regie weiterführen.

Bereits am Donnerstagabend hatten die vier Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Opel-Standorten ihren Vertreter im Opel-Treuhandbeirat - den FDP-Politiker und Insolvenzverwalter Dirk Pfeil - abberufen (siehe Ministerpräsidenten stellen Kritiker im Opel-Treuhandbeirat kalt ). Dies soll vor allem auf Wunsch von Hessens Ministerpräsident Roland Koch geschehen sein, der sich durch Pfeil mehrfach bloßgestellt sah und deshalb wütend auf ihn war. Pfeil soll durch den nordrhein-westfälischen Wirtschaftsstaatssekretär Jens Baganz (CDU) ersetzt werden.

Text: mec./F.A.S.
Bildmaterial: AP

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