Peter Furth - Sozialphilosoph und Doktorvater von Rudi Dutschke

Sozialphilosoph Peter Furth im Interview

„Die 68er-Revolte hat eine Wächtergeneration hinterlassen"

Die Woge um die 68er-Revolte, die sich im Mai zum vierzigsten Mal jährte, ist verebbt. Die Frage, was war, macht der Frage Platz, was daraus wurde. Peter Furth, Doktorvater Dutschkes, ist überzeugt: Die Linke ist aus den 68ern siegreich hervorgegangen.

Lesermeinungen zum Beitrag

12. August 2008 03:49

Ja, aber das ist doch Unfug, Herr Moke! ;-D

Nick S. Angeh (Redwing)

Eine großartige Diskussion will ich hier nicht anfangen- insbesondere angesichts des offenbar mehrheitlich sehr fragwürdigen Publikums (deren Zukunft im Museum liegt ;-)), aber ein 2. Mal will ich eine unsinnige Reaktion auf meinen Beitrag dann doch nicht so stehen lassen. Zunächst trifft ihre Beschreibung bestens auf den Spät- und Endstadiumskapitalismus zu, und das wird immer offensichtlicher. Der Mittelstand löst sich auf, Wenige schaffen es noch nach oben, das Gros aber sackt ab- willkommen in der Diktatur der reichen Minderheit und der Megagefälle. 2. ist Geld (/Wohlstand) NICHT unbegrenzt. Wo ist denn all das Geld, was der klaren Mehrheit der Menschen und der Staaten zunehmend fehlt? Aufgelöst? Es verteilt sich immer falscher. Und dann schütten sie ruhig immer mehr Geld auf den Markt- im selben Maße entwertet es sich, und die Reichen kriegen es trotzdem schneller, haben mehr und haben Sachgüter... 3. wurde kein SozialismusVERSUCH gestartet (von ganz aktuellen abgesehen), nachdem ein anderer endete= wenig Erfahrung und letztlich nur eine Chance, während der Kap. schon etliche hatte. 4. fehlten im National"sozialismus" ganz grundwichtige Elemente, wie z.B. die Enteignung von Reichtum und richtige Staatswirtschaft.

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10. August 2008 13:50

Lieber Neosozialist (Redwing),

Stefan M. Oke (stefanmoke)

...ein paar Anmerkungen zu Ihren Ausführungen, vielleicht sind Sie ja noch nicht ganz verloren: 1. Es haben nicht nur ein paar 68er "verbockt". Das von Ihnen gefordertete System ist bisher in JEDEM Praxisversuch gescheitert! Es hat reiche Eliten gebildet, die breite Masse verarmen lassen und Millionen Menschen durch Hunger, Terror und Krieg in den Tod getrieben. Zahlreiche Beispiele finden Sie dafür in der Geschichte des 20sten Jahrhunderts und auch noch heute. 2. Unser jetziges System ist weit weg von Perfektion, ganz klare Sache. Es gibt große Unterschiede zwischen Reichen, der Mittelschicht und Armen. Aber, und deswegen ist es bisher die beste Lösung: Es hat das Grundniveau für alle angehoben, es geht unterm Strich einem Armen heute viel, viel, viel, viel, viel besser als einem Armen vor 20, 30, 40, 50 Jahren oder in einem gegenwärtigen sozialistischen System. Das ist gut und wir müssen daran arbeiten, dieses Niveau weiter zu erhalten. 3. Wichtiges Grundprinzip, das in linken Kreisen oft unbekannt ist: Wohlstand ist keine Konstante, die verteilt wird. Die Gesamtmenge kann sowohl erhöht als auch vermindert werden. PS und nicht vergessen: Nationalsozialismus war auch eine Form des Sozialismus, dessen sind Sie sich bewusst?

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09. August 2008 05:31

Mit Stolz Neosozialist!

Nick S. Angeh (Redwing)

Immer wieder erbärmlich wie rückgratlos Leute wie Schily, Fischer und tendenziell auch Furth von links unten nach rechts oben abdriften- der Weg des dicken Geldkontos. Wen juckts da schon, wenn immer mehr Massen national wie global verarmen und die Gefälle sich immer rascher ausweiten? Hauptsache die Kasse bei diesen Verrätern stimmt. Und darüber hinaus geht man lieber den Weg des geringsten Widerstands und läßt sich diese Diktatur der reichen Minderheit als alternativlosen, absoluten Zustand vorgaukeln. Dabei müßte jeder Polit- und Wirtschafts-Azubi realisieren, daß ein System, das auf der Kaufkraft der Massen basiert, immer wieder nach einer gewissen Zeit kollabiert und Neustarts benötigt- wie zuletzt um WK2 herum. Und da begrenzter Wohlstand sich nachweislich zunehmend bei der Reichen Minderheit staut- Reiche müßten sich schon anstrengen, ärmer zu werden- ist es kein Wunder, daß das Geld überall sonst immer mehr fehlt. Ich selbst bezeichne mich voller Stolz als Neosozialist, denn genau das brauchen wir: fehlerbereinigte, neue Version des Sozialismus- einem dauerhaft stabilen, auf Ausgewogenheit und Wohlstands-/Arbeitsteilung basierenden System. Nur weil einige 68er es vebockt haben, heißt es nicht, daß es nicht funktioniert...

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05. August 2008 22:02

Peter Furth ist...

Stefan M. Oke (stefanmoke)

...wie die meisten anderen 68er und Linken jemand, der jede Menge schlaue, pseudo-intellektuelle Gespinste verbreitet, vom richtigen Leben normaler Menschen absolut keine Ahnung hat und anscheinend hervorragend vom Geld andere Leute lebt. Geradezu drollig sein Ausprobieren unterschiedlicher Berufe (natuerlich nur im Geiste!) und der kindlich-naive Stolz auf das erste selbst verdiente Geld am Institut fuer Sozialforschung. Herr Furth, das Geld haben Sie bekommen, nicht verdient...kennt Ihresgleichen den Unterschied? Bei soviel BS dreht sich mir der Magen um.

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05. August 2008 20:56

Gutes Interview, rundum gut!

Thomas Berger (tberger)

Ich habe bei der Lektüre des Vorspanns ja geseufzt und war auf schlimmes vorbereitet, aber die Aussagen von Herrn Furth sind einfach gut. Subtil, durchdacht, differenziert, wie man es gerne häufiger hören würde. Den Bgriff "Neosozialist" habe ich übrigens ins Herz geschlossen und werde ihn häufig verwenden. Danke!

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