
Generell finde ich ein Bewertungsportal keine schlechte Sache. Nur dadurch, dass man sich offenbar leicht mehrere Account verschaffen und dann mehrfach abstimmen kann, verkommt das ganze natürlich zur Farce.
Eine Qualitätskontrolle bei den Lehrkräften ist jedoch bereits mehr als überfällig.
Während meiner Schulzeit wurde ich leider viel zu häufig mit schlecht vorbereiteten Schulstunden und fachlich überfordertem Lehrpersonal konfrontiert (speziell in den naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächern, sowie bei der Informatik).
Um dem Vorzubeugen: Ich will hier nicht alle über einen Kamm scheren, aber wenn von 15 Lehrern mehr als die Hälfte in ihrem Fachbereich nicht ausreichend Bescheid weiß um Nachfragen beantworten zu können oder auch mal eine Schulstunde ohne grobe fachliche Mängel abhalten zu können, ist das schon alarmierend. Wie gesagt, nur meine Erfahrung zwischen den Klassen 8 und 13 an zwei verschiedenen Schulen.

Ergänzung zu meinem Beitrag "Manipulierbarkeit": mir ist aufgefallen, dass an meiner Schule ein Kollege extrem schlecht bewertet wird. Wenn das berechtigt wäre, würde ich es durch allgemeines Gespräch, Gerüchte, Schüleräußerungen, Elternklagen als Insider als zutreffend registrieren. In diesem Fall halte ich es für Manipulation. Das kann man leicht selbst in Gang bringen, ich könnte z.B. meine eigene Bewertung als Lehrer leicht beeeinflussen. Es wäre z.B. auch kein Problem, einen Schulleiter über "spickmich.de" zu mobben, wenn ich daran ein persönliches Interesse hätte. Also: Vorsicht!

Da Verwaltungen im Falle der Richter und Jugendämter keiner effizienten Kontrolle unterliegen, muss das Internet ran!
Eine Richterdatenbank gibt es bereits beim Beschwerdezentrum.de , die sehr sorgfältig gepflegt und geprüft wird.
Auch die Arbeit der Jugendämter ist nicht erst nach dem 3. Todesfall von Schutzbefohlenen in der Kritik. Die Willkür der Ämter gegenüber geschiedenen Vätern greift eine Initiative von Frau Dr. Jäckel auf - noch sammelt die Frau nur..
Und die Lehrer sind selbst schuld - deren selbstherrliche Art ist zu 50% verantwortungslos. Hat mein Direktor mir als Lehrer bestätigt.
Würden sie die Kritik der Schüler auch nur halbwegs ernst nehmen, hätten sie jede Chance. Sie aber abzuschmettern, wie es im ersten Prozess in Köln der Lehrerverband getan hat - Schüler seien dazu gar nicht in der Lage, das hat die Situation nur verschärft.
<br><br>Den "leidenenden" Lehrern als Tipp: Ich habe mir selber einen Lehrerbeurteilungsbogen entworfen, den ich die Schüler habe anonym habe ausfüllen lassen. Und dann eingesammelt und ernst genommen.
<br><br>Dazu muss man natürlich ein Minimum an Kritikfähigkeit mitbringen.
Als Beamter? Undenkbar!

was Sie schreiben in Sachen Manipulierbarkeit, ist natürlich richtig. Daher muß man sich als Lehrer erst gar nicht, wie die Klägerin, von der in diesem Artikel die Rede ist, auf ein Gerichtsverfahren einlassen. Man kann seine Daten selbst "aufpolieren". Nur wissen das scheinbar noch nicht alle. Doch es geht ganz einfach, und soviel "Internetkompetenz" sollte heute jeder haben.
Ich kenne jemanden persönlich, der einen bekannten Lehrer auf einen der vorderen Plätze gebracht hat -- und zwar allein durch fingierte Bewertungen.
Da Ganze ist echt eine Farce. Oder ein "nettes" Spielchen -- mehr nicht.

"Anstatt zu klagen, hätte sich die Lehrerin lieber in ihr vom Finanzamt bezahltes Arbeitszimmer zurückziehen sollen" - Ja, klar. Wo jede noch so vertrottelte Sekretärin einen Schreibtisch am Arbeitsplatz hat, muss ein Lehrer seine Arbeitsausstattung selbst bezahlen, und weil das früher mal (!) von der Steuer absetzbar war, gilt es stammtischseits als "vom Finanzamt bezahlt". Setzen, sechs, möchte man da sagen - auch als Physikdiplomand ohne Lehramtsambitionen.

Habe mich selbst registriert und eingeloggt. Das geschieht über Eingabe eines Namens (z.B. Franz Beckenbauer) und einer e-mail-Adresse. davon kann ich locker 100 Stück für mich erzeugen. dann kann ich bewerten. Ist das fair?

Ich bin positiv über diese Entscheidung überrascht.
Auch mir - wohlgemerkt als Vater zweier Gymnasiasten, nicht als Schüler! - ist das offensichtliche Fehlen einer effizienten Qualitätskontrolle im Lehramt, teilweise bereits in der Referendarphase, aufgefallen.
Nach meinen Beobachtungen sind Schüler sehr wohl in der Lage, Lehrer sachlich zu bewerten - kompetente Lehrkräfte werden in der Regel auch anerkannt.
Ich kann den schlechter Bewerteten nur empfehlen, ihre Bewertung zu analysieren und entsprechende korrektive Maßnahmen einzuleiten. Damit hätte das angesprochene Portal seinen Zweck erfüllt und eine erstrebenswerte Qualitätssteigerung eingeleitet. Respekt den Betreibern!

eine Internetseite ins Leben zu rufen, auf der Lehrer ihre Schüler anonym bewerten können. Da kann man als Lehrer dann z.B. ankreuzen: "kann sich nie konzentrieren" oder "in Naturwissenschaften eine absolute Niete". Und da beste daran ist: Man muß sich für dieses Votum niemals gegenüber irgend jemandem rechtfertigen.
Denn eines ist klar: Wenn mich jemand fragt -- ich war's natürlich nicht, der so was Abwertendes geschrieben oder angekreuzt hat. Das müssen andere gemacht haben ...

Wie man sich durch Kategorien "cool" oder "witzig" verletzt fühlen kann, mag der klagenden Lehrerin allein klar sein. Dass das mit "sexy" schon anders ist, ist verständlich, aber eine Schiffer oder Klum wird auch nicht Lehrerin.
Anstatt zu klagen, hätte sich die Lehrerin lieber in ihr vom Finanzamt bezahltes Arbeitszimmer zurückziehen sollen, sich über Notengebung oder Unterrichtsvorbereitung Gedanken machen sollen.
Gerade mit einer Bewertung von 4,3 - eine ausreichend große Anzahl von Wertungen vorausgesetzt - ist sicherlich kein Kompliment, läßt aber doch Raum für Verbesserungen. Aber einfacher ist sicherlich der Gang zum Anwalt, als an der eigenen Persönlichkeit etwas zu ändern.
In der Schule ist nicht immer Platz für Stand-up-Comedie, aber menschlich sollte es schon zugehen, schließlich stehen sich - Aug in Aug - Menschen gegenüber.
Allerdings sei den Lehrern auch zugestanden, dass im Vergleich zu Vorgängergenerationen, ihnen immer mehr Mittel aus der Hand genommen werden, die früher noch als Druckmittel hätten herhalten können. Welche realen Mittel bleiben einem Pädagogen denn wirklich, wenn es eine Klasse mutwillig darauf anlegte, einen Lehrer "fertig zu machen".

Wenn die Benotung von Lehrern im Internet rechtlich zulässig ist, wie steht es dann mit der Benotung bzw Bewertung von Vermietern, Vorgesetzten, Bekannten, Politikern, Richtern usw. Gibt es dann überhaupt noch eine Grenze? Kann ich jetzt jeden im Internet ungestraft "an den Pranger" stellen? Und falls nein, worin besteht der Unterschied zwischen der öffentlichen "Benotung" von Lehrern und der öffentlichen "Benotung" anderer Menschen?