Schiffsunglück vor lettischer Küste

Passagiere verlassen „Mona Lisa“

05. Mai 2008 Die lettische Küstenwache hat am Montag die überwiegend deutschen Passagiere des in der Ostsee auf Grund gelaufenen Kreuzfahrtschiffs „Mona Lisa“ von Bord gebracht. Die rund 750 Passagiere wurden auf zwei bereitstehende Schiffe verteilt. „Die Operation läuft glatt, und die Passagieren sind wohlauf“, sagte ein Sprecher der Küstenwacht. Die Wetterbedingungen seien „nahezu perfekt“.

Die auf den Bahamas registrierte „Mona Lisa“ war am Sonntag in der Irben-Straße, 17 Kilometer von der Küste entfernt, auf eine Sandbank gefahren. Versuche, das 30.000 Tonnen schwere Schiff durch Abpumpen von Ballastwasser und Treibstoff mit Schleppbooten von der Sandbank zu ziehen, waren zuvor gescheitert.

Kapitän stimmt Evakuierung zu

Daraufhin stimmte der Kapitän der Evakuierung des Schiffs zu. Nach Angaben der Küstenwacht stehen vier Schlepper bereit, um die „Mona Lisa“ von der Sandbank zu ziehen. Man könne nicht sagen, wie lange die Evakuierung dauern werde.

An Bord des Kreuzfahrtschiffes, das unter der Flagge Bahamas segelt, sind hau... Die lettische Küstenwache nähert sich dem havarierten Kreuzfahrtschiff Hilfe auch aus der Luft: Ein Helikopter umkreist die “Mona Lisa“ Namensgeberin Mona Lisa lächelt gleichmütig wie immer

Schiff nur wenig beschädigt

Nach ersten Untersuchungen ist das Schiff nur wenig beschädigt worden. Es habe weder größere Lecks am Schiffsrumpf noch Probleme wegen auslaufenden Öls gegeben, teilten die Behörden mit.

Das 173 Meter lange Schiff befand sich auf dem Weg von Estlands Hauptstadt Tallinn nach Riga, als es vor der lettischen Nordwestküste in der Meerenge von Irbe rund 38 Kilometer von der Küste entfernt aus ungeklärter Ursache bei gutem Wetter und ruhiger See auf Grund lief.

Ist Alkohol im Spiel?

In einem Bericht der Nachrichtenagentur BNS hieß es, dass möglicherweise Alkoholkonsum der Besatzung eine Rolle spiele. Dem griechischen Kapitän auf der „Mona Lisa“ unterstanden auf der Kommandobrücke Schiffsoffiziere aus der Ukraine.

Im Jahr 2003 war die in den sechziger Jahren gebaute „Mona Lisa“ in die Schlagzeilen geraten, als sie bei einer Kreuzfahrt vor der Polarinsel Spitzbergen ebenfalls auf Grund gelaufen war, aber schnell wieder aus eigener Kraft frei kam.



Text: FAZ.NET/AP
Bildmaterial: AFP, REUTERS

Designer ABC

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche