Bitte umblättern: Laubgebläse erleben einen Absatzboom, doch ihr Nutzen ist gering

Alles muss weg

Der große Laubangriff

Früher war der Herbst eine ruhige Jahreszeit. Heute werden Blätter mit lautem Motorengeknatter durch die Gegend gepustet. Was ist so faszinierend daran? Wieso braucht jemand für ein bisschen Wiese eine Maschine? Psychologen haben eine einfache Erklärung: „Wenn ich alles sauber fege, ist alles toll.“ Von Stefan Locke

Lesermeinungen zum Beitrag

18. November 2008 06:57

Diskussion könnte Überflüssig sein...

Lukas Machala (LM87)

... wenn ganz einfach jeder etwas Rücksicht nehmen würde. Ich habe dieses Jahr einen Laubsauger für ca. 140 EUR gekauft, ich wollte etwas vernünftiges haben. Tatsächlich ist so ein Gerät ziemlich laut, aber es kann eine Hilfe im Garten sein, eine Hilfe, die man nur 1x im Jahr in Anspruch nehmen muss: wenn nämlich alle Blätter gefallen sind. Es reichen 15-30 Minuten aus, schon hat man alles leer gefegt. Natürlich, es ist laut, verbraucht Sprit. Aber wie gesagt: ich schalte das Gerät 1x im Jahr ein und verbrauche damit höchstens 1-2 Liter Spirt, wenn überhaupt.

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17. November 2008 17:31

Hilfe: Die Welt wird immer lauter

Jürgen Koll (werther12)

Was mich am meisten in meiner Nachbarschaft stört, das ist der Hausmeister mit seinem Pusterohr. Um die Siedlung vom letzten Blatt zu befreien, beschallt der die Umgebung den gesamten Vormittag. Unerträglich! Fliehe ich dann in den Stadtpark: Pusterohr. Auch auf unserem schönen Friedhof: Störung der Totenruhe durch Pusterohr. Warum gilt in unserem Lande Lärm nicht als zu ahndende Umweltverschmutzung? Diese Dinger müssen verboten oder wesentlich leiser werden.

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17. November 2008 16:00

Analfixierte Deppen pusten bei Regen erst zwei Blätter trocken ( 10 Minuten ),

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

dann in eine Richtung, sodann die andere und schließlich auf die Straße ( 30 Minuten ), von wo sie der Wind wieder vor ihre Füße weht ( zwei Sekunden ). Dann geht das Ganze von vorne los. Stundenlang! Zu beobachten in Hamburgs bester Stube nahe Alster und Leinpfad - täglich! Zwar sind es lohnabhängig Beschäftigte aus den Vororten, die sich derart "entblößen", jedoch dürften ihre Auftraggeber vor Ort sich getrost zurechnen lassen, was dort an geistiger und menschlicher Größe vonstatten geht. Ob da der Arzt noch helfen kann?

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17. November 2008 15:37

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Harry Hain (zx10)

hätte ich gerne schon vor einem Jahr gelesen. Diese Dinger gehen mir auf den Sack. Überflüssig wie ein Kropf. Gelungene Arrangements sind die: Kleingarten, 3 Liter Auto, aber ein Riesending von "Loobmotorsaugebläser"! Gibt es dafüf schon CO2-Feinstaubpartikel-Plaketten die an der "Windschutzscheibe" geklebt werden müssen? Solange diese Leute sich so einen Sch... kaufen könnne, geht es ihnen noch gut genug. :-)

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17. November 2008 15:12

Lachnummern

Hans-Helge Hansen (Nordmensch)

Diese Laubsauger und Laubpuster sind einfach nur eine Lachnummer. Es ist auch unerklärlich, warum trotz der hohen Sprit- und Strompreise für jeden "Mist" strom- und spritfressende Geräte eingesetzt werden. Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn ich einen Nachbarn beobachte, wie er mit einer Saugmaschine etwa ganze 60 qm "absaugt". So ein Monstrum an Gerät haben wahrscheinlich in Osteuropa ganze Kommunen nicht. Es wird nicht mehr lange dauern, dann haben die Laubsauger und Laubpuster eine Autowaschanlage, mit dem Laubpuster ist ja das "Trocknungsgerät" schon da ..

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17. November 2008 12:20

Diesen Artikel hätte ich auch gerne geschrieben

Max Thinius (maxthinius)

Sehr geehrter Herr Locke, ich hatte mir letztens noch überlegt wie bekannte Volkslieder "Amsel, Drossel, Fink und Starr" wohl umgetextet werden müssten, da die Geräusche in unseren Parks und Wäldern sich in der letzten Zeit vom Vogeltschiepen in ein Zweitaktkreischen verwandelt haben. Nach allen mir bekannten Erfindungen, halte ich die Laubbläser für die am nötigsten nicht zu brauchende. Die psychologische Erläuterung indes birgt eine frappierende Logik in sich. Da muss man schon mal nachdenken. Vielleicht sollten die Grünflächenämter unserer Städte die Anschaffungskosten für die martialische Technik in Boni für gutes Rechen umsetzen? Vielleicht sollte man im Stile Harry Potters auch die Gartengerätschaften umbenennen in "Nimbus 2000". Der Nimbus des benachteiligten Arbeiters scheint ja am Rechenstiele zu kleben und sich in Motorwinde aufzulösen. Nein wirklich, ich finde in diesen Geräten wird ein denken deutlich, dass gesellschaftsgefährdend ist: Hauptsache ein Anderer macht es – und ich muss nur daneben stehen. In diesem hochgesellschaftlichen Sinne danke ich mehr als herzlich für diese Überlegungen und schreibe "handtastaturlich" sofort diese Zeilen hier auf.

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