
"Dieser Ausdruck zeugt von profunder Kenntnis der Leistung eines solchen Künstlers, eines Poeten am Herd. Ich bin schwer beeindruckt. ..."
Seien Sie unbesorgt, Herr Tanenbaum: Ich "durfte" in meinem Leben oft genug in den "Genuß" von Sterne-Restaurants kommen. Und war jedesmal froh, wenn ich wieder draußen war. Dieses pseudo-elitäre Getue, mit Anzug und Krawatte stocksteif am Tisch sitzen zu müssen - wo da der Genuß bleiben soll, frage ich mich jedesmal erneut. Und was Ihre Poeten am Herd betrifft: Die kochen auch nur mit Wasser, nur viel zu wenig und viel zu teuer. Die Kenntnis ist also da, und deshalb nehme ich den "Sterne-Heini" auch nicht zurück. Immer noch ist mir das normale Restaurant mit gutbürgerlicher Küche oder der Italiener oder Grieche um die Ecke lieber als alle diese Edeltempel zusammen.

Als regelmäßige Restaurantbesucherin wünsche ich mir mehr Mut bei d. erwähnten Resturantleitern o. Sterne-köchen, dafür in geeign.Weise zu sorgen, daß der Besuch e.Sternerestaurants für alle Gäste ein bes. Erlebnis bleibt. Wer es verbal u.genießerisch gerne deftig u.rustikal mag, dem bleibt d. ganze Palette guter Wirtshäuser (m.v.Chef serviert. Jägerschnitzel, hausgem.Spätzle u. Salat!).Das Grundproblem, welches i.d. Artikel verdeutlicht werden sollte, sind dem Ort unpassende Manieren.Wenn ich heute ein, w.o. erwähntes Wirtshaus aufsuche, muß ich auch wissen, auf was ich mich einlasse. Im Apfelweinwirtshaus in Ffm.darf ich mich nicht daran stören, daß sich fremde Menschen an meinen Tisch setzen, dort gesungen oder laut gelacht wird. Kann ich die dort üblichen Gepflogen-heiten nicht ertragen, muß ich wegbleiben. Gleiches gilt wenn man ein Sternerestaurant besucht. Das Benehmen u.der Respekt korrespondiert mit der angebotenen Küchen-u.Serviceleistung. An anderen Orten mit Benimm-kultur funktioniert es ja auch. Kein Mensch zündet sich in einer Kurche e.Zigarette an o.packt im Gerichtssaal s. Mundharmonika aus. Bei vielen Zeitgenossen ist neben Geld und Karriere der gute alte Herr von Knigge leider auf der Strecke geblieben.

Sehr geehrte Frau Breuer,
Ich, als Restaurant-kind aufgewachsen, habe stets den Ethos eingebläut bekommen, dass sich der erfolg eines solchen betriebes an der zufriedenheit seiner gäste messen lässt.
Und ich weiß auch wie störend menschen sein können, die sich an nicht an den allgemein gängigen ton halten.
Sie sind nervtötend, anstrengend und störend für andere Gäste.
Jedoch ist ein Anstands-wau-wau an der Tür, ein "diskreter" Zettel in der Tasche und eine Strafzahlung für Nichterscheinen definitiv jenseits der Grenze von "penibel auf die allgemein gültigen Regeln achten" hin zu "pedantisch auf absolute korrekte Bekleidung/Manieren/Tischsitten bestehen mit Androhung von Strafe".
Außerdem wurden tote Ecken und Randtische nicht umsonst erfunden...
P.S.: Ich bin männlicher Natur und habe Hochachtung vor Kochkünstlern, da ich selbst miterlebe, was sie leisten :D

Der unerlaubte Pfeifenraucher, Telephonierer, Bedienung-Anpöbler, laut-am-Tisch-Brüller... gehört für mich dann doch in eine andere Kathegorie als der Gast, der ein gutes Essen geniessen will, ohne dafür in Abendgardeobe erscheinen zu müssen.
Scheinbar legt zumindest ein Teil der Befragten "Wirte" mehr Wert darauf, wie seine Gäste gekleidet sind als auf deren Genuß.
Es scheint daß einige dieser "Gourmettempel" mehr Wert darauf legen, wie sien Gäste "betucht" sind, als darauf, wie sie sich verhalten...
Aber in derartige Läden muß man ja nicht rein, es gibt dankbarerweise genug Alternativen...

Dieser Ausdruck zeugt von profunder Kenntnis der Leistung eines solchen Künstlers, eines Poeten am Herd. Ich bin schwer beeindruckt.
Vielleicht mal einen Vorkommentar überdenken: Speisen im Sternerestaurant vs. Sattessen.
Verhält sich ungefähr so wie ein van Gogh zum Fassadenanstrich. Malen haben beide mal gelernt.
J. T.

Für einen gewissen Preis kann man auch was erwarten. Wenn ich im Walmarkt bin, erwarte ich mehr Personal, besseres Personal und eine größere Auswahl als im Lidl. Daher ist Wal Markt auch teurer. Wenn ich in ein mehr Sterne Restaurant gehe muss ich mich an diese Regeln halten. Jemand der sich so ein besuch Leisten kann, kann es sich auch Leisten die Regeln zu befolgen. Ich fahre z.B. sehr gerne Nachtzug mit der Bahn und wenn ich ich während meiner Schlafenszeit ein paar Fußballfans habe, welche einfach nicht die Klappe halten können, würde ich sie als Zugpersonal sofort vor die Tür setzen. Sollen sie Regionalbahn oder IC/ICE fahren wenn sie sich unterhalten wollen aber nicht Nachtzug (Auf meiner Strecke fährt parallel auch ein ICE). So kann ich auch erwarten, dass ich als Kunde in einem mehr Sterne Restaurant das bekomme für das ich bezahle.
Privat würde ich z.B. nie ein Lokal gehen, wo Anzugsordnung herrscht. Ich bin kein Anzugsträger gehe aber auch nicht hinein und versuche die Regeln zu ändern. Es gibt genug Auswahl an Restaurants - ich muss nicht Provokant sein und Stress erzeugen.

Ich würde mich wundern, wenn es einen Gastronomen gäbe, der sich nicht in er ein oder anderen Weise über das Benehmen seiner Gäste beschwerte - egal zu welcher Art von Gastronomie er gehört. Das ist offensichtlich Betsandteil der Berufsehre.
Andererseits muß man den Gastronomen aber auch sehr häufig Recht geben. Nirgends offenbart sich der gesellschaftliche Verlust von Anstand, Benehmen und Rücksichtnahme sichtbarer als in der Gastronomie. Die zunehmende Egalisierung von früher gebräuchlichen Etiketten - hierzulande immer als hohles Oberschichtengetue abgetan - findet ihre wahre Blüte. Dabei hat man hierzulande immer vergessen, daß vor jedem Untergang der Verfall kommt und Etiketten uns auch in unserer eigenen Haltung und im Selbstwertgefühl stärken können. Aber genau das fehlt diesem Land insgesamt und visualisiert sich am Beispiel der Gastronomie.

Leider muss ich meinem Vorredner dahingehend widersprechen, das es hier nicht darum geht wer wen bedient. Vielmehr muss ein Gastronom sicherstellen, dass es allen Gästen gut geht. Das bedeutet wenn ich f¨r ein Menu einen zwei oder drei Sterne Preis bezahle, dann möchte ich auch entsprechendes Ambiente erwarten können. Der Herr am Nachbartisch in Unterhose, stockbetrunken und gröhlend ist nicht das Ambiente für das in der Regel bezahlt wird. In einem solchen Fall wird der Gastronom gebeten etwas zu unternehmen. Andererseits kann ich mir auch nicht das Recht rausnehmen, nur weil der Preis hoch ist, mich so zu benehmen als wäre ich alleine auf der Welt. Nur weil die Opernkarte teuer war, berechtigt das kein lautes Telefonat wärend der Arie. Auch ein zahlender Kunde hat sich an gewisse Spielregeln zu halten denn die eigene Freiheit endet wo die des anderen beginnt. Im täglichen Leben vergessen das die meissten und schaffen dadurch die Notwendigkeit von Überwachung, Bestrafung etc. Geld ersetzt keine Bildung oder Anstand, ganz abgesehen von guter Erziehung, Geld bezahlt aber die Restaurantrechnung und der Gastronom ist erst hinterher wissender ob der Gast bei der nächsten Reservierung berücksichtigt werden kann.

Mit viel Geld lässt sich bekanntermassen viel kaufen, aber offensichtlich nicht die fehlenden Manieren. Es scheint, dass gerade die Erziehung bei vielen zur Egomanie neigenden Neureichen viel zu kurz gekommen ist.
Recht haben die Lokale, die ihre gesittete Kundschaft vor diesem Pöbel schützen wollen.
Geld ist eben doch nicht alles im Leben.

...das Jägerschnitzel mit hausgemachten Spätzle und Salat in unserem Dorf-Wirtshaus, das oft noch vom Chef selbst an den Tisch gebracht wird, der immer ein paar nette Worte für seine Gäste übrig hat. Der auch gelernter Koch ist. Und der ganz bestimmt nicht schlechter kocht als irgend so ein Sterne-Heini, der sich sonstwas auf sich selbst einbildet.

Sorry, aber da sieht man mal wieder, das der Gast in den meisten "feinen" Restaurants leider zweitrangig ist. Für teures Geld wird man nicht satt, dafür aber vom Personal, wenn auch dezent, bespitzelt und gemassregelt, wenn man nicht in die etsprechende Schublade passt. Sorry, aber wenn ich ausgehe, mit Freunden oder meiner Frau, dann gehört, natürlich bis zu einem gewissen Grad, auch Vergnügen dazu. Ich werde wohl kaum ausgehen, um den Ruf eines dieser Zwei Sterne Tempel zu schützen.

...wer hier wen bedienen soll.
Das Gourmet Lokal den Gast oder der Gast den Ruf des Lokals.
Während im Hotelgewerbe immer mehr darauf geachtet wird, dass es dem Gast an nichtmangelt, allen voran Bequemlichkeit, scheint das Restaurantgewerbe mehr auf seinen überkandierten Ruf bauen zu wollen.