Karneval in Rio

Bodypainting, Silikon und Diamanten

20. Februar 2007 Beim brasilianischen Karneval ist Silikon zum ständigen Begleiter geworden: Von Rio de Janeiro über Bahia bis São Paulo helfen die Samba-Königinnen kräftig nach, wenn es um die Silhouette geht. Zu diesem Ergebnis kam die brasilianische Zeitung „Folha de São Paulo“, die am Montag ein freimütiges Gespräch mit einer bekannten Tänzerin veröffentlichte.

„Ich habe 220 Milliliter davon“, bekannte die Königin der Sambaschule Mancha Verde, Viviane Araujo. Auch die 34 Jahre alte Ivete Sangalo, eine Karneval-Ikone, machte im Magazin „Isto é Gente“ eine präsizse Inhaltsangabe: Sie habe sich jüngst 200 Milliliter implantieren lassen, sagte die Karnevalskönigin von Salvador de Bahia. Zwischen 3500 und 5000 Dollar (2670 und 3800 Euro) ließen sich die Damen ihre Oberweite kosten, berichtete „Folha“. Silikon-Brüste seien zu einem Karnevals-Accessoire geworden, mit bis zu 500 Millilitern Inhalt.

Drei Leibwächter

Kein Wunder, dass so „ausgestattet“ an Textilien gespart wird. Die Bodypaint-Tänzerin Angela Bismarchi trug während der zweiten Nacht der Paraden der Samba-Schulen in Rio de Janeiro vor allem einen Kopfschmuck mit drei südafrikanischen Diamanten. Dadurch wurde das gute Stück so wertvoll, dass die Tänzerin von zwölf (tanzenden?) Leibwächtern begleitet werden musste. „Es hat acht Stunden gedauert, um mich so anzumalen“, berichtete Bismarchi.

Südafrika und die Geschichte des Anti-Apartheids-Kämpfers und späteren Staatspräsidenten Nelson Mandela stand im Mittelpunkt der 3500 Tänzerinnen und Tänzer starken Truppe der Formation Porto da Pedra. Sechs weitere Samba-Schulen folgten. Den Abschluss des Programms der zweiten Nacht bildete die Gruppe Beija Flor.

Salvador tanzt zu Axé

Doch nicht nur in Rio, auch in anderen brasilianischen Städten ging es hoch her. In São Paulo zog eine glitzernde Parade durch die Straßen. In Salvador, im Nordosten des Landes, stand der Karneval ganz im Zeichen der Axé-Musik, einem Samba mit Calypso-Einflüssen. Zahllose Bewohner folgten Lastwagen mit riesigen Lautsprechern. In den Städten Recife und Olinda wurde vor allem der schnelle Frevo oder der afrikanisch inspirierte Maracatu getanzt.



Text: FAZ.NET mit Material von AFP, AP
Bildmaterial: AFP, dpa, REUTERS

 
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